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Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig

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Ein guter Freund trinkt sich tot   •    Verankerte Ziele oder Treten auf der Stelle???  
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Nordlicht
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 09.04.2009
Beiträge: 4459
Alter: 52
Wohnort: kiel

BeitragVerfasst am: 20.04.2011, 09:13    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen liebe Holli,

es ist nicht einfach, sich einzugestehen, das der
Partner so gar nicht mehr auf der gleichen Welle schwimmt,
wie man selbst.
All diese Vorwürfe, die Du zu hören bekommst, ich kenne sie auch.
Ich kann dir aber mit Gewissheit sagen, Du bist nicht Schuld daran,
dass er trinkt.
Lass ihn gehen, er will es so.

Deine Selbstzweifel, deine Verunsicherung, auch das kenne ich.
Du darfst traurig sein, Du darfst jammern, weinen, alles raus lassen,
was sich angestaut hat.
Und dann liebe Holli, versuch nach vorne zu schauen, denn an
dich, mach was für dich und denk an deine Kinder.

Liebe sonnige Grüße
Nordlicht
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Nordlicht hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben
Aurora
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 5776
Alter: 53
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 20.04.2011, 16:21    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Holli,

Zitat:
Immer habe ich ihn versucht zu unterstützen und jetzt stehe ich so leer da.

Ich kann deine Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollzioehen, denn es ging mir ganz genauso... Ich habe gedacht, da gebe ich und mache und tue, reiß mir einen Arm aus für ihn. Ich verbiege mich, mach ihm alles, was er will, bin nett und freundlich soweit es geht und er?

Bis mir auffiel, er hat es ja garnicht von mir verlangt, sondern ich habe ihm meine Dienst ja teilweise regelrecht aufgezwängt. Klar, er fand es toll, dass ich immer da war, aber ich habe es freiwillig gemacht. Ich habe da Verantwortung übernommen für sein Leben, etwas, was ja garnicht meine Aufgabe ist.

Klar, dieses Gefühl der Leere ist nun da. Dieses Gefühl, ausgenutzt, benutzt worden zu sein. Deine ganze Energie ist da reingeflossen, in seine Belange. Nun kannst du doch aber was ganz Tolles damit machen.

Diese Energie steht jetzt nämlich ganz alleine dir zur Vergfügung! Und das ist auch richtig so.

Dass du nun erstmal traurig bist, verzweifelt, wahrscheinlich auch wütend, ist ganz normal. Heul in Ruhe alles raus, und dann kannst du deine Energie dafür nehmen, dir ein tolles Leben zu machen.

Liebe Grüße
Aurora
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Aurora hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben
Holli
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.04.2008
Beiträge: 10
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 20.04.2011, 17:48    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ihr Lieben, gerne würde ich meine Energie für mich nutzen,aber irgendwie bekomme ich das noch nicht hin. Meine ganze Kraft fließt in den Alltag und abends bin ich einfach fertig. Jetzt im Moment ist es gerade wieder ganz schlimm, der Abend kommt und ich warte...worauf nur? Das ihn die Erkenntnis getroffen hat und er nicht mehr trinkt? Totaler Blödsinn, aber trotzdem denke ich das... Ich bin ganz stolz das ich auf seine mail nicht geantwortet habe, er wollte mir erzählen,, was die Saisonkarten für das Freibad kosten. Was soll das, mir einen Alltag vorgaukeln, den es gar nicht so gibt? Mein Sohn hat ihm heute auf Handy gesprochen, wann er denn Ostern kommt. Er will über die Feiertag hier sein, darauf warten die zwei. Wie gehe ich damit um? Er bleibt ja sowieso nicht, nur bis die kids schlafen. Das Schlimme ist, ich werde dann immer so devot: ach bleib doch, wir kriegen das hin, Tränen etc . Das hätte ich wirklich mal gerne unter Kontrolle. Das man sich so herabwürdigen läßt, aber da ist immer dieser Schuldgedanke und auch. was tue ich meinen Kindern an. Mein Verstand ist klar, das Herz schmerzt. Liebe Aurora, auch ich habe meinen Alltag auf ihn eingestellt, mich fast nur um seine Bedürfnisse gekümmert, um ja nichts falsch zu machen. Und jetzt muß ich mir anhören, alles dreht sich nur um meine Bedürfnisse...Das ich Job,Umzug, Kids unter einen Hut bringen muß interessiert nicht. Aber ich darf mich ja bei ihm melden, wenn ich Hilfe brauche, wie nett!!! Die ganzen Jahre habe ich mich Jobmäßig um ihn herumgruppiert, jetzt läuft es bei mir besser als bei ihm und schon mache ich alles falsch(ach das tut gut, mal so richtig zu schimpfen). Das Schlimmste ist, das man vergißt, was man selbst eigentlich für Bedürfnisse hat. Er wirft mir vor, wir würden unsere Freunde so wenig sehen, wie soll man sich denn verabreden, wenn man nie weiß, ob der Partner und wie er auftaucht. Die meisten ziehen sich jetzt sowieso zurück, das ist ja jetzt alles so unangenehm!!!!
Also nehme ich jetzt die Kraft und mach was ganz Banales-zu mehr reichts noch nicht- ich mache Abendbrot. Ist doch was, oder ? LG Holli
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Holli hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben
heidi13
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.11.2010
Beiträge: 138
Alter: 39
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 20.04.2011, 17:57    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Holli,

