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Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat.

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Ist er Alkoholiker?   •    unendlich traurig :(  
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Vanessa
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 11.05.2006
Beiträge: 9
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 11.05.2006, 12:50    Titel: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und heiße Vanessa, bin 23 und komme aus Duisburg. Es ist super, dass es dieses Forum gibt, wo ich hoffentlich etwas Trost bekomme, weil ich nicht mehr kann.

Entschuldigt bitte, wenn der Beitrag vll. etwas länger werden sollte.

Ich lebe mit meinen Eltern noch in unserem gemeinsamen Haus. Ich habe seit 6 Jahren eine Beziehung, jedoch leben wir noch nicht zusammen, da wir es uns finanziell noch nicht erlauben können. Mein Freund ist noch in der Ausbidlung und daher klappt das noch nicht.

Seit ich klein bin, kann ich mich erinnern, dass meine Mutter öfters mal stark alkoholisiert war. Es gab und gibt aber auch immer wieder Phasen, wo sie mal keinen Alkohol getrunken hat. Ich kann mich noch dran erinnern, wo ich klein war, ich glaub ich war 10, dass ich eines Abens meine Vater anrief (er arbeitete zu diesem Zeitpunkt im Ausland) und ihm gesagt hatte, dass Mama wieder getrunken hat und wieder betrunken ist.

Ich fand es immer sehr peinlich wenn meine Mutter betrunken war und finde es immer noch sehr peinlich wenn es so ist. Es kommt mir dann so vor, als wenn meine Mutter zwei verschiedene Gesichter und Persönlichkeiten hat. Oftmals wird sie auch Agressiv wenn sie betrunken ist. Man versucht dann schon immer keine Diskussion oder ähnliches anzufangen.

Das Jahr 2003 war ganz schlimm. In diesem Jahr war sie jeden Tag betrunken. Jeden Abend hat sie zwei Flaschen Wein getrunken. Jeden Abend. Es war so schlimm. Wenn man ihr mal sagt, dass sie zuviel trinkt oder sie betrunken ist dann sagt sie nur "lass mich doch" und dann muss man Angst haben, dass sie wieder agressiv wird.

Es kam dann Anfang 2004, eine Phase, so sie mal nicht getrunken hatte. Und diese Phase begann im Januar. Im Februar hatte mein Oma Geburtstag und es gab Sekt. Meine Mama hatte also auch Sekt getrunken und sagte es mir. Ich sagte ihr dann, dass es ja ok ist, wenn sie zum Anstoßen ruhig ein Gläschen trinkt, aber nicht wieder so viel. Sie lächelte mich dann an und sagte mir, dass sie schon eine ganze Flasche auf hätte. Dieser Abend verlief dann so, dass sie über vier Flaschen Sekt trank. Sie nicht mehr aufrecht stehen konnte, nicht mehr reden konnte und später in der Nacht mir und meinem Vater gegenüber agressiv wurde und uns sogar angriff. Sie schlug mich, worauf hin ich zurückschlug, weil ich nicht mehr konnte. War vll. ein Fehler, aber ich konnte nicht mehr. Stand auch vor meinen Abschlussprüfunen etc.

Nach diesem Vorfall, trank sie erstmal wieder nichts und redete auch nicht mit uns darüber. Kein einziges Wort. Nichts!!!.

Die Phase, wo sie dann mal wieder nichts trank, habe ich richtig genossen gehabt. Es war herrlich, wir haben uns so gut verstanden und es war einfach wunderschön.

Doch, leider, wie schon geschrieben, halten diese Phasen nicht. Oftmals, trinkt sie auch heimlich. Ich habe aber bis jetzt die Verstecke noch nicht gefunden. Ich komme dann nach Hause von der Arbeit und sie ist betrunken und auf dem Tisch steht Wasser. Mein Vater meinte letztens dann zu ihr, dass er noch nie einen Menschen gesehen hat, der von Wasser betrunken wird.

Das war erst vor kurzem. Momentan ist sie auch wieder kräftig am trinken. Ich bekomme zu viel, wenn ich abends von einem anstrengenden Tag nach Hause komme und ich sehe das Sektglas auf der Spüle stehen. Ich kann nicht mehr. Letzte Woche ist sie zwei Mal im Garten hingefallen. Natürlich wieder betrunken. Aber schuld ist ja jetzt der Gartenweg, den wir haben, jetzt soll der ganze Gartenweg rausgerissen werden. Hallo????? Was soll das???? Das es aber durch den Alkohol kommen kann, dass merkt sie nicht.

