| Mein Leben leben und die erwachsenen Kinder loslassen • Vergangenheit erkannt, und nun? |
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ragna neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 16.05.2011 Beiträge: 54 Alter: 43
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Verfasst am: 06.09.2011, 00:00 Titel: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? |
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Hallo Gela!
Dieses Gefühl alles kontrollieren zu müssen und daß am Ende ein Ziel da sein muß kenne ich auch.Ebenso,daß ich oft das lebe,was mir meine Eltern vermittelt haben.
Lange habe ich verbissen dagegen angekämpft,bis ich gemerkt habe,daß mich dieser Kampf am meißten fertig macht,mir alle Kraft raubt.
So schwer es mir auch fällt,muß ich manchmal zugeben,daß nicht alles falsch war von meinen Eltern und sich Ziele zu setzen ist ja auch nicht verkehrt.
Ich versuche heute natürlich auch meine eigenen Werte zu finden,aber nicht mehr mit dieser Verbissenheit.
Ich denke meine Eltern haben es einfach nicht besser gewußt.Den Alkoholismus meiner Mutter zu vertuschen hat auch sie wohl viel Kraft gekostet und den Blick auf das eigentliche Leben versperrt.
Wenn ich ein wenig versöhnlich auf die Geschichte schaue,fällt es mir leichter mich davon zu lösen.Ich sehe die "Erziehung" meiner Eltern dann als "Angebot" wie ich leben könnte und nicht immer diesen mahnenden Zeigefinger,der mich zurechtweist.
So kann ich auch freier entscheiden wie ich mich verhalte.
Ich hoffe,daß es mir so gelingt endlich meinen eigenen Weg zu gehen,ohne daß mich irgendwelche Zwänge beeinflussen.
LG Ragna |
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| ragna hat zum Thema: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? geschrieben
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Gela10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2011 Beiträge: 330 Alter: 33
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Verfasst am: 06.09.2011, 12:35 Titel: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? |
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Hallo Ihr,
ich dank Euch sehr für Eure Beschreibungen, denn sie machen mir wieder mal einiges bewusst. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sehr allein ein Erfahrungsaustausch hilft, um an manchen Dingen weiter zu kommen, bei denen man selbst nur noch Karussell fährt.
| Zitat: | | Ich sehe die "Erziehung" meiner Eltern dann als "Angebot" wie ich leben könnte |
Ragna, das ist eine schöne Beschreibung, die ich mir merken werde. Ja grundsätzlich gehts mir auch so. Ich weiß, dass meine Eltern alles nach bestem Wissen und Gewissen gemacht haben und dabei eben einfach auch ihre Fehler gemacht haben und auch für diese Fehler gibt es Ursachen und Gründe.
Ich dachte wirklich lange, ich hätte das verinnerlicht und mich von all dem entsprechend distanziert. Das heißt nicht, dass ich alles von ihnen ablehne. Ganz im Gegenteil. Gerade bei meiner Mutter, die damals das Alkoholproblem hatte, gibt es viele Dinge, die ich wirklich an ihr bewundere. Aber es gibt eben auch viele Dinge, wo ich einfach nur den Kopf schüttele. Die unbewusste Beeinflussung in meinem Handeln und Denken, die geht aber eher von meinem Vater aus. Nein, er versucht lange nicht mehr, auf mich einzuwirken, weil er weiß, dass seine Kinder erwachsen sind und das auch akzeptiert. Aber er hat so eine Art, seine Überzeugungen rüber zu bringen, bei der es mir sehr sehr schwer fällt mich abzugrenzen und einen neutralen Blick drauf zu werfen. Letztendlich macht er immer alle anderen schlecht, die andere Überzeugungen haben, als er.
Darunter habe ich als Kind sehr gelitten. Irgendwie hab ich mich immer runtergemacht gefühlt. Ich weiß genau, dass er totunglücklich wäre, wenn ich ihm das sagen würde, weil er das nie gewollt hat.
So langsam steige ich dahinter, warum er so ist, wie er ist und das gibt mir die Möglichkeit, mich emotional weiter zu distanzieren und zu begreifen, dass sein Tun eigentlich nur was mit ihm selbst, nicht aber mit mir zu tun hat. Aus Erfahrung weiß ich, dass das der erste Schritt ist, um mich selbst wirklich kennenzulernen (ohne seine Stimme im HIntergrund). Die Distanz hat mir damals auch geholfen, als meine Mutter Alkoholikerin war und meine Eltern sich gegenseitig fertig machten und ich mich einfach nur schuldig fühlte. Ich musste erst erkennen, dass das eigentlich nichts mit mir zu tun hatte.
| Zitat: | | mach dich frei es ist die angst deiner mutter die du in dir trägst. |
Ganz genau, nur dass es bei meinem Vater nicht um Angst, sondern um andere Dinge geht, aber letztendlich ist es oft seine Stimme, die ich für meine halte. Und das gilt es zu ändern.
| Zitat: | | Ich hoffe,daß es mir so gelingt endlich meinen eigenen Weg zu gehen,ohne daß mich irgendwelche Zwänge beeinflussen. |
Genau das ist auch mein Wunsch.
