| Wie sieht ein "suchtmittelfreies Leben" aus? • Macht Alkohol glücklich? |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 04.04.2011, 08:12 Titel: Aus der Opferrolle rauskommen |
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Ich möchte hier mal ein allgemeines Thema zur Opferrolle eröffnen.
Bin ich immer das Opfer, weil sich andere Menschen nicht so verhalten, wie ich es möchte?
Kann ich mein eigenes Leben nicht so führen, weil mir andere Menschen oder gar die ganze Gesellschaft keine Chance geben?
Meine Devise ist ja, nimm dein Leben selbst in die Hand.
Wartet man eventuelle zu lange, weil man nicht handeln will?
Spielt hier die Angst vor der Zukunft eine Rolle und hält man daher lieber an das bisherige Leben fest, auch wenn es nicht so schön ist?
Wie ( fast ) immer, können sich Gäste auch unter "Opferrolle oder Selbstbestimmung" äußern.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2526 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 04.04.2011, 22:05 Titel: Re: Aus der Opferrolle rauskommen |
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Hallo Karsten,
das mit der Opferrolle ist sehr tief verwurzelt und ein überaus spannendes Thema.
Mittlerweile hab ich bei mir den Verdacht, dass es auch was mit Glücksvermeidung zu tun hat, wobei ich nicht genau verstehe, woher die nun wieder kommt.
Die meisten Situationen kann man so oder so betrachten: Man kann sich darauf fokussieren, was einen begrenzt und behindert, und dies beklagen. Oder man kann überlegen, welche Handlungsmöglichkeiten denn tatsächlich bestehen, und diese dann in Angriff nehmen.
Eben das berühmte "Wege-Finden" statt "Gründe-Finden".
Es fällt mir aber schwer, dies in allen Situationen dann auch wirklich zu tun. Wie oft denke ich: Ach, meine Situation ist ja nun mal so und so, deshalb geht dies oder jenes nicht. Stimmt vielleicht auch, dafür geht aber dann was anderes. Trotzdem tue ich es oft nicht.
Warum ist es schwer, einfach das Naheliegende zu tun?
Das wüsste ich gerne.
Na ja, manchmal ist es wirklich ein Kampf.
Manchmal erfordert es großen Mut, z.B. alles aufzugeben und sich zu trennen.
Aber manchmal erfordert es nichts und fällt trotzdem schwer.
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2526 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 04.04.2011, 22:07 Titel: Re: Aus der Opferrolle rauskommen |
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Ergänzung:
T
Trägheit spielt auch ne Rolle, glaube ich.
Was man kennt, kennt man. Und sei es noch so unangenehm.
Neues zu tun, ist hingegen nun mal Neuland. Erfordert erst einmal einen bewussten Entschluss und dann einen gewissen Kraftaufwand.
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 05.04.2011, 11:53 Titel: Re: Aus der Opferrolle rauskommen |
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hallo karsten,
ja, ich weiss wie man in der rolle des opfers drinen stecken kann. inzwischen weiss ich auch wie man da rauskommt.
ich bin da raus gekommen, indem ich an meiner eigenen selbstwahrnehmung gearbeitet habe. ich merkte schnell die fehlprogramierungen in mir. da setzte ich an, mit einem neuen selbstbewustsein. ich konnte dann über meine eigene selbstwahrnehmung dann vom negateiv denken zum positiv denken wechseln. ist ja oft nicht einfach zu erkennen.
beispiel:
negativ:
keiner mag mich
realität:
es gab menschen die mich nicht mochten, aber auch menschen die mich sehr gern haben. bewusstmachen war angesagt.
wie sehr mag ichmich eigendlich selber, das ich nur diejenigen wahr nehme die mich nicht mochten.
positives denken half mir klar zu machen, das wenn ich mich selbst als liebenswert sehe, dann auch dahingehend meine wahrnehmung änderte.
inzwischen ists egal, ich mag mich selbst, darum ist das nicht mehr das wichtigste, darauf zu achten wer mich mag und wer nicht.
wobei ich es als etwas schönes, angenehmes empfinde menschen um mich herrum zu haben, die mich mögen. darauf setz ich dann auch und sammle tatsächlich menschen um mich die mich wegen meiner persönlichkeit mögen.um mich dann auch wohl zu fühlen ohne wenn und aber, ohne kompromisse. einfach so, erwartungslos.
