Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Das Kämpferherz gebrochen. - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Das Kämpferherz gebrochen.

 
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern -> Seite 4
Alkoholiker-Mutter und die Gefährdung anderer...   •    Meine Mutter und der Wodka  
Autor Nachricht
J-min
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.03.2011
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 26.03.2011, 22:28    Titel: Das Kämpferherz gebrochen. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen.

Ich bin 21 Jahre alt, berufstätig. Mein jüngerer Bruder ( 15 Jahre ) Schüler.

Mein Vater ( 44 Jahre ), ist schwerer Alkoholiker. Seit ich denken kann, hat er getrunken, und Jahr für Jahr ist es schlimmer geworden. Vor 6 Jahren hat meine Mutter einen Schlussstrich gezogen und die Scheidung eingereicht, es ging einfach nicht mehr. Zu dieser Zeit würde ich sagen, hat sich die Alkoholsucht noch in Grenzen gehalten, da waren es täglich 5 Bier und gut wars. Einmal im Monat gabs dann einen Ausschweifer, das war alles.
Als ich damals von der Scheidung erfahren habe, war ich noch das totale Papakind, einfach unzertrennlich. Trotz der Sucht war mein Vater immer meine Bezugsperson und ich hatte immer ein besseres Verhältnis zu ihm als zur Mutter und ich wollte unbedingt zu meinem Vater ziehen.

Mein Vater konnte in Wut oft seine Wortwahl nicht zügeln, und kurz bevor wir beide dann gemeinsam ausgezogen wären, gabs einen größeren Streit zwischen uns, und ich wurde von ihm beschimpft. Das hat mich so tief verletzt, dass ich es mir mit der gemeinsamen Wohnung anders überlegt habe und bei meiner Mutter geblieben bin. Ein Jahr lang haben mein Vater nach diesen Streit nicht mehr miteinander geredet. Wenn wir uns zufällig auf der Straße begegnet sind, gabs nicht mal ein Hallo. Ab diesen Jahr hat sich etwas zwischen uns verändert.

Nach der Scheidung wurde die Sucht schlimmer. Da wir alle drei ( Mutter, Bruder und ich ) meinen Vater nie ganz in Stich gelassen haben, weil wir ihn ja lieben und er ja an sich wirklich ein ganz ganz toller Mensch ist, hatten wir trotzdem noch regelmäßigen Kontakt. Seine Wohnung ist auch nur 5 Min. entfernt.
In all den Jahren haben wir alle immer wieder versucht zu reden, zu verstehen, zu kämpfen. Ich war die erste in der Familie die irgendwann begriffen hat, es wird sich nichts ändern. Solang er nicht will, können wir soviel tun wie wir wollen.

Sämtliche Therapien, Entzüge und Selbsthilfegruppen hatte er hinter sich. Dass ging dann 3-4 Monate gut und dann griff er wieder zum Alkohol. Wir haben ihn immer unterstüzt, an ihn geglaubt und versucht ihm dass zu geben was ihn helfen könnte. Unsere Liebe. Aber er hat unsere Angst gespürt und heute denke ich, dass ihn dass eingeengt hat und ihn dazu geleitet hat, wieder zu trinken.

Dann kam das Jahr 2010.

Ich denke, ich hab letztes Jahr bestimmte Dinge einfach nicht sehen wollen. Wenn ich zurück blicke was ich damals für ein tolles Verhältnis mit meinen Vater hatte, und was daraus geworden ist, es bricht mir das Herz.
Letztes Jahr fing es an, dass mein Vater weniger Appetit hatte ( er war ein guter Esser ), er seltener zu Besuch kam und wir ihn in seiner Wohnung nicht mehr besuchen durften und er kaum noch ans Handy ging. Zu den Zeitpunkt betrug sein täglicher Alkoholverzehr im Schnitt täglich 2-3 Wodkaflaschen.
Irgendwann kam die Phase wenn er zu Besuch kam er sich oft vor Schmerz die Hand an die Leber gedrückt hat, um den Schmerz zu lindern oder er uns gebeten hat ob wir ihm Alkohol kaufen können. Dass war immer sehr schwer für meine Mutter und mich, einerseits weigert man sich, man weiß, es bringt den Tod näher, andererseits, ist der Alkohol für ihn wie für uns das Essen.

