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Burn out durch übertriebene Ansprüche an mich selbst...

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WUT -.- (vorsicht länger)   •    Verlassenheits-Gefühl vom co-abhängigen Vater  
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reset2011
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BeitragVerfasst am: 23.08.2011, 17:38    Titel: Re: Burn out durch übertriebene Ansprüche an mich selbst... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

So... es ist vollbracht. Die Geburtstagsfeier meines Vaters - sein 60. - ist jetzt vorbei. UND ICH WAR NICHT DA! Und ich habe auch nicht angerufen.

Bin sehr stolz auf mich, das ich das wirklich durchgezogen habe. Hatte zwischendurch doch wieder die klassischen EKA-Gewissensbisse. Smilie

Habe dann am Sonntag mit meiner Mutter telefoniert und natürlich hatten wir auch das Thema Geburtstagsfeier. Natürlich war die ganze Familie da, obwohl alles es mittlerweile wissen. Und mein feiner Bruder natürlich mittendrin. Bin irgendwie trotzdem wütend und enttäuscht, das NUR ICH WIEDERMAL standhaft war und meine Meinung vertreten hab. Mein Bruder hat echt kein Standing und keine Meinung. Wir sind ja so verschieden. Ob er auch durch meinen Vater so wurde - keine Ahnung. Aber mein Bruder ist manchmal genauso schlimm wie mein Vater - nur das er dafür nicht einmal zu trinken braucht.

Die Schwester von meinem Vater weiß es nun auch von meiner Mutter, das ER ein Alkoholproblem hat. Sie war total entsetzt und zutiefst geschockt. Denn ihr eigenen Vater und eben auch der meines Vaters - also mein Opa - war auch jahrzehntelang Alkoholiker. Dazu hatte ich ja schon mal was geschrieben. Sie hat auch sehr darunter gelitten nur nie geschafft, sich wirklich von ihm zu distanzieren. Wegen Schuldgefühlen ihrer Mutti - meiner Oma - gegenüber. Kenne ich doch irgendwoher Smilie

Manchmal fast schon lustig, wenn es nicht so traurig wär...

Auch die Aussage von meiner Mutter "aber ich war erstaunt, wie wenig ER getrunken hat" und insgesamt "hätten die Männer zusammen ja nur 2 Flaschen Schnaps getrunken"... wow!!! WIE BEWUNDERNSWERT!!! Und die 2 Kisten Bier noch dazu... und dann noch ein paar kleine Schnäpse aus den Verstecken... bääähhhhhh

Das hat mich wütend gemacht, das das wieder so verniedlicht wurde... es ekelt mich förmlich an dieses Gesaufe. Und wenn es mal 2 Flaschen weniger sind, waren alle ja gleich ganz brav!?

Mein Entschluss steht somit nur noch mehr fest! Ich bin dort kein Gast mehr, solange das Thema Alkohol in diesem Haus nicht wirklich bearbeitet wird und sich laaaange Zeit schon was geändert hat. Jetzt kommt meine Mutter mich eben hier besuchen. Geht ja auch.

So - das war mal ein update... wahrscheinlich schreckt es die meisten ab, immer soviel zu lesen. Aber ich kann 10-Finger-Blind-Schreiben und da kommt schnell - viel zusammen. Smilie Sorry...
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reset2011 hat zum Thema: Re: Burn out durch übertriebene Ansprüche an mich selbst... geschrieben
Kämpferherz
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.10.2008
Beiträge: 81
Wohnort: nicht mehr Mainz - leider. In der Pfalz jetzt

BeitragVerfasst am: 24.08.2011, 10:39    Titel: Re: Burn out durch übertriebene Ansprüche an mich selbst... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Reset,

schöner Nick erst mal. Ich denke, ich weiß, was für einen Gedanken du dabei hattest? Einmal Reset drücken und dann fängt endlich ein besseres Leben an?

Ich habe auch einmal jährlich, immer beginnend im Oktober, spätestens November eine große Krise, ich weiß bis heute nicht, wieso die immer dann kommt. Klar bin ich auch heute noch Co, mich wundert aber der Zeitpunkt immer ein wenig.

