| Verknüpfung von Alkohol und Lügen • Warum lässt man sowas zu??? |
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schnurzl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.04.2011 Beiträge: 7 Alter: 56 Wohnort: bayern
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Verfasst am: 18.04.2011, 17:43 Titel: brauche einen rat |
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hallo
Ich hoffe,das ihr mir einen Rat geben könnt.
Ich fange mal ganz von vorne an.
Bin seit fast 35 Jahren mit meinem Mann zusammen und wir haben eine erwachsene Tochter.Sie hat mir auch den rat gegeben,mich mal als Co zu outen und mich zu informieren.
Mein Mann hat schon immer getrunken.Mal mehr oder weniger.Früher als wir noch ohne Kind waren,hab ich öfter mal mitgetrunken(ohne irgendwelches Suchtverhalten,ich brauche keinen Alkohol um lustig zu sein oder feiern zu können).Ich trinke auch jetzt kaum noch Alkohol,weil ich ihn aufgrund meiner Wechseljahrbeschwerden nicht vertrage.
Mein Mann trinkt zum größtenteil "nur" Bier.Als gestandener Bayer gehört
es zum guten Ton,nen"Stiefel" zu vertragen.Problematisch wurde es erst nach 10 Jahren Ehe.Er trank sonst nur an WE,immer öfter dann auch in der Arbeit.Verlor auch wegen Alkohol (Prügellei)die Arbeit.Sein Verhalten gegenüber mir und anderen würde immer rüpelhafter,um nicht zu sagen schlimm ausfällig.Auf keiner Feier,bei der wir waren ging es ruhig zu durch ihn.Immer hat er mit irgendeinem Streit.Sogar meinem Vater drohte er im Rausch Prügel an.Nüchtern entschuldigte er sich bei ihm und blieb sogar danach fast ein halbes Jahr lang komplett trocken.Danach ging es dann wieder los.Erst am WE, dann in der Woche.
Als er dann im Beisein unserer Tochter mich an den Haaren riss und mich zu Boden schleuderte,war bei mir schluss.Ich zog für ein paar Tage zu einer Freundin und ließ ihm einen Brief von einem Anwalt kommen,indem er sich entscheiden sollte:Alkohol oder Familie, entschied er sich für uns.
Und tatsächlich,er blieb fast 7 Jahre trocken ohne Probleme, Entzugserscheinungen oder ähnliches.
Alkoholismus war für mich kein Thema damals,Alkoholiker waren für mich diejenigen,die schon frühmorgens Stoff brauchten,verwahrlost waren,
zitternde Hände hatten.Nichts von dem hatte mein Mann.
Nun gut,irgendwann kam dann das "leichte" Bier auf den Markt.Mein Mann probierte es und blieb dabei,auch ohne irgendwelche Rauschzustände. Leider schlich sich ab und zu das eine oder andere "normale" Bier wieder ein und wurde immer mehr,das leichte immer weniger.Vor 8 Jahren verlor mein Mann durch Insolvenz seine Arbeitsstelle.Und von da ab war es,als wenn ein Damm gebrochen war.Er trank immer mehr,jetzt auch in der Woche.Jammerte,ihn will keiner(er war zu der Zeit schon 59 Jahre) und sein Bierkonsum wurde immer mehr.
Natürlich mit all seine schlimmen Nachfolgen.,Er wurde wieder agressiv,kam mit keinem Menschen mehr zurecht,stritt, lästerte mit mir. Nur schlagen traute er sich nicht mehr aus Angst vor Strafe oder weil ich ihn verlassen könnte.
Er fand wieder Arbeit und sein Bierkonsum hörte wenigstens in der Woche wieder auf,weil in der Firma strengstens Alkoholverbot war.
Dafür war es am WE umso schlimmer.Kein Nachbar kam mehr zu uns,
unsere Tochter und ihr Freund ließen sich bei uns selten blicken und wenn
dann nur am Tage,da war er halbwegs nüchtern.Ich drohte oft,ihn zu verlassen,aber irgendwie traute ich mich nicht.Ich wußte ja auch nicht wohin.Trost find ich nur in meiner Arbeit.Ich bin leidenschaftliche Köchin in einem KH.Hab liebe Arbeitskollegen,die allerdings nichts von meinem Problem wissen.
