| schwangeres EKA macht sich Sorgen um Kindererziehung • Wie soll man denn helfen??? |
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 29.03.2011, 14:51 Titel: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... |
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hallo wolfsfrau,
mir fällt hierzu eines ein, was ich heute auch gelesen habe und auch für mich so empfinde:
wir waren damals als kinder die eltern unserer eltern!
daher kommt das ganze sich verantwortlich für die eltern fühlen.ja und der trugschluss sie brauchen uns ja immernoch.
was ich empfinde wenn ich dich lese ist ein unbendiger drang in dir nach anerkennung und liebe. du beschreibst deine mutter als unnahbare frau. an eine unnahbare frau kommst du nie ran! du bemühst dich 40 jahre lang. nichts kommt bei raus. warum tutst du dir das weiter an, obwohl du weisst, das du da niemals rankommen wirst?du schadest dir doch nur selbst damit.
das ist ne menge text den du geschrieben hast, ne menge gedanken die an und für sich nicht notwendig wären, wenn du dich daraus lösen würdest. klar ist, das coabhängigkeit nicht von heut auf morgen abgestellt werden kann. den drang danach zu den eltern zum helfen zu gehen kenn ich auch. machen tu ichs aber seit zwei jahren nicht mehr, weil ich erkannt hab, das tut mir nicht gut. was mir nicht gut tut mach ich nicht.inzwischen ohne schlechtes gewissen, weil ich es mir zu liebe sein lasse.
deine eltern sind erwachsen und du bist es auch.
nimm dein inneres kind in den arm, tröste es, streichel es, drück es , lass die tränen fliessen wenn du es spürst, das kind dich spürt das DU für dieses kind da bist und dich nun kümmerst. gib ihm halt und sicherheit. meins weinte bitterliche tränen, wochenlang, so voller leiden und schmerz war es weil es sich einfach nur nach einer liebevollen umarmung sehte, die sie niemals bekommen hatte.ich drückte dieses kleine mädchen fest an mich und versprach ihm das ich mich darum kümmern werde. irgendwann weinte es nicht mehr, es hatte das bekommen was es braucht:liebe.
hier ist der weg hin zur selbstliebe, eigenliebe. dieses kleine mädchen konnte wirklich überhaupt nichts dafür das es auf die welt gekommen ist in eine familie in der sie dann schon als kind missbrauch erfahren musste, weil die mutter eine schwere krankheit hatte und immernoch hat.sie konnte nichts dafür, denn es war die sucht die sie dahin brachte.eine gnadenlose krankheit, die uns kindern so viel leid bringt, so das wir noch 40 jahre später unsere probleme damit haben.
lass deine mutter los, lass sie machen. sie will nicht, also warum drängen. nimm dich an die hand und sorge für dich und deinen seelenfrieden.
lieben gruß melanie |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... geschrieben
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Skye neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.05.2009 Beiträge: 293 Alter: 42
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Verfasst am: 29.03.2011, 22:13 Titel: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... |
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Hallo Wolfsfrau,
diesen Gesprächswunsch hatte ich früher sehr oft. Dabei war die längste Zeit die bei uns Funkstille geherrscht 2 Wochen, aber das ist ein anderes Thema. Wenn ich 2 Tage nicht mit ihr gesprochen hatte, fing ich schon an unruhig zu werden.
Vorrangig war es aus Sorge um sie, zumindest habe ich mir das eingeredet. Im Laufe meiner Therapie, sah das dann ganz anders aus. Wenn irgendetwas passiert war, was häufiger vorkam, hat mich mein Vater ohnehin unterrichtet, also hätte ich erfahren wenn es wirklichen Anlass zur Sorge gegeben hätte. Ein wirkliches Gespräch war mit ihr ohnehin meistens nicht mehr möglich, aufgrund des Pegels. „Seltsamerweise“ war meine Unruhe ganz besonders schlimm wenn sie zum Entzug oder zur LZT war.
Ich konnte irgendwann nicht mehr umhin mir einzugestehen, dass der überwiegende Grund nicht Sorge war, sondern der Wunsch nach Kontrolle. Ich habe mir eingebildet, die Sucht meiner Mutter unter Kontrolle zu haben, sie unter Kontrolle zu haben, wenn ich mir regelmäßig die sinnentleerten Gespräche mit einer Betrunkenen antue. Ich war der Meinung wenn ich Bescheid wüsste wie schlimm es gerade war, dass ich noch irgendwie Einfluss nehmen kann. Ich habe mir vorgemacht, wenn wir telefonieren trinkt sie weniger und noch so einiges andere. In der Kontrolle hatte ich die Hoffnung, dass meine alles beherrschende Angst sie zu verlieren für mich beherrschbar wurde. Alles Unfug, das habe ich mir selbst vorgemacht, weil ich anders nicht (gelernt habe) mit dieser Situation umzugehen wusste. Das konnte nur auf schief angehen, man kann einen erwachsenen Menschen nicht wirklich kontrollieren.
