Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Keine Hintertürchen mehr - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Keine Hintertürchen mehr

Gehe zu Seite    :   1, 2, 3 ... 27, 28, 29  Weiter  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum
8 Tage und bereit für ein neues Leben   •    Trockenheit=Freiheit  
Autor Nachricht
Bruce
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2009
Beiträge: 220
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 25.07.2011, 08:29    Titel: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen.

Ich bin Bruce, 39 Jahre alt, und heute seit 34 Tagen trocken. Ich habe meine "kurze" Vorstellung aus dem Vorstellungsbereich hier noch mal reingestellt, weil sie mich in groben Zügen doch ganz gut "kurz" vorstellt:


Ich habe mich vor Ewigkeiten hier mal angemeldet, und les auch schon seit Jahren, mal mehr, mal weniger. In letzter Zeit mehr.

Ich konnte nie so richtig den Zeitpunkt festsetzen, wann das mit mir und dem Trinken begonnen hatte, aber ich hänge mich da immer so lose an 1995 fest, da zog ich nämlich zum ersten Mal in eine eigene Wohnung, und, frei und unabhängig, gönnte mir auch recht schnell 2 Bierchen zum Ausklang des Tages.

So ging das über die Jahre... Von der Arbeit kam ich immer erst gegen 22:00 Uhr Heim, kurz was gegessen, dann entweder 2 0,5 Bier, oder 3 Gläser Wein, und dann einen Film bis 1:00 Uhr. Das war mein Leben.

Wann immer der Gedanke aufkam, dass mit meinem täglichen Trinken vielleicht etwas nicht in Ordnung sein könnte, begnügte ich mich mit der Tatsache, dass ich ja nicht aus Frust soff, oder weil ich mit Problemen nicht klar kam, sondern einfach nur "weil es mir Spaß machte", und ich stand da soweit zu.

Ich erinnere mich dann noch sehr gut an einen Tag im Jahre 2005, wo ich bei sehr gutem Wetter an einem schönen Fluß vor mich hin sinnierte, und mir das erste Mal eingestand, dass ich ein Alkoholproblem hatte. Ich weiß aber auch noch, dass mich diese Erkenntnis irgendwie traurig machte, weil ich auch wusste, dass ich an diesem Abend wie immer wieder trinken würde. Ich war noch weit davon entfernt, etwas reelles dagegen zu unternehmen.

2006 hörte ich mit meiner Arbeit auf, weil ich mich nach etwas anderem umsehen wollte. Bis jetzt immer noch die schlechteste Entscheidung meines Lebens, auch wenn ich inzwischen wieder arbeite. Jedenfalls war ich durch meine neu gewonnene Freiheit super gut drauf, und gestand mir 2 Monate zu, in denen ich tun und lassen konnte, was ich wollte.

Stellte sich heraus, dass ich ganz gerne schon um 17:00 Uhr anfangen wollte zu Trinken, wenn sonst nichts anstand. Und es stand sonst nichts an.

Es folgte übermäßiges, tägliches Trinken, immer in meinen eigenen 4 Wänden, immer alleine, immer mit der eigenen Beruhigung, das wäre ja kein Frustsaufen, das diene nur der Entspannung, und lustiger ist die Komik im TV dadurch obendrein. Da wurde auch nicht getorkelt, niemand wurde von mir schlecht behandelt (war ja auch keiner da) und das beste, ich hatte nie einen Kater. Wie auch, war ja immer ordentlich Pegel vorhanden.

Tagsüber war ich in der Regel immer schlapp, unmotiviert, und gegenüber meiner eigenen Situation wohl blind.

Aber es kamen auch Einsichten. Die kleinen, bescheidenen, und wie hier alle wissen, nicht wirklich hilfsvollen. Ich legte Trinkpausen ein. 1 Monat, oder 3 Wochen... diente im nachhinein eher dazu, mir selber zu beweisen, es auch ohne zu können, und mir wieder grünes Licht zu geben.

