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Emotionale Zwickmühle

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Autor Nachricht
Ianna
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.02.2011
Beiträge: 20
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 08.06.2011, 17:57    Titel: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich bin 38 Jahre alt, Mutter von 2 Töchtern und mein Mann ist Alkoholiker....denke ich. Da ich mit dem Thema Alkoholmissbrauch noch nie etwas zu tun hatte, habe ich sehr lange gebraucht um überhaupt ein Problem zu vermuten. Mein Mann trinkt meistens Bier, manchmal auch Schnaps. In den letzten Jahren habe ich ihn 3 mal richtig besoffen gesehen. Ansonsten steht er voll im Leben, arbeitet hart und versorgt seine Familie. Er ist ein gebranntes Kind, seine Mutter war auch alkoholkrank. Wir hatten viele Diskussionen und Streit aufgrund seines Alkoholkonsums. Denn, obwohl er sich nicht volldröhnt trinkt er fast jeden Tag etwas. Ich weiß nicht ob es der Alkohol ist aber er ist manchmal sehr kontrollierend und übt emotionalen Druck auf mich aus. Z.B. will er dann mit mir reden und ich soll dann nicht am Telefon sprechen, soll bestimmte Kleidungsstrücke nicht tragen etc. Es gab auch eine Alkoholpause von ca 2 Monaten und dann fing es wieder an. Das alles macht mich fertig und langsam gebe ich die Hoffnung auf. Besonders dieser emotionale Druck macht mich nervös. Ich weiß nicht ob ich das alles noch mitmachen soll!! Wie denkt ihr darüber?
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Ianna hat zum Thema: Emotionale Zwickmühle geschrieben
n i c i
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 24.03.2010
Beiträge: 2287
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 08:01    Titel: Re: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo und Willkommen Ianna,

ich denke den emotionale Druck versucht Er auszuüben um zu checken, in wieweit seine Co verlässlich ist.
Lass Dich davon nicht beeindrucken.

Wenn hier jemand neu startet, geb ich gern den Tip die "Bausteine Co" durch zu lesen, um einfach mal sich über seine Lage ein Bild zu machen.
Das möcht ich Dir auch ans Herz legen.

Du wirst einen Alkoholiker kaum vom Trinken abhalten können, Er bestimmt den Ablauf SEINES Lebens,
aber DEIN Leben und das deiner Kleinen kannst Du schon beeeinflussen.
Wie alt sind denn deine Mädchen ?
Meine Jungs sind im TeeniAlter, und ich kann Dir nur sagen,
dass auch mein Mann seine Familie versorgt hat - finanziell. Das wars aber dann.
Aber emotional halt nicht. Bei uns gab es da zwar keinen Druck seinerseits, aber sehr viel Depressionen, die die ganze Familie runter gezogen haben.
Ich hab mich vor fast genau einem Jahr getrennt, mit viel Zukunftsangst,
nun aber kann ich meine Buben unbelastet und unbeschwert aufwachsen sehen.
Ich hab mich dafür entschieden gehabt, SEINs als Seins zu betrachten,
und MEINs als meins.
Es lag nicht an mir, ihm seine Erkenntnis zu liefern,
aber ich musste mir klar werden, was ICH will, für MICH und die Kinder.
Les Dich hier mal ein bisschen durch, kommt Dir bestimmt vieles bekannt vor.
LG nici Winken
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n i c i hat zum Thema: Re: Emotionale Zwickmühle geschrieben
Aurora
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 5776
Alter: 53
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 10:07    Titel: Re: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ianna,

herzlich willkommen hier im Forum!

Du schreibst, du weißt nicht, ob er nun Alkoholiker ist oder nicht. Du analysierst sein Verhalten, ob er nun oder ob er nun nicht. Mit den Augen rollen .
Ich habe das damals auch gemacht, irgendwie war es mir wichtig. Zum einen erhoffte ich mir dadurch, mich nicht mehr schuldig zu fühlen an seinen Dingen, zum anderen hatte ich aber auch sehr viel Angst davor. "Alkoholiker", das war was ganz Schreckliches für mich. Das war, bevor ich anfing, mich darüber zu informieren.

