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wie geht man am besten mit einem alkoholier um?

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Hab da eine wichtige Frage an euch   •    Kontrollieren- ist es wirklich so?  
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Frozen Tears
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Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.11.2006
Beiträge: 465

BeitragVerfasst am: 03.07.2011, 22:45    Titel: Re: wie geht man am besten mit einem alkoholier um? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Tosia,
eigentlich sollte dein thread verschoben werden.
die vorherigen beiträge haben eigentlich schon alles gesagt.
Ich möchte Dich aber nochmal ermutigen, dass Du versuchst Distanz zu Deinem Partner zu bekommen, oder genauer gesagt zu seiner Sucht.
Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, wurde ja schon gesagt.
Du schreibst , als ob Du von einem vorübergehenden Zustand ausgehst, vielleicht von launen eines menschen, der hin und wieder mal trinkt.
aber was Du da beschreibst ist genau das Krankheitsbild eines Alkoholikers. Die Launen/ Stimmungen/ ansichten können sich von Minute zu Minute ändern. Ich bin Tochter eines Alkoholikers und bin damit groß geworden. Ich bin viel verletzt worden, denn auc ich hatte es als Kind nciht begriffen, dieses Wechselbad der Gefühle, Beschimpfungen etc... Ich hatte alles ernst genommen, habe es auf mich bezogen.
Wenn Du diese Distanz nicht schaffst und auch Dein Kind nicht werden Eure Seelen kaputt gehen.
Und auch wenn Du jeden Tag Mitleid empfindest gehst Du kaputt. Denn auch Mitleid ist Leid. Hast Du selber schon einmal ein bißchen über den Durst getrunken? Dann solltest Du es kennen , was man im Suff so redet, denkt, sich selbst überschätzt, nicht mehr unter Kontrolle hat. Bei einem Alkoholiker ist ständig auch der restalkohol, die Entzugserscheinungen. Er ist nie 100% nüchtern. Er ist sozusagen nicht mehr er selbst und noch schlimmer, entfernt sich jeden Tag mehr und mehr von sich. Und Du darfst es miterleben, oder auch niht. Das entscheidest Du.
Vor allem halte dir vor Augen: Dir gehts es schlecht.
Der Alkoholiker tröstet sich mit seinem Alkohol, schlecht gehts ihm wenn er 'nicht' trinkt. Darum ist es ja ne Sucht und so schwer aufzuhören. Also, warum sollte er aufhören? Weil Dir es dann gut geht? Da ist es doch besser, wenn Du Dich nciht so anstellst und nicht so übertreibst. Da hat er Recht. Es ist ja sein recht sich zu zerstören und sich noch dazu gut dabei zu fühlen. Das Schlimme, die Folgeerscheinungen, der Zerfall kommt ja erst sehr spät, nach Jahren. bei meinem Vater hatte es bestimmt so ca 17 Jahre gedauert. wie lange willst du warten? Und nicht jeder Abhängige wird dann wach wenns für ihn ernst wird. Viele schaffen es nicht, viele sterben letztlich daran. Es tut weh einem Menschen, den man irgendwie doch liebt, dabei zuzusehen, wie er sich zerstört und nichts tun zu können. Deswegen sind eigentlich alle coabhängigen hier. Es ist auch schwer zu begreifen, DASS es da auch keien schleichweg, keine Ausnahem gibt. es gibt Pärchen, die sich nicht trennen und der Partner einen Entzug macht. Doch der hat es eingesehen und will es, von sich aus.
Alkohol ist ja nicht das einzige unvernünftige , ungesunde im Leben. Schon andere schlechte Gewohnheiten wie zu viel Essen, TV gucken, Zigaretten rauchen sind Dinge, die der Mensch tut, obwohl er es eigentlich besser weiß, dass die nciht gut sind. Aber schon bei vielen 'Gewohnheiten' läßt man sich kaum hineinreden, bestimmen von einem anderen.
Es klingt irgendwie richtig und logisch den geliebten Menschen überzeugen zu wollen,d ass Trinken schädlich ist , weil es eben auch stimmt. Aber wen jemand das kleine bißchen Genuss vorzieht und alle Konsequenzen dafür in Kauf nimmt, garnicht naders will, dann redtet man gegen eine wand und der andere wird mehr und mehr genervt, weil er sich nichts vorschreiben lassen will und sich nicht unter Druck setzen lassen will.