Mit der Zeit gestand ich dann einigen Freunden, ein Alkoholproblem zu haben, und entweder man nahm mich nicht ernst, oder man gab mir die gutgemeinten Vorschläge, doch "nur am Wochenende zu trinken". Meine Trinkpausen kündigte ich mittlerweile auch schon an: "Ich werd jetzt mal eine zeitlang nichts mehr trinken." aber dann auch, schon ein leiser Ansatz: "obwohl wenn ich ehrlich bin: ich glaube in Wirklichkeit muss ich tatsächlich ganz damit aufhören."

Aber ich war immer noch nicht soweit. Mit dem Gedanken, für immer darauf verzichten zu müssen, konnte ich mich immer noch nicht anfreunden. Ich habe diese innerliche Sperre hier oftmals beschrieben gesehen, jeder weiß wohl, was damit gemeint ist, und wie wichtig es ist, endlich davon loszukommen.

2009 hatte ich vor, 100 Tage lang nichts zu trinken. (Schwachsinn, ich weiß.) Nach 6 Wochen Abstinenz, die mich sehr zufrieden stellte, ließ ich aus Interesse meine Leberwerte untersuchen. Sie waren in Ordnung, aber als ich das hörte, war es so, als hätte der Arzt mir grünes Licht zum Trinken gegeben. Ich vergesse nie, wie ich tags darauf spatzieren ging, und eine sehr vernünftige Stimme in mir sich zu Wort meldete, und mir die letzten 6 Wochen als Beweis darlegte, dass ich meinen Alkoholkonsum sehr gut im Griff hatte, und wenn ich Lust hätte, wieder was zu Trinken, dann könnte ich das auch guten Gewissens tun.

Die nächsten 1 1/2 Jahre hab ich dann wieder durchgesoffen.

2011 fing mit einer kurzen Trinkpause von 3 Wochen an, die ich wieder dadurch beendete, dass ich nach einem guten Tag wieder Lust hatte was zu Trinken. Es folgten aber immer mehr Alkohol-lose Tage, manchmal mehr, manchmal weniger, aber dass Gefühl, dass ich immer unzufriedener mit meinem Zustand wurde, und das Verlangen immer präsenter wurde, permanent etwas daran zu ändern, wurde mit Zeit zu Zeit immer stärker, und ich thematisierte es auch immer öfters mit den paar Menschen, die mir nahe stehen.

Ich muss an dieser Stelle noch mal erwähnen, dass ich regelmäßig hier im Forum gelesen habe. Während den nassen Zeiten zwar weniger, aber dafür mit der Zeit immer mehr, wenn ich mit dem Trinken aufhören wollte.

Das Gefühl des Verzichts verringerte oder zumindest relativierte sich mit der Zeit immer mehr, als ich immer wieder auf threads stieß, die zwar mit meiner Einstellung begannen, aber dann sehr schnell von erfahrenen LZ-Teilnehmern auseinandergepflückt wurden.

Es wurde mir immer mehr bewusst, dass, wenn ich langfristig trocken leben wollte, sich in meinem Umfeld etwas ändern musste. Es musste sich etwas an meiner Einstellung ändern, und es musste vor allem der trügerische Gedanke endlich verschwinden, dass man nach längerer Abstinenz wieder bei Null anfangen könnte.

Ich lernte, durch diese Forum, aber auch durch meine nutzlosen fehlgeschlagenen Eigenversuche, dass ich nicht mehr "ab und zu" mal was trinken konnte. Dass, egal wie lange ich keinen Alkohol trinke, ich danach doch nur wieder genauso weiter trinken würde wie zuvor. Dass ich es nicht im Griff habe. Dass ich Alkoholiker bin.

Am 21.6. trank ich zum letzten Mal. Ich wusste es an dem Abend noch nicht, aber als ich am nächsten Morgen einkaufen ging, ließ ich die Flasche weg, wollte es wieder mal ohne versuchen.

Abends war es mir schon etwas bewusster, dass mir langsam die Chancen ausgingen, und freute mich innerlich sogar ein wenig darauf, eine längere Alkoholfreie Zeit anzustreben. Eine letzte Flasche Bier hatte ich noch im Kühlschrank, und für 1, 2 Sekunden spielte ich tatsächlich mit dem Gedanken, die "letzte" Flasche als so eine Art bescheuertes Ritual auszutrinken.

