| Alkoholverbot in Hamburgs Bus und Bahn • Der Weg, den ich gehe |
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Susi40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.05.2011 Beiträge: 16
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Verfasst am: 08.05.2011, 19:16 Titel: Wie soll ich mich verhalten? |
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Hallo liebes Forum,
in der letzten Zeit habe ich mich hier hin und wieder ein wenig umgeschaut, und mir gefällt der Austausch sehr gut.
Ich bräuchte Euren Rat, da ich vor einiger Zeit einen Alkoholiker kennen gelernt habe, den ich sehr mag und mit dem sich im Laufe von mehreren Monaten ein enger Kontakt entwickelt hat. Leider weiß ich manchmal nicht recht, wie ich mich verhalten soll, wo ich Rücksicht nehmen, wo ich etwas fordern und wo ich mich klar abgrenzen soll/darf.
Wenn Ihr erlaubt, schildere ich kurz die Situation:
Wir haben uns im Internet, eigentlich über Gemeinsamkeiten im Musikgeschmack kennen gelernt. Etwa drei, vier Monate war es ein eher sporadischer Kontakt, dann wurde es langsam intensiver und immer vertrauter, und seit etwa 1,5 Monaten chatten oder telefonieren wir beinahe täglich. Vor zwei Wochen haben wir uns das erste und bisher einzige Mal getroffen.
Ich wusste schon immer, dass er schwerer Alkoholiker ist. Eine Beziehung kam für mich vor dem Hintergrund nicht in Frage (das sah er genauso), aber dass er mir nah gekommen war, konnte ich eben nicht mehr ändern. Deshalb wollte ich ihn auch gerne einmal persönlich sehen. Als wir uns trafen, war ich ziemlich schockiert von seiner Erscheinung. Es war naiv, mir darüber keine Gedanken gemacht zu haben, denn immerhin hatte er über viele, viele Jahre hinweg eine Flasche Wodka jeden Abend getrunken. In den etwa zwei Wochen vor unserem Treffen glücklicherweise meistens nur ziemlich viel Wein, weil die Blackouts mit dem Schnaps bei unseren Gesprächen zu unschön waren.
Zwar kenne ich einige Leute, die zuviel Alkohol trinken, aber solche äußeren Auswirkungen gibt es da nicht. So etwas kannte ich bis dahin nur von den Obdachlosen auf der Straße. Es war für mich sehr schwer, das mit anzusehen. Er sah so krank aus und tat mir sehr leid. In dem Moment spielte der Gedanke an eine Beziehung erst recht keine Rolle mehr, weil er zu krank und schwach wirkte. Aber ich mag ihn und habe nach unserem Treffen auf ihn eingeredet, dass er sich Hilfe suchen solle. Ehrlich gesagt, war es mir egal, ob ich ihm auf die Nerven falle, denn nichts sagen hätte ja denselben Effekt gehabt. Meiner laienhaften Einschätzung nach würde er keine fünf Jahre mehr leben, wenn er so weitermacht.
Bei meinem Reden dachte ich eher an eine geplante Entgiftung und Entwöhnung, wie man das eben so in den Medien liest, vorbereitet sowohl mental wie auch logistisch. Außerdem fand ich auch wichtig, dass er zunächst einen richtigen eigenen Willen entwickelt. Umso überraschter war ich, als er zwei Tage später einfach mit dem Trinken aufhörte. Ich machte mir wieder Sorgen, weil ich aus den Medien weiß, dass das sehr gefährlich werden kann. Aber stationär oder andere therapeutische Begleitung kommen für ihn momentan nicht in Frage. Da hat er mir eine sehr deutliche Abfuhr erteilt. Inzwischen trinkt er seit fast zwei Wochen nicht mehr.
Dadurch sind wir uns noch viel näher gekommen. Vielleicht hatten wir uns vorher schon ein bisschen ineinander verliebt, aber jetzt erst können wir es uns eingestehen.