Ich gab meinem Vater die Schuld, aber mittlerweile nicht mehr. Auch ich fand mich in der Kindheit/Jugend nie akzeptiert, gelobt oder geliebt, es wurde immer nur gemeckert, gemotzt und nix war gut genug. Angst hatte ich. Heute merke ich allerdings, wenn mein Vater über mich mit anderen spricht, dass er sehr stolz auf mich ist und große Stück e auf mich hält, auch früher schon. Es ist sehr schwierig, dieses Paradoxon zu begreifen. Ja, er liebt mich und ist stolz auf mich, OBWOHL er mich so behandelt hat. Es war die Krankheit, die ihn zu dem Handeln getrieben hat.
Auch Gefühle durfte man bei uns keine zeigen, wenn man als Kind geweint hat, war der Grund sowieso nichtig und lächerlich, wenn man über was gelacht hat, war es nicht lustig. Es wurde sich über alle Gefühle von uns Kindern lustig gemacht. Heute fällt es mir schwer, Gefühle zu zeigen und angemessen zu reagieren. Ich bin bekannt für mein neutrales Gesicht, egal in welcher Situation.
Meine Mutter ist eine starke Frau, sie hat uns (meine Geschwister und mich) viel vor meinem Vater geschützt. Sie hat mich/uns nie benutzt. Sie hat auch dafür gesorgt, dass ich NICHT den Beruf erlernt habe, den mein Vater für richtig hielt, sondern selbst entschied. Eigentlich hat sie bei allem dafür gesorgt, dass ich selbst entscheiden kann, was ich machen will. Sogar, wenn sie meine Entscheidung nicht gut fand, hat sie sie akzeptiert und unterstützt. Ich denke, dass sie mich dadurch vor Schlimmerem bewahrt hat.

Dein Satz: „ Ich war ja immer die Starke und diejenige in der Familie, bei der ja immer alles so läuft und die immer mit allem alleine klar kommt“, das könnte ich geschrieben haben. Ich weiß nicht, wie es bei dir ist, aber ich bin für alle, egal ob Familie, Freundeskreis oder Arbeit der Kummerkasten. Jeder lädt sein Problem bei mir ab und ich helfe dann, regele, erledige alles für diese Menschen. Nur ich selbst konnte mich lange keinem anvertrauen, nicht weil niemand dagewesen wäre, sondern weil ich tief in mir dachte, ich muss mit allem allein klarkommen. Es war für mich einer der größten und schwierigsten Schritte, zum allerersten Mal jemandem zu erzählen, dass mein Vater trinkt. Auch heute kostet es mich Überwindung, mit Problemen, egal welchen Problemen, zu jemand zu gehen. Obwohl ich nur positive Erfahrungen gemacht habe und ich immer Hilfe bekam!

Deine Karriere: war bei mir ähnlich, will ich nicht weiter drauf eingehen. War auch alles eher körperlich.

Psychosomatische Erkrankungen sind typisch für EKAs. Bei mir ist/war es der Reizdarm. Bei meiner Schwester seit Jahren üble Kopfschmerzen, täglich. Komischerweise sind viele Probleme spurlos verschwunden, seit meine Tochter da ist. Früher wurde es von den Ärzten immer auf meinen Arbeitsstress geschoben (natürlich EKA – hängt sich voll rein, gibt 150 %). Heute muss ich sagen, dass so ein Kind unvorstellbar viel Arbeit macht, Tag und Nacht. ABER: es gibt einem so viel. Dadurch ist man dann einfach glücklich, es ist überhaupt nicht vergleichbar, mit nem Job, in dem man sich für ein paar Kröten den A…. aufreißt.

Ohja, auch hier erkenne ich mich wieder: ich muss heute noch aufpassen, dass ich mich nicht über Leute mit seelischen Problemen lustig mache. Früher hab ich immer gesagt, die sollen sich nicht so anstellen und es auch genauso gemeint. Heute denke ich, es gibt Leute, die viel Schlimmeres erlebt haben und sich nicht so anstellen. Ich muss mich dann immer wieder quasi selbst zur Ordnung rufen.

Mit deinem Abgang vom Gymnasium, wie dein Vater da reagiert hat, das macht mich richtig wütend. Ich weiß zwar grad nicht warum, aber ich möchte am liebsten ganz laut schreien. Weißt du, was sich Eltern für ihre Kinder wünschen sollten? DAS DIE KINDER GLÜCKLICH WERDEN!!!! Der Rest ist doch egal! Zumindest geht es mir mit meinem Kind so.

Das Herunterspielen von naja, bei uns in der Familie eigentlich allem, das geht mir auch an die Nerven. Und wie! Vor Besoffenen ekle ich mich übrigens generell, egal ob mein eigener Vater oder irgendwelche Fremden auf in ner Disco. Wegen dem Alkoholkonsum bin ich nie gerne weggegangen, obwohl ich z. B. Weinfeste superschön finde, aber doch wieder Angst hab, dass da die üblichen Besoffenen rumfallen. Schade, Weinfeste wären so schön, wenn alle Leute nur 1 bis 2 Gläser zum Genuss trinken und kein „Kampftrinken“ veranstalten würden.

