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Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht...

 
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Svamya
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.03.2011
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 14.03.2011, 18:37    Titel: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo zusammen...

Im Moment kreisen tausend Gedanken in meinem Kopf, ich
hoffe dennoch ein anständigen text auf die reihe zu bekommen...

Mein Mann 31 Jahre ist seit 15 Jahren Alkoholiker, ich habe immer
viel mit ihm über seine Sucht gesprochen, ihn aber nie unter Druck
gesetzt, weil ich wusste dass das der falsche Weg ist.
Naja, er hat mir immer wieder versprochen er wird weniger trinken,
allerdings tat er es dann heimlich. Habe dann immer wieder Falschenverstecke von ihm gefunden. Was dann immer folgte, waren noch
mehr Versprechen, Lügen, Ausreden...
Als ich dann vor zwei Wochen mittags von der Arbeit kam, sah ich ihn es schon an, dass er einiges getrunken hat, ich bin völlig ausgerastet.
Denn er hätte sich später noch mit den Kindern ins Auto gesetzt um meine
große Tochter zur Nachhilfe zu fahren... Wie sich dann heraus stellte, ist das schon öfter vor gekommen.
Ich war völlig sprachlos. Er gefährdet nicht nur sein Leben, sondern er kann genauso jemanden auf der Strasse umfahren aber das schlimmste ist und für mich auch unverzeihlich, dass er die Kinder damit reingezogen hat. In seinem besoffenen Kopf hat er das nicht verstanden, fing an zu weinen, wie schlecht es ihm geht und sein Körper würde den Alkohol ja schneller abbauen etc... Die üblichen Ausreden.

Nun habe ich ihm die Pistole doch auf die Brust gesetzt.
Heute habe ich ihn ins Krankenhaus gefahren, als ich ihn in die Augen sah, sein Blick... Es tat mir in der Seele weh und es tut es noch immer.
Ich habe ihn gesagt, wenn er es nicht schafft werde ich ihn verlassen.

Aber was ist wenn er es wirklich nicht schafft??
Woher nehme ich die Kraft, alleinerziehnd von zwei Kindern zu sein und im Sommer beginn ich mit meiner Ausbildung??
Vorallem weiss ist, wenn er uns nicht mehr hätte, es wäre sein totaler Absturz.
Ich habe große Bedenken, dass er es schafft und leider stehe ich damit nicht alleine...

Ich verstehe es einfach nicht!! Ich will es auch nicht...
Mein Vater war damals über zehn Jahre Heroin abhängig, ich war noch
ein Kind als ich davon erfahren habe. Er hat uns beklaut, belogen, hintergangen. Alle haben sich von ihm abgewand aber ich konnte es nicht,ich habe ihn so sehr geliebt und das wusste er und hat es ausgenutzt. Ich musste ihn immer helfen, für ihn dasein, ich beim Entzug und im Gefängnis besuchen. Ich war ein Kind!! Er hat mich damit völlig kaputt gemacht.
Und jetzt mein Mann...
Ich weiss nicht wie es weiter geht oder ob es weiter geht.
Ständig muss ich immer für jeden dasein und mich kümmern.
Und wer hilft mir??
Ich brauche doch schon alle Kraft für meine Töchter.
Ein wenig hilft es, zu wissen das es vielen Menschen so ergeht.
LG
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Svamya hat zum Thema: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... geschrieben
Aurora
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 5776
Alter: 53
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 14.03.2011, 22:44    Titel: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Svamya,

erstmal herzlich willkommen hier im Forum!

Nun ist dein Mann in der Klinik, ist er eigentlich freiwillig da hingegangen? Ich meine jetzt damit, meinst du, er macht es dir zuliebe oder weil er es auch selbst wirklich will.

Dass es dir weh tut, kann ich gut verstehen. Du hast ihm ja wirklich ganz schön die Pistole auf die Brust gesetzt mit deiner Androhung zu gehen, wenn er es nicht schafft. Und es ist wichtig, dass du das dann auch machst, im Falle des Falles...

Hilfe kannst du von vielen Stellen bekommen. Du musst sie dir nur einfordern, nachfragen. Es gibt die Caritas, verschiedene Selbsthilfeeinrichtungen, Frauenhäuser, Sozialamt, Jugendamt, Pro Familia.

Und du kannst hier weiter schreiben, deine Gedanken aufschreiben, deine Gefühle. Das Mitteilen hilft eine Menge!

Du hast schon in deinem Leben eine Menge Verantwortung auf dich genommen, immer für andere. Erstmal für deinen Vater, jetzt für deinen Mann. Denn du meinst, ohne dich würde er völlig abstürzen. Aber es ist der Verlauf der Alkoholkrankheit, dass es demjenigen immer schlechter geht und er immer mehr abstürzt, das hält niemand auf außer der Alkoholkranke selbst. Wenn er es denn will.

Diese ganze Verantwortung, die du da spürst für deinen Mann, die kannst du nun für dich selbst in Anspruch nehmen. Für dich und deine Kinder! Er ist erwachsen und selbst für sich verantwortlich.
Zitat:
Ständig muss ich immer für jeden dasein und mich kümmern

Nein, das musst du nicht! Nur für deine Kinder musst du dasein, solange sie klein sind, selbstverständlich, und für dich selbst an erster Stelle. Für niemanden sonst!

