| Kommunikationsprobleme mit meiner Mutter • sie kriegt die enkel nicht mehr allein! |
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Mikesch neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.04.2010 Beiträge: 90 Alter: 44
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Verfasst am: 19.02.2011, 09:32 Titel: Re: KAMPF!!!! |
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... ersuka hat 46 Jahre lang Verständnis und (zu große) Duldsamkeit gehabt, jetzt darf erst mal Wut dran sein!
Sie muss sich abgrenzen, dafür ist Wut nützlich.
Ersuka, hast du Menschen, die die unterstützen?
Mach bitte ganz viel für dich, Ding, die dir gut tun - Hund knuddeln etc.
liebe Grüße jedenfalls, von mir auch mit Hund  |
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| Mikesch hat zum Thema: Re: KAMPF!!!! geschrieben
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Wolfsfrau neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.01.2011 Beiträge: 56 Alter: 44
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Verfasst am: 22.02.2011, 00:38 Titel: Re: KAMPF!!!! |
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Liebe ersuka,
diesen Faden habe ich von Beginn durch gelesen, und er bewegt mich ebenso. Meine Mutter ist keine "garstige" Person, aber der Alkohol zieht so einen Rattenschwanz von emotionalen, sozialen, kommunikativen Störungen innerhalb der Familie nach sich, dass es total schwer ist, ihn von der Person noch sauber zu unterscheiden.
Ich war lange Zeit nur schlicht verwirrt, warum bei uns alles wie eingefroren ist, trotz der darunter spürbaren Not jedes einzelnen. Wir sind sozusagen zu dritt einsam, jeder in sich. Ich habe erst durch meinen jetzigen Therapeuten begriffen, wie grundlegend die Störung ist, die der Alkohol über alles verhängt. Das beginnt beim Leugnen des Abhängigen und erstreckt sich auf das mitlaufende System (die Angehörigen).
Deine Frage und die Fassungslosigkeit dahinter kann ich genau so unterschreiben:
| ersuka hat Folgendes geschrieben: |
sind sich diese leute eigendlich bewusst was sie alles anrichten??
...
ich denke ich werde es nie kapieren und habe momentan auch das gefühl ein ganz wenig durchzudrehen.nicht weil mir irgendetwas fehlt( habe es nie kennen gelernt) sondern weil ich das gefühl habe meine kleine welt fängt an stück für stüch zu zerbrechen verdammt.
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... und seit mir die Therapie die Augen geöffnet hat für den Schaden, den ICH da schon die ganze Zeit in mir auszubügeln versuche (soziale Ängste, Unsicherheit, Harmoniesucht, Selbstwertprobleme), kippt auch mein ganzes Familien- und Selbstbild hintüber.
Zugleich erdet mich die Erkenntnis aber auch, dass ich mich da sehr lange am Umfang des Problems (das nicht mal von mir selbst verursacht ist) verhoben habe. Alkoholismus ist tasächlich eine Familien-Krankheit. Das hatte ich schon oft in Al-Anon gehört und abgespeichert, aber den Zusammenhang zu meinen "Störungen" fühle ich jetzt erst.
Und das löst in mir auch eine ganze Welle Wut aus! Ich bin an mir und meinen Unfähigkeiten verzweifelt (s. mein Faden), hätte das alles nie in Verbindung mit dem Trinken einer anderen (!) Person in Verbindung bringen können. Zu wissen, meine Mutter hat sich diese ganze innere Arbeit nie gemacht (gab's auch früher nicht so unbescholten wie heute) und ihre Nöte statt dessen taub gestellt, macht mich heute richtig sauer. Warum? Weil ich, die ich mir diese Schei**arbeit mache, dafür fast noch mitleidig bedacht werde. Als sei das mein ganz eigenes Problem, eben "so" zu sein.
Sorry, jetzt habe ich mich hier in Deinem Faden so ausgebreitet. Was ich sagen will: Ich verstehe Deine Wut bestens, teile sie auch. Und ja, sie hilft beim Abgrenzen und dem (für mich aller ersten) Beschluss, dass ich anders leben will und muss, wenn ich meine eigene innere Gesundheit retten will.
