Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Eine Frage der Moral - entzug: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Eine Frage der Moral

Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3  
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern -> Seite 6
Wie soll ich damit umgehen?   •    danke  
Autor Nachricht
mirli
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.10.2008
Beiträge: 12
Alter: 45
Wohnort: Wien

BeitragVerfasst am: 23.06.2011, 12:31    Titel: Re: Eine Frage der Moral Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

@Melinak: ja, ich bin heute auch schon ziemlich emanzipiert von dem, was ich als Kind im kirchlichen Umfeld "aufgesaugt" habe. Und ich schreibe bewusst "aufgesaugt", denn ich glaube, man hat auch schon eine gewisse Prädisposition dafür, wie viel man von diesen Dingen aufnimmt, wie ernst man es nimmt und brav umzusetzen versucht. Ich jedenfalls war sehr empfänglich, hab schon als kleines Kind Zeichnungen gemacht, wo der liebe Gott später, nach dem Tod, mit einer Waage die guten und die schlechten Taten aufwiegt, hab im Volksschulalter Jesus-Lieder erfunden, etc.

Mir kommt vor, das sitzt immer noch ganz tief in mir, in jeder Faser meines Seins, obwohl ich mich rein rational schon lange, und immer mehr, davon distanziere. Mein Gottesbild ist heute ein ganz anderes, so wie du schreibst, das eines liebenden Gottes, der uns durchaus lächelnd und nachsichtig auf der Erde herumexperimentieren lässt. Und trotzdem bin ich, solange ich denken kann, die Liebe, die sich Zurücknehmende, die Bemühte, ... da kommste nicht einfach so weg davon.

Aber, wie gesagt, ich bin am Üben Winken Ich glaube, man muss es einfach TUN, Erfahrungen machen, spüren, dass nix Schlimmes passiert (im Gegenteil!), wenn man mehr auf sich selbst fokusiert ist.

Und doch, etwas in mir kritisiert mich immer noch dafür.

LG, Mirli
Nach oben
mirli hat zum Thema: Re: Eine Frage der Moral geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 23.06.2011, 13:27    Titel: Re: Eine Frage der Moral Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo mirli,

die inneren stimmen sind oft das was uns mitgeteilt wurde. von eltern, kirche , omas opas und und und. sie haben uns geprägt. sie haben uns geformt. so mach innere stimmen die ich habe sind heute zu überprüfen, ob die noch stimmig sind mit dem was ich heute lebe. ich hab mich frei gemacht dafon. nicht ganz, ab und an kommt schon mal eine vorbei und erinnert mich an das was mir mitgeteilt wurde.

beispiel:
motorradfahren. nun hat mir meine mutter immer verboten das zu tun. sei doch viel zu gefährlich. ich bin doch viel zu zart für ne maschiene. heut setz ich mich trotzdem aufs mopet und fahr damit rum. denn ich mache die erfahrung das ich das ganz allein für mich entscheiden darf, ob oder ob nicht.ich kann das, unabhängig dafon , was mir mutter mal gesagt hat.

so auch mit dem unabhängigen leben. ich hab für mich entscheiden das so zu tun. unabhängig dafon ob das nun mutter vater usw gut heissen oder nicht. diese inneren stimmen halten mich dafon nicht mehr ab es zu tun. denn ich sammle total viel gute erfahrungen mit der autonomität und fühl mich endlich frei und unabhängig. auch egoismus, der mir vorgehalten wird als schimpfwort, wieder und wieder hat für michheute nicht mehr diesen negativen beigeschmack. unabhängig dafon, was meine mutter mein vater dafon halten empfinde ich heute egoismus, der gesund gelebt wird als was sehr wichtiges und gutes für mich.
so erlebe ich mich heute. sicher kommen diese inneren stimmen ab und an mal vorbei doch es liegt an mir ob ich mich dafon abhängig mache was mir mal irgendwann im leben jemand mitgegeben hat. das liegt in der vergangenheit, ich bin heute jemand anderes und darf hingehen und überprüfen obs noch für heute im jetzt passt oder nicht.

ich bin erwachsen geworden. bedeutet, das ich mein leben so einrichte, das es mir gut geht. klappt es nicht mit dem partner nehme ich mir das recht raus das anzumerken das es mir nicht gut geht.wenn sich daraus nicht ein austausch ergibt oder eine veränderung, dann bin ich es mir wert da raus zu gehen und mein leben zu leben.

bei einem nassen alkoholiker bin ich heute schneller weg wie du auf drei zählen kannst.sowas werd ich nie mehr eingehen.denn ich weiss um meine eigene krankheit, der coabhängigkeit. mein suchtmittel ist ein nasser alkoholiker und so meide ich in meinem leben den kontakt zu dieser personengruppe, die mich als coabhängige ja wieder in meine sucht bringen könnte. vergleichbar mit dem trockenen alkoholiker der sicher niemlas im leben mehr einen schluck alkohol zu sich nehmen darf, weil er rückfällig werden könnte.

einen nassen uneinsichtigen alkoholiker wirst du nie helfen können. nie und nimmer. auch wirds nichts werden, wenn derjenige versprechungen macht es zu tun. tun muss man tun. nicht nur versprechen. indem du gehst hilfts du mehr als indem du bleibst. in liebe loslassen....etwas was ich erst lernen musste und zu meiner inneren überzäugung wurde. gerade bei meiner mutter, die alkoholikerin ist hat das für ich heute eine klare bedeutung. ich lass sie los, in liebe und leb mein leben unabhängig von ihr und iher befindlichkeit. ich machs nicht aus wut, trotz und im zorn. ich machs weils für mich wichtig ist und auch weils für sie wichtig ist.

sei dir sicher und gewiss, deine unabhängigkeit und dein egoismus ist mit moralischen grundsätzen sicher vereinbar. du tust was für dich, das kann nicht unmoralisch sein.

lieben gruß melanie
Nach oben
Melinak hat zum Thema: Re: Eine Frage der Moral geschrieben
Grazia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 11.11.2007
Beiträge: 767
Alter: 46
Wohnort: By

BeitragVerfasst am: 23.06.2011, 13:31    Titel: Re: Eine Frage der Moral Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mirli

Dazu fällt mir was
Auch ich war so wie Du, auch in mir sitzt immer noch diese Stimme...
Dann denke ich : Liebe Deinen Nächsten wie DICH SELBER!

Das gibt mir die Feiheit mich an der ersten Stelle zu lieben, denn erst dann kann ich die Anderen auch so lieben.

LG Grazia
Nach oben
Grazia hat zum Thema: Re: Eine Frage der Moral geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Co-Abhängige und Angehörige von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3
Seite 3 von 3


Ähnliche Beiträge
Thema Forum
Keine neuen Beiträge Eine psychische Krankheit .... aktuelle Nachrichten vom Alkoholismus und der Alkoholkrankheit
Keine neuen Beiträge ADHS nur eine erfundene Krankheit? aktuelle Nachrichten vom Alkoholismus und der Alkoholkrankheit

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Endlich Schluss
Endlich Schluss
Behandlung
Behandlung
Jugendliche
Jugendliche
Alkoholfolgekrankheiten
Alkoholfolgekrankheiten
Psychotherapie
Psychotherapie


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de