| Verknüpfung von Alkohol und Lügen • Warum lässt man sowas zu??? |
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Grazia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2007 Beiträge: 767 Alter: 46 Wohnort: By
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Verfasst am: 19.04.2011, 16:24 Titel: Re: brauche einen rat |
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Hallo Schnurzerl
Auch von mir willkommen.
Ich kann Dir kein Rat geben, Du musst eh am Ende selbst wissen und entscheiden was Du willst.
Es ist nicht leicht, es ist sogar verdammt schwer, aber möglich ist es. Ich wurde heute geschieden, nach über 24 Jahren Ehe und ich bin nur noch erleichtert. Ich glaube, was am Ende bei mir große Rolle gespielt hat, war die Vorstellung, dass ich noch etliche Jahre, vielleicht bis ende meines Lebens mit Mann und Bier leben soll. So wollte ich nicht, auf keinen Fall. Ich war mit 40 psychisch und physisch am Ende. Aber ich wollte noch Leben...
Ich habe mich getrennt, bin mit meinen Söhnen alleine geblieben nachdem er ausziehen musste (aufgrund meiner Anzeige bei der Polizei).
Ich arbeite nur halbtags, weil mein älterer Sohn behindert ist, der Jüngere ist in Ausbildung, wir haben nicht soviel Geld aber sind glücklich und zufrieden wie seit Jahren nicht.
Ich habe einen neuen Lebenspartner, was ich auch nie für möglich gehalten habe, dass ich mit einem anderen Mann zusammen sein kann. Die Beziehung ohne Alk ist was ganz anderes, das habe ich vorher nicht gehabt und will es nicht mehr missen.
Ich wünsch Dir viel Kraft und Mut
LG Grazia |
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| Grazia hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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Aurora sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2007 Beiträge: 5776 Alter: 53 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 19.04.2011, 17:00 Titel: Re: brauche einen rat |
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Liebe Schnurzl,
was du da beschreibst über dich und deinen Mann, über eure Gespräche und seine (angeblichen) Einsichten, dass ist für mich wie aus meiner Geschichte geschrieben. Und auch der Druck, den er macht, von wegen "dann kannst du dir das und jenes nicht mehr leisten" kenne ich leider zu gut.
Damit will er dich beruhigen und gleichzeitig Angst machen. Du sollst ja da bleiben, das ist wichtig für sein Bild nach außen und für seine Garantie, versorgt zu werden. Diese Dinge haben mich auch immer und immer wieder aufgeweicht, mir Angst eingejagt, mich festgehalten.
Irgendwann war ich dann bei einem Anwalt und hab mir ausrechnen lassen, was mir zusteht und wie meine Rechte und Pflichten sind. Da war ich irgendwie beruhigt und wusste Bescheid. Da konnte ich auch kontern. Und ich fühlte mich irgendwie nicht mehr so fremdbestimmt. Denn ich hatte ja einen Schritt gemacht, für mich. Finanziell war ich schlechter dran nach der Trennung, aber psychisch ging es nur noch bergauf. Echt, das war mir tausend mal wichtiger...
| Zitat: | | Ich wär ja schonmal froh,wenn er wenigsten gegenüber MIR zugeben würde,das er ein Problem mit dem Alkohol hat. | Warum?
| Zitat: | Was meint ihr,wieviel zeit
soll ich ihm geben das er endlich handelt? | Na ja, dass ist ganz alleine deine Entscheidung. Nur du kannst doch abschätzen, wie lange du für dich brauchst. Ich würde lieber einen etwas längeren Zeitraum wählen, also nicht nur 7 Tage oder so. Aber auch nicht Monate...
| Zitat: | | Mal ne Frage: Meint ihr ich solle ihm sagen,das ich hier in dem Forum bin oder wär das nicht so gut? | Auch das musst du für dich selbst ein wenig einschätzen. Willst du denn, dass er es weiß? Dann sag es doch. Sonst behalte es für dich, als deinen ganz persönlichen Freiraum hier. Ich habe es damals meinem Exmann erzählt, weil ich wollte, dass er sieht, dass ich was mache für mich. Ich wollte ihm damit zeigen, dass ich es ernst meine und hatte die Hoffnung, ihn dadurch trocken zu bekommen. Das hat so aber nicht geklappt...Du musst nun abschätzen, wie es für dich gut ist.
