| Buch von Woititz • Kann nicht glücklich sein |
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anne88 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.06.2011 Beiträge: 6
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Verfasst am: 18.06.2011, 13:22 Titel: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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hallo
ich bin anne, 22 und neu hier. eigentlich möchte ich einmal mit einer psychologin über alles reden, ich glaube, ich fange an, alles zu verarbeiten. ich habe hier schon viel mitgelesen und es tut gut, erfahrungen von gleichgesinntnen zu lesen, da dadurch schon viele meiner offenen fragen geklärt wurden.
mein vater war (ist?) alkoholiker. ich bin mit 14 zu verwandten gezogen (hab als kind oft mit der mutter draußen oder bei bekannten geschlafen, zugesehen wie er die mutter/den bruder geschlagen hat, zugehört wie er die mutter vergewaltigte. mir hat er nie etwas getan, ich stand als kleines mädchen eigentlich nur immer daneben und "war eben so da". angst hatte ich trotzdem vor ihm, vor allem als meine mutter oft ohne mich aus dem haus rannte, dann versteckte ich mich vor ihm immer irgendwo im haus).
als ich 15 war, ließ sich meine mutter endlich scheiden, die scheidung dauerte aber jahre (war ziemlich kompliziert..) und ein "normales" leben führe ich erst seit ca. 1,5 jahren mit meiner mutter in einer schönen wohnung. vorher lebten wir (mutter, bruder, ich) in einer kleinen wohnung und es fehlte geld für essen usw.
vor ca. 1,5 jahren war die scheidung endlich vorbei, sie bekam viel geld, das aber eigentlich schnell fast weg war (neue wohnung; schulden, die sich während der scheidungsjahre häuften, mutter machte fehleinkäufe, half meinem bruder mit schulden etc.). viel ist nicht mehr übrig und ich habe das gefühl, es geht wieder langsam bergab, da langsam das geld ausgeht (mutter kann mit ihrem job gerade mal die miete bezahlen). vorraussichtlich bin ich in 1 jahr mit dem studium fertig und könnte dann beim finanzieren der wohnung helfen (ich habe erst mit 20 oder 21 die matura gemacht, weil ich 2 mal sitzengeblieben bin, bin aber froh, dass ich die matura überhaupt geschafft habe unter diesen umständen. wär ich jedoch nicht sitzengeblieben, könnte ich jetzt wahrscheinlich schon finanziell helfen... naja hätt ich, wär ich, könnt ich ). ich hoffe, es geht sich noch irgendwie aus, bis ich fertig bin. ich denke aber eher, dass ich erst in 2 jahren fertig sein werde mit dem studium, da ich es wahrscheinlich unfreiwillig ein jahr verlängern werde müssen (komisch... als ich oft draußen schlafen musste usw., hatte ich sehr gute noten im gymnasium und jetzt, wo alles vorbei ist, habe ich schlechte noten und zittere dahin, ob ich es überhaupt schaffe. natürlich war gymnasium-unterstufe viel einfacher, aber trotzdem...)
das letzte mal sah ich meinen vater mit 14, als ich auszog. dann rief er ca. 2 mal zu weihnachten und zu meinem geburtstag an. also eigentlich null kontakt seit ich 14 bin (außer die 2 anrufe vor einer ewigkeit). vor 2 jahren bekam ich dann eine karte von seiner schwester, dass ich mich bei ihm melden soll, weil ich das einzige bin, was er noch liebt bzw. was er noch hat. und jetzt überlege ich schon ewig, ob ich wieder kontakt aufnehmen soll oder nicht. einerseits bin ich froh, dass alles "vorbei" ist und will keinen gedanken an früher verschwenden, da ich langsam anfange alles zu verarbeiten. andererseits denke ich mir, dass es mir vielleicht leid tut, wenn er von heute auf morgen stirbt und ich keinen kontakt aufgenommen habe (hört sich schlimm an, ich weiß, er ist ja auch noch gar nicht so alt, aber ich weiß nicht, wielange sein körper die trinkerei noch mitmacht.