Ich muss dazu sagen,das sein Vater Alkoholiker war(er starb an Lebervergiftung) sein Bruder war Alkoholiker(mittlerweile seit 28 jahren trocken) 2 Neffen von ihm sind Alkoholiker. Und trotzdem hatte ich komischerweise nie die Befürchtungen,das mein Mann Alkoholiker ist.Eben wegen diesem Erscheinungsbild des oben beschriebenen "typischen" Alkoholikern.Erst vor ein paar Wochen,als ich merkte ,er trinkt heimlich(Flaschen versteckt) und immer vor einem WE diesen Drang noch mehr Bier einzukaufen,von wegen:Es könnte ja jemand kommen,dem müssen wir was anbieten.Von wegen,gekommen ist sowieso niemand,außer seine Kollegen,die es mit dem trinken auch nicht so genau nahmen. Ich machte mich also hier bei euch und auch im Wiki schlau und musste erkennen,das mein Mann in einer sehr kritischen Phase ist. Also musste ich handeln.Ich blieb dann nach einem Katastrophalen WE bei einer Freundin 2 tage.Er holte mich per Handy heulend zurück und versprach mir nicht mehr zu trinken. Er würde wieder leichtes Bier trinken,das klappte ja auch schon vor ein paar jahren und nie wieder normales. Ging auch genau 2 Wochen gut.Sogar bei einer Feier an der es viel alkoholisches gab und kein leichtes,hat er nur 2 Radler getrunken. Tja, bis letzte Woche.Wir hatten Besuch und er einen Mordsrausch abends.Dabei trank er nur leichtes,ich hatte ihn beobachtet
Allerdings musste ich für ne Stunde weg und als ich zurückkam, stand auf dem Tisch ne Flasche Schnaps,die ein Besucher mitgebracht hatte.Normalerweise verabscheute mein Mann Schnaps.Wir haben einiges an schnaps zuhause,aber da ist er nie rangegangen.Tja und abend nach dem aufräumen,sah ich die Bescherung:er hatte tatsächlich fast den ganzen Kasten leichtes Bier getrunken und wie mir am nächsten Tag bestätigt wurde einige Schnäpse.
Am nächsten Tag ging es ihm dementsprechend.Nach dem Frühstück goß er sich ein Radler ein und da erkannte ich es:Er ist ALKOHOLIKER. Sein Körper braucht den Alkohol.
Vielleicht hab ich es mir nur schöngeredet.Aber was soll ich jetzt tun???
Er sagt er sei kein Alkoholiker,eben wegen diesem typischen Bild.Er tränke kein Schnaps,gehe regelmässig in die Arbeit. Klar,er redet es sich schön. Kein Alkoholiker will es wahrhaben,das er einer ist. Und wenn er in Rente geht(Jetzt im September dieses Jahr) was dann?? Dann komme ich von der Arbeit und hab jeden Tag nen angetrunkenen oder volltrunkenen Mann daheim.
Ich muss ja schließlich noch fast 11 Jahre arbeiten und ich brauche meine ganze Kraft dafür.
Die einzige,mit der ich drüber reden kann, ist meine Tochter und eventuell meine Schwester.Doch die hat selber so einen Mann daheim, der zwar nicht ganz soviel trinkt,aber auch auf dem selben Weg wandelt.
Was soll ich tun? Am liebsten möchte ich gehen,aber ich verdiene nicht soviel,das ich mir ne eigne Wohnung leisten könnte. Ich liebe ihn ja noch,
wir hatten auch viel schöne Jahre. Wenn er nicht trinkt, trägt er mich auf Händen.
Schon mal lieben Dank für Euer Feedback |
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| schnurzl hat zum Thema: brauche einen rat geschrieben
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paloma neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.04.2011 Beiträge: 2 Alter: 60 Wohnort: Köln
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Verfasst am: 18.04.2011, 20:51 Titel: Re: brauche einen rat |
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Hallo schnurzel,
mein gott, wie kann ich dich verstehen, ich mache fast das gleiche durch. Mein mann ist schon rentner und ich gehe noch 2 jahre arbeien, jeden abend, wenn ich nach hause komme, ist vollrausch angesagt, ich kann es bald nicht mehr ertragen.
