Mischl89 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 14.06.2011 Beiträge: 2
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Verfasst am: 14.06.2011, 16:01 Titel: Meine Geschichte - Mischl89 |
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Ich weiß noch früher... da war ich zurückhaltend, schüchtern, hatte jedoch super noten in der schule und zugleich wollte ich niemandem eingestehen dass mein vater ein alki ist...
früher hatte ich immer so ein gemischtes gefühl von hass und mitleid, ihm gegenüber und schon mit 12 jahren versuchte ich die flaschen auszuleeren, zu verstecken, ihm ins gewissen zu reden... immer kamen worte wie, ja zusammen schaffen wir das, oder ach wenn die probleme doch nicht wären, würde ich nicht mehr trinken. Meine mutter, ein herzensguter mensch, versuchte es mir immer so gut zu machen wie nur möglich, jedoch war sie auf ihn schon immer fixiert, war seine laune gut, war ihre auch gut, humpte er sich zu und hatte zugleich schlechte laune, wollte sie darüber reden, wie schön man es haben könnte, wenn er doch bloß nicht trinken würde und bla...
und ich hab mir diesen Sche*** immer angehört, meine probleme rückte ich immer in den hintergrund, bis ich nix mehr gemerkt hab von meinen gefühlen, gedanken oder meinem willen, ich wollte einfach immer nur der perfekte sein... als meine oma dann mit uns in ein haus zog wars ne richtig tolle zeit... ich hatte jemanden zum reden, habe es geliebt einfach mit ihr auf der terasse zu sitzen und über gott und die welt zu quatschen... ich vertraute ihr. dann... langsam... vergingen die jahre und vor 2 jahren starb sie... ich, damals mim abi fertig schon mit 15 durchgehend einen nebenjob gehabt... wurde damit irgendwie auf einmal nicht fertig, ich spürte einfach keine trauer, außer als ich vor ihrem sarg stand... da nahmen meine gefühle das einzigste mal überhand... kurz danach ging alles bergab, ich stützte mich in die arbeit, habe ein jahr ausgestzt und einen job auf vollzeit (180std) und noch dazu einen job auf 400 euro basis angenommen. und dann eines nachts ich ging aus der disco raus, hab mich stockbesoffen in mein auto gelegt (bin nicht gefahren) und die Polizei haben mir dann unterstellt ich sei gefahren... nach 3 weiteren schicksalsschlägen wurde mir mein leben auf einmal scheißegal... irgendwie kam gras immer mehr zur geltung und am wochenende partys, der freundeskreis änderte sich und irgendwie wurden meine beziehungen immer kurzfristiger bis diese sich nur noch auf affairen am wochenende beschränkten... vor kurzer zeit hab ich einfach langsam gemerkt dass es so nicht weitergehen kann und soll... schließlich will ich mein studium erfolgreich abschließen und auch mal eine glückliche und zufriedene familie haben... auf einen schlag hörte ich auf zu kiffen und zu rauchen, den alkohol und die partys drossel ich auch und möchte einfach einen weg aus diesem endloskreis finden. ich merke einfach dass ich in der vergangenheit mir nicht eingestehen wollte dass ich ein problem habe, ich habe es verlernt gefühle zuzulassen und egal wie viel ich machte, ob studieren oder arbeiten, mir kam es vor ich mache nicht genug und ich habe gemerkt, dass es mir unheimlich schwer fällt eine beziehung auf die reihe zu kriegen und diese auch aufrecht zu erhalten...
ich muss ehrlich sagen es erleichtert mich, zu lesen, dass es anderen von euch irgendwie ähnlich erging und die gefühlswelt fast identisch ist..
mfg |
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Immergrün neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.03.2011 Beiträge: 145 Alter: 28
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Verfasst am: 15.06.2011, 14:41 Titel: Re: Meine Geschichte - Mischl89 |
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Hallo Mischl,
Willkommen im Forum.
Ja es tut gut zu merken, dass man nicht alleine ist. Wobei noch schöner ist doch zu wissen, wo das Problem liegt. Nur so kann man versuchen, daran zu arbeiten. Ich habe ja auch immer versucht mich zu ändern, aber ich bin immer wieder am gleichen Punkt angekommen. Ich habe mich immer gefragt, was ist bei mir falsch. Ich habe es einfach nicht verstanden, warum ich nicht so reagiere wie andere. Jetzt wo mir klar geworden ist, dass das an der Sucht meines Vaters liegt, kann ich damit besser umgehen. Ich versuche kleine Sachen zu ändern. Ich fange an, mich selber ernst zu nehmen. Vorher stand immer die Familie an erster Stelle und so viel es mir schwer, frei zu entscheiden. Ich habe eine Reihe von Entscheidungen treffen müssen, die ich nur zum Wohle der Familie dienten. Aber es ist mein Leben und ich kann es aktiv beeinflussen und muss es nicht von meinen Eltern steuern lassen. Ich hoffe, dass ich durch diese Erkenntnis wirklich schaffe, mich ernst zu nehmen. Jedenfalls fühlt es sich so an, als ob ich auf dem richtigen Weg bin.
viele Grüße, Laura |
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