Odette neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 10.05.2006 Beiträge: 3 Wohnort: Stuttgart
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Verfasst am: 10.05.2006, 22:34 Titel: Mein Problem |
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Hallo,
wie Ihr seht bin ich noch relativ neu hier. Ich hab lange gebraucht irgendwie Hilfe zu suchen, und bin mir nicht so ganz sicher ob es richtig ist, hab aber das Gefühl das es richtig sein könnte, das ich mir angemeldet habe.
Ich hab seid Jahren Probleme mit meinem Leben und auch psychisch irgendwie.
Ich bin jetzt 24 und seid einer Weile habe ich ein Problem mit Alkohol. Als ich jünger war hab ich ab und zu mal etwas getrunken, wenn dann aber meistens gleich ziemlich viel. Seid ca. 5 Jahren ungefähr trinke ich regelmäßig Alkohol. Angefangen hat es mit 1-2 Gläsern Wein. Mittlerweile muss ich ehrlich sagen, trinke ich ungefähr 4-5 mal in der Woche Abends eine Flasche Wein. Wenn es ganz schlimm ist auch mal 1 1/2 oder sogar 2. Andererseits kann ich aber durchaus auchmal 3 Tage nichts trinken, meistens wenn ich bei meiner besten Freundin bin, sie wohnt ca. 400 km von mir weg und wir sehen uns so ca. alle 4 wochen. Ich weiß aber nicht, ob das nicht in dem Moment dann eine Form von verstecken ist. Ich merk das selbst schon, das ich versuche das irgendwie zu verstecken, ich versteck die leeren Flaschen z.B. wenn ich weiß, das meine Mutter zu mir kommt.
Ich hab schon öfters versucht aufzuhören, oder mal ein paar Tage nichts zu trinken, hab aber immer schnell gemerkt, das es mir mit Alkohol "besser" geht.
Tagsüber trink ich eigentlich nie etwas. Ich trink immer nur abends. Ab und zu kommt es eben durchaus auch vor, das ich 1 1/2 flaschen wein niedermache. Am nächsten Tag fühl ich mich dann wieder extrem schlecht. Und mittlerweile hab ich das Gefühl irgendwie in einem Teufelskreis festzustecken, weil ich dann eben wieder trinke, weil es mir schlecht geht.
Ob ich gesundheitlich deshalb schon Probleme habe weiß ich jetzt nicht so genau. Ich denke es aber, ist ja auch kein Wunder. In den letzten 3 Jahren hab ich zum Beispiel extrem abgenommen.
Ich weiß auch nicht mit wem ich darüber reden könnte. Mit meiner besten Freundin könnte ich darüber reden, und ich weiß auch, das sie für mich da wäre, und mir helfen und mich unterstützen würde, aber ich habe Angst davor. Mit meinen Eltern kann ich gar nicht darüber reden. Einerseits auch weil Angst davor habe, andererseits, weil ich es nicht ertragen könnte meiner Mutter noch mehr Kummer zu machen. Ich glaube aber, sie ahnt etwas, weil sie erst zu mir gesagt hat, ob sie sich Sorgen machen müsste wegen dem Alkohol. Anstatt ihr zu sagen, ja ich habe ein Problem habe ich gesagt, das alles in Ordnung wäre. Und das hat eigentlich alles nur noch schlimmer gemacht, weil ich mich so schuldig fühle, das ich sie angelogen habe.
Ausserdem hab ich momentan noch das Gefühl irgendwie, auch wenn es ein schlechtes Gefühl ist, das mein Leben irgendwie total schief läuft. Und wenigstens für eine kleine Weile weiß ich das es mir gut geht. Auch wenn es nur ein oder 2 Stunden sind und ich weiß das es mir danach noch schlechter geht.
Ich hab angefangen vor einer Weile mein Abitur zu machen und ich weiß das ich mit dem trinken aufhören muss, sonst kann ich mir meinen Traum, Archälogin zu werden nie erfüllen, aber trotzdem hab ich Angst davor. Ich hab einfach verdammte Angst davor, das ich das alles dann gar nicht auf packe.
Das ist jetzt zwar lang geworden, aber es tut gut das mal losgeworden zu sein. Ich bin es langsam leid, die Menschen anlügen zu müssen, die ich liebe und die mir wichtig sind, und ständig Geheimnisse vor ihnen haben zu müssen.
Deshalb hoffe ich aber auch hier Menschen zu finden, die mich verstehen können. |
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Joachim Gast
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Verfasst am: 10.05.2006, 23:09 Titel: Re: Mein Problem |
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Hallo Odette,
schön, dass Du es geschafft hast doch zu schreiben.
Ich denke schon, dass es die richtige Entscheidung war Dich hier anzumelden, denn es ist wichtig und richtig darüber zu reden.
Wir alle hier können das nachempfinden und auch verstehen.
Wie Du ja nun selber sagst, hast Du ein Problem mit dem Alkohol.
Dieses Eingeständniss ist ein erster wichtiger Schritt. Dass Du Dich nach Hilfsangeboten umsiehst ebenso. Jetzt heisst es aber vor allem auch Hilfe anzunehmen.
Ich möchte Dir Mut machen Dich Deinem Arzt anzuvertrauen und einmal darüber nachzudenken in eine Suchtberatungsstelle zu gehen. Dort könnte man gemeinsam mit Dir einmal schauen, welcher Weg der beste wäre um Deine psychischen Probleme zu bewältigen.
Du brauchst da wirklich keine Angst zu haben, denn die werden alle Verständniss für Deine Lage haben, und unter Schweigepflicht stehen die auch.
Für mich war es seinerzeit eine riesengrosse Befreiung, als ich diesen Schritt gemacht habe, daher kann ich nur versuchen Dich zu ermutigen.
Wir hier im Forum können Dich gern unterstützen, und haben auch ein offenes Ohr für Dich, aber Handeln musst Du.
Es ist ein wirklich lohnenswerter Weg in die Freiheit.
Du kannst es schaffen.
Also hab keine Angst.
Ach und mach Dir auch bitte keine Gedanken über die Länge Deiner Beiträge. Rede drüber, wenn es Dich befreit.
Alles Gute, viel Mut und viel Kraft für Deinen Weg.
Gruss Joachim |
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