Mir machen aber ein paar Dinge Sorgen:
Er sagt, dass er zuerst nur für mich aufgehört habe zu trinken, es für sich nie getan hätte. Inzwischen tue er es für uns, weil er mit mir zusammen sein möchte. Ich sage in gewissen Abständen immer wieder, dass das zuviel Verantwortung für mich sei und er noch mindestens zwei Sicherheitsnetze spannen solle, vielleicht therapeutisch und etwas wie Yoga oder dergleichen. Das sieht er zwar ein, möchte es momentan aber noch nicht.
Des Weiteren kämpft er mit Stimmungsschankungen, ist oft traurig, leidet darunter, dass wir so weit auseinander wohnen und und und. Ich bin derzeit ständig darum bemüht, ihm alle Ängste, Zweifel und die Traurigkeit zu vertreiben, ihm Kraft zu geben, damit es ihm gut geht. Das klappt auch meistens. Aber so langsam mache ich mir Gedanken, ob das nicht viel zu einseitig ist. Er gibt mir auch viel, ich fühle mich wohl und nah, aber es geht immer nur um ihn. Gestern war ich beispielsweise ziemlich niedergeschlagen, da wollte er sich schnell verabschieden und mir überhaupt nicht zur Seite stehen. Ich bin nicht der Meinung, dass man immer zum selben Zeitpunkt gleich viel geben muss. Klar, braucht er mich momentan vielleicht mehr. Aber wenn sich das so einpendelt, kann es doch keine ausgeglichene Beziehung werden. Ich möchte keinesfalls so etwas wie eine Krankenschwester sein.
Ich habe schon gelernt, dass man vermeiden sollte, Druck auszuüben. Aber an welchem Punkt und wie kann ich liebevoll klar machen, dass ich Grenzen habe? Ab wann kann ich verlangen, dass er mehr Verantwortung übernimmt, für sich, für mich in gewisser Weise und für uns?
Es ist alles sehr frisch, sowohl die Trockenheit als auch die Liebe. Deshalb bin ich eigentlich auch froh über die räumliche Trennung, weil ich denke, dass er, aber ich auch aus anderen Gründen, zunächst eine eigene Entwicklung machen müssen, bevor wir für einander bereit sind. Das habe ich ihm schon gesagt, aber es macht ihn sehr traurig.
Ich hoffe, meine Schilderungen sind einigermaßen verständlich und nicht zu wirr. Ich würde mich wirklich sehr darüber freuen, wenn der eine oder andere von Euch dazu ein paar Gedanken niederschreiben würde. Dafür ganz lieben Dank im Voraus.
Susi |
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| Susi40 hat zum Thema: Wie soll ich mich verhalten? geschrieben
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Martha66 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2009 Beiträge: 3784
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Verfasst am: 08.05.2011, 20:06 Titel: Re: Wie soll ich mich verhalten? |
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Hallo Susi,
willkommen hier im Forum.
Das ist einen schwierige Situation in der Du steckst. Hat Dein Freund denn einfach aufgehört zu trinken oder hat er sich auch noch andere Hilfen geholt - sprich möchte er jetzt trocken und abstinent leben?
Besonders wenn jemand viel und über einen längeren Zeitraum getrunken hat, ist das Leben ohne Alkohol anfangs anstrengend. Kannst ja mal den Alkoholiker lesen, die gerade aufhören zu trinken, wie es ihnen geht.
Jetzt ist der ganze Fokus auf ihn gesetzt und das ist auch normal, da ist gar kein Raum für andere und da kannst nur Du für Dich gucken, ob Du das tragen kannst und willst.
Eine äusserst gefährliche Situation für Dich. Ich kann nur sagen, pass auf Dich auf!
Ich würde zumindest die klare Ansage hören wollen, dass er bekennender Alkoholiker ist, jetzt trocken werden möchte und sich alle erdenkliche Hilfen für sich holt. Wenn er nicht bereit ist, dass zu tun, dann würde ich in die Distanz gehen.
LG Martha |
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| Martha66 hat zum Thema: Re: Wie soll ich mich verhalten? geschrieben
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Susi40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.05.2011 Beiträge: 16
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Verfasst am: 08.05.2011, 21:10 Titel: Re: Wie soll ich mich verhalten? |
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Liebe Martha,
vielen Dank für Deine schnelle Antwort.