frührer wollte ich es allen recht machen und hab mich auch mit diesen ausseinandergesetzt, die mich nicht mochten. das war dasnn das betteln nach anerkennung und liebe, ich wars ja gewohnt, von grund auf abgelehnt zu werden. schlimmer konnte es nicht kommen.
heute kann mir jeder, der mich nicht mag den buckel runter rutschen. das ist nicht mehr wichtig.
so komm ich langsam aber sicher in richtung selbstbewustem auftreten, was mir wiederum erleichtert , denn diejenigen die opfermenschen suchen, finden die meisst unter denen, die mit ihrem selbstbewustsein schwierigkeiten haben.
ich treffe heute selten alkoholiker, was ich früher ständig tat. das ist ein ganz angenehmer, positiver effekt dabei, weil ich erkannte, ich als co suchte mir unbewusst diese menschen aus, um dann zum opfer zu werden. im grunde bin ich dabei immer opfer meines selbst geworden.
meiner meinung nach liegt es sicherlich darin, das ich selbst für mich die verantwortung gesehen habe und diese mittlerweile auch lebe.
einen schönen sonnigen tag noch
melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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Grazia aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.11.2007 Beiträge: 767 Alter: 46 Wohnort: By
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Verfasst am: 05.04.2011, 13:04 Titel: Re: Aus der Opferrolle rauskommen |
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Hallo
habe mir so meine Gedanken gemacht, übrigens, Danke schön Karsten für dieses Thema.
Also, ich bin zum Ergebniss gekommen das bei mir (ich kann da nur von mir reden) die Opferrolle hauptsächlich mit bequemlichkeit zu tun hat.
ist doch äuserst bequem nichts tu zu müssen und die verantwortung auf andere abwälzen und sich bemitleiden - ich bin ja so arm dran, aber ich kann ja nichts dafür es ist weil... hier kann man verschiedene Äussere umstände und andere Personen reinschreiben.
Wenn ich mir das bildlich vorstellen sollte, dann würde ich das mit Sport vergleichen. Man kann auf der Couch sitzen, rumjammern weil man zu fett ist sich nicht fit fühlt undundund. Oder man kann aufstehen, und mal was für sich machen und sich besser zu fühlen.
Ich hoffe ich konnte mich verständlich machen.
LG Grazia |
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| Grazia hat zum Thema: Re: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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juergenbausf neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.04.2011 Beiträge: 323 Alter: 47
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Verfasst am: 07.04.2011, 06:03 Titel: Re: Aus der Opferrolle rauskommen |
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Hallo,
mir fällt bei dem Thema auch spontan folgendes ein:
In meinem Leben sind oft (negative) Dinge mit mir passiert.
Ich hatte selten die Kraft, Entscheidungen aus mir allein heraus zu treffen, und dadurch mein Leben als positiv zu empfinden.
Lebensveränderungen haben sich oft aus diesen Dingen, an denen ich keine Chance zur Mitsprache oder Beteiligung hatte und Reaktionen auf solche
( negativen ) Dinge ergeben. Das hat oft Ohnmacht und Wut in mir erzeugt.
Meine Entscheidung, dem Alkohol goodbye zu sagen, ist - so empfinde ich das jedenfalls im Moment - eine, wenn nicht die grösste positive Entscheidung in meinem Leben, die ich aus mir selbst heraus getroffen habe.
Ich spüre auch, dass ich, wenn ich dem Alkohol dauerhaft entsage, die Kraft haben werde, Entscheidungen für mein Leben alleinverantwortlich, rechtzeitig und damit im Positiven zu treffen.
Opferrolle und Alkohol hängen bei mir stark zusammen. Ich wollte mein Leid, meine Depressionen mit Alkohol betäuben.
Ich habe, als ich noch trank, viele Tränen des Selbstmitleids vergossen.
Das ist heute - nüchtern - vorbei.