lies mal im Bereich der EKAs, was Du Deinen Kindern ersparst, wenn Du Dich von ihm trennst ....

Lieben Gruss,
Heidi
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heidi13 hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben
Plejaden
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 20.08.2007
Beiträge: 1357
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 21.04.2011, 12:13    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Huhu Holli,

ich bin zwar vom anderen Ufer (trockene Alkoholikerin), aber die Geschichte mit deinem Mann erinnert mich so sehr an meine eigene, dass ich dir ein paar Zeilen schreiben möchte.

Ich selbst steckte bis vor zwei Jahren in einer destruktiven Beziehung. Mein Freund ist zwar kein Alkoholiker, aber er hat andere psychische Probleme, die das Leben mit ihm schlussendlich zur Hölle für mich machten.

Die Trennung habe ich aus denselben Gründen hinausgezögert wie du (mal abgesehen davon, dass ich keine Kinder habe): Er war früher doch mal anders. Ich wollte diesen tollen Kerl wieder haben, der er früher einmal war. Mit dem ich so glücklich war. In den ich mich verliebt hatte. Dieser Typ, der zum Schluss durch meine Wohnung stratzte, den hätte ich nie genommen.
Auch ich gab mich der Hoffnung hin, dass er sich nochmal ändern würde, dass er wieder so werden könnte wie er früher einmal war. Ich müsste nur am Ball bleiben, dachte ich. Um ihn kämpfen, versuchen, ihn auf den richtigen Weg zu bringen. Das tat ich ganze sechs Jahre lang. Verschwendete sechs Jahre, wie ich heute weiß. Eine „Erbschaft“ dieser Jahre ist übrigens meine Alkoholkrankheit.

Ich will seine Geschichte hier nicht in allen Details ausbreiten, weil er sich nicht wehren kann. Er liest hier ja nicht. Nur soviel, er hatte durch seine schlechte Kindheit – genau wie ich – ein sehr schwaches Selbstwertgefühl. Während ich versuchte an mir zu arbeiten, Therapien machte, versank er in einer narzistischen Persönlichkeitsstörung. Später kam noch ein ausgeprägter, krankhafter Hang zum Lügen hinzu. Die Wahrheit, und er selber war ihm nie spektakulär und gut genug. Also musste er hinzuerfinden, und an seiner eigenen Legende feilen. Es war für sein Selbstbild auch zwingend notwendig, mich dauerhaft klein zu halten, mich gefügig zu halten. Nein, geschlagen hat er mich nie. Er hat mich statt dessen mit Worten geohrfeigt.
Dazu gehörten auch andere Frauen, viele andere Frauen. Das machte mich besonders fertig. Das Gefühl, alleine nicht gut genug zu sein, dass da immer eine andere sein musste.

Als dann die letzte Frau vor der Türe stand, war für mich klar – das Rad dreht sich immer weiter. Er ändert sich nicht, warum auch? Trotz aller Schwüre und Beteuerungen, für ihn läuft doch alles prima.

