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Schlechtes Gewissen, meine Eltern zu "verlassen" .

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Nasenbär
Gast






BeitragVerfasst am: 14.06.2011, 11:08    Titel: Re: Schlechtes Gewissen, meine Eltern zu "verlassen" . Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ach so. Ich hatte mir nur gedacht, ich eröffne nicht extra einen neuen Titel für mein (in meinen Augen) gleiches Thema). Offenbar bin ich schon so daneben, dass ich noch nicht mal unter Gleichgesinnten die richtige Verhaltensweise treffe ...

Kannst du meine Beiträge aus deinem Thema irgendwie rauslöschen? Ich finde keinen Button dafür, um das selbst zu machen.
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Nasenbär hat zum Thema: Re: Schlechtes Gewissen, meine Eltern zu "verlassen" . geschrieben
Wolfsfrau
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.01.2011
Beiträge: 56
Alter: 44

BeitragVerfasst am: 14.06.2011, 11:26    Titel: Re: Schlechtes Gewissen, meine Eltern zu "verlassen" . Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Nochmal ein Update ...

Meine Mutter rief vor einiger Zeit erstmals hörbar angetrunken an,
sprach mir auf den AB, dass es üüüüberhaupt nicht notwendig wäre,
mich zurückzumelden. Aha. - In mir totale Lähmung und Wut. Ihr Ton
war schneidend, die Worte übertrieben Freiheits-gebend. Ironie?

Aber ich blieb eisern, habe NICHT drauf reagiert, um meinen inneren
Druck schnell wieder aufzulösen. (Habe ich sonst gemacht. Lieber mit
schlechtem Gefühl zurückgerufen, und dann ein Sch***gespräch gehabt.)
Das war ein Fortschritt!

***

Dann einige Tage später ein netterer Anruf. Sie wüsste gern, wie es mir
geht, und ich bräuchte nicht zurückzurufen, sie melde sich wieder.
Da dachte ich dann, Mensch, mal schnell bescheid sagen, dass hier alles
OK ist, ist doch kein Ding. Ich wollte sie anrufen. Aber es "ging" nicht. ?!?
Ich wollte es auch wieder nicht. (Über die Gründe denke ich noch nach.)
Also tat ich es nicht.

***

Pfingsten dann die neue Hürde. Bis dato rief immer ich (das Kind) an, um
schöne Feiertage zu wünschen (Weihnachten, Ostern, Pfingsten). Ostern
hatte ich bereits durch eine Postkarte "gelöst", Pfingsten baumelten einfach
nur meine Arme, ich habe mir keinerlei Druck gemacht, vorher rechtzeitig
was abzuschicken, um einen möglicherweise erhofften Besuch "abzubiegen".
Ich hatte überhaupt keine Kraft, etwas zu "wollen". Nichtmal mehr mich zu
verteidigen, oder "es doch zu versuchen", hinzufahren. Da kam nichts aus
mir heraus.

Oft denke ich sogar, vielleicht kommt spontan ein Impuls, ich fühle mich
auch innerlich stark genug dafür, das heimische Wohnzimmer erneut zu
betreten, oder wie jetzt, den Garten. - Aber da kam NICHTS. Nichts aus
der Tiefe. Jede Menge Pflichtgedanken, aber kein eigener Wunsch. Habe
mir also selbst dabei zu gesehen, wie ich "nichts" mache. Das war heftig,
denn all die Zuständigkeits-Gefühle (kann doch die beiden nicht einfach
so hängen lassen, emotional) waren natürlich ebenfalls zur Stelle.

Um das Thema "Sorge um mich" zu beantworten, sendete ich ihnen schließ-
lich eine E-Postkarte, die aber noch nicht abgeholt wurde. Weil ich es ziem-
lich entwürdigend fände, meine Mutter ohne Antwort zu lassen. Wir haben
ja ein herzliches Verhältnis, wenn es mal passt und die Ruhe dazu kommt.
... und bis jetzt halte ich die Unruhe aus, wg. der noch nicht abgeholten Karte.

Ich fühle mich wie ein Schwein (warum?), wenn ich mein Gefühl und mein
Bedürfnis nach Distanz auch lebe/entscheide/hinstelle. Als würde ich damit
über meine Eltern mitbestimmen.

An der Stelle kommen so massive Schuldgefühle in mir hoch, dass es
schon in Wut übergeht (auf diese Schuldgefühle), ich mich aber auch
nicht mehr bewusst dagegen abgrenzen kann. DAS war anstrengend!

