| Hautbild Gewicht etc. beim trocken werden / bleiben • Leben und lieben(???) ohne Alkohol |
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freigeist75 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 13.04.2011 Beiträge: 26
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Verfasst am: 13.04.2011, 14:03 Titel: Ein trockener Alkoholiker! |
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Ich lebe mit einem trockenem Alkoholiker zusammen. Weiss dies erst seit 3 Tagen. Wir leben ca. seit einem Jahr zusammen.
Meine Fragen:
Kann ein trockener Alkoholiker, der ca. 10 Jahre an seiner Sucht hing, täglich wohl 2-4l Wein trank, mehrere erfolglose Entzüge hinter sich hat und nun seit ca. 1 Jahr nichts getrunken hat, selber einen Entzug ohne fremde Hilfe machte, kann so jemand sich selber richtig einschätzen?
Seine Bedürfnisse und sein Leben ohne verklärende Faktoren und realitätsbezogen betrachten?
Er selber hat mir nichts von seiner Krankheit erzählt gehabt. Ich habe es durch seine Mutter erfahren, nachdem ich durch seine Wesensänderung einige heftige Diskussionen, Gespräche etc. mit ihm hatte und nicht voran kam.
Gibt es den trockenen Rausch?
Ich habe auch einen Beitag im Forum fpr Co Abhängige Parter mit dem Titel "was kann ich ihm überhaupt noch glauben?!" stehen, wo man mehr über ihn und seinen Hintergrund, seine Verhaltensweisen erfährt.
Ich brauche die Einschätzung anderer Menschen, anderer trockener Alkoholiker, die wissen, was diese Krankheit mit einem macht und wie man etwas sieht, meint und denkt, wenn man seine Partner, Angehörige verletzt und vor den Kopf stösst...
Ich bin mit meinem jetzigen Wissenstand überfordert und sehr durcheinander. Ich danke euch, dass ihr mit mir Euere Lebensgeschichten und Erfahrungen teilt. Ich bin auf diese Hilfe zur Zeit angewiesen. Ich möchte niemanden fallen lassen, möchte mich aber auch nicht ausnutzen lassen und Gefahr laufen, das Seelenheil meiner Kind (und auch meins...) aufs Spiel zu setzen. |
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| freigeist75 hat zum Thema: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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juergenbausf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.04.2011 Beiträge: 323 Alter: 47
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Verfasst am: 13.04.2011, 20:04 Titel: Re: Ein trockener Alkoholiker! |
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Hallo,
ich wüsste nicht, warum ein trockener Alkoholiker das schlechter können sollte als jeder andere.
Da müsste er ja explizit sein Hirn versoffen haben. Das scheint nicht der Fall.
Jürgen |
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| juergenbausf hat zum Thema: Re: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 13.04.2011, 20:23 Titel: Re: Ein trockener Alkoholiker! |
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hallo freigeist,
ich kann dir von meiner mutter erzählen. sie trinkt ja nicht dauernd. sie hat zwischendurch trinkpausen. es ist wie ein wunder, nach ein paar tagen hat ihr körper sich wohl wieder recht gut erholt. es dauert nicht lange, dann kann ich ganz normal mit ihr reden, über dies und das. sie ist ganz normal in diesen trinkpausen. doch wehe sie fängt wieder an, dann verändert sich ihr wesen, spricht sie wirres zeugs und hat manchmal einstellungen zu manchen themen, die sie in den trinkpausen so nie haben würde. es ist verrückt!
ich glaub auch, da muss das hirn versoffen sein, das das saufen bleibende schäden verursacht hat.
doch meine beobachtung hier ist, der körper erholt sich sehr schnell wieder. zumindest bei meiner mutter!
lieben gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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HansHa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.06.2009 Beiträge: 476 Alter: 50 Wohnort: Berlin - Trocken seit 2005
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Verfasst am: 14.04.2011, 11:45 Titel: Re: Ein trockener Alkoholiker! |
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Hallo,
für mich gibt es zwei Sorten nicht trinkender Alkoholiker, das sind die wirklich trockenen, die sich mit ihrer Sucht beschäftigen und die Entwicklung, die sie während der nassen Zeit nicht gemacht haben oder die in die falsche Richtung gegangen ist, versuchen zu korrigieren. Dann gibt es wie von "Melinak" schon erwähnt, Leute mit Trinkpausen, die es aus irgend einem Grund aushalten, nicht zu trinken. Und je nach dem kann das schon mal längere Zeit, in einzelnen Fällen auch über Jahre, funktionieren. Im Prinzip wird das Suchtgedächtnis mit großem Aufwand (Muss nicht vom Betroffenen bewusst wahrgenommen werden.) "gedeckelt".