Habe auch schon öfters mal den den "AA" telefoniert. Diese sagten mir, dass ich meine Mutter einfach in Ruhe lassen soll und mich nicht mehr so oft in ihrer Nähe aufhalten soll, wenn sie wieder getrunken hat. Das mache ich auch, aber helfen tut es nichts, außer das ich froh bin, dass ich dann ihren Anblick nicht sehen muss.

Sie hatte früher eine schwere Kindheit etc., und momentan haben wir Probleme mit meinen Großeltern (Oma ist schwer an Alzheimer erkrankt und mein Opa hat Prostatakrebs von väterlicher Seite). Aber ich habe ihr schon mal gesagt, dass man Probleme oder wenn einem etwas belastet nicht in Alkohol ertränkt. Aber das scheint sie nicht zu begreifen.

Gestern war auch wieder ein Tag, da ist mir sogar bei schlecht geworden, ich glaube es liegt daran, weil ich langsam nicht mehr kann.

Gestern hatte meine Mutter Geburtstag. Abends waren wir dann alle essen, nebst meinem Freund und meine Mutter war mal wieder betrunken. Ihr Essen war nicht so, wie sie es sich vorgestellt hatte, und war nur am nörgeln, dann war sie wieder meinen Vater am anmachen, (hatte schon gedacht, gleich gibt es wieder ehestreit) und war nur unzufrieden am Mekern.

Wir konnten sie dann zügeln, keine Diskussion mit dem Kellner anzufangen, ansonsten hätten wir in dieses Restaurant auch nicht mehr gehen können. Der Abend bestand also daraus gestern, dass mein Freund und ich uns nur anschwiegen, meine Mutter nur am Nörgel war und mein Vater und ich immer versuchten, sie wieder auf den Boden zu bringen. Ich konnte das Essen nicht genießen. Wir war so schlecht, ich musste raus. Heute fühle ich mich etwas besser, aber ich fühle mich schlecht heute.

Vor zwei Wochen, ist sie auch betrunken mit uns essen gegangen. Mein Freund und ich wollten an einem Samstag Abend gemütlich essen gehen. Mein Vater fragte ob er mit könnte und somit ging auch meine Mutter mit. Das war mir auch wieder super peinlich und ich konnte den Abend nicht genießen. Den Abend, den ich eigenltich genießen wollte, wurde mir versaut.

Wir haben momentan wieder sehr viel Kontakt mit unserer Nachbarschaft. Es ist so schlimm für mich, wenn sie rüber kommen zu uns und meine Mutter ist mal wieder betrunken. Sie hat dann so eine komische Art an sich.

Am Samtag wird der Geburtstag meiner Mum nachgefeiert und es graut mir davor. Es graut mir. Dieser Abend wird wieder ein Abend werden, wo wieder irgendwas vorfallen wird. Zu gleich habe ich auch noch meine Freundin mit ihrem Freund eingeladen und ich graut mir, wenn ich dann meine Mutter vorstellen muss, die dann wahrscheinlich wieder betrunken sein wird.

Ich kann einfach nicht mehr.

Entschuldigung, dass es so lang geworden ist.

Herzliche Grüße,
Vanessa
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Vanessa hat zum Thema: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben
chiara
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.03.2006
Beiträge: 362
Wohnort: UK

BeitragVerfasst am: 11.05.2006, 15:23    Titel: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Vanessa,

Erstmal : Willkommen hier im Forum und danke für Deinen Beitrag!
Mir selbst hilft das was Du geschrieben hast, mir mal wieder deutlichst vor Augen zu halten, was für seltsame und unnachvollziebare Verhaltensweisen mit dem Alkoholkonsum einhergehen können.
Wie Deine Mutter habe ich selbst, wenn ich früher getrunken habe, immer alles bemängelt und mich, wie Du es sehr sehr treffend beschreibst "irgendwie komisch" verhalten. Und natürlich war der Gartenweg, das Wetter, der Geburtstag oder sonst was verantwortlich für mein Trinken und nicht ich selbst!
Die Auseinandersetzungen mit Kellnern stehen mir auch noch in reger Erinnerung. Meine Familie hat sich oft fürchterlich geschämt und ich habs gar nicht gemerkt!