Im Sommer 2010 ist uns mein Vater in der Wohnung zusammengebrochen und war nicht mehr ansprechbar ( Delirium ). Nach ca. Stunden kam er zu sich und wollte nach Hause gehen. Meine Mutter ist nach 5 Minuten hinterher und hat ihn in der Wiese aufgefunden als er ein zweites Mal zusammen gebrochen ist, daraufhin hab ich den Notarzt angerufen. Als die eingetroffen sind hat er sich geweigert mitzufahren und den Ärzten blieb nichts anderes übrig als dies zu akzeptieren.

Paar Tage später erlitt ich daheim einen Nervenzusammenbruch. Mein Vater war zu Besuch, und als er sich verabschiedet hatte, hatte ich so Angst dass es das letzte Mal sein könnte dass ich ihn sehe dass ich zusammengebrochen bin. Ich hab geschrien, gezittert, geweint und keine Luft mehr bekommen. Meine Mutter hat dann versucht mich zu beruhigen, mein Vater ist mit gesenkten Kopf gegangen...
Am nächsten Tag als ich von der Arbeit heimgekommen bin sah ich eine gepackte Tasche, mein Vater wollte erneut einen Entzug versuchen. Ich hab ihn ins KH begleitet. Dort hab ich mich dann mit der Krankenschwester unterhalten die mir dann gesagt hat, dass mein Vater 5,3 Promille hat, ob dass normal ist?! Ich meinte nur, er trinkt pro Tag 3-4 Wodkaflaschen, ist wohl normal...
Als mein Vater im KH untersucht worden ist, hab ich heimlich seinen Schlüssel herausgesucht, damit, wenn er wieder vom KH zurück ist, in eine saubere Wohnung kommt.
Kurz bevor ich dann vor seiner Haustür stand, hat mich die Krankenschwester angerufen und mir erzählt, dass mein Vater nun zwangseingeliefert wird. Wie unter Trance hab ich seine Wohnung aufgesperrt und erlitt meinen nächsten Schock. Das Ausmaß an Dreck hat mir so weh getan. Zu riechen und sehen wie mein Vater all die letzten Monate gelebt hat, ich stand unter Schock und erlitt den nächsten Zusammenbruch.

Am nächsten Morgen hab ich die ganze Wohnung 5 Stunden lang aufgeräumt. Mein Bruder hat mir zum Schluss mit den Säcken Flaschen geholfen zu entsorgen und so hat nach 6 Stunden die Wohnung wieder geglänzt und danach hab ich versucht meinen Vater telefonisch zu erreichen.
Nach 4 Wochen wurde er entlassen, und es begann von vorne.

Nach drei Monaten, wurde sein Bauch immer dicker, er hat nichts mehr gegessen, ist uns oft in der Wohnung für paar Minuten weggetreten. Eines Tages stand er mit gepackter Tasche vor uns und meitne, er macht wieder einen Entzug.
Als ich nach 2 Tagen in der Arbeit einen Anruf von meiner Mutter bekam, hat sich meine Welt verändert. Sie erzählte mir, dass mein Vater komplett gelb sei und die Ärztin meinte, er liegt im Sterben. Seine Leberzirrhose ist im Endstadium und hat eine Funktionstüchtigkeit von 5%. Ein Tropfen Alkohol oder ein Zug einer Zigarette könnte ihn sofort töten. Wir sollen Abschied nehmen.

Dass war die Schwerste Zeit für uns. Der Anblick, seine Schmerzen, alles. Wie durch ein Wunder, kam er nach 3 Wochen auf die Beine und wurde entlassen. Seit November ist er daheim, wird betreut von einer Institution da er nun ein Pflegefall ist. Er hat sich gut erholt, und wir haben gehofft, dass der die Zeit die ihm noch bleibt, so gut es geht nutzt. Tja.
Bis wir irgendwann gemerkt hatten, er trinkt wieder. Da wir die Worte der Ärztin im Kopf hatten, wie sie meinte er wird sterben, dachten wir, dass wäre sein Todesurteil. Aber...

seit Monaten trinkt er wieder.. was genau, bekommen wir nicht mehr so genau mit. Sein Bauch ist wieder dicker geworden, seine Schmerzen an der Leber stärker, Appetitslosigkeit... Alles deutet wieder auf seinen damaligen Gesundheitszustand hin.

Ich hab wirklich versucht, ihn nicht mehr wie früher meine Meinung zu sagen, zu schreien, ihn zu verletzten, ihn harte Worte an den Kopf zu knallen... weil ich es endlich akzeptieren wollte.
Und ich hab an mir selber gearbeitet. Ich hab mit dem Rauchen aufgehört, ich trinke selber keinen Tropfen Alkohol mehr, ich versuche für meine Mutter und Bruder so gut es geht da zu sein und ich schweige. Un heute, war ich mit meinen Vater allein. Ich bin so wütend die letzten Tage auf ihn, unbeschreiblich. Und heute ist die Situation ausgeartet.