Du möchtest heute abend mit deinem Mann reden. Das ist doch ok, auch wenn du da Angst hast. Aber ein Gespräch wird auch nur was bringen, wenn er nüchtern ist. Mit ihm zu reden, wenn er betrunken ist, bringt nichts. Wenn du noch zu unsicher bist, dann warte eben noch einen Tag und mach dich stark, aber machen musst du dann schon demnächst.
Weißt du, auch mein Exmann hat alles umgedreht, dass ich als Schuldige, als Dumme, Bekloppte dastehen sollte. Es hat mich immer mehr verunsichert und mein Selbstwertgefühl zerstört. Das machen nasse Alkoholiker so, denn sie wollen, dass du für sie funktionierst, sie lenken dadurch auch von ihren eigenen Problemen ab.
Ich hoffe, du kannst in Ruhe für dich jetzt mal sortieren und sehen, welchen Schritt du nun als nächstes machen möchtest und kannst.
Viele Grüße
Aurora |
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| Aurora hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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schnurzl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.04.2011 Beiträge: 7 Alter: 56 Wohnort: bayern
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Verfasst am: 19.04.2011, 17:12 Titel: Re: brauche einen rat |
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Hallo Grazia
Toll,das Du den Absprung geschafft hast, vor allen Dingen mit Kindern.
Sicher,alles ist möglich ,wenn man nur will. Auch ich möchte ein Leben OHNE Alkohol,Beschimpfungen oder Ärger. Ich glaube, mir würde der Absprung leichter fallen,wenn mein Mann all die Jahre über getrunken hätte. Aber so war es ja nicht. Auch hatte er mich( bis auf einmal,siehe meinen allerersten Post) nie tätlich angegriffen,wenn man von verbalen Angriffen absieht. Ich hab es 7 Jahre erfahren,wie schön es ist,eine Ehe ohne Alkohol eben mit demselben Mann,der jetzt diese Alkprobs hat, zu haben.
Aber die Vorstellung(so wie Du) mit eben einem
Alkoholiker,der dazu noch ende des Jahres ganz zu Hause ist und der sich aus langeweile betrinkt,mein Leben zu verbringen,
zwingt mich dazu irgendwie zu handeln.Aber wie schon gesagt, ich habe Angst davor!! Ich habe jetzt schon Herzklopfen und schweißnasse hände, wenn ich an das Gepräch mit ihm heute abend denke. Ich hab mir schon einiges zurechtgelegt,was ich ihm sagen will.
Ich werde mich jetzt ausloggen,muss zu meiner Mutter, Ich werde mich dann morgen wieder melden.
Drückt mir die Daumen, das ich stark bleibe.
L.G. Schnurzl |
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| schnurzl hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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schnurzl neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 18.04.2011 Beiträge: 7 Alter: 56 Wohnort: bayern
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Verfasst am: 20.04.2011, 16:19 Titel: Re: brauche einen rat |
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hallo, ich melde mich mal zurück
Also,es ist gestern und heute einiges passiert,eigentlich für mich nur positives.
Hallo Aurora
Du fragst,warum er MIR gegenüber zugeben soll, das er ein Problem hat. Ich finde, wenn er erstmal erkennt, das er ein Alkoholproblem hat,ist das schon mal ein Fortschritt. Fremden gegenüber hat man ja so seine Probs, irgendein Fehler einzugestehen.
So, nun zu dem was gestern so abgelaufen ist.Ich habe erfahren,das ich doch nicht so alleine bin und doch immer irgendwo Hilfe zu finden ist.Ichhatte ja gesagt, ich fahr zu meiner Mutter.Sie lebt in einem Seniorenheim. Sie merkte gleich,das etwas mit mir nicht stimmt und wußte auch gleich was.Sie kannte ja die Probleme mit dem Alkohol. Zufällig arbeitet in dem Heim eine ehrenamtliche Helferin,die zugleich auch in einer Suchtberatungsstelle tätig ist.Naja, ich erzählte ihr dann,was bei uns so abgeht. Sie bot sich an,uns mal zu besuchen und unverfänglich das Thema auf den Alkohol zu bringen.Allerdings meinte sie auch,ich müsste erst mal für mich was tun.Vor allen Dingen dürfte ich ihm keine "Stoff" mehr kaufen und wenn es noch so viel Streiterei geben würde. Wenn er trinken wolle, muß er sich es eben selber kaufen. Ich sollte auch, wenn er trinkt,aus dem Haus gehen und auf keine Fall die leeren Flasche aufräumen. Tja, das sind all die Dinge, die ich bis jetzt gemacht habe,eben CO-abhängig.