Nun, es ist gut, dass Du hierher gefunden hast und Dir einiges von der Seele schreiben konntest.
Du wirst hier viele Menschen finden, die ein ähnliches Schicksal teilen und Dir hier mit Rat oder einfach nur mit ein wenig Zuspruch zur Seite stehen werden. Auch kannst Du hier ein bisschen "von der anderen Seite des Spiegels" an das Thema Alkoholkrankheit herangehen. Viele von uns können Dir sehr anschaulich darüber berichten, wie es ihnen erging, als sie tranken.
Wie Du sicher weisst, ist es für Dich aber vorallem wichtig auf Dich selbst achtzugeben und Dein Leben nicht an die Krankheit Deiner Mutter zu ""verschwenden"". Sie alleine kann die Krankheit zum Stillstand bringen, sonst niemand.
Ich hoffe, dass Du ein aktives Leben führen kannst, ausserhalb dieses Suchtszenarios, das sich leider in Deinem Zuhause abspielt. Und ich hoffe auch, dass Dein Freund Dir Kraft geben kann.

Vielleicht wäre aber auch eine Selbsthilfegruppe eine gute Idee um Dich zu unterstützen?
Hier kannst Du auf jedenfall immer loswerden, was Dir in Deiner schwierigen Lage am Herzen liegt.
Ich wünsche Dir viel Kraft für Deinen Weg!
chiara
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chiara hat zum Thema: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben
Vanessa
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 11.05.2006
Beiträge: 9
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 11.05.2006, 15:40    Titel: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Chiara,

vielen lieben Dank für deine Worte. Es hat einfach nur gut getran, sie zu lesen.

Den Gedanken in eine Selbsthilfegruppe für Angehörige zu gehen, habe ich heute gefasst. Habe mich schon mal schlau gemacht, wo es diese Gruppen gibt. Glaube, dass es wichtig für mich ist, damit ich sehe, dass ich nicht nur alleine eine Angehörige bin, wo ein Familienmitglied ein Alkoholproblem hat. (Hoffe, ich habe mich nicht all zu kompliziert ausgedrückt).

Habe gerade auch noch mit einer Frau telefonniert die für Angehörige zuständig ist. Beim Erzählen kamen mir die Tränen. Aber es hat gut getan zu reden.

Aber trotzdem graut es mir vor dem Wochenende.

Mein Freund unterstützt mich eigentlich und gibt mir trost wenn es mir schlecht geht. Er ist auch der einzige, mit dem ich darüber rede, da ich zu ihm das Vertrauen habe mit ihm darüber zu reden, ohne mich zu schämen.

Herzliche Grüße,
Vanessa
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Vanessa hat zum Thema: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben
chiara
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 23.03.2006
Beiträge: 362
Wohnort: UK

BeitragVerfasst am: 11.05.2006, 17:08    Titel: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo nochmal Vanessa,

toll, dass Du Dich gleich heute dazu entschlossen hast. Das ist ein sehr wichtiger und, wie ich finde, weiser Schritt, denn in einer Selbsthilfegruppe kannst Du Dir nicht nur öfter mal so richtig Alles von der Seele reden, sondern Du kannst dort auch wachsen und Dein eigenständiges Leben, ganz unabhängig vom Alkoholkonsum Deiner Mutter, erlernen. Auch weiss JEDER dort ganz genau was Du empfindest. Da kann dann auch das-zwar völlig !! UNBEGRÜNDETE !!- dennoch, wie Du schreibst sicherlich vorhandene Gefühl der Scham aussen vor bleiben.

Ich verstehe, dass es Dir vor dem Wochenende graut. Kannst Du nicht irgendwie Abstand nehmen zu diesem Geburtstagsevent? Wenn Dir schon jetzt schlecht ist bei dem Gedanken, warum sich dann nicht distanzieren? Du darfst aus gutem Grund darauf keine Lust haben, da bedarfs eigentlich gar keiner Erklärung oder Entschuldigung. Geniesse die Zeit vielleicht einfach woanders mit Deinem Freund? (nur so eine Idee???)

Du hast ein Recht zu sagen: ich beteilige mich nicht an der Feier, weil ich nicht dabei zusehen möchte, wie meine Mutter sich betrinkt und dann sonderbar benimmt. Das ist mehr als legitim. (Finde ich!)

Aber, wie auch immer Du Dich entscheidest, PASS AUF DICH UND DEIN LEBEN AUF !!!
chiara
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chiara hat zum Thema: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben
Vanessa
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 11.05.2006
Beiträge: 9
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 11.05.2006, 17:27    Titel: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Chiara,

Klar, kann ich mich distanzieren am Samstag. Dies werde ich auch machen, wenn ich merke es geht nicht mehr. Wir haben einen großen Garten wenn gefeiert wird und wenn ich merke, es geht nicht mehr, dann werde ich nach oben gehen. Das habe ich mir fest vorgenommen und mein Freund wird mich auch dabei unterstützen.

