Einr.1 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.03.2011 Beiträge: 12 Alter: 28
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Verfasst am: 31.03.2011, 08:50 Titel: Re: vom Opfer zum Täter? |
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Hallo,
ich danke für Euren Zuspruch und die guten Denkanstöße. Es tut gut zu sehen, dass es jemanden gibt, der sich Gedanken um mich macht.
Zuerst einmal, ja, ich beschäftige mich auch damit, wenn ich eine "gute Phase" habe. Sonst säße ich jetzt auch nicht vorm PC, im Moment hab ich nämlich eine gute Phase.
Und natürlich hab ich meinen Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen! Ich bin kein Monster ohne Moral und Schuldgefühle und ich hab auch nicht vor, eins zu werden.
Wenn ich das vorhätte, dann könnt mir eigentlich alles egal sein. Dann könnte ich sagen," Ich bin die Mutter, ich hab Recht und die Kinder haben mich zu ertragen, egal was ich tue, ich bin eh unfehlbar", dann wär ich genauso wie meine Mutter, aber ganau so ist es ja nicht, ich will meinen Kindern nicht das antun, was ich erlebt hab, ich weiß wie unschön das war, vorsichtig ausgedrückt.
Ob ich mir selbst eingestehe, dass es mir nicht gut geht? Klar tu ich das, früher konnte ich das nicht, hab mich immer nur um andere gesorgt und gekümmert und mich darüber vollkommen vergessen. Das ging soweit, dass ich fast meine eigene Persönlichkeit verloren hätte. Ich war fast vollständig der Mensch, der ich nach Ansicht hauptsächlich meiner Mutter, sein sollte, weil ich, wie ich bin, keine Daseinsberechtigung hätte.
Erst als sie ihren Schlaganfall hatte und mir somit "aus dem Weg genommen wurde", weil sie psychisch so entglitt, dass sie erst zwangseingewiesen wurde und dann in ein Pflegeheim kam, konnte ich wieder beginnen und musste auch erst wieder lernen, ich selbst zu sein und mich damit wohl zu fühlen.
Das gelingt mir allerdings nicht immer, naja, wieder komplett von vorne anzufangen ist halt nicht so einfach.
Ich denk schon, dass ich Hilfe beim Verarbeiten der ganzen Zeit bei meinen Eltern brauche, allein trete ich da mittlerweile ziemlich auf der Stelle. Ich kann auch ziemlich genau ausdrücken, was mich stört und was ich ändern möchte und was mich einfach fertig macht, aber ich kann ganz einfach ausgedrückt nicht sofort einem fremden Menschen gegenüber in Tränen ausbrechen und ihm mein ganzes Leid klagen. Das müsste sich erst entwickeln. Ich bin anderen Menschen gegenüber sehr, sehr vorsichtig geworden. Das hat mich mein Leben bis jetzt gelehrt. Ich hab bis jetzt nur zwei Menschen in meinem Leben gehabt, die mich nicht getreten, betrogen oder irgendwie gedehmütigt haben. Mit dem einen bin ich verheiratet und die andere hat mich aufgezogen bis ich elf war und sie starb. Ansonsten war ich in meinem Leben immer allein, ich hab gelernt, niemandem zu vertrauen, weil doch ich früher oder später draufzahle. Deswegen kann ich auch niemanden direkt 100%ig an mich ranlassen. Das braucht Zeit, aber ich denke, dass ein guter Thearpeut, wenn ich ihm das sage, auch damit umgehen können müsste.
Nur, wie findet man einen guten Therapeuten? Ich hab schon jede Menge Internetseiten durch, aber die sagen mir auch nicht, ob der dahinter stehende Therapeut gut ist oder nicht. Ich werde mich in nächster Zeit mal mit meinem Hausarzt zusammensetzen und ihn mal fragen, wer da in Frage käme.
Das Buch hab ich mir bestellt, danke für den Tipp.
LG,
Einr.1 |
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