Aber das, was wirklich wichtig ist daran ist doch, wie geht es dir damit? Wie geht es dir in dieser Beziehung? Bist du glücklich, beruht es auf Gegenseitigkeit, seit ihr auf einer Ebene? Deine eigenen Empfindungen zählen was!

Du schreibst
Zitat:
Ich weiß nicht ob ich das alles noch mitmachen soll!! Wie denkt ihr darüber?

Du musst nun tatsächlich überlegen, ob und wie lange du noch so leben möchtest! Wie ich darüber denke ist doch egal, denn es ist doch dein Leben! Du hast es alleine in der Hand, da was dran zu ändern.

Ich kann dir was darüber schreiben, wie mein Leben mit meinem Exmann war, wie ich es empfunden habe und wie ich da letztendlich rausgekommen bin. Meine Erfahrungen kann ich dir mitteilen. Machen musst du selbst.

Liebe Grüße
Aurora
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Aurora hat zum Thema: Re: Emotionale Zwickmühle geschrieben
Ianna
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.02.2011
Beiträge: 20
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 14:44    Titel: Re: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen Dank für eure Antworten!

@nici
Meine Töchter sind 5 und 13 Jahre alt. Mein Mann ist auch öfters depressiv und das zieht mich mit runter. An anderen Tagen ist er ein Sonnenschein und wir lachen viel etc. Du hast allerdings absolut Recht mit der Aussage, "er bestimmt den Ablauf seines Lebens"denn wenn er keine Lust hat nach der Arbeit nach Hause zu kommen, dann bleibt er halt weg. Das kam früher öfters vor und jetzt nur noch selten...aber troztdem!!!

@Aurora

Das ganze ist so verwirrend für mich, weil ich eben mal glücklich bin und mal nicht. Wäre die Lage extremer, hätte ich z.B. jeden Tag einen Volltrunkenen im Haus, dann wäre ich schon getrennt. Das ganze ist wie eine Achterbahnfahrt und ich habe immer noch jede Menge Hoffnung. Natürlich ist es im Endefekt egal was andere Leute darüber denken aber wenn man in diesem Forum schreibt erhofft man sich doch gute Tipps bzw. andere Erfahrungswerte, oder nicht?

Grüße

Ianna
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Ianna hat zum Thema: Re: Emotionale Zwickmühle geschrieben
Doro
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 25.01.2009
Beiträge: 2526
Alter: 41
Wohnort: Niedersachsen

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 18:23    Titel: Re: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ianna,

dieses Verhalten mit dem emotionalen Druck kenne ich auch...

Mein Mann war, glaub ich, ein bisschen zwangsneurotisch, jedenfalls hab ich teilweise ziemlich schwachsinnige DInge getan, damit er zufrieden ist, damit ich meine Ruhe habe.
Ich weiß nicht genau, ob es an meiner Nachgiebigkeit lag, dass ich ihm nicht genug entgegen gesetzt habe, oder ob ich tatsächlich mitmachen musste. Irgendwie hatte er mich emotional total in der Hand.

Wie ist das bei euch:
Was passiert denn, wenn du "NEIN" sagst? Was macht er dann? Wird er gewalttätig oder übt er irgendeinen Zwang aus? Warum kannst du dich dem nicht widersetzen, was er von dir will?