Gruß Gela |
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| Gela10 hat zum Thema: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? geschrieben
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Tanne1 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.09.2011 Beiträge: 9 Alter: 43
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Verfasst am: 13.09.2011, 23:38 Titel: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? |
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Hallo Gela,
schreibe jetzt erst, weil ich hier neu bin und auch fleißig lese.
Ich kenne das mit dem Tun ohne Freude, der Zielerreichung und dem nicht genießen können. Das macht mir viel Druck, weiß nicht, ob es Dir auch so geht. Ich habe mir bewußt körperorientierte Beschäftigungen und Therapien gesucht, wo der Kopf und das Ziel mal keine Rolle spielten. Das war auch eher ein Prozess, bis ich wußte, was ich mag und auch ohne Ziel tun kann. Bei mir war es das Tanzen. Ich habe Tanztherapie gemacht und konte mich da richtig von meiner inneren "Verspannung" lösen und einfach sein. Soche Momente brauche ich einfach zwischendurch.
Die habe ich auch beim Fahrrad fahren, einem guten, innigen Gespräch oder einem schönen Frühstück. Aber ich muss dafür "arbeiten", mir diese Erlebnisse zu schaffen und sie ohne inneren Druck zu tun. Ich übe das neuerdings beim Malen in einer Gruppe. Eigentlich wird ja bei dieser Art von Schwierigkeit immer Meditation empfohlen, vielleicht magst Du ja mal solche Sachen ausprobieren.
Ansonsten ist es doch auch in Ordnung Ziele zu haben und manchmal sind die Handlungen auf dem Weg zum Ziel eben einfach nur Pflicht. Wir sind halt alle keine Zen-Meditationsmeister, die immer und jederzeit voll und ganz bei ihrer Tätigkeit und im Hier-und-Jetzt bleiben können
Beruflich habe ich auch nochmal was ganz Neues gewagt, weil ich bei meinem ersten Beruf diese Leere verspürt habe und glaubte, es müsse doch noch etwas kommen mit mehr innerer Befriedigung. Der neue Weg war ganz schön lang und hart und mittlerweile bin ich da eher realistischer und pragmatischer. Ich finde meinen neuen Beruf auf jeden Fall spannender und fordernder, aber es ist jetzt auch kein Wunder geschehen, dass ich täglich Flow-Erlebnisse habe, obwohl es ein Beruf ist, von dem viele annehmen, er sei total spannend. Auch hier gibt es Pflicht und Unangenehmes, was ich nur hinter mich bringen möchte. Ich muß auch mit manch schwierigen Kollegen auskommen und bittere Pillen schlucken, aber ich bin trotzdem froh, dass ich es gemacht habe. Es war aber auf keinen Fall dieses Gefühl von, jetzt werde ich von meiner Hochstimmung, mich selbst mehr zu finden, auf einer Welle der Leichtigkeit getragen, so wie es in manchem Büchern beschrieben wird.
Weiß nicht, ob das jetzt hilfreich ist für dich, waren halt meine Gedanken dazu.
Gruß von
Tanne |
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| Tanne1 hat zum Thema: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? geschrieben
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Gela10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2011 Beiträge: 330 Alter: 33
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Verfasst am: 26.09.2011, 15:52 Titel: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? |
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Hallo Tanne,
dankeschön für Deine ausführlichen Worte. Ja, sie haben mir sehr geholfen, denn ich hab mich in vielem wieder gefunden.
ich antworte erst jetzt, weil ich gerade 2 1/2 Wochen im Urlaub war. War sehr sehr schön und ich habe vor allem mal wieder Abstand zu allem bekommen. Und mit diesem Abstand kann ich Dir nur zustimmen. Ja, ich mach mir eigentlich selbst einigen Druck, mir schwant auch, wie das zustande kommt und ich kann da wohl am besten was an meiner Einstellung zu mir selbst tun. Über Meditation hatte ich genau deshalb nachgedacht. Hatte mich jetzt für einen Kurs autogenes Training angemeldet. Der geht im Oktober los und ich bin gespannt. Bisher habe ich mich in Übungen dieser Art immer sehr schwer getan, aber ich denke, ich kann das gut gebrauchen, um die kreisenenden Gedanken einfach besser unter Kontrolle zu bringen.