Co-Abhängige waren für mich immer die super-Aktiven, die alles für den Alkoholiker mit gemanagt haben. Stimmt nicht, es sind auch die duldsamen, selbst kein Recht auf Selbstbehauptung einfordernden Kinder, die sich diesen Luxus früher gar nicht hätten erlauben dürfen. (Während z.B. meine Mutter heute kackfrech sagt, Wieso? Sie kriegt ihr Leben und ihren Job doch gebacken? - Na prima, dann stört der kleine Rest der Nebenschäden ja nicht so. Könnte mich gerade nochmal frisch aufregen.)
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und weiterhin Klarheit für Dein Leben. Und die Ermutigungen, die andere hier schon schrieben, geben mir dieselbe Kraft, mich immer mehr berechtigt zu fühlen, diesen ungesunden Weg zu verlassen, zumindest die Rolle der verfügbaren Ressource, die sich vom kranken System um ihre Lebendigkeit (offen reden, Gefühle zeigen, Resonanz einfordern) bringen lässt.
Es ist wirklich keine "Hilfe", den Ablauf weiterhin zu ölen, es schwächt nur, macht reizbar und erschöpft. Und "fertig" wird man nie, da wir als Angehörige schlicht keinen Einfluss auf den Alkohol haben oder darauf, wie der abhängige (erkrankte) Mensch seinen Weg macht.
Einfach mal liebe Grüße, zum Durchhalten.
Wolfsfrau |
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| Wolfsfrau hat zum Thema: Re: KAMPF!!!! geschrieben
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ersuka neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.02.2011 Beiträge: 9 Alter: 47 Wohnort: bremen
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Verfasst am: 22.02.2011, 12:36 Titel: Re: KAMPF!!!! |
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ich danke für euer feedback...und akzeptiere auch die wut die gerade anfängt sich einen weg nach draussen zu suchen.ich denke ich kann es schon kanalisieren.
meine auch das das ganze prozedere dazu gehören muss...denn wie lange??? hat man als EKA zu allem geschwiegen,hat versucht irgendetwas positives mit der person zu verbinden das es nicht immer so bleiben kann ist für mich ziemlich sicher.ich weiss das alkoholismus eine krankheit ist (verstehen tu ich es nicht weil rauchen auch keine anerkannte ist,aber das nur so nebenbei)trotzdem bin ich jetzt vom inneren her soweit mich davon auszuschliessen.wie gesagt...ich habe NIE darum gebeten meine existenz dermassen zu strapazieren.ich habe meiner meinug nach alles getan und bestimmt könnt ihr nachvollziehen was alles heisst.es ging an die grenze des zumutbaren.und endlich!!!! kann ich ganz ruhig für mich sagen das ich raus bin aus dieser nummer.das emotionale ist dieser person gegenüber nie da gewesen.und wird sich auch nicht einstellen.typisches EKA verhalten(?)...lassen wir doch einfach die zeit für mich arbeiten...ich werde weiter berichten. habt dank für euer gehör. |
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| ersuka hat zum Thema: Re: KAMPF!!!! geschrieben
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fatima neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.12.2010 Beiträge: 54 Alter: 32 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 22.02.2011, 18:34 Titel: Re: KAMPF!!!! |
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@wolfsfrau: danke für deinen "einblick"--- echt unglaublich, was wir
alles an krankheit mitgenommen haben, eine art ansteckung, wirklich.
einerseits beruhigend, zu erkennen: aha, ich bin nicht "schuld" an meinen
"macken"- es gibt einen beginn, der sich irgendwie benennen lässt...
andererseits zieht es mich runter, dass ich nun arbeit mit etwas habe,
dass ich selbst nicht hätte ändern können! mein ICH ist eben in ein
paar falsche richtungen gewachsen...