Das mit dem Ultimatum fand sie nicht so gut, weil ein Alki schon gewisse Unterstützung braucht,auch von der Familie.Erst wenn es garnicht mehr anders geht,sprich körperliche Gewalt,dann sollte man gehen. Außerdem denkt ein nasser Alki sowieso nur bis zum nächsten Tag und ob er für die nächsten Stunden Stoff hat. Wenn man ihm einen Zeitraum von einigen Wochen gibt, trinkt er bis kurz vor Schluss,weil er meint, er kann von heut auf morgen aufhören. So jedenfalls sind ihre Erfahrungen. Und jeder Fall (oder mensch) ist anders.Bei dem einen kann es einen heilsamen Schock geben, der andere stürzt ab.
Eigentlich ist mein Mann einer der "leichten" Fälle, meinte sie. Ein Alkoholkranker,der schon mal einige Jahre "trocken "war und gemerkt hat,wie gut es ihm ging,wäre leichter vom Alkohol wegzubringen als einer der schon 30 Jahre säuft. Er ist ein sogenannter Quartalssäufer. Er trinkt in der Woche nichts oder kaum was,aber am WE gibt er sich die Kante.
Dann rief meine Tochter an und fragte, wie es denn so liefe.Sie bekam ja den Absturz am WE mit. Auch sie bot mir ihre Hilfe an.Ich könnte abends nach ihrer Arbeit jederzeit zu ihr kommen. Ich hab sogar den Mut gehabt und mich einer Arbeitskollegin anvertraut, die sich,wenn es hart auf hart kommt, nach ner Unterkunft für mich erkundigt.
Tja und das Gespräch mit meinem Mann lief dann schon (für mich jedenfalls) gelassener ab. Er kam auch nüchtern von der Arbeit(wenn er trinkt,nur nach der Arbeit) und als ich gestern nach hause kam,stand nur Wasser auf dem Tisch und es war kein Biergestank ) in der Wohnung.
Ich hab ihm dann gesagt,das ich kein Bier mehr für ihn kaufe.Und das ich zu einer Suchtberatung gehen will und er ,wenn er will, mitkommen kann. Mit dem Bier war er sofort einverstanden. Mit der Beratung war er nicht so begeistert, er hätte kein Problem.Er hätte es schonmal geschafft ohne fremde Hilfe und ohne Probleme.
Naja, ich bin ganz froh,das ich dieses Forum gefunden habe und mich getraut habe, hier anzumelden. Eure Aufmunterungen machen einen Mut,selber was zu tun.
Ich weiß,ich steh noch ganz am Anfang,so schnell gewinnt man keinen Krieg, aber ich bin nicht mehr alleine.
L.G. Schnurzl |
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| schnurzl hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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Aurora sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2007 Beiträge: 5776 Alter: 53 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 20.04.2011, 16:49 Titel: Re: brauche einen rat |
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Liebe schnurzl,
das ist schön, dass du da noch Unterstützuing gefunden hast!
Aber eine Aussage von der Suchtberaterin finde ich nicht gut
| Zitat: | | Erst wenn es garnicht mehr anders geht,sprich körperliche Gewalt,dann sollte man gehen. |
Ich finde, die seelischen Dinge, die da bei uns Angehörigen passieren, sind mindestens genauso schlimm, wenn nicht schlimmer, wie Schläge! Meiner Meinung nach sollte man gehen, wenn die Lebenssituation nicht mehr passt, man nicht mehr glücklich ist, man keine eigene Lebensqualität mehr spürt. Warum soll man denn sowas aushalten?
Ich finde es gut, dass du in Ruhe mit deinem Mann reden konntest, ihm deine Dinge sagen konntest. Nun kann er ja sehen, was er auch für sich daraus machen will. Und du hast nun auch die ersten Schritte für dich gemacht!
Jetzt passiert etwas, wirst sehen. Du beginnst, etwas in Bewegung zu bringen und dein Mann muss nun reagieren. In welche Richtung das geht, wird sich herausstellen. Mach mal schön in Ruhe weiter.
Liebe Grüße
Sylvia |
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| Aurora hat zum Thema: Re: brauche einen rat geschrieben
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