So, jetzt habe ich viel mehr geschrieben, wie ich wollte, aber deine Beiträge haben mich total berührt. Du kannst auch stolz auf dich sein, dass du nicht zum Geburtstag warst. Das hätte ich mich niemals getraut!!! Auch wenn ich persönlich mittlerweile besser klar komme und mir vieles eingestanden habe, so bin ich noch lange nicht „gesund“ und „frei“ von den EKA-Problemen.
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Kämpferherz hat zum Thema: Re: Burn out durch übertriebene Ansprüche an mich selbst... geschrieben
reset2011
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.08.2011
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BeitragVerfasst am: 24.08.2011, 12:32    Titel: Re: Burn out durch übertriebene Ansprüche an mich selbst... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Kämpferherz,

vielen Dank für Deine Worte... ich bin wirklich stolz auf mich - obwohl ich nach wie vor ALLEINE mit meiner Meinung da stehe. Aber die Wut auf den Rest der Familie bringt mich ja auch nicht weiter.

Stimmt - einfach RESET drücken und alles fängt neu und gut und ohne Probleme an. Das wäre ja so praktisch und wenn es eine Pille gebe, die negative Emotionen und die daraus entstandenen Probleme einfach "repariert" - ja das wäre ein Traum. Smilie

Natürlich geht es so nicht. Und wie ich immer so schön sage "Am Anfang und am Ende steht man immer alleine da auf dieser Welt". Auch wenn das vielleicht megadramatisch und übertrieben klingen mag, so finde ich trotzdem, das es bedeutet, man steht für sich und sein Leben alleine und eigenverantwortlich da! Man kann Hilfe bekommen von aussen und man kann sich informieren und belesen. Aber den Schritt zu machen etwas zu ändern und am Ball zu bleiben, auch wenn es anstrengend ist und man gegen Wände läuft, das ist glaube ich die "Kunst des Lebens".

Das große Schweigen und die Abgestumpftheit haben wir viel zu lange ertragen und das Leben ist damit ja nicht einfacher. Man denkt es nur in diesem Moment. Die Quittung für das "Gefühle-verleugnen" bekommen wir dann knallhart serviert!

Zum Thema "eigene Kinder": tja irgendwie habe ich das bis heute vor mich hingeschoben. Ich wollte schon immer Kinder und will es auch jetzt. Nur einerseits fühlte ich mich selbst dazu nie "stark" genug und mental irgendwie nicht bereit dafür. Nun bin ich schon 32 Jahre, und vielleicht auch deshalb jedes Jahr zu meinem Geburtstag deprimiert, da ich ja immernoch keinen Nachwuchs habe und man das doch eigentlich von mir erwartet. Oder? Einerseits bin ich mega selbstbewußt und auf der anderen Seite zweifel ich so oft an mir selbst und an meinen Entscheidungen. Furchtbar!

Jetzt haben mein Freund und ich - eigentlich mehr ich - beschlossen zum Ende diesen Jahres mit der Kinderplanung auch an die Umsetzung zu gehen. Das schlimme ist nur, da ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich richtig ist, das JETZT anzugehen?

Sollte man mental nicht lieber total stabil sein, um wirklich auch stressfrei in der Schwangerschaft zu sein? Man will seinem Kind doch nicht schon im Mutterleib beibringen, wie Selbstzweifel ist? Oder wird einfach alles anders und besser, wenn man ein Kind bekommt?

Aber zur reinen psychischen Genesung kann ich doch kein Kind bekommen wollen? Andererseits weiß ich 1000% DAS ICH eine super Mutter werde und meinem Kind alle positiven Möglichkeiten bieten möchte, die das Leben so mit sich bringt.

Meine Sehnsucht nach einem Kind ist jetzt schon ein wenig milder geworden, wo ich mir vieler Erinnerungen aus meiner Kindheit bewußt wurde.

Wie 2 Gesichter: Das 1. ist strahlend, gut gelaunt, positiv und kann alles und jeden aufmuntern und bestärken und beratschlagen. Das 2. Gesicht ist oft nachdenklich, zweifelnd, melanchonisch, übertrieben selbstkritisch und sich selbst abwertend.

Mit beiden muss ich irgendwie leben. Und irgendwie bringen ja auch beide Seiten was positives zusammen. Immer nur gut gelaunt und total positiv durchs Leben gehen, wäre auch nicht produktiv.

Sich akzeptieren, wie man ist - das ist wohl der 1. Schritt. Und dann kommt noch der große Schritt - sich auch noch so zu lieben, wie man ist! Sich seines Wertes bewußt sein und nicht zu hinterfragen, wer mich warum vielleicht gerade nicht mag oder liebt?
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reset2011 hat zum Thema: Re: Burn out durch übertriebene Ansprüche an mich selbst... geschrieben

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