oft denke ich mir, ich habe mit meiner vergangenheit abgeschlossen und kann endlich ein "normales" leben führen. aber hin und wieder holt sie mich doch ein. habe auch schon viel darüber gelesen (zum beispiel "um die kindheit betrogen" von woititz). da trifft ziemlich viel auf mich zu. zum beispiel, steht, dass es sein kann, dass die erwachsenen kinder von alkoholikern mit einem partner zusammen gehen, der alkoholiker ist. ich war fast 2 jahre mit einem zusammen (und auch ca. 1 jahr zusammen gewohnt), der ziemlich aggressiv wurde, nachdem er nach dem fort gehen zu viel getrunken hatte. hat mich beschimpft, geschupft, fester angegriffen... schlussendlich habe ich aber nicht aus diesem grund mit ihm schluss gemacht, sondern weil er mit einer bekannten von mir geschlafen hatte (keine ahnung, warum ich nicht gleich schluss machte, als er das erste mal aggressiv wurde nach dem trinken- ich war gleich dämlich wie meine mutter eigentlich).
eigentlich will ich gar nicht mit meiner mutter zusammen hier wohnen, am liebsten würde ich ausziehen, wenn ich mit dem studium fertig bin. aber das ist finanziell unmöglich (mutter kann sich die wohnung nicht alleine leisten und es ist finanziell einfach am besten, wenn wir zwei zusammen in der wohnung bleiben). meine mutter welzt sich in selbstmitleid; redet mich den ganzen tag voll, dass sie sich doch nicht hätte scheiden lassen sollen, weil dann alles besser wäre (co-abhängig?); ich rede mit ihr nie über irgendetwas, weil sie alles weitererzählt bzw. weil man mit ihr einfach nicht reden kann (ist schwer zu erklären, wie sie ist, jedenfalls haltet es meine tante nicht mal 2 stunden hier aus, wenn sie auf besuch ist und mein bruder wollte sie schon einmal in eine nervenanstalt einweisen während der scheidung). ich kann es nachvollziehen, dass man nicht mehr ganz normal ist, wenn man soviel durchgemacht hat wie sie, aber naja... ich ignorier sie meistens und manchmal habe ich das gefühl, dass es eh ein bisschen besser wird, wenn finanziell alles ok ist. vielleicht wird sie ja eh annähernd normal, wenn ich auch einen job habe und finanziell alles passt. aber im moment schäme ich mich für sie und stelle sie auch nicht meinen freunden vor. ich weiß sowieso nicht, wie sich das alle vorstellen. alle (verwandte, mutter...) erwarten, dass ich ewig mit ihr zusammen wohne und ihr beim zahlen helfe. aber ich will mit 25 oder 30 jahren nicht mit meiner mutter in einer wohnung wohnen und ein kinderzimmer haben. zur zeit geht es eben nicht anders und wahrscheinlich wird ihr verhalten immer ein bisschen besser. aber ich weiß nicht, wie die zukunft aussehen wird. einerseits ist es nicht so schlimm mit ihr zusammen zu wohnen und es wäre für uns beide das einfachste, wenn wir zusammen wohnen. andererseits will ich in ein paar jahren mein eigenes leben führen und nicht mit 30 in einem kinderzimmer sitzen.
das problem ist nur auch, ich weiß gar nicht, ob er noch trinkt. glaube aber schon, da ich vor ca. 1 jahr von einem onkel gehört habe, dass sein führerschein wieder einmal weggenommen worden ist wegen dem trinken.
wenn ich wieder kontakt mit ihm aufnehme, habe ich angst, dass in meiner gefühlswelt wieder alles so wird wie früher. jetzt fange ich an, alles zu verarbeiten, loszulassen, akzeptieren, mit einer freundin offen über alles reden, habe wieder freude am leben und bin froh, dass mein leben jetzt "durchschnittlich", fast "normal", "langweilig" ist. mein leben hat wieder richtig einen sinn. früher war das genau das gegenteil. alles war sinnlos, ich sprach mit niemandem, war sehr schüchtern (bin ich immer noch, aber es wird immer besser), war immer traurig, nie fröhlich, es gab eben nichts zu lachen. und jetzt habe ich angst, dass es vielleicht wieder so wird. das würde mich ziemlich verwirren und ich wüsste nicht, wie ich damit umgehen soll. bzw. ein bisschen verwirrt bin ich ja schon und weiß nicht, was ich machen soll bzw. wie ich damit umgehen soll.