Heute ging es mir sehr schlecht und ich war beim arzt, herzprobleme, ich muß ins kh, aber ich denke, da wird nichts bei rumkommen, aber was wird in der zeit wo ich nicht zuhause bin, es wird alles den bach runter gehen, darum trennte ich mich ja auch nicht, ich denke immer, irgendwann hat es ihn um und dann muß was geschehen, vielleicht kommt er dann zur vernunft.
Halte durch, wir können nur aushalten oder gehen, aber wie ?
lg paloma |
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| paloma hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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schnurzl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.04.2011 Beiträge: 7 Alter: 56 Wohnort: bayern
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Verfasst am: 19.04.2011, 07:44 Titel: Re: brauche einen rat |
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Hallo Paloma
Sorry,das ich jetzt erst antworte,war gestern noch bei ner Freundin.
Tja, aushalten.... wie?
Auch ich habe gesundheitliche Probs.Und wie ich hier in den Co-Bausteinen gelesen habe,kann das schon von meiner Co-abhängigkeit kommen,zusätzlich durch meine Wechseljahre.
Gestern kam mein Mann von der Arbeit und was war das erste was er gemacht hat?? runter in den Keller und 2 Bier hochgeholt.Er hat sich zwar "nur" ein Radler gemacht,weil er soooon Durscht hat.Ich hab ihn gefragt,kann man nicht Limo oder Wasser gegen den Durst trinken.Zur Antwort bekam ich "Ich arbeite,also kann ich auch mal Bier trinken.Naja,da war die schönste Streiterei wieder mal im gange. Ich hab ihm dann knallhart an den Kopf geworfen,das er ein Alkoholiker ist und nicht mehr kontrolliert trinken kann.Hat er natürlich abgestritten.Alkoholiker sind die,die am Bahnhof stehen und er könnte kontroliert trinken....haha. Ich hab dann gesagt,wenn du weitertrinkst, bin ich eines Tages nicht mehr da.Ich werde mir eine Wohnung nehmen.Na, dann mach doch war seine Antwort.
Ich weiß nicht, wie das noch weitergehen soll.Auf der einen Seite will ich endlich ein alkoholfreies leben mit ihm führen.Er kann das,hat er ja schonmal bewiesen,
aber da war er wohl noch nicht so weit im Sumpf.Jetzt
ist es kurz vor 12 und er sieht es nicht ein,das er kurz vor dem Absturz steht.Er meinte zu mir heute morgen,naja ich werde dann mal für ein paar Wochen aufhören,dann siehst du das ich kein Alkoholiker bin,die können das nämlich nicht.
Ich glaub ich werde im auch ein Ultimatum stellen müssen,wie es so viele hier im Forum mit ihren Partnern gemacht haben.Aber ich geb ehrlich zu,ich habe Angst davor. Ich weiß eigentlich nicht warum.Ich bin schon selbstständig,hab unser leben im Griff,regel alles.Aber der Knackpunkt ist,ich liebe ihn noch zu sehr,als das ich mir vorstellen könnte,alleine ohne ihn zu leben.
Ich muss jetzt schluss machen,muss arbeiten gehen.
Schaue heute nachmittag wieder rein.
L.G. Schnurzl |
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| schnurzl hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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Aurora sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2007 Beiträge: 5776 Alter: 53 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 19.04.2011, 08:08 Titel: Re: brauche einen rat |
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Hallo Schnurzl,
willkommen in unserem Forum, schön, dass du hergefunden hast!
Denn das ist schon mal ein erster und wichtiger Schritt. Darüber reden, wie es dir geht. Du hast ja schon eine sehr lange Lebensgeschichte mit deinem Mann hinter dir. Und da ist es auch ganz klar, dass du daran hängst, an diesem ganzen Leben.
Aber es tut dir nicht gut. Gesundheitliche Probleme können ja tatsächlich davon kommen, dass du so unter Druck lebst. Ich kenne das von mir sehr gut. Auch ich hatte Beschwerden, Dauerdurchfall, Magenprobleme, Tinnitus (der geht leider nicht weg ), meiner Kopfhaut juckte und war voller Krusten, mein Rücken schmerzte... Das ist fast alles so gut wie weg, seit ich ein Leben habe, wie es mir gut tut...