Ich hab ihm Sachen an den Kopf geknallt wie was für ein Verlierer er ist, wie sorglos er mit seinen Leben umgegangen ist, dass es schlimm ist dass er mein Vater ist, dass er endlich gehen soll, dass er mich kaputt macht, dass er schon sein ganzes Leben von sich selber wegläuft und das feige ist.
Ich hab ihn so wütend gemacht dass er mir mein Bügeleisen und Bügelbrett kaputt geschlagen hat. Und dann gegangen ist.

Jetzt sitze ich hier, verzweifelt, und mit gebrochenen Herzen.
Ich brauch Hilfe.
Nach oben
J-min hat zum Thema: Das Kämpferherz gebrochen. geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.02.2008
Beiträge: 8589
Alter: 70
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 26.03.2011, 23:00    Titel: Re: Das Kämpferherz gebrochen. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Abend J-min,

Willkommen im Forum und danke für Deine Schilderungen.

Ich verstehe gut,dass DU am Ende bist!Das sind schlimme,prägende Erlebnisse.

Komm zu Ruhe.Kannst Du Dich abgrenzen? Aus Deinem Schreiben habe ich dies nicht gefunden.Das ist auch nicht leicht.Aber es ist lebensnotwendig für uns alle und für Dich ganz besonders . Versuch,mental eine Grenze zu ziehen.
Eine Grenze zu ziehen.Damit Du Dich nicht ganz kaputt machst.

Hast Du je für Dich alleine gelebt? Ich denke ews ist ganz wichtig,dass Du jetzt viel liest im Forum.Dann kannst Du Dir ein Bild machen und verstehen was ich meine.

Mein Vater war nikotin-Süchtig.Er ist daran gestorben.
Er war auch Alkoholiker.

Siehst Du,wir sind einige die verstehen können was in Dir abläuft.

Wirst Du psychologisch betreut?
Da kannst Du Dir auch Hilfe holen.

Ich drücke Dir die Daumen,dass Du bald etwas mehr innere Ruhe findest.
Und immer mehr dazu!

Herzliche Grüsse
Yvonne
Nach oben
Spanijoggel hat zum Thema: Re: Das Kämpferherz gebrochen. geschrieben
J-min
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.03.2011
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 26.03.2011, 23:14    Titel: Re: Das Kämpferherz gebrochen. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Yvonne,

danke für deine Antwort.
Durch dass runterschreiben gehts mir jetzt schon um einiges besser. Empfinde meine Gedanken jetzt ein wenig sortierter und hab mich etwas beruhigt.

Das mit dem Abgrenzen ist nicht so leicht. Letztes Jahr hatte ich eigentlich geplant für ein Jahr ins Ausland zu gehen, ich hab gespürt ich benötige dringend Abstand. Dann kam mein Vater ins Krankenhaus. Seither lebe ich in Angst, nicht "da" zu sein, wenn es bei ihm soweit ist.

Die letzten Wochen hab ich den Abstand gesucht, indem ich kein telefonischen Kontakt gesucht habe, versucht hab kaum an ihn zu denken. Jedoch glaube ich, dass dadurch der heutige Gefühlsausbruch war.

Jetzt auszuziehen, oder alleine zu leben kann ich mir momentan nicht vorstellen. Mein Bruder hat derzeit auch einige Probleme, schulisch und psychisch, ich fühl mich verantwortlich jetzt für ihn da zu sein.

Mit der psychologischen Betreuung. Den Überweisungsschein hatte ich, aber letztendlich habe ich es runtergespielt ich sei nicht krank.

Derzeit ist alles etwas angespannt. Zuviele Baustellen. Mein Bruder plagt uns. In der Schule läufts bei ihm nicht mehr gut, sein seelischer Zustand ist mächtig angekratzt.

Uns ist auch klar, uns wirds besser gehen wenn er nicht mehr sein wird, so krass das jetzt klingt, ich weiß. Aber wir werden dann endlich die ersehnte Ruhe finden, die er uns momentan nicht gibt.


LG Jasmin
Nach oben
J-min hat zum Thema: Re: Das Kämpferherz gebrochen. geschrieben
zampano78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 21.01.2010
Beiträge: 25
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 27.03.2011, 16:55    Titel: Re: Das Kämpferherz gebrochen. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo J-Min,

ich finde du bist eine sehr starke Frau und hast mit 21 Jahren viel mehr durcjgemacht als andere ihr ganzes Leben.