Die haben mich ein Telefonat und ein Gespräch mit einem Freund gekostet.
Ihre Aussage: Eltern, die ein selbstbestimmtes Leben leben, für die muss
das Kind normalerweise nicht (emotional) sorgen. DU bist das Kind. SIE
müssten die Gelassenen sein, wenn es um Deine Sprunghaftigkeit geht.
Hm. Das hat mich geerdet. Aber es ist wie neue Gesetze. Gelten die ???
An der Stelle melden sich so viele Einwände und ängstliche Nachfragen,
in mir (von meiner Kleinen).

***

Ich komme immer deutlicher drauf, wo sich die Co-Krakenarme winkeln,
um mich einzuspinnen und mir innerlich die Luft abzudrücken. Komischer-
weise genau dann, wenn ich erstmals (!) NEUES Verhalten ausprobiere.
Also, ich als "große", die auch handelt für ihr Gefühl (die Kleine).

Meine Kleine scheint dem neuen Kurs (oder mir als der Großen) noch
nicht zu vertrauen. Ich habe Angst, damit aus der Liebe zu fallen. Immer
noch glaubend, "die Liebe" (und Nahrung) kommt von außen, von meinen
Eltern. Das wird mir durch meine Angst so klar. Da steht dann natürlich viel
auf dem Spiel, wenn ich einfach riskiere, mit MEINEM Verhalten und MEINEM
Gefühl abgelehnt zu werden / "rauszufliegen".

Vielleicht habe ich schon massenweise Signale (von meinem Vater) gesam-
melt, dass es genau so auch IST. Dass ich "rausfliege", aus dem geschützten
Bezug. Naja, geschützt war der, solange er das gesammelte Sagen hatte.

***

Aber ich habe den ersten Schritt schon gemacht!
Ich habe immerhin allen Mut für diesen Brief im März zusammen gekratzt.
Ich WILL NICHT WIEDER ZURÜCK!!! - Augen zu, mitlächeln, das kann ich
nicht mehr. Der Schmerz, meine Mutter welken zu sehen, ist viel zu heftig.
Und dass er das alles zulässt, aushält, sie quasi an seiner Seite sterben lässt,
ohne selbst als Mensch vorzukommen, mit einem eigenen Willen, einem Ent-
setzen und dann Handeln (sie notfalls verlassen, damit sie wach werden kann).
Das will mir nicht in den Kopf. Da ist alles so abgestorben, kalt, erstarrt, passiv.

Ich danke Euch fürs Lesen, oder einfach Hiersein. Das musste mal raus.

Liebe Grüße,
Wolfsfrau
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Wolfsfrau hat zum Thema: Re: Schlechtes Gewissen, meine Eltern zu "verlassen" . geschrieben
Wolfsfrau
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 27.01.2011
Beiträge: 56
Alter: 44

BeitragVerfasst am: 14.06.2011, 11:42    Titel: Re: Schlechtes Gewissen, meine Eltern zu "verlassen" . Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Nasenbär,

he, Sehr glücklich ich finde das jetzt überhaupt nicht schlimm, dass Du hier mit-
geschrieben hast. In gewisser Weise zeigt mir das ja auch, dass
mein Schreiben anderen Mut macht, sich auch zu öffnen. Und das
freut mich! Nirgendwo stand ja, dass dies "mein" Faden sein soll.
Wie hättest Du das also vorher wissen können?

Hier gibt's ja Themen-Fäden (wo sich irgendwann alles kreuzt und
sammelt) und Personen-Fäden, wo eben einer eine Art Wegebuch
führt. Das ist an der Themen-Zeile aber nicht zu unterscheiden. Winken

Löschen kann ich Deinen Beitrag nicht, aber mich stört er auch nicht.
Du kannst ja einfach hier ein Signal setzen, wo man Dich damit findet,
damit die lieben Menschen, die ihn lesen, Dir dort antworten können.
So würde ich das jetzt mal ganz praktisch denken ...

Mach' Dir bitte keinerlei Sorgen oder Vorwürfe. Ich kann ja sprechen,
und ich hoffe, ich habe das auf achtsame Weise getan. Anklagen wollte
ich Dich ganz sicher nicht. Aber ich hatte etwas Not und Sorge um meinen
Raum hier, darum habe ich so schnell reagiert.

Ich freue mich auch, dass ich jetzt besser verstehen kann, was Dich hier
zum Teilen bewogen hat. Wäre mir genauso gegangen. Da gibt's irgendwie
kein "richtiges Verhalten", finde ich. Nur Worte, um es ggf. zu kären. Und
ich finde es schön, dass uns das hier so schnell gelungen ist. Danke dafür!

Liebe Grüße,
von der Wolfsfrau
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Wolfsfrau hat zum Thema: Re: Schlechtes Gewissen, meine Eltern zu "verlassen" . geschrieben

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