Du fragst, was du tun sollst. Das gilt nun gut zu überlegen. Ich habe damals damit angefangen, nichts mehr zu machen für meinen Exmann. Ich habe nicht mehr für ihn gekocht und gewaschen, mehr und mehr meinen Tagesablauf nur für mich alleine eingerichtet. Und überlegt, zu welchen Schritten ich denn nun bereit wäre. Denn eines sage ich dir, und das ist sehr wichtig für dich, wenn du nun was zu ihm sagst, ein Ultimatum stellst oder so, dann musst du auch bereit sein, es konsequent durchzuziehen!
Du merkst es ja schon, du drohst ihm die Trennung an und er sagt, "mach doch...". Er nimmt dich nicht ernst, wahrscheinlich hast du schon 1000de solcher Drohungen gemacht und hinterher wieder verworfen, oder? Mein Exmann hat damals, als ich sagte, jetzt ist endgültig Schluss für mich, nur hämisch gelacht und zu unserem Sohn gesagt:"Macht sie ja doch nicht...".
Ich kann sehr gut verstehen, dass du so viel Angst hast vor deinen Schritten. Das ist doch ganz klar! Da erwartet dich was erstmal Unbekanntes und das macht Angst. Du schreibst von finanziellen Dingen, da kannst du dich z.B. erkundigen, was dir zusteht, es gibt Beratungsstellen oder du gehst zu einem Anwalt. Da kannst du dir erstmal Infos sammeln. Dann wirst du dich schon sicherer fühlen!
Du schreibst | Zitat: | ich liebe ihn noch zu sehr,als das ich mir vorstellen könnte,alleine ohne ihn zu leben.
| darüber solltest du nochmal so richtig in dich gehen und reinhorchen, ob es wirklich Liebe ist... einfach mal für dich ganz ehrlich und offen.
Liebe schnurzl, aushalten musst du garnichts. Es ist dein Recht, dass es dir gut geht. Und es liegt einzig und alleine in deiner Hand, dafür zu sorgen, dass es so ist! Dein Mann ist erwachsen, er hat entschieden, zu trinken, zur Zeit. Daran wirst du erstmal nichts ändern können. Aber du kannst es ändern, dass es für dich wieder aufwärts geht.
Ich freue mich, mehr von dir zu hören. Ich bin seit 4 Jahren hier dabei im Forum und habe sehr viel Unterstützung erfahren dürfen. Wenn du möchtest, kannst du den Austausch hier nutzen und eine Menge für dich erfahren.
Liebe Grüße
Aurora |
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| Aurora hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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Spedi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2010 Beiträge: 1089
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Verfasst am: 19.04.2011, 10:05 Titel: Re: brauche einen rat |
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Servus schnurzl,
nur mal als kleines "Rechenbeispiel":
5 Maß Bier mit 4,8 Vol.% Alkohol enthalten 240 Gramm reinen Alkohol.
0,5 Liter Schnaps mit 48 Vol.% Alkohol enthalten genau die gleiche Menge reinen Alkohol, 240 Gramm.
Ein halber Liter Schnaps sind 25 Stamperl á 2 cl.
Würdest Du jemand, der täglich 25 Stamperl trinkt (=mehr als 1 Stamperl pro Stunde - jede Stunde des Tages...), als Alkoholiker bezeichnen?
Du siehst, das "ist ja nur Bier" trifft es nicht.
Schau auf Dich, sieh zu, dass Du "Land gewinnst", und lass ihn sein Leben leben. Er muss von sich aus ein Leben ohne Alkohol führen wollen, sonst wird das nix.
Wenn Du magst, mach Dich doch mal vor Ort bei einer Suchtberatung schlau, was Du alles für Dich tun kannst, um ein eigenes, unabhängiges Leben führen zu können.
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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schnurzl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.04.2011 Beiträge: 7 Alter: 56 Wohnort: bayern
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Verfasst am: 19.04.2011, 14:15 Titel: Re: brauche einen rat |
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Also erstmal vielen Dank für Eure lieben Antworten und
Ratschläge.