Ich habe fast genau das gleiche erlebt wie du, nur das meine alkoholkranke Mutter mittlerweile in einem Pflegeheim lebt und starke Demenz hat ( vom Alkohol ).

Ich kann auch deinen Schmerz und deine Wut nachvollziehen, aber du hasts chon richtig erkannt, niemand außer deinem Vater kann etwas ändern. Ich habe für diese Einsicht echt lange gebraucht.
Das du vor Wut geplatzt bist ist dein gutes Recht. Ich habe immer alles in mich reingefressen.

Schreib hier in diesem Forum deinen Ärger, deine Wut, deine Ängste von der Seele, man fühlt sich danach besser.
Ich bin mittlerweile in psychologischer Behandlung und für mich kam viel Hilfe zu spät, aber auch darüber solltest du mal nachdenken.....reden hilft.
Ich wünsche dir alles Gute.
zampano

Falls es dich interessiert hier meine Biographie:

http://www.forum-alkoholiker.de/ftopic20362.html
Nach oben
zampano78 hat zum Thema: Re: Das Kämpferherz gebrochen. geschrieben
J-min
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.03.2011
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 27.03.2011, 19:20    Titel: Re: Das Kämpferherz gebrochen. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zampano,

vielen Dank für deine Antwort. Hab mir eben deinen Thread durchgelesen und musste feststellen dass wir wirklich zum Teil gleiche Erfahrungen teilen können. Mein Vater durfte ich auch oft als 10-jähriges Mädchen Alkohol kaufen gehen, auch mit dem gleichen Zettel in der Hand.

Als ich heute morgen aufgewacht bin, hab ich festgestellt, mir gehts wirklich besser. Mir war anfangs nicht ganz klar wieso, bis ich gemerkt habe dass durch meine Anmeldung hier im Forum; das Schreiben von der Seele und das Lesen anderer Berichte mir einiges an Leid genommen hat. Zu lesen, dass es andere Menschen gibt die hier die gleiche Last tragen, hilft mir mein Schicksal weiterhin zu akzeptieren.

Schon mein ganzes Leben lebe ich in zwei verschiedenen Welten. In der Öffentlichkeit bin ich immer die Frau die nichts so schnell auf die Beine zwängt, dominant und immer freundlich. Privat schlägt dann der Alltag auf mich ein, mein Schicksal und deren Umstände.
Ich hab mich die letzten Monate viel mit mir beschäftigt, versucht viele Verhaltensweisen von mir zu verstehen und was auf EKA zurückzuführen ist. Beispielsweise hab ich bisher noch nie ne anständige Beziehung auf die Reihe gebracht, mir grundsätzlich Männer ausgesucht die mich hätten nie glücklich machen können uvm. Oft tu ich Dinge, um andere Menschen zu verletzen und dabei 10mal stärker verletzt zu werden.

Als ich all das festgestellt habe war ich so traurig. Traurig dass dieses Schicksal mich mehr in der Hand hat als ich dachte. Meine Persönlichkeit geprägt vom Vater. Und als ich das festgestellt hab, bin ich zum Arzt um mir eine Überweisung zum Psychologen zu holen.
In der zwischenzeit hatte ich einen Partner, wo sich nach und nach heraus stellte, dass er ein Alkoholproblem hat, und zwar ein gewaltiges. Und dass war glaub ich wie man es nennt, mein Schlüsselerlebnis.

Ich hab mich getrennt, denn wenn ich eines weiß in meinem Leben, dann, dass ich dieses Schicksal kein zweites Mal in meinem Leben gebrauchen kann. Den Überweisungsschein hab ich nie eingelöst, stattdessen hab ich mir ein Haufen Bücher gekauft. Bücher, die mir heute wirklich helfen mich selber besser zu verstehen und dass Leben trotz dieses Schicksals zu genießen.
"Das was du den ganzen Tag denkst, bist du morgen" dieser Satz hat mir viel gelehrt. Wenn ich meinem Vater nicht täglich ausgesetzt bin, gehts mir super. Wenn ich meine Gedanken kontrolliere, gehts mir gut.

