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Meine Mutter starb an ihrer Sucht!

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Autor Nachricht
herbststurm
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.10.2009
Beiträge: 27
Alter: 31

BeitragVerfasst am: 16.08.2011, 19:50    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

es gibt keine einheitliche bewältigungsstrategie (obwohl es fast schon schön wäre, gäbe es eine).

die hoffnung, daß irgendwann alles gut wird, ist normal, denke ich. das war zumindest bei mir auch so, nach jedem entzug(sversuch), ob in der klinik oder kalt. (für mich war die situation aber eine andere, auch wenn das hart klingt: für mich war es eher eine erleichterung, eine erlösung; ich weiß ehrlich nicht, ob ich heute noch da wäre, wenn meine eltern noch leben würden.)

auch deine trauer und dein schmerz sind normal, weil du fühlst (und das ist gut) und weil es deine mama war.

es wird dir jedoch niemand sagen können, wie man damit am besten zurecht kommt. es ist gut, daß du zu einem psychologen gehst, aber auch dieser wird dir keinen goldweg aufzeigen können, er kann dir nur helfen, daß du nicht so schnell den blick auf die bahn verlierst, auch wenn du gerade aus dieser herausgeworfen wurdest.
vielleicht hilft es dir, zu akzeptieren, daß es eine krankheit war, gegen die du nichts hättest tun können und daß es - wie paula schon schrieb - deiner mama nun besser geht (auch, wenn das abgedroschen klingt), weil auch sie nicht mehr kämpfen muss. das alles wird nicht von heute auf morgen passieren, es braucht seine zeit.

ist jemand da? hört dir jemand zu, honey?
wenn nicht und wenn es dir hilft: schreib uns!
herbststurm.
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herbststurm hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben
Honey 3
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 18.08.2011, 21:01    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo

@Herbststurm: ja, ich habe einen lieben Mann aber mit dem kann ich nicht so wirklich reden... Er kennt das nicht. Er hatte schon immer eine tolle Familie. Ausserdem war ich noch nie gut mit Gefühlen zulassen. Ich komme eben mir mir im moment selber nicht klar, da kann er mir erst recht nicht helfen.
Und was meine Familie angeht, ich habe sonst niemand mehr, mein Vater hat sich noch nie für mich interessiert, jetzt wo das war, wollte er nur von mir wissen ob ich ihm die Schuld gebe und seitdem sein Gewissen bereinigt ist meldet er sich gar nicht! Ich bin ihm egal wie immer! Und meine Tanten... Ja, die sind auch alle scheinheilig...
Die Familie von meinem Mann will mir helfen aber ich kann mit ihnen nicht, im moment nicht. Ich habe sie zwar immer schon gerne gehabt aber mehr auch nicht.

Ja, es war eine Krankheit... Doch ich hätte sie an diesem Tag retten können, meine Mama hat noch angerufen bei uns... Doch leider war es wie immer und wir haben nicht reagiert, wir haben einfach gar nichts gemacht und deswegen ist sie gestorben...

Ach.....
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Honey 3 hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben
Immergrün
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.03.2011
Beiträge: 145
Alter: 28

BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 09:29    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Honey,
mein aufrichtiges Beileid.
Ich habe noch keinen meiner Elternteile verloren, aber andere Familienmitglieder. Ich kann vermutlich nicht nachempfinden, wie du dich gerade fühlst. Mein Vater trinkt, deshalb habe ich den Kontakt soweit es möglich ist reduziert und will ihn noch weiter reduzieren. Auch mit dem Wissen, dass er irgendwann an seiner Sucht stirbt. Als ich erkannt habe, dass ich meinen Vater nicht helfen kam, war es auch ein wenig so, als ob ich ihn verloren habe. Es ist zwar noch da, aber mehr auch nicht.

Du hättest sie nicht retten können. Da ich selber jahrelang versucht habe, meinen Vater zu helfen, weiß ich, dass man niemanden „retten“ kann, der nicht will. Sicher gibt es immer wieder Momente, wo man denkt, sie haben es eingesehen. Aber helfen können sie sich nur alleine, sie müssen da alleine durch. Deine Mutter ist nicht gestorben, weil du nicht ans Telefon gegangen bist, sondern weil sie krank war. Sie war für ihr Leben selbst verantwortlich, sowie du es für dein Leben und du solltest die Schuld nicht auf dich nehmen, weil es nicht deine Schuld ist.