Genau an dem Punkt ist dein Mann jetzt auch. Wieso sollte er etwas ändern? IHM geht es klasse. Er hat eine neue Liebe, und das ist der Alkohol. Daneben ist alles zweitrangig. Und sollte er doch einmal ein schlechtes Gewissen bekommen – der Alkohol wird’s richten.
Die anderen haben echt schönes zum Thema „Für dich da sein“ und Energie geschrieben. Ich kann dem nur voll zustimmen! Denn eines sehe ich an meinem Ex: Wir haben uns vor zwei Jahren getrennt. Und bis heute hat er sich kein Stück verändert. Im Gegenteil, er ist noch schlimmer geworden in allen Belangen. Alles warten, alles verharren ist vergebens gewesen, das war ein Schwarzes Loch, das meine ganze Lebensenergie aufgesaugt hat.

Ich weiß, was er dir antut, das tut höllisch weh. Die Zurückweisung schmerzt unendlich, ich kenne das von mir selber. Die Gedanken, habe ich etwas falsch gemacht, war ich nicht gut genug.
Ich hoffe, dass du bald erkennen kannst: Es liegt nicht an dir. Du bist gut, so wie du bist. Er ist es, der sich verändert hat. Doch auch du kannst dich verändern.

Ich persönlich kann abschließend nur von meinem Ex sagen (das Fazit nach 12 Jahren Beziehung, also mein halbes Leben): Ich bin froh, dass ich den Typen los bin. Und ich genieße jeden Tag ohne ihn.

LG und trotz allem ein schönes friedliches Osterfest
Plejaden

P.S.:Hoffentlich war ich nicht fehl am Platze, wenn ja dann löscht den Beitrag einfach Verlegen . Die Geschichte hatte mich einfach so angerührt, dass ich gerne etwas dazu schreiben wollte.
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Plejaden hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben
Holli
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.04.2008
Beiträge: 10
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 21.04.2011, 16:37    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Plejaden, aber nein, du bist überhaupt nicht fehl am Platz. Du hast in so vielem Recht, was du sagst. Diese Zurückweisung, dieser unendliche Schmerz zusammen mit dem Schuldgefühl sind furchtbar. Bin gerade bei der Arbeit wollte mich aber zumindesten schon mal kurz melden. Bis später Holli
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Holli hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben
Pittchen
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 17.10.2009
Beiträge: 653
Wohnort: NRW

BeitragVerfasst am: 21.04.2011, 20:50    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Holli,

... wenn ihr Euch schon räumlich (und beruflich) getrennt habt
und er Dir immer wieder nüchtern versichert,
keine Gefühle mehr für Dich zu haben ...
warum läufst Du ihm dann "weinend" hinterher?
Warum bist Du dann in seine Heimatstadt mitgezogen??
Ich denke sein Alkoholkonsum, ist nicht "Euer" Hauptproblem ...

Gruß
Pittchen
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Pittchen hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben
Holli
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.04.2008
Beiträge: 10
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 22.04.2011, 11:29    Titel: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebes Pittchen, genau das ist die Frage die ich mir stelle. Mein Mann hat im vergangenen Jahr wieder angefangen zu trinken, seitdem geht es mit der Beziehung bergab. Er kritisiert meine Erwartungshaltung an ihn. Er weiß das ich den Alkohol nicht akzeptiere. Den Entschluß hierher zu ziehen, haben wir ja gemeinsam gefasst, hier ist Familie (vielleicht auch ein Teil seines Problems) und hier ist der berufliche Standpunkt für uns beide besser. Seitdem wir hier sind, ist jetzt diese emotionale Distanz da,der Alkoholkonsum gestiegen. Vielleicht mache ich mir ja was vor, aber ich glaube eigentlich schon, dass der alkohol das hauptproblem ist. Der Alk steht wie eine Mauer zwischen uns, mein Mann streitet ja auch ab zu trinken, trinkt nur in meiner Abwesenheit und möchte dann so tun, als ob nichts gewesen wäre. Wir haben noch gar keinen gemeinsamen Alltag, denn man weiß ja nie ob er kommt oder nicht. Jetzt gerade ist er hier, will über Ostern hier sein und stinkt so dernmaßen nach alter Fahne, das mir schlecht wird. Ich glaube, das dies sein größtes Problem ist. So lange er nicht trocken ist, läuft die Beziehung nicht, ist doch klar. Und ob er das jemals hinbekommt, ich bezweifel ich. Ich kämpfe um meine Unabhängigkeit, aber das ist so verdammt schwierig, ich liebe den trockenen Mann über alles... Mein Verstand ist klar, aber mein Herz schmerzt, verdammt, warum ist das alles so Holli
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Holli hat zum Thema: Re: Mein Mann ist Alkoholiker - hilflos und traurig geschrieben

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