Malen...ist lustig, das du das ansprichst, denn genau das hab ich als Kind sehr gern getan und tue es jetzt ab und zu auch wieder. Einfach bunt, denn ich mag es bunt... Es fällt mir allerdings schwer, mich hier von irgendwelchen Zielen und Ergebnissen frei zu machen. Am Ende werde ich ungeduldig und will einfach nur fertig werden. Denke aber, das ist für mich das richtige, um mich in Ruhe, Geduld und Genießen zu üben.
Ausgiebig quasseln bei nem guten Frühstück...ja das mach ich auch sehr sehr gern. Da werd ich nicht ungeduldig.
Was meinen Job angeht. ich weiß nicht, was ich draus mache. aber auch da wird sich ne Lösung finden.
Darf ich mal ganz neugierig fragen, in welche Richtung Dein jetziger Beruf geht?
Gruß Gela |
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| Gela10 hat zum Thema: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? geschrieben
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Paulina neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 27.01.2011 Beiträge: 260 Alter: 51 Wohnort: Austria
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Verfasst am: 11.10.2011, 14:06 Titel: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? |
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Hallo Gela!
Ich habe den Eindruck, dass Dein Beruf ein sehr wichtiger Teil Deines Lebens ist, was ich gut verstehen kann. Schließlich verbringst du den Großteil des Tages in der Arbeit. Sie macht Dir Spass., Du hast Erfolgserlebnisse und bekommst dafür Geld und Anerkennung sowie zahlreiche Impuse von aussen.
Aber alles hat seine Zeit!
Mittlerweilen scheint es, als wäre Dein Job zur faden Routine geworden und Du hast Du das Bedürfnis, alteingetretene Trampelpfade zu verlassen um Neues zu erkunden. Vielleicht hast Du das Gefühl, viel mehr "draufzuhaben" als Du im Moment beweisen kannst. Du sehnst Dich nach mehr Erfüllung und Herausforderung im Beruf. Ich finde das nicht unnatürlich, ganz im Gegenteil!
Was Dir buchstäblich im Wege steht ist Dein großes Bedürfnis nach Sicherheit.
Das erinnert mich sehr an eine Freundin, die immer schon sehr kreativ und voller Tatendrang und guter Ideen war, und trotzdem jahrzehntelang todunglücklich in ihrem "sicheren" Job als Beamtin verharrte, weil sie woanders den Status der Unkündbarkeit nicht erhielt.
Soetwas finde ich, kann schon eine gewisse Leere in einem Menschen erzeugen. Man lebt auf diese Art und Weise ja nicht authentisch.
Ich würde Dir raten, eine psychologische Studienberatung in Anspruch zu nehmen, oder eine Bildungsmesse zu besuchen, um einen Überblick über das Ausbildungsangebot, eventuelle Umschulungsmöglichkeiten, etc. zu bekommen. Du musst ja nicht gleich die gesamte Sicherheit an den Nagel hängen. Fang mit kleinen Schritten an! Sammle Ideen, bau Luftschlösser, stell Dir Dich in der einen oder anderen neuen Rolle vor, mach nebenbei, zusätzlich, etwas, vielleicht einen Kurs ...
Ich denke Du bist jung genug, um etwas Neues anzufangen. Und mutig genug um Dich den Herausforderungen zu stellen.
Liebe Grüße
Paula |
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| Paulina hat zum Thema: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? geschrieben
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Gela10 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.05.2011 Beiträge: 330 Alter: 33
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Verfasst am: 12.10.2011, 22:11 Titel: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? |
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Hallo Paulina,
danke für Deine Worte. Dein Eindruck von mir und meinem Job passt schon. Dummerweise weiss ich doch bei weitem nicht so genau, was ich will, wie ich anfangs dachte. Je mehr ich mich mit einzelnen Dingen beschäftigte, desto mehr Fragen drängten sich mir auf. Letztendlich hatte ich ein Gefühl von Sackgasse im Labyrinth... Dank diesem Forum und diversen Unterhaltungen mit guten Freunden konnte ich ein paar Dingen auf den Grund gehen, habe die Ursachen erkannt, kann sie akzeptieren und damit auch mich akzeptieren. Und nun kann ich auf Entdeckungsreise gehen, den ein oder anderen Kurs machen:-), mich ausprobieren...mal sehen, was dabei raus kommt. Ich lerne gerade das Loslassen;-)
Gruss und nen schönen Abend
Gela |
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| Gela10 hat zum Thema: Re: wie verändere ich mein Leben nach den eigenen Werten? geschrieben
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