Viel Kraft für die nächste Zeit. Ich weiß, dass der Schmerz weniger wird, es ist nur grad im Moment schwer vorstellbar.
Liebe Grüße, Laura
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Immergrün hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben
Gela10
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 18.05.2011
Beiträge: 330
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 19.08.2011, 09:48    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Honey,

Zuerst mein aufrichtiges Beileid. Irgendwie gibt es dafür einfach nicht die richtigen Worte.

Deine Mutter ist gestorben, weil SIE getrunken hat. Nicht, weil DU nicht da warst. Aus dem, was Du beschreibst, verstehe ich, dass Du dich bei allem hoffen, dass es besser wird, von ihr und der Trinkerei distanziert hattest? Das war auch gut so, denn dieses ständige hin und her zwischen Hoffen, sich sorgen und enttäuscht und verzweifelt sein, das macht sehr viel kaputt. Und helfen kann man jemandem zum einen nur, wenn derjenige selbst was ändern will und zum anderen nur solange, wie es einen selbst nicht zerstört. Das eigene Leben geht dann vor. Es gibt überhaupt keinen Grund, dass Du dich jetzt schuldig fühlst.

Liebe Grüsse
Gela
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Gela10 hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben
Honey 3
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 27.08.2011, 20:50    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zusammen

ich danke Euch für die Anteilnahme.

Es ist schwer mit diesem Gefühl zu Leben. Ich habe das Gefühl als Tochter versagt zu haben! Ich habe sovieles falsch gemacht. Ich habe meine Mama immer sehr geliebt, doch durch ihre Sucht hat sie einfach viel kaputt gemacht und ich konnte irgendwann nicht mehr... Verständlich! Aber sie ganz fallen zu lassen war ein Fehler, finde ich heute! Sie war immer so alleine! Hatte niemanden! An diesem gewissen Tag rief sie bei uns an, mein Mann ging ran und sie wollte das wir sie zu ihrem Freund fahren, dass haben wir nicht gemacht. Wir haben einfach nichts gemacht. Hätten wir doch.... Dann wäre es nicht so... Ich vermisse meine Mama jeden Tag, so sehr!
Nun ja...
Ich komme mit meinem Leben nicht mehr klar... Und ich will mal ehrlich sein, ich habe als ich 16 Jahre alt war auch schon immer wieder getrunken... Immer wenn ich Probleme hatte... Das ist heute natürlich auch wieder aktuell. Ich habe oft ein verlangen danach. Wie schaffe ich es nur nicht in diesen Teufelskreis hineinzugeraten? Manchmal denke ich mir, ach am A...... Doch im Grunde ist das nicht der richtige Weg das weiß ich auch...
Wie soll ich nur damit klar kommen?
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Honey 3 hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben
Linde66
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 08.10.2008
Beiträge: 14433
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 27.08.2011, 20:55    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Honey,

wie sieht denn dein aktuelles Trinkverhalten aus, daß du dir solche Gedanken machst?

Lieber Gruß, Linde
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Linde66 hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben
Honey 3
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2007
Beiträge: 615

BeitragVerfasst am: 27.08.2011, 21:34    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nun ja, ich spreche mit meinem Mann darüber und eigentlich will ich nicht das es eskaliert... Deswegen hält es sich noch im Rahmen. Habe an zwei Tagen (im Abstand von fünf Tagen) zwei - edit, bitte keine Markennamen, danke, Linde - dazu... Das reicht mir zwar nicht, würde auch gerne viel mehr trinken aber dagegen hätte mein Mann etwas... Vorallem steht mir noch die Seebestattung vor und an diesem Tag werde ich mich zusaufen, dass ist schon abgesprochen... Deswegen darf ich sonst nicht... Aber ich würde wollen! Das finde ich, ist schon schlimm genug, oder? Mein Psychologe meint, dass sind nur Gedanken... Heute ist auch so ein Tag wo ich am liebsten viel trinken würde aber nicht darf. Wie bekomme ich diese Gedanken nur raus? Was mache ich das ich nicht auch abhängig werde?
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Honey 3 hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.02.2008
Beiträge: 8589
Alter: 70
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 27.08.2011, 22:13    Titel: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Honey,

Mein herzliches Beileid.
Solange Du noch Alkohol trinkst bist Du reduziert. Gedanklich, physisch .


Bestimmt hat der Tod Deiner Mutter Dich erschüttert.

Aber jetzt heisst es weiter.In Dein Leben. Winken
Einzig Dein Leben zählt jetzt. Wenn wir das nicht können ist es lernbar.

Herzliche Grüsse
Yvonne
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Spanijoggel hat zum Thema: Re: Meine Mutter starb an ihrer Sucht! geschrieben

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