Aber dann kam es... endlich. Ich sagte mir: Was soll der Sch...

Nimm es endlich ernst, nimm dich ernst... Ich schüttete das letzte Bier in den Ausguss, ohne weiter drüber nachzudenken. Ich war endlich da, wo ich nach so langer Zeit hinmusste. Ich hatte es endich begriffen. Ich war fertig.

Ich ließ mich in den folgenden Wochen von keiner Euphorie beirren, und wurde mir endlich selbst gegenüber standhaft. Es gab nun endlich keine Hintertür mehr, keine zeitliche Begrenzung. Und darüber war ich heilfroh.

Und jetzt bin ich hier.

Hoffentlich nicht mehr ganz so naiv, wie ich einmal war, aber dennoch vielleicht klug genug um zu wissen, dass ich nicht alle Antworten kenne.

Den Drang zu Trinken hatte ich seitdem nicht ein einziges Mal, aber lasse mich davon nicht mehr in Sicherheit wiegen, zu sehr spukt mir diese "Stimme der Vernunft" noch im Kopf herum, die mir meinen letzten Rückfall erlaubte. Wenn er wieder auftauchen sollte, will ich diesmal gewappnet sein.

Aber vor allem kommen mir keine Verzichtsgedanken mehr. Die Zeit, die vor mir liegt, auf die freue ich mich. Ein Leben ohne Alkohol, auf das freue ich mich.

Das ist erstmal alles. Viel zu viel für eine kurze Vorstellung.

Allen noch einen schönen Tag.
Nach oben
Bruce hat zum Thema: Keine Hintertürchen mehr geschrieben
purzelbaum
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 05.12.2010
Beiträge: 109
Alter: 32

BeitragVerfasst am: 25.07.2011, 23:01    Titel: Re: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Bruce,

herzlich Willkommmen im Forum!

Wie gehst Du die Sache jetzt an?? Gehst Du zum Arzt oder probierst Du es auf "eigene Faust"??

Liebe Grüße
Nach oben
purzelbaum hat zum Thema: Re: Keine Hintertürchen mehr geschrieben
Bruce
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2009
Beiträge: 220
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 26.07.2011, 00:09    Titel: Re: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich habe momentan kein direktes Anliegen, was einen Arztbesuch beträfe. Das bedeutet aber dennoch nicht, dass ich es "auf eigene Faust" angehe.

Im Vorstellungsbereich hatte ich mich noch einmal ausführlich zu den Veränderungen in meinem Leben und meiner Einstellung geäussert, ich wiederhole das hier der Vollständigkeit halber noch einmal, ab dann gibt es aber nur noch Live-Geschreibsel, versprochen Winken



Die Grundbausteine hatte ich zuvor gelesen. Auch wenn ich alles, was ich da las, für vollkommen richtig und notwendig befand, tat ich mich mit einigen Dingen in der Vergangenheit schwer, zu sehr stand ich mir da immer selber noch im Weg, und hatte immer wieder mit Verzichtsgedanken zu tun.

Aber das ist diesmal anders, zumindest was meinen weiteren trockenen Weg betrifft.

Mein Zuhause ist seit dem ersten Tag alkoholfrei, und daran ändert sich nichts. Jeder ist auch darüber informiert, dass hier nicht getrunken wird, und keiner was mitbringen kann.

Auf gesellschaftliche Ereignisse usw. zu verzichten, das fällt vielen (so wie auch einst mir) am meisten schwer, aber ich habe damit nun überhaupt kein Problem mehr, und das ist die Wahrheit. Ein Ausgleich muss zwar noch gefunden werden, aber die Möglichkeiten sind vielfältig, ich bin ein kreativer Mensch, und freue mich auch ein wenig darauf, mich intensiver meinen Projekten zu widmen.