Jürgen |
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| juergenbausf hat zum Thema: Re: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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BlueCloud aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.07.2011 Beiträge: 737
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Verfasst am: 22.07.2011, 08:29 Titel: Re: Aus der Opferrolle rauskommen |
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Hallo Karsten,
| Zitat: | | Bin ich immer das Opfer, weil sich andere Menschen nicht so verhalten, wie ich es möchte? |
Bei dem Thema Opferrolle schaue ich immer mal, wie bin ich aufgewachsen? Eine These von mir ist: Kinder werden m. E. in diese Rolle hinein geboren bzw. zum Opfer erzogen oder auch wirklich zum Opfer gemacht. Diese Überlebensstrategie zieht sich dann einfach weiter ins Erwachsenenleben und wird von einer Generation zur nächsten weitergegeben.
Später wird man dann nicht zum Opfer anderer, sondern meist von sich selbst, weil einem einfach "etwas" fehlt. In dem Zusammenhang fällt dann auch öfters das Wort Schuld. "Andere haben Schuld an meiner Misere - ich bin das Opfer". Schwierig da auszusteigen, wenn nicht etwas Grundlegendes passiert, was am eigenen Bewußtsein rüttelt und zum Umdenken anregt.
| Zitat: | | Kann ich mein eigenes Leben nicht so führen, weil mir andere Menschen oder gar die ganze Gesellschaft keine Chance geben? |
Da würde ich eher von falscher Erwartung sprechen bzw. Erwartung an die Gesellschaft bzw. Erwartungshaltung im Allgemeinen. Wenn ich von der Gesellschaft erwarte, dass ich mein Leben so führe, wie ich es will, werde ich meist auf die Nase fallen, weil ich immer jemanden suche, der mir eine Chance gibt - also im Außen schaue, was mir im Inneren fehlt. Entweder ich kümmere mich selber darum, dass mein Leben so läuft, wie ich es will oder ich bin immer wieder damit beschäftigt, mir Menschen zu suchen, die mir meine Wünsche erfüllen. Ich muß meine eigenen Denkmuster und Strukturen ändern, auch einmal unangenehme Umwege gehen, die mich dann vielleicht letztendlich zu meinem Ziel führen können oder mir auf dem Weg dahin andere Ziele eröffnen.
Beispiel: Wenn ich mich mit einem Bürstenvertrieb selbständig mache, kann ich nicht erwarten, dass mir jeder eine Bürste abkauft und wenn dies nicht so passiert, wie ich es mir vorstelle, hinterher auch noch sagen, dass ich keine Chance bekomme. Wenn kein Bedarf vorhanden ist, weil jeder schon eine Bürste hat oder meine Bürste viel zu teuer ist, muss ich mich umstrukturieren, meinen Radius erweitern oder mir andere Strategien ausdenken - z. B. gezielt Friseurläden ansprechen oder auch Internetpräsenz zeigen, Verkaufsparties veranstalten oder mein Sortiment einfach vergrößern. Oder einfach irgendwann sagen: ich habe alles versucht, es hat nicht geklappt - ich orientiere mich jetzt anders. Wäre ich in der Opferrolle, würde ich mich sicherlich als Versager fühlen und meine Kunden dafür verantwortlich machen, dass es mir schlecht geht.
Gruß
BC |
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| BlueCloud hat zum Thema: Re: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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schnuffig neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.07.2011 Beiträge: 211 Alter: 35
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Verfasst am: 22.07.2011, 12:04 Titel: Re: Aus der Opferrolle rauskommen |
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Wenn ich mich als Opfer fühle, weil andere Menschen sich nicht so verhalten wie ich es möchte, dann bin ich kein Opfer sondern jemand, der Menschen manipuliert, weil er sie für seine eigenen Zwecke missbrauchen will. Wenn es dann nicht gelingt, andere nach der eigenen Pfeife tanzen zu lassen, wird geschmollt.
Ich finde das sehr unangenehm.
Das mit der Gesellschaft kann ich als Bürgerin in einer Demokratie in der ich mitbestimmen darf und soll, so für mich auch nicht sagen. Ich kann mein Leben im Rahmen der Gesetze des Landes so führen, wie ich das möchte ohne dafür mit Konsequenzen oder Bestrafung rechnen zu müssen.
Dass es in dieser Welt da auch Opfer gibt, ist mir aber bewusst und dass ein bisschen Mut, da auch mal zu helfen, nicht schadet glaube ich auch. |
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| schnuffig hat zum Thema: Re: Aus der Opferrolle rauskommen geschrieben
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