Ich muss ehrlich sein. Größtenteils bin ich froh darüber es erlebt zu haben. Es sind Erlebnisse die mich für mein ganzes Leben geprägt haben, und Erfahrungen die mir keiner nehmen kann. Den Schaden den ich davon getragen habe, ist ziemlich groß aber ich denke, es wird kein Hindernis sein.
Gegenüber meinem Vater verletzt es mich nur, dass er sich nie für uns entschieden hat sondern immer den Alkohol gewählt hat, und der ihn bis zum letzten Atemzug begleiten wird. Er war so ein schlauer, gutmütiger, liebevolelr und unglaublich sympathischer Mensch, den man jetzt kaum wiedererkennt. Er hat alles weggeworfen. Das ist das, was mich verletzt.
Aber ich hab mein Schicksal akzeptiert und ich denke dass ist das wichtigste für alle Angehörigen. Solange man sich weigert, leidet man noch mehr.
Und meine größte Angst ist es, dass ich meinen Vater auf seinen letzten Lebenstagen nicht so begleiten kann wie ich es gerne täte, mir fehlt einfach die Kraft und das Verständnis. Es hat mir viel Kraft gekostet seine Sucht endlich zu akzeptieren aber zu mehr fehlt es mir. Und daher hab ich große Angst, irgendwann, wenn er nicht mehr ist, an den Vorwürfen zu zerbrechen ( hätt ich nur ) ...

LG Jasmin
Nach oben
J-min hat zum Thema: Re: Das Kämpferherz gebrochen. geschrieben
Spanijoggel
Moderatorin
Moderatorin


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 13.02.2008
Beiträge: 8589
Alter: 70
Wohnort: Schweiz

BeitragVerfasst am: 29.03.2011, 08:41    Titel: Re: Das Kämpferherz gebrochen. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Tag J-min!

Zitat:
Als ich heute morgen aufgewacht bin, hab ich festgestellt, mir gehts wirklich besser.


Das ist super!Das bringt Erleichterung und Freude,Dankbarkeit auch.

Zitat:
Den Überweisungsschein hab ich nie eingelöst


Bewahre ihn auf,ja? Bücher können uns sehr viel geben und helfen.Sie sind aber nie Ersatz zum Dialog.Ich bin psychologisch betreut und sehr froh darum. Dabei musste ich suchen bis ich das richtige Gegenüber fand.Da habe ich gewechselt bis es stimmte.

Zitat:
Ich muss ehrlich sein. Größtenteils bin ich froh darüber es erlebt zu haben. Es sind Erlebnisse die mich für mein ganzes Leben geprägt haben, und Erfahrungen die mir keiner nehmen kann. Den Schaden den ich davon getragen habe, ist ziemlich groß aber ich denke, es wird kein Hindernis sein.


Ja,durch diese Erlebnisse haben wir eine sehr grosse Sensibilität entwickelt.
Das kann uns und andern helfen.Andersrum macht es uns auch verletzlicher.
Du bist noch dran alles zu sortieren.Wenn Du bei anderen liest wirst Du entdecken dass auch die Co-Abhängigkeit,genau wie die Alkohol-Abhängigkeit Krankheitsbilder sind .
Aber wir können daran arbeiten um unsere Sucht zu verlieren.Das kann eine Weile dauern wie Du hier sicher siehst.Es ist aber auch eine sehr schöne Sache wenn wir merken dass wir immer freier werden. Smilie

Ich wünsche Dir sehr viel Kraft
Liebe Grüsse
Yvonne
Nach oben
Spanijoggel hat zum Thema: Re: Das Kämpferherz gebrochen. geschrieben
J-min
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 26.03.2011
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 06.04.2011, 22:13    Titel: Re: Das Kämpferherz gebrochen. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vielen Danke, Yvonne.

Meinem Vater gehts wieder sehr schlechter. Wir sind wieder in der Phase, wo er vor Schmerzen seine Wohnung nicht verlassen kann. Das Ende ist wohl näher als man wahrhaben will.

Im Moment plage ich mich mit dem Gedanken, wenn es soweit ist und er von uns geht, wie wir dass überhaupt verarbeiten sollen.
Wir haben schließlich zwei Menschen geliebt. Den Nüchternen, und den Alkoholkranken.

Mich plagt mein Gewissen. So oft hab ich Streit gesucht, ihm verletzende Worte an den Kopf geworfen, die mir meist mehr weh getan haben als ihm. Aber irgendwie musste ich die Wut rauslassen. Dieses Unverständnis zu dieser tödlichen Sucht.

Ich fühl mich, als ob Tag für Tag mir mehr Kraft entzogen wird...
Nach oben
J-min hat zum Thema: Re: Das Kämpferherz gebrochen. geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1



Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Alkoholabhängigkeit
Alkoholabhängigkeit
Alkoholkrankheit
Alkoholkrankheit
Alkoholfolgekrankheiten
Alkoholfolgekrankheiten
Die Liebe und...
Die Liebe und...
Alkoholmissbrauch
Alkoholmissbrauch


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de