Schöne Grüße
Doro
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Doro hat zum Thema: Re: Emotionale Zwickmühle geschrieben
Ianna
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 28.02.2011
Beiträge: 20
Alter: 39

BeitragVerfasst am: 09.06.2011, 19:27    Titel: Re: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Doro,

Zwansneurotisch ist meiner glaub ich auch. Ich bin in letzter Zeit zum absoluten Hobbypsychologen geworden. Meine Diagnose: Borderlinesyndrom!!!
Ich mach auch andauernd Dinge damit es keinen Streit gibt. Irgendwann ist dann bei mir Schluß mit lustig. Ich laß mir dann nichts mehr gefallen und das Endet meist im dicken Streit. Alles verbal und laut Traurig !!
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Ianna hat zum Thema: Re: Emotionale Zwickmühle geschrieben
Melinak
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 10.12.2008
Beiträge: 5012
Alter: 40

BeitragVerfasst am: 10.06.2011, 07:40    Titel: Re: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

liebe tanna,

diagnostig betreiben immernoch ärzte. selbstdiagnosen sind in meinen augen sehr gefählich, vor allem dann, wenn menschen sich dann auch noch mit eigenmedikationen selbst heilen wollen wirds echt gefährlich. ich erlebe das bei meiner mutter. die beschafft sich immer wieder tabletten von irgendwoher, weil sie für sich eigendiagnostig betrieben hat, und wieder unter irgend einer krankheit leidet, von der sie im fernsehapparat gehört hat. nicht gut, sag ich dir. zum alkohol ist sie zudem tablettenabhängig!

jeder krankheit muss von einem arzt begutachtet werden. gerade bei psychosomatischen krankheiten ist es wichtig da einen facharzt zu konsultieren. da wird es dann getestet.

gerade psychische krankheitsanteile hat jeder mensch. der eine mehr, der andere weniger. wann aus dieser normalen ausgangssituation dann eine wirkliche krankheit wird, stellt der arzt dann fest.

zwangsneutosen, ticks, borderliner, alles krankheitsbilder die selbst du in dir stecken hast. "jeder mensch hat sein neuröschen" sagte mir mein dozent, ein psychologe in meiner ausbildung. denn wärdend dieser ausbildung habe ich ettliche psychischer krankheitsbilder gelernt, diese zu erkennen und dementsprechend ärzten vorzustellen.die diagnose immer vom arzt nie von mir!

du kannst mal bei dir schauen, nicht bei deinem partner, bei dir: hast du nicht auch solche anteile in dir drin? ich wette du wirst auch bei dir irgendwas finden!

lieben gruß melanie
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Melinak hat zum Thema: Re: Emotionale Zwickmühle geschrieben
co-Elfi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 22.10.2010
Beiträge: 1206

BeitragVerfasst am: 10.06.2011, 13:36    Titel: Re: Emotionale Zwickmühle Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Ianna,

natürlich möchte man gerne wissen, was mit seinen Angehörigen los ist.

Meine Meinung ist: es ist jetzt für dich wichtiger, herauszufinden, was DU brauchst, weniger was dein Mann für eine Behandlung braucht.

Schau erst mal auf dich.

Nehmen wir mal an, er würde zum Arzt gehen (was eher unwahrscheinlich ist) und bekäme eine ordentliche Behandlung mit allem drum und dran, alles was man sich so wünschen kann als kranker Mensch.

Trotzdem - du hast dann immer noch keine Garantie, dass er dich so behandelt, wie du das gerne hättest, denn eine Therapie z.B. kann dauern.

Wie er dich behandelt, das hat zwar was mit ihm zu tun.
Dennoch hast du eine Verantwortung für deine Grenzen, inwieweit darf er deine Grenzen übertreten ohne dass du etwas tust, inwieweit passt du dich ihm an und aus welchen Gründen - hast du Angst? Wenn ja, wovor genau?

Lerne Grenzen zu setzen ohne ihn ändern zu wollen.
Sag einfach nein, ohne Begründung. Nein reicht völlig.

Und lass dir keine Schuldgefühle machen (das Thema hab ich gerade durch Winken ) weil er gerade irgendwas von dir braucht und du gibst es ihm nicht.
Was ER braucht ist SEINS (gehört nicht zu dir)
Was DU brauchst, ist Deins (gehört nicht zu ihm).

Tu das, was für DICH richtig und stimmig ist.
Entscheide für dich und deine Kinder.

Was brauchst du, damit es dir gut geht?

Liebe Grüße
Elfi
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co-Elfi hat zum Thema: Re: Emotionale Zwickmühle geschrieben

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