Er hat einfach aufgehört zu trinken und möchte momentan keine professionelle Hilfe. Er liest viel und beschäftigt sich geistig mit neuen Dingen. Das finde ich schon mal sehr gut. Er möchte trocken bleiben, insbesondere weil er weiß, dass ich niemals mit ihm zusammen bliebe, wenn er wieder richtig anfinge. Rückfälle gehören ja wohl zum Krankheitsbild, das habe ich schon gelesen. Wenn es passieren sollte, wüsste ich aber dennoch nicht, wie damit umgehen.
Er weiß, dass er schwerer Alkoholiker ist. Da gibt es keine Zweifel und keine Schönrederei. Er weiß auch, dass ein bisschen trinken nicht geht. In der Beziehung ist er sehr realistisch.
Nur bei der Hilfe finde ich ihn nicht so realistisch. Ich denke, er bräuchte professionelle. |
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| Susi40 hat zum Thema: Re: Wie soll ich mich verhalten? geschrieben
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Martha66 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2009 Beiträge: 3784
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Verfasst am: 08.05.2011, 21:17 Titel: Re: Wie soll ich mich verhalten? |
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Liebe Susi,
dass schätzt Du ganz richtig ein, dass er professionelle Hilfe bräuchte. Es gibt den wahren Spruch: beurteile einen Alkoholiker nicht nach seinen Worten, sondern Taten.
Aus meiner Sicht ist es im Alleingang nicht zu schaffen, auf Dauer trocken zu bleiben. Bei einem Rückfall würde ich sofort gehen.
Deine Gedanken die Du hast sind alle vollkommen richtig, lass Dich nicht von ihnen abbringen.
LG Martha |
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| Martha66 hat zum Thema: Re: Wie soll ich mich verhalten? geschrieben
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Skana aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2011 Beiträge: 670 Alter: 55 Wohnort: Thüringen
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Verfasst am: 08.05.2011, 23:32 Titel: Re: Wie soll ich mich verhalten? |
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Liebe Susi,
ich bin Alkoholikerin und erst seit 20 Tagen trocken. Bis Mitte Februar habe ich literweise Wein und auch ab und zu Schnaps getrunken und das schon seit 10 Jahren (wobei sich die Mengen im Laufe der Zeit steigerten). Aufhören wollte ich schon seit langer Zeit, hatte aber nicht die Kraft dazu. Ein kalter Entzug (also ohne Hilfe) scheiterte nach sechs Wochen kläglich. Hätte ich nicht eine so liebe Familie, die ich nicht mit in den Abgrund ziehen will, und einen so großen Leidensdruck, würde ich auch heute noch trinken. Ich habe mir professionelle Hilfe geholt. Das heisst für mich erstmal viele körperliche Untersuchungen, regelmäßiges Treffen in einer Selbsthilfegruppe, Vorbereitung der Langzeittherapie in einer Suchtberatungsstelle, Termine beim Psychologen. Selbst mit diesem Programm bin ich noch verunsichert, ob ich es schaffe und habe mich deswegen auch hier angemeldet. Ich baue mir möglichst viele Sicherungen für ein trockenes Leben. Meinen Mann beziehe ich mit ein in mein Trockenwerden, damit er versteht. Wir gingen gemeinsam zum Hausarzt, zur Suchtberatungsstelle und morgen zur Selbsthilfegruppe. Aber ich bin allein verantwortlich dafür, dass ich trocken werde.
Ich will das schaffen, aber versprechen kann ich nichts. Wenn mein Mann mich weiterhin begleitet, bin ich dankbar - mein Rettungsanker ist er aber nicht, darf er gar nicht sein. Ich bin Alkoholikerin und denke, so wie Du schreibst, wird es nicht klappen. Du wirst und sollst der Rettungsanker sein und daran kannst Du zerbrechen. Wie Martha schreibt, es ist gefährlich für Dich, pass auf Dich auf.
