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Alkoholiker

Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh

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eklisee
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.08.2011
Beiträge: 1035
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 14.08.2011, 18:58    Titel: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich bin Angehörige eines trockenen Alkoholikers und bin auf der Suche nach Leuten denen es ähnlich geht wie mir.

Mein Mann ist vor guten 2 Monaten aus der stationären Behandlung gekommen. Während er früher unter Alkohol (ungefähr 10 Jahre o. mehr)oft jähzornig, antriebslos war und sich um wenig gekümmert hat, versucht er jetzt alles gut zu machen. Diese Probleme sind jetzt eigentlich scheinbar gebannt.
Mein Problem ist, dass ich mich kaum noch auf ihn einstellen kann, dass ich seine Nähe nicht wirklich ertragen kann, weil einfach zu viel passiert ist. Er gibt sich jetzt Mühe, aber bei mir bloggt alles, wobei ich aber auch schlecht ertrage, ihm wehzutun.
Ich wollte mich eigentl. trennen, hatte schon eine Wohnung. Kurz vorm Umzug bekam ich Panik und es ging mir noch schlechter. Ich habe alles abgesagt und bin nun immer noch hier. Ich konnte nicht von meinem zu Hause loslassen (Haus u. Garten) u. hatte das Gefühl, meine ganze Familie in die Katastrophe zu schicken, meinen Mann selber und mein Kind (noch in Ausbildung), weil das ganze uns finanziell wahrscheinlich in Richtg. Zwangsvollstrecker geführt hätte. Auf die Art konnte ich das nicht und habe gedacht, wir könnten nach der Therapie erstmal beobachten, wie es uns dabei geht und versuchen wieder zueinander zu finden. Tatsache ist, dass es mir dabei immer schlechter geht und habe das Gefühl nichts für mich entscheiden zu können.
Ich war bisher ein lebenslustiger optimistischer Mensch mit vielen Interessen, trotz der vielen Probleme. Ich habe viel für mich gemacht, dass ich selber nicht untergehe. Vor ca. einem Jahr hörte das auf. Ich hatte es zunehmend schwerer, meinen Tag zu bewältigen, die Kraft reichte gerade so für meine Arbeit oder für schöne Unternehmungen, wo ich von zu Hause weg konnte. Zu Hause bekam ich wenig auf die Reihe und war nur noch depri.
Als er noch getrunken hat, war klar, dass ich irgendwann meine Konsequenzen ziehen muss. Jetzt weiß ich gar nichts mehr. Es tut alles einfach nur noch weh. Weinen

Über Antworten von euch würde ich mich sehr freuen.

LG Eklisee
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eklisee hat zum Thema: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben
Leonia
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 08.08.2011
Beiträge: 102

BeitragVerfasst am: 14.08.2011, 19:39    Titel: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Eklisee,

obwohl ich noch nicht lange im Forum bin, wage ich mal, unter Vorbehalt, was zu Deiner Frage zu schreiben, weil ich denke, zumindest im Ansatz ähnliches wie Du erlebt zu haben.
Du schreibst, daß Du 10 Jahre lang mit Deinem Mann, einem nassen Alkoholiker zusammenwarst und dann nach 9 Jahren dieses Leben kaum mehr ertragen konntest.

Zitat:
Vor ca. einem Jahr hörte das auf. Ich hatte es zunehmend schwerer, meinen Tag zu bewältigen, die Kraft reichte gerade so für meine Arbeit oder für schöne Unternehmungen, wo ich von zu Hause weg konnte. Zu Hause bekam ich wenig auf die Reihe und war nur noch depri.


Ich denke, Du bist zu dieser Zeit einfach an den Punkt gekommen, wo Du völlig ausgelaugt warst, wo Du einfach nicht mehr konntest. Alle Kräfte völlig erschöpft. Das ist bei Deiner Geschichte, nach 9 Jahren Ehe mit einem nassen Alkoholiker, nur zu verständlich.

Davon hast Du Dich ganz bestimmt noch nicht erholt.

Nun ist Dein Mann also seit 2 Monaten trocken und Du vermutlich noch immer erschöpft und zudem auch mißtrauisch. Du fragst Dich wahrscheinlich, ob er es schafft, trocken zu bleiben.

Zudem kam da vermutlich ein anderer nach Hause, als der den Du kennst. Er will nun vielleicht mehr Verantwortung übernehmen, läßt sich nicht mehr alles einfach so von Dir sagen und vorschreiben. Eigentlich müßtet Ihr, Dein Mann und Du, Euere altgewohnten Rollen, die Ihr in der Ehe gespielt habt, aufgeben und neue finden. Das ist gar nicht so leicht für ein Paar, dieser Umbruch.

Hilfreich dabei könnten Gespräche sein. Vielleicht mit einem Sucht- oder Paartherapeuten, vielleicht auch in einer Gruppe von trockenen Alkoholikern und deren Angehörigen.
Gibt es diesbezüglich Ansprechpartner, an die Du Dich wenden könntest?

