sunwalker neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2011 Beiträge: 19 Alter: 47
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Verfasst am: 15.06.2011, 11:19 Titel: EKA im Erkenntnis- und Veränderungsprozess |
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Danke für eure Beiträgen. Ich lese immer wieder gerne in diesem Forum und bin gespannt auf die Einträge, natürlich auch in meinem Faden. Vielen Dank, wolfsfrau für deinen sehr bewegten Beitrag und ragna für das „Sonntagsgefühl“.
Die Einsicht ist mitunter erschreckend (und heilsam zugleich), wie sehr die Prägung der Alkifamilie mein heutiges Denken, Fühlen und Handeln bestimmt. Ich bekomme zunehmend Respekt vor den Mechanismen und stehe staunend davor, wenn ich wieder etwas Neues entdecke.
Gestern war es so, als würde meine Geschichte mit meiner Alkifamilie plötzlich nicht mehr zu mir gehören. Als sei dies alles nicht wirklich gewesen.
Ein massiver Abwehrmechanismus in mir beginnt wieder zu arbeiten. Es ist mir gestern erstmals ganz bewusst aufgefallen, was da mit mir passiert, völlig automatisch. Ich schalte unbewusst auf Autopilot, nach dem alten Muster: „Alles nicht so schlimm“, „ stell dich nicht so an“ „du kommst mit allem zurecht“, „alles kein Problem für dich“... Eben so wie es die vielen letzten Jahre lief, auch ganz automatisch. So wie es eben vor vielen Jahren auch in der Familie war.
Ich konnte alles, wusste alles, kam mit allem zurecht, habe problemlos die Rolle gewechselt mal für die Mutter mal für den Vater und war das prächtig geratene Kind, das keine Probleme machte. Als EKAs wissen wir, dass die Wirklichkeit eine andere war und alles nur Fassade, aus der inneren Not heraus. Wir waren in Wirklichkeit völlig überfordert.
Ich empfinde es als Fortschritt, dass ich es bemerke, das mir der Kontakt zu mir und meiner Gefühlswelt verloren geht. Ich plötzlich wieder beginne 1001 Dinge zu tun, die völlig unwichtig sind, statt mich um mich selbst zu kümmern und mich vielleicht einfach nur mal hinzusetzen und nichts zu tun.
Verdrängen, verschieben, aufschieben, in Frage stellen, relativieren, ablenken, statt die wirklich wichtigen Dinge für mich zu tun, die HEUTE wichtige sind.
Z. B. mir die Wegbeschreibung zu einer Angehörigengruppe auszudrucken, denn ohne zu Wissen wie ich da hinkomme wird das wohl nix werden.
Es ist irgendwie wie ein permanentes daran Arbeiten, das Bewusstsein für sich selbst nicht zu verlieren. Ein „Kampf“ gegen die Ohnmacht oder positiv der Wunsch nach einem „Eins sein“ mit sich selbst. Dauerhafte Authentizität, um mal diesen Begriff zu nennen, ist es woran ich arbeite.
Doch ich versuche mich in Geduld mit mir zu üben und das INNERE KIND hilft mir dabei sehr. Es hilft mir milder mit mir umzugehen.
Mit Kindern (real oder als inneres Bild) geht man anders um als mit Erwachsenen. Was ja irgendwie als EKA auch das Thema ist.
Viele Grüße
sunwalker |
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