Aurora
Stimmt schon,was Du sagst.Ich habe schon oft mit Trennung gedroht,aber es nie für längere zeit durchgezogen.Mal 2 tage bei ner Freundin übernachtet, oder ihm kein Essen hingestellt,nicht saubergemacht.
Dann hat er (fast) auf Knien gebettelt,er hört auf und ich bin wieder weich geworden.So wie die letzten 2 Wochen
(bis Samstag)Ich liebe ihn schon noch,allerdings den
Mann,der mir 7 Jahre ohne Alkohol geschenkt hat.
Er war zuvorkommend,hat sich mit jedermann vertragen.Ich brauchte nie Angst haben bei irgendwelchen Einladungen,das er auffällt.
Irgendwie geb ich mir die schuld,das ich es soweit hab kommen lassen,wie es jetzt ist.Ich hätte schon viel früher reinhaken müssen.
Vor 2 Wochen,als ich gedroht habe,mir eine Wohnung zu nehmen,war er noch spöttisch zu mir,so von wegen:dann fährst du kein Auto mehr,Wohnung kann ich mir eh nicht leisten,weil ich zu wenig verdiene. Ich habe ihm darauf nur geantwortet,das ich kein Auto brauche, ich werde ganz von vorn anfangen,alles ist besser als mit einem Alkoholiker zusammenzuleben.
Am nächsten Abend (er kam nüchtern von der Arbeit und hat auch daheim nur Wasser getrunken) haben wir darüber geredet.Ich hab ihm klar gemacht,das er mich verliert,wenn er so weitertrinkt und das ich für ihn kein Bier mehr kaufe. Er hat auch zugestimmt,es kam mir fast so vor,als wenn er erleichtert war,das ich das Problem angesprochen habe.Er sagte selber, ist ganz gut so,er habe es wirklich im letzten halben Jahr übertrieben.
In meiner Naivität hab ich gesagt,Radler oder Leichtes Bier darf er ab und zu trinken, eben kontrolliert.Hat auch geklappt.Tja eben nur 2 Wochen.
Ich weiß,es klingt jetzt blöd oder dumm und ich hör hier schon ein aufjaulen unter Euch. Ich komm mir jetzt vor,als wenn ich seine Lebenqualität kürze.
Die meisten hier in Bayern trinken,ob mit Sucht oder ohne. Wir haben (grad jetzt in der Grillsaison) viel Besuch.Nachbarn,Freunde,Verwandschaft.Und fast alle
trinken gerne Alkohol. Ich glaube fast,er weiß im insgeheim, das er ein Problem mit dem Alkohol hat, aber er ist zu feige,vor den anderen es zuzugeben.
Ein Beispiel: Ich habe vor dem Gespräch mir einiges aus dem Wiki ausgedruckt über Alkohollismus und habe es ihm zum lesen gegeben.Er war schon ein bisschen schockiert,was für Auswirkungen Alkoholismus hat und wieviel auf ihn zutrifft. Die Ausdrucke lagen die ganze Zeit sichtbar auf dem Wohnzimmerschrank. Als unsere Gäste am Samstag kamen,waren sie verschwunden.Ich fand sie tief im Schubfach vergraben. so das ja keiner mitbekommt, das er ein Problem hat.
Übrigens Spedi, wieviel Alkohol im halben Liter Bier drin sind hatte ich mir auch schon rausgedruckt und ihm es auch schon schwarz auf weiß hingelegt. Er meinte nur lapidar, Schnaps ist viel schlimmer.
Trotzdem, lieben dank für die Info )
Ich hatte mal ne Freundin,die ist "nur" durch Bier schlimmste Alkoholikerin geworden.
War dann nach ner LZK 3 jahre trocken und hat dann wieder angefangen.Allerdings dann mit härteren Sachen.Ich hatte sie mal in einem nüchterenen Augenblick erwischt und hab sie gefragt, warum jetzt Schnaps,da hat sie gesagt: Die Flasche Schnaps läßt sich besser verstecken als 10 Flaschen Bier.Sie ist vor 4 Jahren vollkommen dement und abgemagert in einem Heim gestorben...mit 45. Hinterließ Mann und 2 Kinder!!!