Herzliche Grüße
Leonia
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Leonia hat zum Thema: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben
Aurora
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 5776
Alter: 53
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 14.08.2011, 22:04    Titel: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Eklisee,

erstmal "Hallo" hier im Forum!

Mir ging es damals so ähnlich, ich entschloss mich zur Trennung, nahm mir eine Wohnung. Und mein Ex wurde trocken... Ich habe aber meine Wohnung behalten, denn ich dachte, Abstand wäre erstmal gut. Aber ich hatte massig Schuldgefühle, und so eierten wir noch ca. 1 Jahr umeinander rum. Bis ich endlich mir eingestehen konnte, dass es keine Liebe war, die ich empfand. Nicht mehr. Sondern dass es alles mögliche andere war, was mich hielt. Trotz der getrennten Wohnungen hingen wir zu oft zusammen. Und obwohl er mir schon nach kürzester Zeit auf den Geist ging, ich innerlich aggressiv wurde, zornig, traurig usw., hatte ich nicht den Mut, erstmal, Konsequenzen daraus zu ziehen...

Zitat:
Als er noch getrunken hat, war klar, dass ich irgendwann meine Konsequenzen ziehen muss. Jetzt weiß ich gar nichts mehr.

Überlege doch mal, ganz ehrlich, warum das so ist.
Als er trank, hättest du dich trennen können. Jetzt nicht mehr. Aha, warum denn?
Liebst du ihn noch? Ganz ehrlich...
Was hält dich wirklich fest, wovor fürchtest du dich?
Ganz ehrlich hinsehen, denn das wird dir ein Stück weiterhelfen können. Ich weiß das! Ich habe das auch hinter mir. Ehrlichkeit sich selbst gegenüber zu haben, das ist wichtig. Und zuzulassen, dass es weh tun wird, da hinzuschauen.

Liebe Grüße
Aurora
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Aurora hat zum Thema: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.02.2008
Beiträge: 8589
Alter: 70
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 14.08.2011, 22:05    Titel: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Abend Eklisee,

Willkommen im Forum!

Du findest sicher viele,die ähnliches oder gar fast Gleiches wie Du erlebt haben.

Das finde ich schon mal eine gute Stütze für Dich.
Dein Tread hilft Dir sicher auch .

Und aus alledem kannst Du genau das herausziehen was Dir am meisten hilft.

Wir sind so viele,dass Du bestimmt dasfindest das gut ist für Dich und von nun an gut um Dich sorgen.
Das ist nicht einfach,aber möglich schon Winken

Ganz herzliche Grüsse
Yvonne
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Spanijoggel hat zum Thema: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben
eklisee
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.08.2011
Beiträge: 1035
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 14.08.2011, 22:48    Titel: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Leonia,
danke für die Antwort.
Es stimmt, ich bin nach all den Jahren ausgelaugt. Irgendwann kann man einfach nicht mehr.

Mein Mann ist noch ambulant in Betreuung. Darüber könnten wir evt. eine Paartherapie machen, wovor ich aber Angst habe und momentan auch keine Kraft da ist, weil ich nicht weiß, ob ich das alles noch kann.
Ich muss mal was richtig stellen. Er ist seit 2 Monaten aus der REHA zurück. Trocken ist er schon seit November 2011. Das hat er ganz allein geschafft nach dem Schock eines gewissen Ereignisses. Ich hatte ihn dazu gekriegt eine ambulante Therapie zu machen. Er hat gedacht, er macht das und alles ist gleich wieder i.O zwischen uns. Ich wollte Abstand. Er sollte erst zeigen, dass er das wirklich macht und durchhält. Leere Versprechungen und Enttäuschungen gab es zu viele.
Damit ist er nicht klar gekommen. Er hat sich dann in stationäre Therapie begeben, so dass ich meinen Freiraum habe und er intensiver betreut ist. Für ihn fand ich es richtig. Ich habe mich wieder festgesetzt gefühlt, nichts für mich entscheiden zu können. Zu dem Zeitpunkt wollte ich eigtl. schon ausziehen.

Ich habe mir erlaubt, etwas in deinem Thema zu lesen. Deine Geschichte ist ähnlich aber auch etwas anders. Anders als du habe ich das Helferbedürfnis und den Wunsch die Starke in der Beziehung sein zu wollen nur bis zu einem gewissen Grad. Irgendwann suche ich auch mal Geborgenheit u. einen Partner, an den ich mich anlehnen kann.
Mein Partner war auch ein Spiegeltrinker, war aber aggressiv und anstrengend und nicht lustig. Ruhiger ist er trocken und will mir jetzt fast alles recht machen.
Ich habe aber leider, dadurch dass es permanent nur Stress gab und alles, was Familie und Haus betraf, in meiner Verantwortung lag , das Anlehnungsbedürfnis bei ihm nicht mehr und irgendwie kein Gefühl. Ich weiß nicht, ob das alles noch einen Sinn macht. Ich fühle eher sowas wie Freundschaft, weil wir jetzt reden können, was es vorher nicht gab, und Verantwortung für ihn und Mitleid.

