| wi organisiere ich den klinikaufenthalt • Neu bei euch |
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kleine biene neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.05.2006 Beiträge: 96 Alter: 44 Wohnort: sachsen
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Verfasst am: 16.05.2006, 11:55 Titel: Bis zum bitteren Ende |
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Hallo an alle,
ich möchte hier einmal die recht kurze Leidensgeschichte meines Mannes erzählen. Recht kurz, weil einige trinken schon länger als mein Mann alt war. Dies soll vor allem an alle gerichtet sein, welche noch unentschlossen sind oder rückfallgefährdet.
Wir lernten uns 1997 kennen. Er war ein großer kräftiger Mann und stand mit beiden Beinen im Leben. Von Alkoholproblemen habe ich damals nichts bemerkt. Selbstverständlich wurde zu Feiern getrunken und sogar reichlich, aber eben nur dann. Und nach der Arbeit 2-3 Bier.
1998 sagte er zu mir: "Wir könnten doch mal was trinken". Ich hatte nichts einzuwenden, es war ja auch Freitag. Aber daraus wurde regelmäßiges trinken, jeden Freitag, 1 Flasche Korn mit Saft oder Cola. Diese haben wir uns immer geteilt. Ich habe ihn gewarnt und sagte:" Das regelmäßige Trinken ist gefährlich, man merkt nicht wie man abhängig wird". Doch es ging so weiter.
1999 wurde er krank, Diagnose: Morbus Crohn. Er war sehr niedergeschlagen denn er haßte es zum Arzt zu gehen und Tabletten zu nehmen. Aber am meisten Angst hatte er vorm Krankenhaus.
Die Kortisontabletten brachten Nebenwirkungen mit sich. Grauer Star, er mußte an beiden Augen operiert werden. Osteoporose, er brach sich beim Husten die Rippen und Stimmungsschwankungen. Außerdem litt er an Begleiterkrankungen von Morbus Crohn z.B. furunkelartige große Geschwüre die sicher sehr schmerzten.
Ich hatte manchmal das Gefühl er trinkt heimlich, fand aber zuerst nichts. Aus unserem wöchentlichen Trinkritual wurde ein mehrfaches. Aus 1 mal wurde 2 mal und wenn noch eine Feier anstand auch 3 oder 4 mal pro Woche. Ich machte mir sorgen. " Wir müssen damit aufhören!" sagte ich, aber er wollte nicht.
Es gab immer mehr Anzeichen dass er heimlich trinkt und ich fand die Verstecke. Sprach ich ihn darauf an sagte er die Flaschen würden dort schon ewig liegen.
Anfang 2004 verlor er seinen Führeschein und ich denke ab da hat er endgülig resigniert. Ich versuchte ihm Mut zu machen, brachte das Beispiel meiner Schwester, die wurde mit über 3 Promille erwischt, hat eine Therapie gemacht und die MPU überstanden. Es half nichts.
Dann begann sein Appetit auf Essen zu schwinden. Er aß immer weniger wurde immer dünner.
Irgendwann habe ich dann aufgehört immer mitzutrinken nur noch ab und zu. Sein Konsum steigerte sich in den letzten Monaten auf eine Flasche Schnaps täglich, aber man merkte es ihm nicht an. Er lallte nicht er schwankte nicht.
Dann wollte er einige Sachen gar nicht mehr essen und nahm noch mehr ab. Bis er Anfang dieses Jahres weniger als 80 Kilo wog bei einer Größe von 1,90 m.
Schmerzen hatte er ständig irgendwelche. Aber ob die nun von seiner Darmerkrankung oder vom Alkohol kommen das wußte er nicht. Er war auch schon lange nicht beim Arzt. Wenn ich sagte. "Das kommt vom Trinken" meinte er ich würde spinnen. Er hatte Gedächtnislücken und war vergesslich geworden. Es zeigten sich Hautekzeme.
Irgendwann im Februar schwollen Unterschenkel und Knöchel an und kurze Zeit später der Bauch. Er bekam plötzlich Rückenschmerzen. Heute weiß ich es war das beginnende Nierenversagen.
Eine Woche bevor er starb wurden erst die Augen dann die Haut immer gelber.
Samstag schlief er sehr lange. Als er aufstand war ihm schlecht. Er versuchte zu trinken aber es brannte im Hals. Seine Ausprache wurde undeutlich wie lallen. Er übergab sich und es sah aus als wäre Blut dabei. Ich wollte einen Arzt rufen, er sagte: "NEIN".
In der Nacht erzählte er wirres Zeug und übergab sich weiter.
Sonntagmorgen rief ich den Notarzt.