Es gibt da auch keine klaren Unterscheidungsmerkmale für außen Stehende. Das kann nur der Süchtige selbst für sich entscheiden, wie er auch entscheiden muss, ob er süchtig ist.
Ich kenne beide Seiten und habe früher auch längere Trinkpausen gemacht. Im Gegensatz zu jetzt ist der Trinkwunsch nie aus meinem Kopf verschwunden und ich habe mich immer quälen müssen, um nicht zu trinken. Ich habe mir und anderen gegenüber auch nicht zugegeben, dass ich süchtig bin, sondern habe das Nichttrinken anders begründet. Für mich fängt der Weg in die Trockenheit damit an, dass ich vor mir und anderen, wirklich und tief verankert, zugebe ein Alkoholiker zu sein.
Schönen Tag
H. |
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| HansHa hat zum Thema: Re: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 14.04.2011, 12:44 Titel: Re: Ein trockener Alkoholiker! |
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hallo h, | Zitat: | Hallo,
für mich gibt es zwei Sorten nicht trinkender Alkoholiker, das sind die wirklich trockenen, die sich mit ihrer Sucht beschäftigen und die Entwicklung, die sie während der nassen Zeit nicht gemacht haben oder die in die falsche Richtung gegangen ist, versuchen zu korrigieren. Dann gibt es wie von "Melinak" schon erwähnt, Leute mit Trinkpausen, die es aus irgend einem Grund aushalten, nicht zu trinken. Und je nach dem kann das schon mal längere Zeit, in einzelnen Fällen auch über Jahre, funktionieren. Im Prinzip wird das Suchtgedächtnis mit großem Aufwand (Muss nicht vom Betroffenen bewusst wahrgenommen werden.) "gedeckelt".
Es gibt da auch keine klaren Unterscheidungsmerkmale für außen Stehende. Das kann nur der Süchtige selbst für sich entscheiden, wie er auch entscheiden muss, ob er süchtig ist.
Ich kenne beide Seiten und habe früher auch längere Trinkpausen gemacht. Im Gegensatz zu jetzt ist der Trinkwunsch nie aus meinem Kopf verschwunden und ich habe mich immer quälen müssen, um nicht zu trinken. Ich habe mir und anderen gegenüber auch nicht zugegeben, dass ich süchtig bin, sondern habe das Nichttrinken anders begründet. Für mich fängt der Weg in die Trockenheit damit an, dass ich vor mir und anderen, wirklich und tief verankert, zugebe ein Alkoholiker zu sein.
Schönen Tag
H. | genau das ist der grund für mich heute nicht mehr in hoffnung zu leben, das meine mutter trocken ist, wenn sie mal nicht trinkt. es geht recht lang, manchemal monate, da trinkt sie nichts. früher dachte ich, JA sie hats geschafft, sie tinkt nicht und glaubte daran, das sie es nie mehr tun wird. leider musste ich jahrzentelang miterleben wie diese hoffnungen immer und immer wieder mit einem schluck aus der schnapsflasche wie eine seifenblase platzten. darum bin ich heute noch sehr sehr skeptisch, wenn hier geschrieben steht, "ich trinke keinen alkohol mehr also bin ich trocken". die gedanken, bedürfnisse zu trinken sind vorhanden und sie quält sich damit trocken zu bleiben.
um trocken zu bleiben brauchte es eben diesen umdenken wie du es beschreibst und ein ständiges darauf achten keinen tropfen mehr zu trinken, das aber als notwendigkeit anzusehen und zu spüren, das es einem ohne alkohol besser geht. meine mutter gibt zwar zu alkoholikerin zu sein. sie sieht aber nicht, das sie nicht nur nicht trinken muss um trocken zu werden. traurig aber wahr!die sucht liegt wesendlich tiefer im menschen, als das es "nur" mit dem weglassen von alkoholischen getränken getan wäre.
