| Seit heute ist er im Entzug. Mir gehts schlecht... • Hin und her gerissen... |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 14.03.2011, 10:27 Titel: Vertrauensbruch oder? |
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Hallo,
ich möchte heute mal ein Thema aufgreifen, welches mir gestern in den Sinn kam, als ich eine Reportage über Angehörige von Suchtkranken gesehen habe.
Leider werden ja viele Suchtkranke rückfällig.
Wie gehen Angehörige damit um?
Ist es ein Vertrauensbruch oder?
Ich habe extra Angehörige und nicht Coabhängige geschrieben, weil es da aus meiner Sicht unterschiedliche Denkmuster gibt.
Gruß
Karsten
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| Karsten hat zum Thema: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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Martha66 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2009 Beiträge: 3784
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Verfasst am: 14.03.2011, 11:49 Titel: Re: Vertrauensbruch oder? |
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Hallo Karsten,
in der Sucht gibt es aus meiner Sicht keine Garantie. Das hat mit Vertrauen bedingt etwas zu tun. Für mich wäre es ein Vertrauensbrauch, wenn der Partner heimlich trinken würde oder mich über einen Rückfall nicht informieren würde.
Also mein Wunsch wäre es wenn es zum Rückfall kommt, dass der Partner die Traute besitzen würde, mich davon in Kenntnis zu setzten, so dass ich als Angehörige für mich entscheiden kann, wie ich mit der Situation umgehen möchte.
Aus meiner Sicht unbedingt notwendig in Suchtbeziehungen: Ehrlichkeit!
Lieben Gruss Martha |
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| Martha66 hat zum Thema: Re: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 14.03.2011, 16:28 Titel: Re: Vertrauensbruch oder? |
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hallo karsten,
wenn ich genauer hinschaue, dann kann ich zumindest von mir behaupten, das mein vertrauen vollkommen erschöpft ist.ich bin mir sicher, selbst würde der nasse angehörige eine therapie machen,nach der therapie trocken sein, so würde ich nicht in der lage sein darauf zu vertrauen,dass er trocken bleibt.
ich denke der vertrauensbrch ist in dem moment begangen, mein angehöriger anfing in der sucht zu leben.
daher begeht er keinen vertrauensbruch, sollte er wieder anfangen zu trinken. wo kein vertauen ist, kann auch kein vertrauensbruch stattfinden.
lieben gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 14.03.2011, 16:29 Titel: Re: Vertrauensbruch oder? |
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hallo karsten,
wenn ich genauer hinschaue, dann kann ich zumindest von mir behaupten, das mein vertrauen vollkommen erschöpft ist.ich bin mir sicher, selbst würde der nasse angehörige eine therapie machen,nach der therapie trocken sein, so würde ich nicht in der lage sein darauf zu vertrauen,dass er trocken bleibt.
ich denke der vertrauensbrch ist in dem moment begangen, mein angehöriger anfing in der sucht zu leben.
daher begeht er keinen vertrauensbruch, sollte er wieder anfangen zu trinken. wo kein vertauen ist, kann auch kein vertrauensbruch stattfinden.
lieben gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 14.03.2011, 16:36 Titel: Re: Vertrauensbruch oder? |
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Hallo Karsten,
vieles, was mein Mann nach seinem Rückfall getan hat, hat sich wie ein Vertrauensbruch für mich angefühlt. Da könnte ich jetzt viel aufzählen.
Der Rückfall kam in einer Situation, in der ich ihm ein Stück weit ausgeliefert war, das war schon eine schlimme Ohnmachtssituation.
Aber was nützt das alles.
Man könnte ebensogut fragen: Wie kannst du einem Alkoholiker vertrauen? Er kann es selbst niemals garantieren, dass er nicht rückfällig wird. Ein Krebskranker kann auch nicht sagen: Der Tumor kommt nie wieder, du kannst dich drauf verlassen.
Wenn man wissentlich mit einem Alkoholiker zusammenlebt, muss man im Grunde den möglichen Rückfall mitbedenken. Dass ich beispielsweise mit ihm gemeinsam ein Haus auf Kredit gekauft habe, war eigentlich fahrlässig auch von meiner Seite.
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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Frau Ho-Chi neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 20.01.2011 Beiträge: 66
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Verfasst am: 15.03.2011, 13:57 Titel: Re: Vertrauensbruch oder? |
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Hallöchen...
gerade denke ich: Wieso pocht man so darauf, dass ein anderer Mensch sich so verhalten muss, wie man es gerne hat?