er hat mir zwar nie etwas getan, wenn er betrunken war, aber wer weiß, wie er jetzt reagiert. mein bruder war in der familie immer der "sündenbock" und mein vater wollte ihn sogar einmal umbringen, als er betrunken war. wer weiß, ob nicht ich jetzt auch ein "sündenbock" für ihn bin, da ich mit 14 einfach auszog und 1 jahr später auch meine mutter auszog...
sorry, dass es so lange geworden ist, eigentlich wollte ich ja nur wegen dem kontakt zum vater schreiben... danke fürs durchlesen!
liebe grüße  |
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| anne88 hat zum Thema: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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heidi13 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 07.11.2010 Beiträge: 138 Alter: 39 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 18.06.2011, 19:39 Titel: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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Hallo Anne,
Du bist weder für Deine Mutter noch für Deinen Vater verantwortlich. DU bist das Kind. Sie sollten Dich beschützen bzw. hätten es tun sollen.
Wenn sich Deine Mutter die Wohnung nicht leisten kann, soll sie eine günstigere nehmen.
Ich kann Dir nur DRINGENDST raten, Dir eine eigene Wohnung oder WG zu suchen und keinen Kontakt zum Vater aufzunehmen. Schau auf Dich und hab Sorg zu Dir!
Und was seine Schwester / Deine Tante da veranstaltet, ist mehr als daneben. Das geht gar nicht, da so einen emotionalen Druck aufzubauen.
Geh Deine Weg - und geh ihn schnell, bevor Du noch mehr Schaden nimmst!
Alles Gute!
Heidi |
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| heidi13 hat zum Thema: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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Jessie1983 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.06.2010 Beiträge: 87 Alter: 28
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Verfasst am: 18.06.2011, 20:27 Titel: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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Ich kann meiner Vorrednerin da nur recht geben.
Was bewegt Dich dazu, den Kontakt wieder aufnehmen zu wollen ? Nur, weil es passieren könnte das er stirbt und Du den Kontakt zu ihm gemieden hast ? Oder vermisst Du IHN, als Vater ?
Die Geschichten, die Du erzählst, sind übel. Ich weiß nicht ob ich zu so jemanden den Kontakt suchen würde. "Gesund" ist das bestimmt nicht.
Ich denke es ist eine gute Idee mal zu einem Psychologen zu gehen. Allein um das mal loszuwerden und eine neutrale Meinung zu dem Thema zu hören.
Was Deine Mutter betrifft .... wir leben in Deutschland und hier gibt es einige Möglichkeiten. Wenn sie eine teure Wohnung nicht finanzieren kann, muss sie eben eine günstigere suchen. Wärst Du jetzt schon verheiratet, hättest ein Kind und würdest mit Deiner Familie zusammen leben, müsste sie auch für sich alleine zurecht kommen und Du würdest DEIN LEBEN leben, denn das ist nunmal der Lauf der Dinge und nicht, ewig unglücklich zuhause zu bleiben weil es zu anstrengend ist, neue & bessere Wege zu finden.
LG Jessie |
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| Jessie1983 hat zum Thema: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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Skye neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2009 Beiträge: 293 Alter: 42
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Verfasst am: 18.06.2011, 21:24 Titel: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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Hallo Anne,
Deine Eltern sind erwachsen und fähig sich um sich selbst zu kümmern. Es ist nicht Deine Aufgabe als Kind für sie zu sorgen wenn sie das selbst sehr gut können. Und so wie Du das beschreibst können sie das beide, vielleicht wollen sie nicht, aber das ist nicht Dein Problem, sondern ihres.
Du musst nicht bei Deiner Mutter wohnen bleiben und sie unterstützen. Selbstverständlich wollen Deine Mutter und Deine Verwandten, dass Du da bleibst und Deiner Mutter ihr Leben bezahlst. Für Deine Mutter ist das doch wesentlich bequemer, als ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Deinen Verwandten nimmst Du damit die Sorge ab, dass jemand auf die Idee kommen könnte, dass sie sich kümmern sollen. Beides ist nicht Dein Problem, sondern das Deiner Mutter und Deiner Verwandten. Du hast, glaube ich, genug eigene, um die Du Dich kümmern kannst und wohl auch willst. Damit hast Du genug zu tun. Es ist nichts Falsches daran, sie sich um ihre Probleme selbst kümmern zu lassen. Glaub mir, sie können das, wenn sie nur wollen. Sieh zu, dass Du so schnell wie möglich auf eigenen Füssen stehst und lass Deine Mutter auf ihren eigenen stehen.