@ersuka: *seufztief* -- mir fehlen die worte. es ist ein umbruch, und
sicher kein kleiner. ich hoffe aber, nach geraumer zeit kannst du es
mehr genießen.
meine mutter abzuschießen hieße meinen vater mitabzutrennen. beides
kriege ich nicht hin. nur distanz hat bisher geklappt- das hat mich aber
ECHT schon erleichtert. hätte ich nie geglaubt, aber es ist so!
traurig ist es natürlich irgendwie auch. sozusagen traurige erleichterung
(gibt es sowas??)
aber mein halt sind gespräche mit freunden und das forum hier.
allein würde ich verzweifeln an diesem unlösbaren problem.
uns können wir ändern - SIE nicht. harte einsichten.
lg fatima |
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| fatima hat zum Thema: Re: KAMPF!!!! geschrieben
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ersuka neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 16.02.2011 Beiträge: 9 Alter: 47 Wohnort: bremen
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Verfasst am: 23.02.2011, 10:00 Titel: Re: KAMPF!!!! |
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hilfe??? willl ich die wirklich?? ich denke eher nein...
was ich will sind menschen die wissen wovon ich rede ,eben diese menschen hier.
viele ganz viele dinge "analysiere " ich für mich bei langen spaziergängen mit meinem hund...ich höre in mich hinein und stelle fest das es mir recht gut geht mit dieser situation.schlimmer wird es wenn ich daran denke das irgendwann der tag kommt wo man mich anruft und mir sagt:" ihre mutter liegt hier und hat ....) das schlimmste wäre die nachricht vom ableben,aber auch daruaf besinne ich mich bei meinen gängen im eisigen wind...weiss das es passieren wird und weiss auch das ich das rad nicht aufhalte.habe also eigendlich genug zeit mich auch mit diesem problem "anzufreunden".
hadere auch nicht mit meiner vergangenheit sondern sage mir..sie gehört zu mir und ich werde daran nicht zerbrechen.
aber eines möchte ich mal in die runde fragen.
wenn ihr hier so eure geschichte niederschreibt wie geht es euch danach?? ich bin ersteinmal richtig hochgepuscht (ist das gut?)und anschliessend ganz ruhig und entspannt wen die entertaste gedrückt ist .komisch oder??
euch einen ganz ganz lieben gruss |
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| ersuka hat zum Thema: Re: KAMPF!!!! geschrieben
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Wolfsfrau neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.01.2011 Beiträge: 56 Alter: 44
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Verfasst am: 23.02.2011, 10:45 Titel: Re: KAMPF!!!! |
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Hallo, liebe ersuka,
mir geht es da auch wie Dir. Einerseits befreit mich das "Absenden" meiner Gedanken und Erfahrungen total. Es ist, als würde ich auch vor mir selbst anerkennen, dass die Phase des "Bemühens" vorbei ist und ich jetzt frei bin für meinen eigenen Weg.
Und nach dem Senden weiß ich, "es" (alles, worin ich mich gezeigt habe) landet bei Menschen, wo ich im selben Moment angenommen bin. Ich finde, das befreit von viel Druck (jemanden zu verraten) und Schuldgefühl.
Aber manchmal fühlt es sich auch wie zwei Welten an, für mich: Wenn ich hier in den Fäden lese, dann erstarkt die Seite in mir, die knallharte Grenzen und endlich ganz frei werden will. - Und dann, "zurück" in meinem eigenen Gefühl, dass ja immer auch nebenher da ist, fühle ich Trauer, dass es ist, wie es ist.
Im Moment ist das alles gemischt, und ich versuche, es auch so zu sehen. Dass meine Seele sich auch erst an alles gewöhnen muss. Die Einsichten sind ja viel schneller da, als es dann auch im Herzen ankommt. Ich merke an dem ausstehenden Brief (an meine Mutter), dass ich Zeit brauche und es nicht übers Knie brechen kann.
Aber die Klarheit, hier im EKA-Forum und allen Lossage-Geschichten, die ist irgendwie das Geländer, an dem ich mich derweil festhalten kann. So ungefähr geht es mir mit alldem. (Und einen Hund hätte ich auch soo gern. )
Liebe Grüße
von der Wolfsfrau |
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| Wolfsfrau hat zum Thema: Re: KAMPF!!!! geschrieben
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