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Meine Mutter , die anständige Frau

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Fleur
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
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Beiträge: 1291

BeitragVerfasst am: 29.03.2011, 22:51    Titel: Re: Meine Mutter , die anständige Frau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Franzi,

ich bin nicht sicher, ob du unsere Antworten wirklich gelesen hast/ lesen wolltest.

Zitat:
Ich werde ihr ein paar Adressen für die Suchtberatung raussuchen und hinlegen.

Ich weiß nicht ob das ein Fortschritt ist wenn sie schon mal selbst erkennt das sie Alkoholkrank ist


Du bist nicht dafür zuständig, dass deine Mutter ihre Alkoholkrankheit erkennt (das hat sie vermutlich schon längst...).
Es geht hier um DICH. Nicht darum, wie du deine Mutter vom Alkohol abbringen kannst. Denn das kannst du nicht schaffen, so hart es klingt. Das kann nur sie selbst!
Du kannst FÜR DICH zu einer Beratungsstelle gehen und dort FÜR DICH Hilfe erhalten.

Ich weiß, dass sich das erstmal merkwürdig und ungewohnt anfühlt.

Liebe Grüße
Fleur
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Fleur hat zum Thema: Re: Meine Mutter , die anständige Frau geschrieben
fatima
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 14.12.2010
Beiträge: 54
Alter: 32
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 03.04.2011, 21:29    Titel: Re: Meine Mutter , die anständige Frau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Franziska Li hat Folgendes geschrieben:
Ich weiß nicht ob das ein Fortschritt ist wenn sie schon mal selbst erkennt das sie Alkoholkrank ist


liebe franziska

antwort: nein. denn das weiß sie. sie hat es auch shcon erkannt, bevor
du es erkannt hast! und erkenntnis allein reicht nicht. genauer gesagt:
erkenntnis des problems ist nicht ausschlaggebend!

ausschlaggebend ist: was TUT sie? nicht: was SAGT sie!

das TUN kannst du leider nicht übernehmen. also du könntest jetzt
viiiiiel energie in das "projekt mama" stecken, sie zu allen möglichen
orten schleppen, oder es versuchen, aus ihr aussagen rauskitzeln, die
dich wohl zeitweise beruhigen würden, ihr mit druck versuchen, ein
schlechtes gewissen zu machen...

aber solange es nicht VON IHR AUSGEHT und SIE TUT / aktiv ist, solange
wird deine ganze energie einfach nur in ein fass ohne boden laufen. am
ende wirst du frustriet, hilflos und noch unzufriedener sein, als du es
jetzt schon bist.

eine andere möglichkeit ist: lernen, sich abzugrenzen. hört sich so lieblos
an, oder? aber warum sollen 2 leiden (deine mutter und du), wenn es
möglich ist, dass nur einer leidet (und das wäre deine mutter)?

ist es edler von dir, mitzuleiden?
nein.

hilft es deinder mutter, wenn du dich an der sache aufreibst?
nein.

wird sie schneller ihre sucht los, wenn du ihr hilfst?
nein.

sobald du diese drei NEINs (er)kennst, hast du den ersten schritt zur
abgrenzung geschafft, die da heißt:

nicht mamas mutti sein.

eigenes leben leben.

stark werden.

glücklicher und bewusster leben.

warum ich so "negativ" denke? zunächst: bei mir heißt es nicht "negativ"
sondern schlicht "realistisch".

ich habe eine mutter, die alkoholkrank ist. dadurch habe ich mir ein paar
komische verhaltensweisen zugelegt- eigentlich nach 32 jahren kein wunder.

seit gar nicht so langer zeit habe ich mich dazu anregen lassen (unter
anderem hier), mich mal aus diesem muster herauszutrauen.

das hat mir sehr gut getan.

ich habe meine machtlosigkeit erkannt (ich KANN meine mutter nicht
retten, SIE KANN ES, will aber derzeit nicht).

das hat mich verändert- schrittchen für schrittchen. und es wäre mir
UNDENKBAR, rückwärts zu gehen. ich kann nie wieder dort weitermachen,
oder weiterdenken, wo ich begonnen habe, mich zu ändern.

ich bin selbständiger geworden und merke, es tut mir gut!

ist das fies? ist das selbstsüchtig?

NEIN! ich habe mich, meine pflichten, meine zukunft, sogar meine kinder
vernachlässigt, weil ich mich an meine mutter gebunden fühlte- und an
die lösung IHRES problems!

wem bitte hat das genützt? nach ALL DEN JAHREN hat es meine mutter
nicht dazu gebracht, ihre sucht zu beenden.

dafür hat es mich zu einem SCHATTEN meiner selbst gemacht.

eine hilflose person, die quengelt, mäkelt, leidet, depressiv ist- ABER
genausowenig dagegen getan hat, wie meine mutter gegen ihre sucht!

war das dann der sinn? nein. der sinn war wohl, irgendwann meinen
weg zu finden. irgendwann zu merken: ich strample herum, aber es
bringt nichts- alle drehen sich einfach nur weiter im kreis, und alles
wird immer schlimmer, immer aussichtsloser.

also schluss, bruch, schnitt.

das kann ich auch DIR nur empfehlen.

lg fatima
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fatima hat zum Thema: Re: Meine Mutter , die anständige Frau geschrieben
Franziska Li
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.02.2011
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 18.04.2011, 19:22    Titel: Re: Meine Mutter , die anständige Frau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für die guten Ratschläge und Tipps.
Nach drei Wochen Trockenheit ist meine Mutter mal wieder am trinken.
Aber ich tue mein ding und lass sie machen.
Wenn sie Nüchtern ist, ist bei uns alles Gut und wir machen auch was zusammen.Aber sobald sie trinkt bin ich nur Unterwegs und halt mich so gut es geht von zuhause fern.

Liebe Grüße

Franziska
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Franziska Li hat zum Thema: Re: Meine Mutter , die anständige Frau geschrieben
dorothea
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.08.2006
Beiträge: 7472
Alter: 48
Wohnort: Salzgitter

BeitragVerfasst am: 18.04.2011, 21:45    Titel: Re: Meine Mutter , die anständige Frau Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

hallo franzi

meine älteste heißt so, Winken

ich bin trockene alkoholikerin, und ich kann dir ganz klar sagen, solange du deiner mutter den dreck hinterher räumst den sie wärend ihrer sauforgien fabriziert wird sie eh nichts ändern. warum auch, ihr gehts doch gut. such du dein heil in der flucht, wenn sie was ändern will, dann wird sie auch die ansprechpartner dafür finden, die sind ja nicht geheim.

es ist egal ob du bettelst, flehst oder schipfst, das wird nichts ändern. auch wenn sie dir was verspricht, was sie in dem moment sicher auch wirklich meint, die sucht ist stärker. ein alkoholiker braucht seinen persönlichen tiefpunkt um sich befreien zu können. da kannst du rein gar nichts dazu beitrage. bestenfalls dich wirklich von ihr abgrenzen. hilfe durch nichthilfe. wo der tiefpunkt liegt ist bei jedem menschen anders, manche erreichen ihn auch nie. gib dich da keinen hoffnungen hin, erst wenn sie beweist das sie was unternimmt kann man anfangen vorsichtig zu hoffen, aber selbst das geht viel zu oft schief.

such nach hilfe für dich, so hart es ist, ihr helfen zu wollen ist zeitverschwendung. zeit die du für deine lehre und dein leben brauchst. ihr leben ist ihre aufgabe, nicht deine.

doro
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dorothea hat zum Thema: Re: Meine Mutter , die anständige Frau geschrieben

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