Ich hab auch kein Problem mehr damit, dass sich einige Freude von mir verabschieden werden. Ich habe eine Gruppe von Freunden, mit denen ich alle paar Wochen getrunken habe, diese Treffen finden für mich jetzt nicht mehr statt, und meine Freunde wissen auch warum. Ich werde erst noch versuchen, alternativ Treffen vorzuschlagen, in denen es keinen Alkohol gibt, und wenn diese nicht angenommen werden, kann ich das auch problemlos akzeptieren. So wie ich das sehe, wird man sich dann von mir trennen müssen, und nicht anders rum. Und das ist okay so.

Ich habe erste Schritte für eine reale SHG unternommen. Der erste Besuch war nicht ganz so befriedigend, aber ich versuche es diese Woche noch mal. Wenn ich etwas mitnehmen konnte, dann ist es die Erkenntnis, dass man sich die besten Ratschläge von denjenigen holen kann, die schon mehrere Jahre trocken sind.

Ich weiß, wie weit am Anfang ich noch stehe, und dass ich in Wirklichkeit gar nichts weiß. Aber im Gegensatz zu früher habe ich diesmal eine Menge Geduld mitgebracht. Und der entscheidendste Unterschied ist für mich, dass die Hintertüren diesmal endlich fest verschlossen sind.
Nach oben
Bruce hat zum Thema: Re: Keine Hintertürchen mehr geschrieben
K.U.D.68
Gast






BeitragVerfasst am: 26.07.2011, 08:08    Titel: Re: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Bruce
schön das du einen Anfang gemacht hast.Ich war auch 39 wo ich den Alkohol abgeschworen habe.
Ich bin zu meiner Hausärztin gegangen hab mir was gegen den Entzug verschreiben lassen,und dann bin ich zur Rentenversicherung gegangen und habe einen Antrag auf eine Entwöhnungsbehandlung gestellt.Da ist man zu nichts verpflichtet,aber man hat den ersten Schritt schonmal selber getan.Bei uns sind die Anlaufstellen für Alkoholiker sehr gut ausgebaut und ich glaube das ist Deutschlandweit auch so.Da können wir uns glücklich schätzen.In der Zeit wo ich auf einen Therapieplatz gewartet habe bin ich noch 6 Wochen halbtags in die Tagesklinik gegangen.Dann kam die Kostenzusage von der Rentenversicherung für die Klinik die ich mir ausgesucht hatte.Fahrkarte inklusive und mein Gepäck hat vorher noch der xy-Versand von zuhause abgeholt.Mußte nur noch im Zug steigen und hinfahren.Hab ich dann auch gemacht und bin jetzt schonmal 4 Jahre trocken.Könntest dir das auch vorstellen.Ich habe schon als Jugendlicher angefangen und meine Schmerzgrenze war erreicht.Ich wünsche dir die Kraft und Einsicht dein Leben wieder selbstbestimmt zu führen.Schönen Tag K.U.D.68
Nach oben
K.U.D.68 hat zum Thema: Re: Keine Hintertürchen mehr geschrieben
Bruce
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2009
Beiträge: 220
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 26.07.2011, 10:00    Titel: Re: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo K.U.D.68,

Danke für deine Worte, und die Beschreibung deines Weges. Momentan kann ich mir alles mögliche vorstellen, und bin immer daran interessiert zu hören, wie die Wege in die Trockenheit bei den Einzelnen ausgesehen hat.

Zur Zeit bin ich zufrieden damit, nach einer SHG zu suchen, alles tun um Risiken zu vermeiden, und weiterhin meine Einstellung zum trockenen Leben beizubehalten. In den letzten 5 Wochen habe ich mein Denken immer im Auge behalten, und nicht ein einziges Mal den Drang zum Trinken verspürt. Bedeutet vielleicht in den Augen der alten Hasen nicht sonderlich viel, aber es gibt mir dennoch ein wenig Hoffnung.

Wenn aber diese "Stimme der Vernunft" - ich werde sie jetzt von fortan lieber "Stimme der Unvernunft" nennen - sich doch wieder melden sollte, werde ich wohl ernsthaft über intensivere Maßnahmen nachdenken müssen.