Montagmorgen war er Tod. Mit 38 Jahren. |
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| kleine biene hat zum Thema: Bis zum bitteren Ende geschrieben
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Annika sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.12.2005 Beiträge: 3847 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 16.05.2006, 12:11 Titel: Hallo |
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Hallo kleine Biene,
Ich bewundere dich für deine offenen Worte , die mir wieder so deutlich klar machen wie diese Krankheit enden kann. und ich froh bin rechtzeitig den Absprung gefunden zu haben.
Wenn du damit nur einem Menschen helfen konntest hat es schon sein gutes.
Dafür sage ich dir Danke,
Annika, Alkoholikerin |
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| Annika hat zum Thema: Hallo geschrieben
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Finia neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 15.05.2006 Beiträge: 105 Wohnort: NRW
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Verfasst am: 16.05.2006, 12:22 Titel: Re: Bis zum bitteren Ende |
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Hallo kleine Biene,
ich musste weinen als ich Deine Geschichte las.
Habe mir vorgestellt, daß es meinem Mann auch passieren kann.
Das muss ganz schlimm für Dich gewesen sein
LG
finia |
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| Finia hat zum Thema: Re: Bis zum bitteren Ende geschrieben
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kleine biene neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.05.2006 Beiträge: 96 Alter: 44 Wohnort: sachsen
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Verfasst am: 16.05.2006, 12:23 Titel: Re: Bis zum bitteren Ende |
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Hallo Annika,
genau das wollte ich erreichen. Es ist auch für die Angehörigen schrecklich mit anzusehen, wie ein geliebter Mensch stirbt. Es schmerzt unheimlich. Man fühlt sich schuldig, hilflos und man hat Wut auf den Partner, den Alkohol und sich selbst. |
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| kleine biene hat zum Thema: Re: Bis zum bitteren Ende geschrieben
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maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 48
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Verfasst am: 16.05.2006, 12:47 Titel: Re: Bis zum bitteren Ende |
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Hallo kleine bine,
du bist eine Bereicherung für dieses Forum hoffentlich lesen Deine Beiträge sehr viele Menschen hier. Dein Leiden ist sehr groß, ich möchte es mit Dir teilen und aus Deinen Beiträgen lernen.
Danke
Liebe Grüsse
Maria, Alkoholikerin
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Achte auf Deine Gedanken! Sie sind der Anfang Deiner Taten.
Chinesische Weisheit |
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| maria44 hat zum Thema: Re: Bis zum bitteren Ende geschrieben
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Joachim Gast
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Verfasst am: 16.05.2006, 12:58 Titel: Re: Bis zum bitteren Ende |
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Hallo Katy,
ich möchte Dir mein Beileid aussprechen.
Ich hoffe sehr, dass Du all das für Dich bald gut verarbeiten kannst und vor allem, dass Du Deine Schuldgefühle ablegen kannst.
Wir sind für Dich da, wenn Du willst.
Gib gut auf DICH Acht !!
LG Joachim |
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| Joachim hat zum Thema: Re: Bis zum bitteren Ende geschrieben
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schorni67 Gast
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Verfasst am: 16.05.2006, 13:05 Titel: Re: Bis zum bitteren Ende |
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hallo kleine biene,
ich kann das gut nachempfinden, auch ich habe anfang des jahres ein familienmitglied auf seinem letzten weg begleitet.
der eigene partner ist natürlich noch schlimmer, aber der verlauf genau so.
egal welche krankheit dazu kommt, im endeffekt stirbt der nasse alkoholiker an seiner grundkrankheit.
danke dir für den beitrag, ich hoffe du kannst hier auch etwas mitnehmen um den schmerzlichen verlust schneller aufzuarbeiten.
pass gut auf dich auf
liebe grüße
schorni |
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| schorni67 hat zum Thema: Re: Bis zum bitteren Ende geschrieben
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Shakti neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 12.01.2006 Beiträge: 260
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Verfasst am: 16.05.2006, 14:27 Titel: Re: Bis zum bitteren Ende |
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Hallo kleine Biene,
danke für Deinen Beitrag. Er ist sehr wichtig. Für andere, aber auch für Dich.
Ich habe auch meinen Partner an Alkohol und Nikotin verloren und fange jetzt erst - nach über drei Jahren an - darüber etwas zu reden (bzw. den Schmerz und die Trauer darüber zu erlauben).
Schön, dass Du hier bist. Lass alles raus, wenn Du magst.
Herzliche Grüße
Shakti |
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| Shakti hat zum Thema: Re: Bis zum bitteren Ende geschrieben
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