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Lebensqualität wieder erlangen

 
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Karsten
Administrator
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Geschlecht: Geschlecht:Männlich
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Wohnort: Eberswalde

BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 19:33    Titel: Lebensqualität wieder erlangen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich habe heute einige Dinge gelesen, was das Thema Lebensqualität betrifft.
Was bedeutet es für euch, wenn man wieder seine oder vielleicht nur eine Lebensqualität wiedererlangt hat?

Ja, ich mache einen Unterschied zwischen einer und seiner Lebensqualität.
Ich hatte hier mal vor ein paar Monaten was zur Lebensqualität geschrieben, was mich heute auch wieder darüber nachdenken ließ.

Ich konnte ja mein eigenes Leben um 180 Grad drehen und sehe auch kleine Dinge als positv an.
Rückblickend hat sich alles zum Guten gewendet Smilie

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Lebensqualität wieder erlangen geschrieben
drybabe
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.04.2010
Beiträge: 2600
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BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 20:29    Titel: Re: Lebensqualität wieder erlangen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten!
Eine und seine Lebensqualität zurück erlangen - auch ich sehe da einen Unterschied.
Eine Lebensqualität ist für mich z.B. das morgendliche Aufwachen ohne Fahne, das spontane Klingeln an meiner Tür und ich mach auf und brauche keine Angst zu haben, dass ich eine Fahne habe. Morgens ohne Fahne und 1000 Pfefferminzdrops zur Arbeit zu fahren. Im Supermarkt "normale Sachen " einkaufen zu können.
Das alles ist für mich , eine (vielleicht "normale") Lebensqualität wieder erlangt zu haben.

Meine persönliche Lebensqualität habe ich wiedererlangt, weil ich mich wieder mag. Ich akzeptiere mich, so wie ich bin. Ich kann wieder in den Spiegel gucken und kann mit dem menschen, den ich dort sehe, leben - und das 24 Stunden am Tag , 7 Tage die Woche. Ich habe wieder gelernt, mich auszuhalten. Mittlerweile kann ich Tage am Stück alleine mit mir verbringen. Meinen Hobbys nachgehen. Das ist meine Lebensqualität, die ich mir durch mein Trockensein erarbeitet habe und hoffentlich noch ganz viel neue Lebensqualität erarbeiten werde.
Aber genau, wie Du in Deinem Blog geschrieben hast, man muß sie sich erst einmal erarbeiten. Nur nicht trinken und dann ist das Leben wieder lebenswert, so einfach ist es ja nicht.
Ich weiß für mich, ich muß dafür täglich etwas tun. Und das Beste dabei: Es macht mir Spaß.
Liebe Grüße
drybabe
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drybabe hat zum Thema: Re: Lebensqualität wieder erlangen geschrieben
klabund
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 18.08.2011
Beiträge: 694
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Wohnort: Kiel

BeitragVerfasst am: 25.08.2011, 20:31    Titel: Re: Lebensqualität wieder erlangen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

obwohl ich ja in meinem Thread genug zu schreiben habe, möchte ich gerne auf Deine Frage antworten, da es eine Frage ist, die mich schon lange beschäftigt und ich vermute, dass auch Defizite, mangelnde gefühlte Lebensqualität, mich dahin gebracht haben, immer wieder zu trinken.

Da ich oft ein negatives Bild von mir und meiner Umwelt hatte, beruflich, in Beziehungen, aber auch gesellschaftlich (die Welt ist ja so kaputt, bla, bla), war es oft für mich nicht möglich, schöne Dinge zu erkennen. Ich hab immer nur das Schlechte gesehen. Ich schreibe in der Vergangenheitsform, weiß aber eigentlich nicht, wie tief diese Haltung in mir sitzt. Aus so einer Haltung kann aber eine Lebensqualität, nicht meine, nicht irgendeine, erwachsen. Aber aus dieser Haltung bin ich auch oft in Situationen geblieben, die mich unglücklich gemacht haben.

Ich denke, dass die Frage nach einer oder eben meiner Lebensqualität sehr wichtig ist. Wenn ich z.B. denke, nur eine Beziehung könnte mein Leben wirklich erfüllen, diese aber platzt, wirds wieder gefährlich. Oder der eine Sport, das eine Ziel.

Also muß ich ehrlicherweise schreiben, dass meine momentane Lebensqualität dadrin besteht, mir einen Raum zu schaffen, in dem ich überhaupt mal schauen kann, wie mein Leben und damit auch meine Lebensqualität denn aussehen könnte: ohne Alkohol. Von da geht jetzt meine Überlegung los.

Aber es sind auch ganz einfache Sachen. Heute war ich in der Stadt, hab mir eine schöne CD (Bach, Cellosuiten) gekauft. Ich konnte gerade aus den Augen schauen. Kein Kater, kein schlechtes Gewissen. Heute abend werde ich sie hören, Kerzen anmachen. Und habe wieder meinen leeren Raum mit etwas gefüllt: Lebensqualität. Wieder kann ich für einen Abend lernen, dass ich mich auch ohne Alkohol wohlfühlen kann.

