| Was kann ich für mich tun? • 30.Entgiftung,wie soll es weitergehen |
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kedvelt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.07.2011 Beiträge: 7 Alter: 51
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Verfasst am: 22.07.2011, 09:30 Titel: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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Ich MUSS es doch besser wisssen, denn seit Jahrzehnten ist meine Tante (74) alkoholkrank. Doch da sie bis dato nur selten zum Trinken kam, da ihr Mann fast immer um sie war, ging es mehr oder weniger gut. Nur wenn er z.B. im Krankenhaus lag oder zur Kur war, dann schlug sie wieder unerbittlich zu und war über Tage ja Wochen voll, richtig voll, wie es schlimmer nicht auszudenken ist. Vollsuff, auf allen vieren kriechend, sich vollmachend, in der Ecke liegend, wir haben irgendwann gelernt, sie fallen zu lassen. Sie im Dreck aufwachen zu lassen - doch es hat nichts genutzt. Irgendwann war sie doch wieder allein, und hing wieder am Alkohol.
Nun ist sie aber alt. Mein Onkel ist im Frühjahr gestorben. Keiner ist mehr da, der Tag und Nacht um sie ist, und was ist passiert? In den letzten drei Monaten jetzt der zweite totale Vollrausch. Ich ertrage gerade das verzerrte Gesicht nicht mehr. Ich könnte schreiend davon laufen. Ich sitze jetzt hier und merke, sie will mich los werden. Ich sitze vor ihrer Alkoholquelle. Ich weiß, wo er steht. Ich weiß aber immer noch nicht, ob ich den Alkohol vernichten soll - oder sie endlich weiter trinken lassen soll. Bis sie nicht mehr kann. Bis sie sich selber wieder ekelt und aufhört.....für die nächsten paar Monate. Denn seit sie Witwe ist, trinkt sie nun in kürzeren Abständen. Es gab schon Jahre ohne Alkohol. Doch nun befürchten wir das Schlimmste. Niemand kann den Mann ersetzen und 24 Stunden um sie sein.
Ihre Nervosität steckt mich an. Ich könnte total ausrasten. Gestern morgen haben wir zusammen geweint, sie meint natürlich immer noch, sie trinkt nicht. Nein. WIR sind diejenigen, die spinnen, überdreht sind. Nach mehr als 40 Jahren hören wir uns immer und immer wieder dasselbe an. Und wir sind immer noch da, bei ihr, an ihrer Seite.
Ich will meine liebe Tante von Montag zurück. Die sich hübsch macht, so wunderbar lacht und so viel Spaß hat(te). Von jetzt auf gleich ist schon wieder alles weg.
Das war gestern, das Weinen, das Flehen nach Hilfe. Und heute morgen? Klar, schon wieder den Pegel gehalten. Der Tag hat erst angefangen, und sie wankt schon, beißt sich auf den Lippen, das Gesicht zerfallen, sie rennt hin und her.....ich weiß, ich muss gehen, sie braucht ihre Flasche.
Ich versuche nicht dran zu denken. Helfen kann ich nicht, ich weiß. Nur wieder abwarten. Seit Kindheitstagen.....abwarten, dass alles vorbei geht.
Nun habe ich immerhin auf meine alten Tage hin, das Internet entdeckt. Ach, vielleicht sich nur mal alles von der Seele zu schreiben, tut schon gut.
Danke. |
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| kedvelt hat zum Thema: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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Grazia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2007 Beiträge: 767 Alter: 46 Wohnort: By
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Verfasst am: 22.07.2011, 09:56 Titel: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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Hallo Kedvelt
Willkommen hier.
Du weisst dass Du nicht helfen kannst also mach das einzige was noch möglich ist - nämlich Dich zu retten. Ich weiss, es wäre für Dich zu schwer eine alte Dame ihren Schicksal zu überlassen. Möglich wäre es aber den Kontakt zu beschränken. Lass sie trinken wenn sie das möchte, komm kurz vorbei schau nach den rechten und geh wieder. Wäre das eine Lösung für Dich? Wenn nicht, was wäre das beste FÜR DICH?
LG Grazia |
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| Grazia hat zum Thema: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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kedvelt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.07.2011 Beiträge: 7 Alter: 51
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Verfasst am: 22.07.2011, 11:42 Titel: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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Danke Grazia - ja, ich weiß es, ich kann nichts tun. Nur abwarten.
Aber kennst du das? Dass man doch immer denkt, ich MUSS etwas tun. Zum Beispiel den Alkohol mit Wasser verdünnen
Lächerlich. Den Trick hab ich von ihr - sie hat meiner Familie immer den Alkohol verdünnt. Und als mein Papa dann einmal Geschäftsfreunde bewirtete, schauten sich alle verwirrt an, weil der edle Cognac doch sehr fade aussah......
Wenn s nicht so traurig wäre, man könnte über die Geschichten lachen.
Was mir jetzt gut täte?
Weglaufen.
Gedanken irgendwo an der Kasse abgeben.
Wir sind gerade gemeinsam im Urlaub. Mein Urlaub ist in einer Woche zu Ende. Sie will noch in unserem Ferienheim bleiben. Allein dann. Der Sprache nicht mächtig, will sie, wie jedes Jahr mit ihrem Mann zuvor, noch bis Ende September bleiben. Was soll das werden? Was kann ich tun? Sie ins Auto "prügeln" und wieder mit nach Deutschland nehmen?