Liebe Grüße
Skana |
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| Skana hat zum Thema: Re: Wie soll ich mich verhalten? geschrieben
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freigeist75 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.04.2011 Beiträge: 26
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Verfasst am: 09.05.2011, 00:35 Titel: Deine Bedenken sind gerechtfertigt. |
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Hallo Susi
Deine Geschichte berührt mich. Hat auch einige Parallelen zu meiner. Bis auf die Tatsache, dass mein ehemaliger Partner nicht den Mumm hatte, mir mitzuteilen, dass er seit ca. 10 Jahren Alkoholiker ist und nach längerer Kennenlernphase (auch Internet), auch mit Besuchen, mit ganz viel und täglichem Austausch zu mir gezogen ist. Viele km von seiner Heimat weg. Er ist ab und an die erste Zeit zu beruflichen Engagements in seine alte Heimat. Erst als dies wegfiel ist mir eine Veränderung aufgefallen und es kam eben heraus, dass er Alkoholiker ist. Er selber hat es mir nicht gebeichtet. Zuerst liess er mich und seine Eltern im Glauben, er habe zu trinken aufgehört (seit er mich kennt - so war die Geschichte seinen Eltern gegenüber) und leide unter dem Druck trocken zu bleiben. Ich würde zu viel Druck auf ihn ausüben, zu viel Verantwortung, zu viel Alltag, etc...und so gerate er in Gefahr zu trinken. Was hab ich mir für Vorwürfe gemacht und Sorgen. Er erzählte, er habe alleine den Entzug gemacht. Er braucht keine Hilfe. Er schafft es ganz alleine. Ich habe alles geglaubt. Mich parallel hier reingelesen und je länger wie mehr ist die ganze Geschichte zusammen gefallen. Er hat gar nie aufgehört gehabt mit dem Trinken. Er hatte das Problem, dass die Auszeiten von Familie wegfielen und er nicht mehr versteckt trinken konnte. Da geriet er in enormen Druck und so kam es zu einer enormen Veränderung in seinem Wesen, seinem Auftreten, aber auch bei seinen Gefühlen. Ich stand und stehe praktisch zwischen ihm und der wundervollen Geschichte von einem Mann, der er sein möchte, sowie im Weg, weil ich ein weitertrinken nach alter Gewohnheit und versteckt niemals mitmache. Somit sind seine Gefühle mir gegenüber nicht mehr vorhanden. In diesem Kampf gewinnt immer der Alkohol.
Ich schreibe Dir diese meine Geschichte, um Dich vorsichtig werden zu lassen. Im Nachhinein würde ich NIEMALS einem Alkoholiker glauben, dass er ernsthaft trocken ist oder werden will, wenn er behauptet, er macht das alleine auf seine Art und Weise. Ohne fachliche Hilfe, ohne Selbsthilfegruppe, ohne med. Begleitung, ohne ernsthafte Arbeit an sich selber und ganz klare konsequente Schritte und Einsichten. Ich war, was Alkohol betrifft geradezu verblödet naiv. Ich habe in der Tat überhaupt nichts bemerkt.
Und wie das Forum hier mich auch lernte: Ein Alkoholiker wählt sich nicht von ungefähr seinen Partner. Menschen wie ich und ev. auch Du bringen die idealen Voraussetzungen einer Co. Gemeinschaft. Pass also gut auf Dich, Dein Leben, Deine Grenzen auf.
Mich hat die Liebe zu diesem nach wie vor wundervollen Mann (wenn er sich selber ist; wenn der Kern dieses Menschen eine Chance hat und die Euphorie der Verliebtheit eben noch da ist...) fast zu Grunde gerichtet. Ich habe mich praktisch mit meinen Bedürfnissen und Grenzen aufgelöst aus Liebe zu ihm. Eine Suchtkrankheit frisst die Seele und alle Energie sowie die ganze Liebe und Zweisamkeit auf; teilweise auch den Geist. Nicht nur des Suchtkranken, leider auch der Menschen, die einen Suchtkranken lieben und sich emotional nicht abgrenzen können (ein liebender Partner ist schon alleine durch diese Emotionalität, Nähe und die Liebe nicht fähig, seinem suchtkranken lieben Menschen zu helfen....so traurig dies auch ist). Die Gefahr in diese Lawine mitgerissen zu werden und sich zu verlieren ist gewaltig. Alleine kommt ein Mensch aus so einer Sucht nicht raus. Davon bin ich absolut überzeugt. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Du da reingerissen wirst in einem ungesunden, tief verletzenden und sehr gefährlichen Mass ist auf diese Art und Weise zu hoch. Wenn er wirklich von seiner Sucht weg will, dann alleine. Dann mit fachlicher Hilfe. Dann in jeder Konsequenz. Ihr könnt in Kontakt bleiben. Dies ist die einzig gesunde Stütze in dieser Zeit, die Du ihm geben kannst. Wenn er will, kannst Du ihn auch zu gewissen Terminen mit der Zeit begleiten. Aber ER ALLEINE ist in der Handlungsnot. Für SEIN LEBEN. Und erst wenn er dieses wiedergewinnt. Dann kann er es auch mit einer Partnerin/Dir teilen, geniessen, verplanen.