Die Gründe warum ich nichts von ihr gehört habe sind schnell zusammengefasst, entweder war sie zu betrunken um überhaupt zu telefonieren oder sie hatte pegelbedingt andere Interessen oder ich hatte nicht so funktioniert, wie sie es wollte. Das war mein sensibelster Knopf und der den ich als erstes demontiert habe und der am schwersten zu demontieren war, scheinbares Desinteresse an meiner Person. So hat sie mich am schnellsten dazu bekommen zu tun was sie wollte, wieder lieb zu sein. Nicht falsch verstehen, sie hat mich geliebt, da habe ich nie dran gezweifelt. Mit Alkohol war sie jedoch nicht in der Lage auch so zu handeln und mir das wirklich zu zeigen.
Ich habe das Maß an Gesprächen und Kontakt auf mein wirkliches Bedürfnis runtergeschraubt, langsam aber sicher, es war nicht immer einfach aber ich habe es geschafft. Wie das aussieht muss jeder für sich selbst bestimmen. Ich hätte einen totalen Kontaktabbruch nicht ausgehalten, damit hätte ich mich selbst bestraft und das war ja nicht Sinn und Zweck der Übung zu lernen für mich selbst zu sorgen. Trotz Kontakt ist es mir gelungen mit abzunabeln und meine Mutter/meine Eltern ihr Leben leben zu lassen. Das muss aber jeder für sich herausfinden, wie es ihm am besten tut.
Gruß
Skye |
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| Skye hat zum Thema: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... geschrieben
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Wolfsfrau neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.01.2011 Beiträge: 56 Alter: 44
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Verfasst am: 30.03.2011, 13:55 Titel: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... |
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Hallo Melanie,
und Hallo Skye,
vielen Dank für Eure Gedanken und eigenen Erfahrungen zum "kümmern".
Ich merke, dass einiges sofort auch für mich "stimmt", einiges andere nicht
auf dieselbe Weise.
Aber es tut mir sehr gut, dass ihr versteht und kennt, wovon ich schreibe.
Gestern in meiner Therapie konnte ich erstmals seit November wieder mich
selbst und meinen eigenen Schmerz (über meine Mutter und ihr Gefangensein
in der Spirale) fühlen, ohne dabei verzweifelt oder verloren zu sein.
Ich weiß, wieviel fließender und besser es sich anfühlt, meine eigenen Gefühle
zu durchleben, statt im Kopf wie besessen um eine Lösung (Kontrolle) zu ringen.
Bin gerade froh, den Fühl-Modus zumindest in mir zu tragen, selbst wenn ich
gelegentlich dann doch eher der Besessenheit (und ihrem "Erfolg") zu vertrauen
scheine, als schön bei mir selbst zu bleiben. Später nochmal mehr dazu, auch
zu Euren Anregungen. Danke, dass ihr mich seht.
Liebe Grüße,
von der Wolfsfrau. |
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| Wolfsfrau hat zum Thema: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... geschrieben
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Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
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Verfasst am: 31.03.2011, 08:26 Titel: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... |
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liebe wolfsfrau, | Zitat: | Gestern in meiner Therapie konnte ich erstmals seit November wieder mich
selbst und meinen eigenen Schmerz (über meine Mutter und ihr Gefangensein
in der Spirale) fühlen, ohne dabei verzweifelt oder verloren zu sein.
Ich weiß, wieviel fließender und besser es sich anfühlt, meine eigenen Gefühle
zu durchleben, statt im Kopf wie besessen um eine Lösung (Kontrolle) zu ringen.
| genau auf dieser ebene habe ich es auch geschafft mich zu erholen und zu spüren. das bewegte in mir sehr viel und ich konnte wesendlich besser mit den situationen umgehen. das ist eine viel tiefere ebene. der kopf verhinderte bei mir, das ich das spürte. mir gehts seitem ich mich spüren kann viel besser und da macht es irgendwie immer wieder plötzlich klick in meinem kopf und ich verstehe plötzlich was mit mir los ist.
lieben gruß melanie  |
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| Melinak hat zum Thema: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... geschrieben
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Wolfsfrau neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.01.2011 Beiträge: 56 Alter: 44
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Verfasst am: 01.04.2011, 18:03 Titel: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... |
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Liebe Melanie,
ich merke gerade auch, wie ich innen drin total hungrig, getrieben und leer bleibe,
wenn ich immer nur versuche, zu "verstehen", zu verbessern, auch mich selbst.
Das macht mich gerade total betroffen. Zugleich fällt eine Menge Druck ab, stimmt.
Ich schreibe einfach wieder, wenn ich dabei auch fühlen kann, worum es geht.
Liebe Grüße, auch an alle, die hier sonst mitlesen,
von der Wolfsfrau. |
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| Wolfsfrau hat zum Thema: Re: Schon viel zu lange "artig" gewesen ... geschrieben
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