Was Deinen Vater angeht kann ich mich meine Vorrednern nicht so unbedingt anschließen. Du solltest es jedoch auf keinen Fall übers Knie brechen, sondern Dir sehr genau überlegen warum Du den Kontakt zu ihm suchst. Ein eventuelles schlechtes Gewissen ist der schlechteste Grund, wenn es „nur“ das ist, schließe ich mich meinen Vorrednern an, lass es, es bringt Dir nichts und mit Sicherheit keine Erleichterung. Wenn Du es brauchst um mit der Vergangenheit abschließen zu können, dann ist das eher ein Grund, weil Du es für Dich tust und nicht für ihn. Überlege Dir sehr genau, ob Du den Kontakt mit ihm aushalten kannst.
Mein Erzeuger war kein wirklicher Vater für mich. Es gab da auch einige sehr unschöne Szenen mit ihm. Trotzdem war da eine Bindung an ihn, so ist Mutter Natur halt, das kann man schlecht wegreden. Ich wollte ihn auch nochmal sehen, ich habe es heimlich gemacht, ohne Wissen meiner Eltern, mit Unterstützung meiner Oma. Meine Eltern hätten es mit Sicherheit unterbunden. Ich war erst 16 Jahre alt.
Ich wollte mich aber nicht weiter auf die Aussagen von anderen verlassen. Sie meinten es sicherlich gut, aber gut gemeint ist nicht gleich gut gemacht. Mit Vorschriften, deren Sinn ich nicht einsah konnte ich damals ebenso „gut“ umgehen wie heute. Also habe ich den Kontakt gesucht.
Ich bin froh, dass ich es getan habe, denn dieses letzte Mal hat mir geholfen abschließen zu können. Auch wenn ich bei dem Treffen noch nicht wusste, dass es das letzte Mal war. Danach hatte ich allerdings kein Bedürfnis mehr ihn nochmal zu sehen, er hatte sich als Vater endgültig disqualifiziert. Er hat übrigens immer noch getrunken und wenn dann in der Zwischenzeit zumindest keinen ernsthaften Versuch unternommen trocken zu werden. Für ihn war immer noch die böse Welt und alle anderen Schuld. Traurig so eine Sicht bei einem Mann von damals fast 50 Jahren.
Der Mann den ich heute Vater nenne, ist mein Stiefvater, er ist mir mehr ein Vater gewesen, als mein Erzeuger es jemals hätte sein können. Ohne dieses letzte Treffen, hätte mein Erzeuger aber immer ein wenig zwischen uns gestanden. So konnte ich ihn und was mit ihm zusammenhing loslassen. Heute ist er eine Figur aus meiner Vergangenheit, der ich vollkommen neutrale Gefühle entgegenbringe. Ich glaube nicht, dass es ohne dieses Treffen genauso wäre.
Wenn Du ihn triffst, tue es für Dich, oder lass es. Für ihn brauchst Du es nicht, er hat sich nicht wie ein Vater verhalten.
Gruß
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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anne88 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.06.2011 Beiträge: 6
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Verfasst am: 19.06.2011, 16:01 Titel: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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danke für eure antworten
hallo heidi!
ich weiß, dass sie mich beschützen müssten, aber seine eltern kann man sich leider nicht aussuchen. die wohnung ist schon sehr günstig (450€). im moment werde ich sowieso noch bei meiner mutter bleiben, weil ich noch studentin bin. vielleicht sollte ich nicht soviel planen, sondern erst einmal mein studium fertig machen und dann in ein, zwei jahren kann ich ja überlegen, wie ich weitermache (bezüglich wohnsituation).
ja, mit dem emotionalen druck hast du recht. mir ging es nach dem erhalt der karte einige tage ziemlich schlecht. einerseits hat es mich sehr zum nachdenken gebracht, mein zweiter gedanke war aber "warum meldet er sich nicht einfach, will er nichts mehr von mir wissen?"