Naja, ich werde heute abend mal mit meinem Mann nochmal sprechen. Ich wär ja schonmal froh,wenn er wenigsten gegenüber MIR zugeben würde,das er ein Problem mit dem Alkohol hat. Was meint ihr,wieviel zeit
soll ich ihm geben das er endlich handelt? Denn das ich was tun muss, und zwar WIRKLICH bald, ist mir jetzt durch Eure Antworten bewußt geworden.
Mal ne Frage: Meint ihr ich solle ihm sagen,das ich hier in dem Forum bin oder wär das nicht so gut?
Auf jedenfall, ich fühl mich hier gut aufgehoben lieben Dank
L.G. Schnurzl  |
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| schnurzl hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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Spedi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.12.2010 Beiträge: 1089
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Verfasst am: 19.04.2011, 14:53 Titel: Re: brauche einen rat |
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Servus schnurzl,
| Zitat: | | Was meint ihr,wieviel zeit soll ich ihm geben das er endlich handelt? |
und was machst Du, wenn er "nicht will"? Gibst Du ihm dann bis zum St.-Nimmerleins-Tag?
schnurzl, wach auf, mach was für Dich - Du kannst einen Alkoholiker nicht trocken legen. Das muss der ganz alleine...
LG
Spedi |
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| Spedi hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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schnurzl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.04.2011 Beiträge: 7 Alter: 56 Wohnort: bayern
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Verfasst am: 19.04.2011, 15:59 Titel: Re: brauche einen rat |
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Hallo Spedi
Ich weiß, ich muss handeln. Für mich ganz alleine. Aber es ist so unsagbar schwer. Ich komme mir vor wie vor einer großen Mauer,die ich ohne Hilfe raufklettern muss und dann auch noch von oben in die Tiefe springen soll.
Ich werde(MUSS) heute abend mit ihm sprechen. Das schlimme ist nur, ich bin JETZT fest entschlossen zu handeln,aber heute abend??........... was wird, wenn er mich wieder mit schönen Worten einlullt,bittelt und bettelt, mir das blaue vom Himmel verspricht,um nach ein paar Wochen wieder in das alte Schema zu fallen?
Ich bin ziemlich harmoniebedürftig, ich mag keinen Streit (meine Eltern haben sich nie vor uns Kindern gestritten)
Ich versteh mich selber nicht.In meiner Arbeit stehe ich meinen Mann(Frau),lass mir nix gefallen und hab mir so meine jetztige Position regelrecht erkämpft (über Jahre).Und ich werde anerkannt.
Er hat die Gabe, Begebenheiten, die er verkehrt gemacht hat, so zu drehen,das andere sich schuldig fühlen(keine kriminellen sachen) Beispiel: Er verlegt meinen Autoschlüssel,wir suchen tagelang,er beschimpft mich als doofe, tage später wird er in SEINER jacke gefunden,und er behauptet fest, ich hätte ihn dareingesteckt.Am ende zweifel ich dann an mir selber.
Ich weiß, ein Süchtiger muss selber wollen,sonst bringt das nix. Er ist jedenfalss noch nicht soweit.
Ich habe auch so keinen Menschen,mit dem ich darüber reden kann.Sicher.. meine Tochter sagt auch ,
Mama du musst jetzt was tun, aber wenn ich mit ihr darüber spreche,hat sie entweder keine zeit oder sie ist auf der Arbeit oder sagt einfach zieh aus .Tja wohin?? Ich muss in dem Ort bleiben,wo ich arbeite, denn mit meinem Verdienst kann ich mir das Auto nicht mehr leisten.Also muss ich es verkaufen(es ist meins,mein Mann hat nie einen Führerschein gemacht...Gott sei dank). Wohnungen sind in dem Ort wo ich arbeite auch sehr rar und auch ziemlich teuer.
Wenn ich wüßte,wohin auf dauer,würd ich lieber heute als morgen handelnr.Deswegen ist es auch so schwierig ihm ein Ultimatum zu stellen, weil er genau weiß,das ich nicht so schnell von heute auf morgen ausziehen kann.
Ich habe mich auch deshalb hier angemeldet,um mich hier auch schlau zu machen,was es noch für möglichkeiten gibt und wie es alle anderen Leidensgenossen geschafft haben.
L.G. Schnurzl |
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| schnurzl hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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