Meine Therapeutin fragt mich immer: Na und warum können SIE keinen Spaß haben, wenn ihr Freund trinkt?
Wir können den anderen nicht kontrollieren, auch einen Depressiven nicht. Auch wenn ein Mensch übelste Launen hat und er verspricht jetzt immer fröhlich zu sein, er schafft es nicht-
verstehen wir das dann als Vertrauensbruch?
Ich denke wir Cos möchten gerne die Kontrolle behalten...wir möchten gerne glauben, dass der andere sich so verhält wie wir es gerne hätten.
Egal ob das eine Krankheit ist, oder nur eine Stimmung, wir wollen oft die Realität nicht sehen und klammern uns an Versprechungen.
Es ist aber unmöglich einem Süchtigen eine Versprechung abzunehmen...stellt euch mal vor, wir müssten versprechen wie mehr co abhängig zu sein und unser Partner würde sein Vertrauen verlieren, wenn wir es nicht schafften...
Ich will nur damit sagen: Mit Erwartungen an den anderen kommen wir nicht weiter!
Ich fand es für mich hilfreich herauszufinden, dass ich mich auf MICH verlassen muss, damit ich die Dinge gelassener sehe.
Ich finde, ich begeben mich in einen Teufelskreis, wenn ich mein Glück, mein Wohlbefinden von dem anderen abhängig mache (co co co!!!)
und ständig enttäuscht bin, wenn er sich nicht in MEIN Weltbild einfügt.
Denn dann bestimmt er mein Leben! Dann bin ICH das OPFER! Ich will aber kein Opfer mehr sein!!!
Wenn ich also merke, dass jemand schwank und rückfällig wird, dann ist es an mir zu überlegen, ob er eine Grenze von mir überschreitet, ob ich damit noch länger Leben will.
Denn ich kann mich auch als ewiges Opfer in Vertrauensbrüchen suhlen und niemals Verantwortung für mich übernehmen.
Wenn ich das aber tue, dann kann der andere mich nicht pausenlos schwerwiegend verletzen, denn ich sehe die Dinge realistisch.
Ich sehe, das ist ein Süchtiger, der ist evt unzurechenbar- es kann immer passieren, dass er rückfällig wird, ich aber schaue, dass das mein Leben nicht kaputt macht. Wenn doch- dann muss ich wohl gehen.
Hart aber herzlichst, eure Ho-CHi ♥ |
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| Frau Ho-Chi hat zum Thema: Re: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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Billy170 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.10.2009 Beiträge: 89
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Verfasst am: 15.03.2011, 14:39 Titel: Re: Vertrauensbruch oder? |
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Hallo Karsten und alle anderen!
Als ich noch mit meinem XY zusammen war, hat dieser ja niemals bewusst (also aus Überzeugung) einen Entzug gemacht und war daher auch nicht "richtig" trocken.
Was es gab, waren Trinkpausen, in welchen er mir beweisen wollte, dass er auch ohne Alkohol leben kann.
Diese Trinkpausen dauerten weinige Tage...machmal Wochen...einmal ca. 3 Monate.
Für mich war der Rückfall nach diesen Phasen selbst nicht der Vertrauensbruch.
Der Süchtige konnte in diesem Moment vielleicht gar nicht anders, wichtig wäre für mich der Umgang mit diesem Rückfall.
Trotzdem habe ich mit der Zeit das Vertrauen in meinen Partner verloren...weil er mich angelogen hat, ich mich nicht auf ihn verlassen konnte, usw.
Das war das Ergebnis seiner Trinkerei, nicht das Ergebnis eines einzelnen Rückfalls!
Herzliche Grüße
Billy |
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| Billy170 hat zum Thema: Re: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 15.03.2011, 15:53 Titel: Re: Vertrauensbruch oder? |
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Hallo Ho-Chi,
ich denke, es gibt schon Situationen, in denen man sich auf einen Partner verlassen können muss. Es geht ja nicht nur um "Spaß haben", sondern auch um Teilen von Pflichten im Alltag, jedenfalls wenn man Kinder hat.
Außerdem ist es sehr schwer, Spaß zu haben, wenn ein Mensch (unter Alkohol) ständig aggressiv ist.
Das Problem ist: Der Alkoholiker folgt ja nicht seinem Willen, sondern dem Willen seiner Sucht. Oder so ähnlich.
Man kommt mit Schmollen oder Verbittert-Sein in der Tat nicht weit.
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Vertrauensbruch oder? geschrieben
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