Viele Grüße
Aurora
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Aurora hat zum Thema: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... geschrieben
Svamya
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 14.03.2011
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 15.03.2011, 08:05    Titel: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Danke für Deine lieben und verständnisvollen Worte, Aurora!!

Ja ich hatte mir auch schon überlegt, jetzt wo mein Mann weg
ist, mich an eine Beratungsstelle zu wenden, um zu schauen
welche Hilfe und Unterstützung mir zu stehen, wenn der Fall der
Trennung wirklich eintritt.

Naja, da ist unter anderem das Problem, er macht es in erster
Linie für uns!! Er meinte, wenn er keine Familie hätte, dann würde
es für ihn auch kein Grund geben, mit dem trinken aufzuhören...
Habe ihm die letzten Tage auch versucht klar zumachen, dass es in
erster Linie um ihn geht und er es machen muss, weil er es will.
Deswegen auch meine Zweifel, dass er es wirklich schafft.

Vorallem weil Alkohol auch eine legale, Droge ist. Mit der man im Altag
immer und überall konfontriert wird.

Aber ja mein Entschluss steht fest, wenn er es nicht schafft, werden die
Kinder und ich gehen!!
Wenn ich diesen ganzen Mist nicht schon bei meinem Vater hätte mit machen müssen, hätte ich mir das saufen sicherlich noch die nächsten Jahre angeschaut.
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Svamya hat zum Thema: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... geschrieben
Aurora
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 02.05.2007
Beiträge: 5776
Alter: 53
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 15.03.2011, 08:58    Titel: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Svamya,

es ist gut, dass du so entschlossen bist! Und mutig!

Bei mir hat es mehr als 20 Jahre gedauert, bis ich den Absprung gewagt habe...

Deine Zweifel, ob er es wirklich schafft, ohne Alkohol zu bleiben, sind nicht von der Hand zu weisen. Es ist gut, dass du da auch jetzt schon für dich aktiv wirst und dir Möglichkeiten suchst und dich informierst. Informationen sind so wichtig, denn sie geben dir Sicherheit.

Ich wünsche dir einen schönen Tag heute

Grüße von
Aurora
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Aurora hat zum Thema: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... geschrieben
Frau Ho-Chi
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 20.01.2011
Beiträge: 66

BeitragVerfasst am: 15.03.2011, 13:22    Titel: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Svamya,

Deine Geschichte hat mir berührt! Du hast es gerade nicht leicht.
Aber du kannst es schaffen!
Wichtig finde ich für mich immer, dass ich dem anderen seine Verantwortung für sein Leben zurückgebe. Ich lege sein Schicksal in seine Hände und wünsche ihm das Beste.
Zitat:
Aber was ist wenn er es wirklich nicht schafft??
Woher nehme ich die Kraft, alleinerziehnd von zwei Kindern zu sein...
Ich habe große Bedenken, dass er es schafft und leider stehe ich damit nicht alleine...

Für viele Co-Abhängige hört sich das egoistisch an, aber wir machen uns kaputt und lenken uns von unseren eigenen Problemen ab indem wir uns in die der anderen verstricken.
Ich für meinen Teil, dachte bis zuletzt, ich sei das Opfer...aber leider kann man sich immer gegen alles entscheiden. Ich denke man hat sein Leben selber in der Hand.
Wie wäre es, wenn du schaust was dich jetzt gerade fertig macht, deine Ängste, deine Wut, deine Verzweiflung...diese Gefühle müssen ja auch irgendwohin. Es gibt auch Möglichkeiten sich helfen zu lassen, wenn man Angehöriger eines Alkoholikers ist.
Ich kann nur sagen, dass die Arbeit in Selbsthilfegruppen sehr viel Wärme und Hoffnung vermitteln kann. Denn dort merkt man, finde ich, dass man nicht alleine ist. Das kann auffangen und trösten.
Wenn du möchtest, kannst du auch zu einer Therapeutin gehen.

Das was du hinter dir hast, ist ein ganz schöner Brocken, wenn man einen solchen Berg alleine bewältigen will, kann das echt ganz schön hart werden!

Ich wünsche dir gaaaaanz viel Kraft und positive Energie!
Deine Ho-Chi
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Frau Ho-Chi hat zum Thema: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... geschrieben
Sternenlicht78
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 06.04.2010
Beiträge: 16
Alter: 33

BeitragVerfasst am: 15.03.2011, 13:41    Titel: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Liebe Svamya,

ich bin auch nach ganz neu im Forum und habe den Schritt noch nicht gewagt, meinem Mann die Pistole auf die Brust zu setzen.

Ich kann so sehr Deine Ängste verstehen, diese plagen mich auch ständig. Ich habe auch zwei Kinder...

Ich finde es ganz, ganz stark von Dir, dass Du ihn vor die Wahl gestellt hast. Hat es denn lange gedauert, bis er sich einwiesen liess? Gab es vorher großen Streit oder hat er das alles eingesehen - er ist ja nun scho seit 15 Jahren abhängig, wenn ic das so richtig gelesen habe.

Sorry, wenn ich Dich so direkt frage, Du musst mir nicht anworten, wenn Du nicht magst. Mich würde es nur so sehr interessieren, weil ich endlich den Mut brauche, meinen Mann vor die Wahl zu stellen....

Liebe Grüße, sternenlicht
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Sternenlicht78 hat zum Thema: Re: Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... geschrieben

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