Man kann also lernen auf sich selbst zu konzentrieren. Versuchen sein eigenes Leben lebenswert zugestalten. Keine Ansprüche mehr stellen, keine Erwartungen mehr haben. den ganzen Unsinn wie Beleidigungen etc nicht persönlich nehmen. Abstumpfen. Für mich war das eine zwangsläufige Überlebensstrategie. Ich mußte mich zurückziehen, oft in mein Zimmer, habe viel kreatives gemacht, meine stimmungen waren unabhängig von denen meines Vaters. Meine Mutter hatte immer weiter gelitten. Als Partnerin hat man eine andere Position. Sie hat mir sehr Leid getan.
Wenn Du das schaffst wie beschrieben, dann mußt Du aber schauen,was Dir noch bleibt. Du hast einen Menschen, den DU liebst. Vielelicht liuebt er Dich auch , aber er kann es Dir nicht mehr zeigen, es bleibt und geht immer mehr ins Verborgene über, Seine Welt ist eine andere, in der er lebt und die Momente werden immer kürzer, wo ihr euch auf der selben Ebene begegnet. Jetzt die nächste Frage: Ist das noch eine Beziehung? Was für ein Leben ist das überhaupt? Ihr seid ihm bald 99% egal. Reichen Dir dieses 1%? Aus der Liebe wird nach und nach die Hoffnung wieder dem alten Menschen zu begegnen, den man einmal kannte.
Warum sich trennen? Welchen Sinn bringt das, wenn man eh nicht weiß, ob sich dadruch was ändert.
Der Alkoholiker hat ja nie irgendeine negative konsequenz erfahren. Warum soll er dann aufhören? Mit einem kleinen Kater und etwas Gedächtnislücke zwischendruch läßt es sich offensichtlich prima leben. Den Müll, den man redet vergißt man ja schnell wieder. Und dann immer wieder die Belohnung- der geliebte Rauschzustand.
Negative resonanz kann er also nur haben, wenn er gesundheitlich recht ruiniert ist- oder aber durch eine Trennung. vielleicht. keine Garantie.
Mein Vater ist eben erst durch diese gesundheitlichen Zerfall wach geworden. Genau genommen hat sein Hausarzt ihm die Konsequenzen vor augen gehalten, wenn er nicht aufhört.
Genauso gut kann es passieren, dass er erstmal schön in Ruhe und ohne Nerverei weiter trinkt. Und wenn er dich vermisst wird eben einer drauf gekippt. Es gibt keine Garantie. Daher , wenn du das erstmal verstanden , akzeptiert hast bleibt dir nur die farge: Wie will ich leben?
Auch mir geht es so, dass mir jeder beitrag hier das Herz bluten läßt. Ich weiß, wie es sich anfühlt, so ohnmächtig zu sein. Reden- warum bringt das nichts. erstmal weil der Süchtige nie wirklich nüchtern ist und wenn, dann hälts nicht an und die ganze Denkweise wird nur noch suchtunterstützend. ja, ja , ja und nun sei ruhig. Du machst den Fehler, dass deine Denkwiese iene ist, die man auf eine normalen menschen anwenden würde. Das bedeutet, dass du noch ncith begriffen hast, dass dein Partner süchtig ist und dass das eben genau die eigenarten der sucht sind, dass sie unlogisch, unvernünftig sind. Der Ball ist rund, sonst wärs ein würfel.
Der Süchtige muß tief fallen, um wieder aufstehen zu können. Und Du kannst ihm nur Stolpersteien in den Weg legen, doch Du versuchst die ganze Zeit ihm den Weg zu ebnen. Stolpersteine - das wären:
Gib ihm nie Geld, übernimm keine Verantwortung für ihn, koche nicht für hn, bügle nicht für ihn, kein abwasch, keine Lügen,keine Bewerbungen.
jeder alkoholiker wird sicher mal irgendwann an seine Grenzen stoßen, dass sein alltag nicht mehr zu bewältigen ist. Das sind Momente wo er dann anfangen muß nachzudenken. Das sind Chancen. Wenn er morgens alleine in seinem vollgekotzen Bett aufwacht und merkt, dass er in eienr feuchten Lache liegt und der Schädel so richtig brummt, er den Tag verpennt hat und die Kündigung schon im Briefkasten steckt. Das sind Chancen.
Eine Freundin von mir hat hier mal ne zeit drin gelesen im coabhängikeitsbereich und all diese Dinge mal ausprobiert, nichts mehr für ihren alkoholabhängigen Partner getan. Nach drei Monaten brauchte sie sich nciht mehr zu trennen. Er selber kam immer seltener zu ihr, nistete sich bei einem Kumpel ein, ein Saufgenosse mit eigener Wohnung, kam bald nur noch zum wäsche waschen...Das öffnete ihr die Augen. So schnell merkte sie welche Rolle sie überhaupt nur noch für ihn hatte. Ohne ihr zutun verschwanden dann auch so allmählich die Gefühle für ihn. Vieellciht solltest Du das auch mal ausprobieren. Keine Gespräche mehr, keine erwartungen, Hoffnungen, unter Druck setzen. Einfach 'Nichts' tun.
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Frozen Tears hat zum Thema: Re: wie geht man am besten mit einem alkoholier um? geschrieben

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