Weißt Du, machmal wünschte ich mir, ich könnte den Alzheimer von meiner Oma wegzaubern. Meine Oma hat mir früher immer angesehen und auch immer sofort gemerkt, wenn meine Mutter getrunken hatte. Meine Mutter hat früher oft telefoniert wenn sie betrunken war, und auch oft meine Oma angerufen. Oma hat das dann immer sofort gemerkt und kam dann immer auf mich zu und meinte zu mir, ob Mama wieder getrunken hätte. Sie hat viel mit meiner Mutter und mir drüber geredet, aber leider halft das ja auch nichts.

Versuche so gut es geht zu versuchen, dass es mir gut geht. Aber es regt mich halt total auf, wenn ich Feierabend habe, und ich nach Hause komme und dann das Sektglas dort auf der Spüle stehen sehe. Freue mich schon gar nicht mehr auf Feierabend.

Oftmals trinkt sie auch heimlich. Frage mich, wo sie den Sprit dann versteckt. Habe schon so oft gesucht und nie was gefunden. Manchmal ist sie auch innerhalb von 30 Minuten voll, (entschuldigt bitte diesen Ausdruck) und ich weiß nicht wovon.... Wie kann sowas nur gehen???
Gestern auch, ich ging mit dem Hund und eine halbe Stunde später, war sie wieder voll. Nee nee nee,

Eure Vanessa
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Vanessa hat zum Thema: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben
henri
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 08.03.2005
Beiträge: 1618

BeitragVerfasst am: 11.05.2006, 23:10    Titel: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Vanessa, auch von mir ein herzliches Willkommen

Ich vermisse, dass ihr versucht habt, dein Vater und du, mit deiner Mutter über ihr Problem zu reden und zwar zu einem Zeitpunkt, als sie nüchtern war. Du schreibst, dass sie auch schon Phasen hatte, in denen sie nichts getrunken hat. Das ist doch ein Zeichen, dass sie zu diesem Zeitpunkt auch ihr Problem erkannt hatte. Zu einem Zeitpunkt mit ihr reden, wenn sie betrunken ist, bringt nichts, das habt ihr bereits gemerkt. Vorwürfe werden nichts nützen, aber wenn ihr erzählt, wie ihr euch fühlt und wie sehr ihr trinken euch belastet, wird das viel mehr bewirken. Wenn sie sich bei diesem Gespräch einsichtig zeigt, kann man ihr vorschlagen sich Hilfe zu holen, Selbsthilfegruppe, Suchtberatung, Therapie usw. Das ist ein Weg, den sie gehen könnte.

Wenn sie sich allerdings nicht einsichtig zeigt, dann ist der Rat, euch von ihr zu distanzieren, den du von den AA hast, der richtige. Momentan hat sie noch alles, ihr trinken und sie hat euch. Wenn ihr sie aber links liegen lasst, wenn sie getrunken hat, dann wird ihr das wehtun und sie wird sich doch ihre Gedanken machen. Dabei muss dein Vater aber auch mitmachen, du alleine wirst damit nicht viel ausrichten können.

Weiter hilft es, wenn ihr nach außen hin nichts vertuscht, auch wenn’s schwer fällt. Die Bekannten und Nachbarn wissen eh alle, dass sie trinkt, da müsst ihr euch nichts vormachen, auch wenn nichts davon gesagt wird. Kontrollieren was sie trinkt? Lass es sein, es bringt nichts, ganz im Gegenteil, wer will schon gerne kontrolliert werden. Es würde nur dazu führen, dass sie ihr Vertrauen zu euch verliert und jede noch so gut gemeinte Hilfe von euch abblocken würde. Dasselbe passiert, wenn ihr den Alkohol vernichtet. Sie würde sich doch sofort wieder welchen besorgen.

Was aber auch wichtig für dich ist, lass es nicht zu, dass dein Leben durch ihr trinken zu sehr beeinflusst wird. Ganz vermeiden wirst du es nicht können, aber pass da ein bisschen auf dich auf. Auch du hast ein Recht auf ein normales Leben. Du kannst zwar versuchen ihr zu helfen, aber verantwortlich bist du nicht für sie, aber für dich selbst.