Das ist wahrscheinlich alles sehr individuell, aber ein paar Grunddinge gehören vielleicht noch dazu: Arbeit, Freundschaften, Familie, Dinge um die man sich kümmert. Ich glaube, da sind Grundbedürfnisse, die eigentlich jeder hat und eigentlich gerne Leben würde und es schafft Probleme, wenn in einem dieser Bereiche etwas nicht stimmt.



Das waren meine spontanen Gedanken, aber ich denke, ich werde diese Frage mal mitnehmen!



Winken

Schönen Abend,

klabund
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klabund hat zum Thema: Re: Lebensqualität wieder erlangen geschrieben
Penta
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.06.2010
Beiträge: 3106
Alter: 41

BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 06:53    Titel: Re: Lebensqualität wieder erlangen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

Lebensqualität ist ein ziemlich großes Wort für mich. Auch als der Alkohol zu meinem Leben gehörte, hatte ich eine Lebensqualität. Meine.
Lange konnte ich nicht ausmachen, wie ich einem Kreislauf entkomme, in dem ich mich z.B. anbiederte oder sich bei mir eingeschleimt wurde und es mir trotzdem schlecht ging.

Jetzt habe ich eine andere Lebensqualität. Allerdings spüre ich deutlich, dass sie von der anderer Menschen abweicht. Menschen, die keinen Alkohol trinken, zeigen sich mir nicht automatisch in einem zufriedenen Zustand.
Meine Lebensqualität besteht heute darin, mein Leben möglichst unabhängig zu gestalten. Das heißt für mich, dass ich mein Leben so lebe und gestalte, wie es mir guttut.
Ich darf das nicht nur, sondern ich überschreite auch hier und da die Grenze, an der ich früher normal, angepasst oder unterwürfig geblieben wäre.
Um wirklich frei zu sein, darf ich auch das Bonbon ablehnen, der mir gereicht wird und von dem ich weiß, dass es für mich ungenießbar ist.
Ich gestalte nicht mehr um etwas herum, was mir nicht guttut, sondern ich gestalte, was mir guttut. Langsam bekomme ich sogar heraus, was das ist.

Dass es so ein Leben gibt, zeigen mir Menschen, die heute relativ unabhängig leben. Sie sehen Abhängigkeiten und sie versuchen ihnen zu entkommen, indem sie genau das machen, was jedem ganz naturgemäß liegt, ihr eigenes Leben leben.
Da ist so was wie ne „trockene Welt“, in der ich mich bewege.
Wie ich neulich herausfand, nennen andere es „nüchtern“. Das trifft es für mich fast noch besser. Wenn ich nüchtern meine Dinge auseinander pfriemeln und nüchtern Momente genießen kann, die mir das Gefühl von Glück andeuten, dann komme ich meinem Anspruch an meine Lebensqualität sehr nahe.

So nüchtern hat meine „Alte“, wie ich meine Depression nenne, wenig zu futtern. Sie sucht sich derzeit Nahrung woanders. Das darf sie. Ich habe sie sehr lange bei mir gehalten, in dem ich sie immer wieder einlud.
Nein, es nicht alles gut. Das Leben ist nun mal kein „Ponyhof“.
Es fällt mir wohl derzeit nur leichter, auch die unangenehmen Dinge in das zu integrieren, was ich ohne Probleme oder Bauchschmerzen mein Leben nennen und als solches annehmen kann.

Da ist wohl nun wieder Vertrauen. Mir fehlt nur oft die Geduld. Auch das ist Bestandteil meiner Lebensqualität: Ich lerne mich immer weiter kennen und darf entdecken, was sich mir so lange verschloss. Hier versuchen, da fragen und dort genießen. Und manchmal alles zusammen. Das macht mich extrem zufrieden. Die Dinge gelingen immer öfter.
Ich nehme mein Leben hier und heute nicht mehr als die große Niederlage wahr. Es ist Gewinn.

Gruß Penta
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Penta hat zum Thema: Re: Lebensqualität wieder erlangen geschrieben
K.U.D.68
Gast






BeitragVerfasst am: 26.08.2011, 08:51    Titel: Re: Lebensqualität wieder erlangen Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten
ich führe jetzt ein selbstbestimmtes Leben.Das habe ich in der Therapie gelernt,nämlich Strategien zu erarbeiten und auch umzusetzen,um mit den Widrigkeiten des Alltags zurechtzukommen.Wenn wieder in ein Tief droht,heißt das nicht das ich nicht automatisch zum/das/mein Suchtmittel greife.Nach 4.Jahren Trockenzeit stelle ich fest das von Jahr zu Jahr die Lebensqaulität und Zufriedenheit über das erreichte stetig ansteigt.Mir ist auch bewußt das man sich das erreichte schnell wieder kapputmachen kann,wenn man seine Hausaufgaben nicht macht.So bleibt die/meine Abstinenz das oberste Ziel in meinen Leben was da auch noch kommen mag.Ich versuche optimistisch und neugierig zu bleiben.Tschüß K.U.D.68
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K.U.D.68 hat zum Thema: Re: Lebensqualität wieder erlangen geschrieben

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