Bei mir gab es auch einen Interessenten, als mein Mann noch getrunken hat. Durch ihn ist das alles erst ins Rollen gekommen. Ich bin ihm aus dem Weg gegangen und kenne ihn kaum. Aber diese Begegnung hat mich nicht kalt gelassen. Ich habe mich gefragt, warum ich immer lieber in mein liebloses Chaos zurückgehe ohne mir die Chance zu geben, diesen Menschen mal kennenzulernen, der ja evt. ein besseres Leben bedeuten könnte (oder auch nicht).
Mein Mann hat das mitgekriegt, gedacht dass ich fremdgehe und ist endlich aufgewacht, hat endlich geglaubt, dass ich ihn verlassen werde, wenn er nichts tut.
Seitdem ich beschlossen habe, doch erstmal hierzubleiben, schwirrt diese Begegnung wieder in meinem Kopf rum, obwohl das Schwachsinn. Ich glaube, es ist gar nicht er, sondern das Gefühl, das ich vermisse, was ich bei meinem Mann nicht mehr empfinden kann.
Ich weiß nicht, ob man das nach vier Wochen schon sagen kann , ob das jemals wieder anders wird.(vor vier Wochen wollte ich ausziehen).
Mein Mann will, das ich endlich wieder auftaue. Das geht doch aber nicht so einfach wie er das denkt. Ich tue ihm nur weh.

LG Eklisee
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eklisee hat zum Thema: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben
eklisee
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.08.2011
Beiträge: 1035
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 14.08.2011, 22:55    Titel: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke Yvonne,

ich werde versuchen. Ich denke, dieses Forum gibt mir Kraft.
Es hat schon viel geholfen, hier mal zu lesen und zu wissen, das es Leute gibt, die ähnlich fühlen wie ich.

Wünsche allen eine erholsame Nacht mit schönen Träumen.

LG Eklisee Sehr glücklich
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eklisee hat zum Thema: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben
eklisee
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.08.2011
Beiträge: 1035
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 14.08.2011, 23:14    Titel: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Aurora,

so viele Beiträge schon habe ich gar nicht erwartet. Ich freue mich, dass ihr alle da seid.

Schön, dass du deinen Weg schon so gefunden hast.
Ich glaube keine Liebe mehr zu empfinden, jedenfalls jetzt nicht, eher Mitgefühl.
Nur für mich gesehen, wäre der Abstand schon richtig gewesen um herauszufinden, was für mich gut ist. Wir hätten uns aber keine zwei Haushalte leisten können. Ich hatte Angst, das alles in der Katastrophe endet und das mein Kind zu sehr leidet. Es ist zwar eigtl. erwachsen, aber ich will, dass es erst die Ausbildung beenden kann. Ich habe mir auch Vorwürfe gemacht dass ich den beiden so gar keine Wahl gelassen habe, mitzuentscheiden , wie das jetzt am besten zu lösen geht. Wir haben abgemacht, dass wir , wenns nicht geht mit uns, eine Lösung finden, mit der alle vernünftig leben können. Ich kann mir allerdings nur vorstellen, das wir dann unser Haus verkaufen müssten. Ich bin dem ganzen irgendwie noch nicht gewachsen. Aber der momentane Zustand ist auch belastend.

LG Eklisee
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eklisee hat zum Thema: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben
Clärchen
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 17.05.2011
Beiträge: 952
Alter: 41
Wohnort: Hessen

BeitragVerfasst am: 15.08.2011, 07:38    Titel: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Eklisee!

Ich war auch schon fast weg, da ist er aufgewacht.
In einer Woche beginnt die Therapie, 8 Wochen stationär.
Vieles hat sich entspannt, wir können wieder lockerer miteinander umgehen. Aber ich halte meine gezogenen Grenzen ein, auch wenn er der Meinung ist dass ich jetzt mal lockerlassen könnte. Was wird?
Ich weiss es nicht, ich kann sagen das die guten Tage wieder mehr werden, aber ich merke immer wieder wie dünn das Eis ist auf dem wir uns bewegen. Kleine Uneinigkeiten und schwups sind wir wieder im alten Muster, auch ohne Alk. Das zeigt mir dass es eben nicht reicht wenn er trocken ist. Wir müssen an uns arbeiten. Ich hatte die Hoffnung wenn er trocken ist, dann wird schon alles. So einfach ist es nicht.
Ich mache eine Verhaltenstherapie, und das hilft mir alles klarer zusehen. Das ist mein Weg, aber vielleicht auch eine Möglichkeit für dich?
Ich wünsche dir Kraft!
Ganz liebe Grüße CLärchen
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Clärchen hat zum Thema: Re: Alles könnte gut sein, trotzdem tut alles weh geschrieben

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