lieben gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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HansHa neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.06.2009 Beiträge: 476 Alter: 50 Wohnort: Berlin - Trocken seit 2005
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Verfasst am: 14.04.2011, 13:38 Titel: Re: Ein trockener Alkoholiker! |
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| Melinak hat Folgendes geschrieben: | | "ich trinke keinen alkohol mehr also bin ich trocken" |
Genau das ist auch für mich das Problem bei vielen Neu-Nichttrinkern in ihrer Euphorie der ersten Tage. Darum hatte ich auch mal die Frage nach der Aussage "Kein Verlangen" ( http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic24814.html ) gestellt. Wenn ich schon gleich am Anfang beginne "zu deckeln" und mir gegenüber nicht zugeben kann, dass mich das Suchtgedächtnis doch treibt, ist nach meiner Meinung die Chance auf Trockenheit noch geringer. Aber wir haben es ja nicht anders gelernt. Und es ist ein gutes Stück Arbeit solchen Anfang zu finden.
Und wenn ich das anspreche und dann höre: "Aber wenn ich doch keinen Saufdruck habe." oder so ähnlich, kann ich das nicht glauben.
Ich habe es nach vielen vergeblichen Versuchen anders als vorher gemacht und mich von jemand in dieser Beziehung belehren lassen. Zuerst wusste ich nicht wirklich was ich tat, aber ich bin davon ausgegangen, dass da was dran ist. Erst nach Jahren kann ich es nachvollziehen und formulieren (eigentlich doch noch nicht richtig). Für mich war das jedenfalls von heute aus betrachtet der richtige Weg. |
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| HansHa hat zum Thema: Re: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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juergenbausf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.04.2011 Beiträge: 323 Alter: 47
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Verfasst am: 14.04.2011, 14:04 Titel: Re: Ein trockener Alkoholiker! |
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naja,
die Ausgangsfrage war ja:
| Zitat: | Kann ein trockener Alkoholiker, der ca. 10 Jahre an seiner Sucht hing, täglich wohl 2-4l Wein trank, mehrere erfolglose Entzüge hinter sich hat und nun seit ca. 1 Jahr nichts getrunken hat, selber einen Entzug ohne fremde Hilfe machte, kann so jemand sich selber richtig einschätzen?
Seine Bedürfnisse und sein Leben ohne verklärende Faktoren und realitätsbezogen betrachten?
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Da bin ich nach wie vor der Meinung, das kann er ganz genau wie jeder andere Mensch auch.
Das hängt davon ab, inwieweit er sich mit sich selbst beschäftigt hat.
Was er sagt, das darf man auch ernst nehmen.
Bis er das Gegenteil bewiesen hat.
Jürgen |
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| juergenbausf hat zum Thema: Re: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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Penta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2010 Beiträge: 3106 Alter: 41
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Verfasst am: 14.04.2011, 14:12 Titel: Re: Ein trockener Alkoholiker! |
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Hallo HansHa,
tut mir leid, ich kann mich an Suchtdruck, in dem Sinne, wie er hier an vielen Stellen beschrieben wird, noch nicht mal in meiner nassen Zeit erinnern.
Ich musste nicht morgens nachtanken und mir lief nicht beim Anblick von Bier (mein Getränk) das Wasser im Mund zusammen.
Ich trank, weil ich trinken wollte und nach dem dritten Bier verlor ich zunehmend und immer häufiger die Kontrolle.
Ich weiß und das lese ich hier auch immer wieder, dass es einen Unterschied zwischen Suchtdruck und dem Gedanken an Trinken oder Alkohol gibt.
Ich habe nun mal keinen Suchtdruck verspürt. Und nu?
Glaubst du mir das nicht und ich will dich auch von nix überzeugen, entspreche ich aber dem, was du hier als nicht ernsthaft an ihrer Sucht arbeitend hinstellst.
Ich denke es ist sowas von wurscht, ob jemand Suchtdruck hat oder nicht. Es ist auch total wurscht, ob jemand Verzichtsgedanken verspürt oder nicht.
Für mich ist wichtig, was ich tu, damit ich nicht in die Gefahr komme, Suchtdruck bei mir auszulösen.
Und für mich ist wichtig, was ich mit dem Gedanken mache, wenn ich beginne, den Verzicht bei mir zu spüren.
Nicht der arbeitet besser an seiner Trockenheit, der die größten Horrorgeschichten zu erzählen hat.
Sondern für mich sind die Langzeittrockenen Vorbilder, die aktiv Alternativen finden und ihr Leben heute gestalten.
Penta |
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| Penta hat zum Thema: Re: Ein trockener Alkoholiker! geschrieben
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