Dieser Tage wird doch nur Altbekanntes bestätigt: Einmal Alkoholiker, immer Alkoholiker. Und nur der Duft von Pastis, Rum oder Wein muss für den Süchtigen Tag für Tag die Hölle sein. Jahrelang ging s gut - wir hatten es fast vergessen - da schlägt die Krankheit wieder mit einer solchen Macht zu.........wir sind einfach ohnmächtig. |
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| kedvelt hat zum Thema: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 22.07.2011, 12:50 Titel: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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hallo Kedvelt,
wie sieht es denn aus, lebt deine tante allein in ihrer wohnung? wie wäre es mal zu überlegen ihr zuzusprechen eventuell in ein betreutes wohnen zu gehen oder in ein altenheim? ich denke dann wärt ihr als familie etwas entlastet und müsstet euch um die betreuung der alten dame keine sorgen mehr machen.
meine oma ist nachdem sie im altersheim war richtig aufgeblüht, kurzfristig bis sie starb. dennoch war dieser schritt für die familie keine entscheidung des abschibens gewesen. es hat ihr zum schluss sehr geholfen sich nochmal kurzfristig wohler und behüteter zu fühlen wie allein in der wohnung ohne soziale kontakte nach aussen.
ich denke aber auch, das die alte dame auch vom sozialen dienst besucht werden könnte. ein anruf dort genügt, das die vom sozialen dienst sich dann darum kümmern und dementsprechend auch für die dame dann handeln werden.
wenn das nicht zieht und sie sich weiterhin dagegen sträuben würde, dann wär das einzige was ihr machen könnt, sie allein damit zu lassen.
das du darunter leidest ist ja im grunde das eigendliche problem für dich. was könntest du denn machen, damit du dich dafon distanzieren könntest. für dich innerlich den abstand zu bekommen, das es dir wieder wohler geht?
gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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kedvelt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.07.2011 Beiträge: 7 Alter: 51
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Verfasst am: 22.07.2011, 19:19 Titel: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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Ja, es geht ja auf dieser Seite doch mehr um mich. So war es auch wirklich gedacht. Nicht nur ich, auch meine Mutter (ihre Schwester) sind ja durch die Jahrzehnte gezeichnet.
Aber wie erwähnt, wir hatten es bekämpft geglaubt. Nie hätten wir gedacht,, dass es dermaßen wieder ausbrechen würde. Uns kommen Erinnerungen der schlimmsten Jahre wieder hoch, und die liegen 20-25 Jahre zurück. Danach wurde es besser und besser........
Nein, niemals würde sie sich von ihrem Haus trennen. Es fehlt ihr ja vor allem die Einsicht. Ich denke, sie sagt nur uns zu Liebe immer wieder, sie würde sich bessern. Aber wenn es dann soweit ist, wenn sie nüchtern ist und bei Kräften, war nichts, ist nichts, alles gut. Sie lacht über uns und unsere Sorgen.
Wie gesagt, sie ist ein lebhafter Mensch, ohne Sorgen und Nöte. Kann/könnte sich alles leisten, genießt wirklich die Sonnenseite des Lebens - und macht es sich dennoch so schwer. Naja, und uns. Uns noch viel mehr, wir sind ja bei Bewusstsein........
Doch möchte ich mir und meiner Mutter, die inzwischen auch schon 79 wird, helfen. Mehr helfen......und es ist wohl doch nur die Möglichkeit des Wegschauens? Abwarten? Und hoffen, dass alles gut geht?
Wir werde das schaffen müssen. |
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| kedvelt hat zum Thema: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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kedvelt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.07.2011 Beiträge: 7 Alter: 51
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Verfasst am: 28.07.2011, 09:49 Titel: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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Was ist zu tun?
Mein Urlaub ist vorbei. Ich fahre nach Hause.
Meine Tante will aber in ihrem Haus im Süden bleiben.
Sie hat zwei Tage aufgehört zu trinken, hatte furchtbaren Entzug. Ich stand ihr zur Seite. Wie immer.
Doch dieses Mal war s nicht vorbei - war wohl nur einmal aufhören für mich. Keine Ahnung.
Sie trinkt jedenfalls wieder fleißig. Wo und was auch immer, ich habe die Quelle nicht gefunden. Ich suche auch nicht mehr.
Sorgen macht mir jetzt nur ihr Hund.
Wir hatten schon Streit. Denn sie will nicht mit nach Deutschland - aber ich habe gesagt, ich werde den Hund mitnehmen. Unverantwortlich wie das arme Tier scheu herum läuft, selber "Gassi geht", und gar nicht weiß, was um sie herum passiert. In Deutschland ist sie immerhin dann so klar, dass sie den Hund bringt, weil sie merkt, es geht nicht mehr. Jetzt wäre der Hund aber 2000 km weiter fort.
Ich weiß, man sollte alles laufen lassen - aber ich kann nicht über meinen Schatten springen. Irgendwas muss ich doch tun? Ist das falsch? |
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| kedvelt hat zum Thema: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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Maleny neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 29.09.2009 Beiträge: 66
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Verfasst am: 28.07.2011, 12:10 Titel: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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Bitte nimm den Hund mit, den er ist ein schutzbedürftiges Tier.
Wie würde denn deine Tante überhaupt wieder nach Deutschland kommen? |
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| Maleny hat zum Thema: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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kedvelt neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.07.2011 Beiträge: 7 Alter: 51
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Verfasst am: 29.07.2011, 08:03 Titel: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht |
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Guten Morgen.
Sie würde Ende September mit ihrem eigenen Auto fahren wollen......
Inzwischen reift in mir der Gedanke, sie ebenfalls zu verschleppen. Unter einen Vorwand ins Auto und ab in den Norden........
Dabei weiß ich schon gar nicht, wie ich das mit dem Hund anstellen sollen.
Sie ist dermaßen aufgebracht, wenn ich das erwähne.....
Herrje nochmal.....wenn mir doch bloß alle egal sein könnte....... |
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| kedvelt hat zum Thema: Re: über 40 Jahre und kein Ende in Sicht geschrieben
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