Wünsche dir/euch viel Erfolg

Lieben Gruß

Henri
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henri hat zum Thema: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben
Shakti
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 12.01.2006
Beiträge: 260

BeitragVerfasst am: 12.05.2006, 09:56    Titel: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Vanessa,

beim Lesen Deiner Zeilen schießt mir immer wieder der Gedanke durch den Kopf: "Ausziehen!!" Du schreibst, dass es Dir bereits vor dem Feierabend graut, weil Dir verständlicherweise schon beim Anblick des Sektglases auf der Spüle die Galle hochkommt. Diese ewige Spannung auszuhalten, ist für Dich hochgradig ungesund.
Ich weiß, dass der Gedanke Dir vermutlich sehr schwer fallen wird. Doch Du arbeitest und verdienst folglich Dein eigenes Geld. Könntest Du Dir nicht eine kleine Wohnung leisten, nur für Dich allein, bis Dein Freund und Du sich eine gemeinsame, größere leisten können?
Ich finde, es ist fast unmöglich nach dieser Geschichte Distanz aufzubauen in einem gemeinsamen Haus. Vielleicht kriegst Du die Distanz physisch hin, indem Du vermeidest, Deiner Mutter zu begegnen. Aber es genügen doch schon die kleinsten Anzeichen, die gespannte Atmosphäre, denen und der Du mental gar nicht aus dem Weg gehen kannst. Eigentlich geht das nur mit einer räumlichen Trennung im Alltag.

Außerdem wäre es ein deutliches Signal von Dir zu vermitteln: Mach, was Du willst, aber solange Du trinkst - ohne mich. Ich kann nicht mehr. Ich muss mich um mein eigenes Leben kümmern."

Vielleicht hast Du mittlerweile mehr Möglichkeiten, Dich aus dieser unguten Familiendynamik herauszuziehen, mehr als so viele Kinder, die auf Gedeih und Verderb leider in einem Alkoholhaushalt verharren müssen, weil sie abhängig sind (und dabei großen Schaden annehmen.)

Vielleicht werden Dir angesichts Deiner Notlage finanzielle Zuschüsse eingeräumt von Sozialstellen oder auch von deinen Eltern selbst, falls Du zu knapp bei Kasse bist? Sicher ist der innere Abstand das Entscheidende, aber meines Erachtens ist der nur mit dem räumlichen Abstand zu schaffen.

Ansonsten finde ich die Schritte, die Du bereits eingeleitet hast, sehr gut, vernünftig und unbedingt notwendig. Du wirst sehen, dass Du nicht allein bist mit diesem Problem. Das entlastet schon mal unge´mein.

Alles, alles Gute für Dich!

Shakti
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Shakti hat zum Thema: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben
Vanessa
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 11.05.2006
Beiträge: 9
Wohnort: Duisburg

BeitragVerfasst am: 12.05.2006, 12:45    Titel: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Shakti,

danke für Deine Antwort. Ich war gestern so aufgewühlt, dass ich das mit den Gesprächen vergessen hatte zu erwähnen.

Gespräche fanden schon statt. Mit mir, mit Papa und mir mit und Papa zusammen. Doch leider hat es ja nichts genützt.

Gestern der Abend ist ok verlaufen. Sie kam gestern von der Arbeit, hat sich natürlich sofort eine Flasche Sekt aufgemacht, ist aber nicht wieder betrunken gewesen. Jedoch ändert es ja nichts an der Tatsache, dass sie wieder direkt nach der Arbeit eine Flasche aufgemacht hat.

Es läuft so ab. Sie kommt Abends nach der Arbeit nach Hause, sagt allen hallo und geht dann zum Kühlschrank und trinkt dann entweder Wein oder Sekt. So läuft es momentan jeden Abend ab.

Ich weiß noch, es war ein Tag vor meinem Geburtstag im Jahr 2004 gewesen. Sie backte Kuchen und irgendwie, hatte sie sich mit den Backmischungen vertan. Kann ja mal passieren, führe ich aber nicht auf den Alkohol zurück. Dabei, als wir gebacken hatten, waren Mama und ich Tee am trinken. Doch als das dann mit den Backmischen passiert war, meinte sie, "ach nee, diese ganzen Veränderungen sind nichts für mich" und schwups, war wieder eine Flasche Wein angebrochen.

Klar, dass ich mein Leben im Griff haben muss und ich mich dadurch nicht kaputt machen lassen darf, ist mir klar. Aber ich habe im Gefühl, je älter ich werde, desto mehr regt es mich auf. Ich kenne es ja seit klein auf.

Wie kann das nur??

Es grüßt Euch herzlich,
Vanessa
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Vanessa hat zum Thema: Re: Ich glaube, dass meine Mutter ein Alkoholproblem hat. geschrieben

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