Ein schönen Tag allen.
Nach oben
Bruce hat zum Thema: Re: Keine Hintertürchen mehr geschrieben
K.U.D.68
Gast






BeitragVerfasst am: 26.07.2011, 12:27    Titel: Re: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

das mit der SHG ist doch super.Viele Wege führen zumZiel.Hauptsache man tut was.
In diesem Sinne
Nach oben
K.U.D.68 hat zum Thema: Re: Keine Hintertürchen mehr geschrieben
Bruce
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 24.06.2009
Beiträge: 220
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 30.07.2011, 18:00    Titel: Re: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen,

Ich hoffe ich kann mich daran gewöhnen, regelmäßig hier zu schreiben, es kann auf jeden Fall nicht verkehrt sein, einige Gedanken und Eindrücke festzuhalten, auch wenn es nicht unbedingt jeden Tag etwas zu berichten gibt.

Es gab weiterhin keine schwachen Momente bisher, das Leben ohne Alkohol liegt weiterhin als der einzig erstrebenswerte Weg vor mir, ich genieße es jeden Morgen ausgeruht den Tag zu beginnen, und lasse mich dennoch von keiner Euphorie übermannen. Diese Phasen kenne ich noch von früheren Trinkpausen, und beeindrucken mich nicht mehr, vielmehr übe ich mich weiterhin in Geduld, auch wenn ich es noch nicht lassen kann, abends ein Kreuz auf dem Kalender zu machen.

Zum Thema alkoholfreies Umfeld schrieb ich zuvor, daß ich kein Problem damit habe, mich von einigen Freunden und Bekannten zu verabschieden, und das ist auch wahr, aber wenn dann tatsächlich mit dem Gespräch konfrontiert, musste ich feststellen, daß es so einfach nun auch wieder nicht ist, wie ursprünglich gedacht. Jeder möchte dann immer gleich relativieren, und dann geht es viel um deren eigenes Trinkverhalten, und an der Stelle breche ich das Gespräch dann doch schnell ab, denn ich möchte momentan einfach nur lieber bei mir bleiben.

"Ich war jeden Tag besoffen." sag ich dann immer abschließend, ohne auch nur den Anflug des Humors, den man ansonsten von mir gewohnt ist.

Ich stelle immer wieder auf's neue fest, daß niemand mich eigentlich richtig kennt. Das soll jetzt nicht wehleidig rüber kommen, ich finde es einfach nur interessant, und erklärt so einiges, wie ich finde.

Denn ich hatte nie ein Problem damit, alleine zu sein. Ich hatte zwar einen kleinen Freundeskreis, dann und wann eine gute "Bekannte", aber die meiste Zeit meines Lebens verbrachte ich mit mir selbst, und fand das immer okay.

Das ist vorerst alles, mehr später.
Nach oben
Bruce hat zum Thema: Re: Keine Hintertürchen mehr geschrieben
gipfel
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 17.06.2011
Beiträge: 129

BeitragVerfasst am: 31.07.2011, 08:36    Titel: Re: Keine Hintertürchen mehr Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Bruce,

Zitat:
heute seit 34 Tagen trocken


erstmal Glückwunsch nach 1 Monat Abstinenz.
"Trockenheit" ist etwas anders, und hat lediglich die Voraussetzug, daß Du nicht trinkst.
Was tust Du für Dich, ausser nicht zu trinken ?

lg
gipfel
Nach oben
gipfel hat zum Thema: Re: Keine Hintertürchen mehr geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Alkoholsucht bzw. Alkoholabhängigkeit im Alkoholiker Forum Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite    :   1, 2, 3 ... 27, 28, 29  Weiter
Seite 1 von 29


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Ich halt es nicht mehr aus... Erwachsene Kinder von Alkoholikern

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Umgang mit Abhängigen
Umgang mit Abhängigen
Depression
Depression
Förderung von Alkoholabh.
Förderung von Alkoholabh.
Angststörung
Angststörung
Die Liebe und...
Die Liebe und...


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de