hallo jessie,
ich weiß selbst nicht genau, was mich dazu bewegt. eigentlich wäre ich gerne so wie mein bruder. einfach mein ding durchziehen und an den vater keinen gedanken verschwenden. irgendwie vermisse ich ihn, irgendwie ist er mir aber auch sch*egal, denn ein richtiger vater kann er sowieso nie für mich sein. mir ist mein onkel (zu dem ich mit 14 zog) fast wichtiger als mein vater. mein onkel war fast immer für mich da und hat fast alles miterlebt. ich finde es traurig, dass mein vater nichts über meine letzten jahre weiß.
ich weiß auch nicht ob es "gesund" ist. vielleicht geht es mir dadurch besser, vielleicht geht es mir aber auch wieder so schlecht wie früher. vielleicht sollte ich es einfach ausprobieren und wenn es mir schlecht geht, breche ich den kontakt eben wieder ab. ich fürchte aber eher, dass ich dann gar nicht weiß, ob es mir gut oder schlecht tut. also dass ich gar nicht weiß, was ich fühle (mein bauchgefühl ist immer ziemlich schlecht. es gibt kein "ja" oder "nein", am liebsten wär mir immer irgendwas dazwischen... deswegen bin ich wahrscheinlich auch in diesem forum... ich habe ziemliche entscheidungsschwierigkeiten )
hallo skye,
ich weiß eigentlich, dass es nicht meine aufgabe ist. aber wenn es meiner mutter schlecht geht, kann/will ich doch nicht einfach wegsehen. ist eine familie nicht eigentlich füreinander da? ich weiß, wie es ist, wenn man nicht weiß, wie man essen und strom bezahlen soll und wenn man nicht weiß, wielange man noch ein dach über dem kopf hat. und ich will nicht, dass es bei meiner mutter bzw. bei uns wieder so wird. ich denke, ich überlege zuviel. ich sollte in der gegenwart leben und nur ca. für das nächste jahr ungefähr planen. das studium fertig machen und dann kann ich ja schauen, was ich mache. denn wenn ich mann und kind habe, geht die derzeitige wohnsituation sowieso nicht. und auch wenn ich mit 30 keinen mann und kein kind habe (kein kind ist wahrscheinlicher, da ich auf keinen fall kinder möchte, aber das ist ein anderes thema und wer weiß, wie ich in ein paar jahren darüber denke), möchte ich nicht bei ihr wohnen... hach kompliziert, einerseits will ich einfach im hier und jetzt leben, andererseits will ich aber natürlich auch wissen, wie es in zukunft aussehen wird.
bei den gründen bin ich mir, wie gesagt, nicht sicher. schlechtes gewissen; vielleicht tut es mir leid, wenn er stirbt und ich keinen kontakt aufgenommen habe; traurig, dass er nichts über meine letzten jahre weiß; irgendwie vermisse ich ihn, aber eigentlich ist er mir auch sch*egal; neugier, wie er jetzt ist; traurig, weil er sich nicht meldet und es sich dadurch so anfühlt, als wolle er nichts von mir wissen; stolz, dass ich die matura und alles andere auch ohne ihn schaffte und irgendwie mag ich dieses gefühl, dass ich auch ohne ihn alles irgendwie auf die reihe brachte und vielleicht will ich ihm das irgendwie zeigen, dass es mir auch ohne ihn gut geht (ja, ich denke mir selbst gerade wie eigenartig das ist ); vielleicht erhoffe ich mir auch, dass ich unterstützung oder anteilnahme oder was weiß ich von ihm bekomme, da ich sonst keine erwachsene bezugsperson habe (kann ich aber wahrscheinlich vergessen)
ja, wenn, dann würde ich es auch heimlich machen. vielleicht mit unterstützung einer freundin oder meinem onkel.
ich weiß nicht, ob ich dadurch leichter mit der vergangenheit klar komme und ob ich den kontakt mit ihm aushalten würde. vielleicht geht es mir dadurch schlechter, vielleicht besser, vielleicht bin ich auch einfach nur verwirrter als jetzt.
deine geschichte finde ich gut, ich glaube, ich werde es auch so machen. einfach ausprobieren und nicht mehr auf andere hören. was kann ich schon verlieren. wenn es mir nicht gefällt, breche ich den kontakt eben wieder ab.