Alles andere ist, wie Meilnak hier so schön und desillusionierend ausdrückt: eine Seifenblase! Eine verdammte schmerzhafte; eine die Dich schnell zu einem Menschen formt, von dem Du gar nicht wusstest, dass Du zu solchen (Verzweiflungs-) Taten, Worten, Handlungen fähig bist.
Alles Gute Dir!
freigeist |
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| freigeist75 hat zum Thema: Deine Bedenken sind gerechtfertigt. geschrieben
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Susi40 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.05.2011 Beiträge: 16
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Verfasst am: 09.05.2011, 07:47 Titel: Re: Wie soll ich mich verhalten? |
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Vielen lieben Dank für Eure Antworten Skana und Freigeist.
Freigeist, ich habe auch ein bisschen in Deinem Thread gelesen. Das ist wirklich sehr, sehr traurig.
Es ist gut, dass Ihr das alles noch einmal so deutlich schreibt, so dass bei mir in bestimmten Situationen hoffentlich rechtzeitig die Alarmglocken klingeln. Dennoch würde ich gerne noch einmal fragen, wie ich mich denn konkret verhalten soll. Ich habe nämlich z.B. auf der Seite von einer Alkoholklinik gelesen, dass Rückfälle zur Krankheit gehören. Zwar ziehen diese dort selbstverständlich Sanktionen nach sich, aber sind nicht das Ende der Fahnenstange. Auch wurde mir gesagt, dass Alkoholiker i.d.R. mit Druck nicht umgehen können, dass es keinen Sinn hat, ihn aufzubauen bzw. eher im Gegenteil.
Samstagabend hatten wir ja ein bisschen Disharmonie am Telefon, weil ich enttäuscht war, dass er mich nicht auffangen konnte. Sie Stimmung zog sich noch in den Sonntag per SMS. Gestern Abend war es dann wieder ok am Telefon. Da hat er von sich aus gefragt, was ich genau mit den Sicherheitsnetzen meinte und stand therapeutischer Hilfe und einer zusätzlichen SHG gar nicht mehr so ablehnend gegenüber wie vorher. Das hat mich gefreut. Hoffentlich folgen Taten.
Ich bin ganz und gar nicht bereit, mich aufzugeben. Aber wenn es nicht sein muss, möchte ich nicht alles falsch machen. An Pfingsten wollen wir uns wiedersehen, wenn bis dahin alles gut bleibt.
Liebe Grüße
Susi |
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| Susi40 hat zum Thema: Re: Wie soll ich mich verhalten? geschrieben
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HansHa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.06.2009 Beiträge: 476 Alter: 50 Wohnort: Berlin - Trocken seit 2005
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Verfasst am: 09.05.2011, 15:48 Titel: Re: Wie soll ich mich verhalten? |
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Hallo,
als ich trocken geworden bin, musste alle Energie auf die Veränderungen in meinem Leben verwenden. Eine neue Beziehung war da nicht drin.
Bevor ich trocken geworden bin, habe ich einige Trinkpausen gemacht, um mir und anderen zu beweisen, dass ich es kann. Das hat aber nur mit Aushalten zu tun und nicht mit Veränderung. Aber ich habe mich und andere immer wieder belogen.
Schönen Tag
H. |
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| HansHa hat zum Thema: Re: Wie soll ich mich verhalten? geschrieben
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