liebe grüße  |
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| anne88 hat zum Thema: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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anne88 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.06.2011 Beiträge: 6
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Verfasst am: 19.06.2011, 16:24 Titel: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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was mich noch interessieren würde: ich lese hier viel über therapien und psychologen... ich kenne mich überhaupt nicht aus, dass einzige, was ich weiß, ist, dass ich einmal mit einer psychologin über alles sprechen möchte. habe aber keine ahnung, wie das geht, ob ich einfach zu irgendeiner gehen soll, die einfach am nächsten ist. wie funktioniert das? geld sparen und bei der nächsten psychologin 50€ pro stunde zahlen? ins krankenhaus gehen und sagen, dass ich jetz mit einer psychologin über meine kindheit und mein leben reden will... nein spaß, habe einfach keine ahnung, wie man sowas angeht (komme aus österreich)
liebe grüße  |
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| anne88 hat zum Thema: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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Skye neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2009 Beiträge: 293 Alter: 42
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Verfasst am: 19.06.2011, 16:53 Titel: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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Hallo Anne,
sicherlich hilft man sich innerhalb einer Familie wenn jemand Hilfe braucht. Von Ausnahmefällen, wie Pflegefälle, ist das aber ein kurzfristiger und -zeitiger Akt. Hilfe heißt unterstützen und nicht abnehmen von etwas, dass jemand mit ein wenig Eigeninitiative durchaus selbst kann.
Was Dir vorschwebt ist Geld zu verdienen, damit Deine Mutter nichts ändern muss. So wie Du es beschreibst hat sie kein gutes Händchen mit Geld umzugehen, dass wird sich bestimmt nicht ändern, wenn Du ihr welches gibst.
Du willst Dich also einschränken, damit Deine Mutter nichts ändern muss. Das ist keine Hilfe, dass ist abnehmen. Da wirst Du zur Mutter und Deine Mutter zum Kind. So ist das aber nicht gedacht.
Was spricht dagegen, dass sie sich eine Arbeit sucht, bei der sie mehr verdienen kann? Was spricht dagegen, wenn sie sich einen Haushaltsplan erstellt und damit weiß was sie ausgeben kann, statt wie Du es ausgedrückt hast, Fehleinkäufe zu machen oder Deinem Bruder zu helfen, der so wie Du sagst ohnehin sein Ding macht. Da kann er auch in Bezug auf seine Schulden sein Ding machen. Sind ja schließlich seine und nicht die Deiner Mutter oder Deine. Bevor man auf der Straße sitzt, gibt es staatliche Stellen, die helfen können. Die gibt es sicherlich auch in Österreich. Aber auch da muss man sich kümmern und das ist Aufgabe Deiner Mutter. Deine Mutter ist eine erwachsene Frau, kein kleines, hilfloses Kind.
Ansonsten gebe ich Dir Recht, Du machst Dir zu viele Gedanken um ungelegte Eier.
Ich weiß nichts über das österreichische Gesundheitssystem, in Deutschland geht der Weg zum Therapeuten in der Regel über den Hausarzt und die Stunden werden von der Krankenkasse bezahlt. Vielleicht fragst Du einfach mal Deinen Arzt danach, der wird Dir bestimmt weiter helfen können.
Gruß
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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anne88 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.06.2011 Beiträge: 6
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Verfasst am: 12.07.2011, 00:42 Titel: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? |
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da hast du naürlich schon irgendwie recht, trotzdem ist es schwer als alleinerziehende 55 jährige mutter "ohne" ausbildung wohnung, auto etc. zu finanzieren... im moment ist es eigentlich ganz ok mit ihr zusammen zu wohnen... sie hat jetzt wieder einen anderen job, aber glaube nicht, dass sie das lange schaffen wird (von 8 in der früh bis 8 am abend, montag bis samstag)... mal sehen... klar, jeder muss arbeiten, aber nur fürs arbeiten und schlafen und sonst nichts ist das leben zu kurz. und zu zweit alles zu finanzieren etc. ist eben einfacher.
naja bevor ich mir vom staat helfen lassen muss, und solche sorgen habe, weil ich fast auf der straße sitze, schaue ich lieber, dass ich mit ihr zu zweit ein schönes leben habe..
ok danke, dann werd ich dort mal nachfragen
liebe grüße |
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| anne88 hat zum Thema: Re: wieder kontakt mit vater aufnehmen, obwohl er noch trinkt? geschrieben
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