| Trennung Zweifel Trauer • Eine Entscheidung getroffen |
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 06.02.2011, 12:36 Titel: Istzustand und Ziel |
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Hallo,
ich möchte hier mal ein Thema eröffnen, wo ich hauptsächlich die Angehörigen und Coabhängigen ansprechen möchte.
Im Prinzip ist ja jede Problemlösung die Erkenntnis des Istzustandes und die Definition des eigenen Ziels, was daraus folgt, wenn man den Istzustand ändern möchte.
Wie habt ihr euren Istzustand definiert und welches Ziel habt ihr daraus abgeleitet?
Welche Schritte habt ihr unternommen?
Ist das Ziel schon in Sicht?
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Istzustand und Ziel geschrieben
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ayki79 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 24.01.2011 Beiträge: 91 Alter: 33
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Verfasst am: 06.02.2011, 13:18 Titel: Re: Istzustand und Ziel |
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Hallo Karsten,
mein Ist-Zustand war damals:
• es geht mir schlecht durch den Alkoholkonsum meines Partners
• ich drehe mich im Kreis
• ich möchte so nicht weiterleben
Mein Ziel war:
• mir nicht ständig Sorgen um ihn und seine Probleme machen
• mich auf mein Leben und das meiner Kinder konzentrieren
Ich habe bisher die folgenden Schritte unternommen:
• Trennung
• Suchtberatungsstelle
• Familientherapie
• Abstand
• Scheidung
So bin ich meinen Weg gegangen. Mein damaliges Ziel habe ich erreicht! Nun habe ich ein weiteres Ziel für mich, an dem ich arbeite: loslassen, innere Ruhe finden und zufrieden alleine leben
LG Ayki |
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| ayki79 hat zum Thema: Re: Istzustand und Ziel geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 06.02.2011, 13:24 Titel: Re: Istzustand und Ziel |
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Hallo Ayki,
so wollte ich es hören
Klare Fakten, die nachvollziehbar sind.
Daran kann man sich ein Beispiel nehmen, wie der Weg aussehen kann.
Gruß
Karsten |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Istzustand und Ziel geschrieben
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Aurora sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.05.2007 Beiträge: 5776 Alter: 53 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 06.02.2011, 16:32 Titel: Re: Istzustand und Ziel |
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Hallo Karsten,
mein Ist-Zustand war,
ich wusste nicht mehr weiter,
drehte mich im Kreis,
fühlte mich verletzt, am Boden zerstört,
wusste nicht mehr weiter, wie oder was ich mit meinem Ex noch machen sollte, wie ich ihn am Saufen hindern könnte,
fühlte mich krank, ausgelaugt, um mein Leben betrogen,
hatte Angst, konnte kaum noch schlafen,
war wütend, hasserfüllt...
Und so weiter.
Irgendwann hatte ich den Mut und die Erkenntnis, dass nur ich selbst was ändern kann, und auch nur für mich!
Da konnte ich mich erstmal trennen. Das war vor knapp 4 Jahren.
Mein Ziel war da, ein ruhiges, sorgenfreies Leben zu bekommen. Nicht mehr dauernd an seinen Alkoholkonsum denken zu müssen. Keine Angst mehr zu haben, beim Nachhausekommen, was wieder sein könnte. Glücklich zu sein. Nicht mehr diese Dinge sehen zu müssen, die er im Alkoholrausch machte. Nicht mehr kleingemacht zu werden.
Ich habe eine Wohnung gesucht, gefunden und mir eingerichtet.
Nach und nach habe ich meine Ruhe wiedergefunden.
Ich habe viele Sachen für mich erkannt, ich hatte inzwischen das Forum hier gefunden und im geschlossenen Bereich meine SHG gefunden. Da erfuhr ich sehr viel Hilfe, Erkenntnis, Denkanstöße.
Ich habe mich mehr und mehr getraut, meine eigenen Grenzen zu erkennen und zu ziehen.
Ich habe gemerkt, wie gut es mir ohne Partner ging und dass ich gut alleine zurecht kam.
Als ich mich festgefahren fühlte, beantragte ich eine Therapie, die ich auch fast 2 Jahre lang machte.
Alles in allem kann ich für mich sagen, als ich anfing, für meine eigenen Bedürfnisse einzustehen, an mich zu denken und nicht an andere, als ich sah, ich muss aktiv sein für mich selbst und nicht meine Selbstverantwortung abgeben, da konnte ich wieder in Frieden leben. Als ich erkannte, ich bin nicht zuständig für Exmännes Leben, sondern für meins, als ich meine Schuldgefühle und vermeintlichen Verantwortungen loslassen konnte, da konnte ich in Frieden leben.
So mal kurz und knapp mein Werdegang.
Aurora |
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| Aurora hat zum Thema: Re: Istzustand und Ziel geschrieben
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Nordlicht sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 09.04.2009 Beiträge: 4459 Alter: 52 Wohnort: kiel
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Verfasst am: 06.02.2011, 19:42 Titel: Re: Istzustand und Ziel |
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Hallo Karsten,
mein Istzustand vor 2 1/2 Jahren:
Mir ging es schlecht, sehr schlecht, körperlich und seelisch.
Ich habe mir selber nicht mehr vertraut,
das was ich sah, nicht als das gesehen was es ist.
Ich lebte mit einem trinkenden Partner zusammen und
ging langsam aber sicher an seiner Selbstzerstörung kaputt.
Das kann ich aber erst jetzt so aufschreiben, damals hätte ich
meinen Istzustand ganz anders beschrieben.
Mein Ziel war, meinen Partner aus seiner Sucht zu befreien.
Ich bin dann dank der Hilfe Anderer aufgewacht, habe mich
getrennt, den Kontakt total abgebrochen und mich erstmal
verkrochen.
Nach einem halben Jahr, habe ich gedacht, so jetzt kannst
Du versuchen, mit deinem Partner wieder Kontakt aufzunehmen
und ihm helfen...
Dabei bin ich hier gelandet.
Ich las und las und las und langsam, ganz langsam änderte sich mein
Ziel. Ich merkte, ich will das gar nicht mehr, ihm helfen, ich
will mir selber helfen.
Nun ist dieser Weg mein Weg und gleichzeitig dann auch mein
Ziel.
Liebe Grüße
Gesche |
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| Nordlicht hat zum Thema: Re: Istzustand und Ziel geschrieben
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Laurina5 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 08.06.2005 Beiträge: 303 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 06.02.2011, 19:44 Titel: Re: Istzustand und Ziel |
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Hallo Karsten,
mein Ist-Zustand war:
ich war erschöpft,
ich hatte Angst,
ich wurde menschenscheu,
ich habe verleugnet,
ich war besessen und
völlig abhängig.
Mein Ziel war:
gesünder und selbstverantwortlich zu werden,
unabhängig und wieder Lebensfreude zu fühlen.
Schritte habe ich folgende unternommen:
Kapitulation, dass ich mein Leben nicht mehr
im Griff habe und Hilfe annehme.
Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik
Gesprächs- und Verhaltenstherapie
über mehrere Jahre Angehörigengruppe
Seminare für Angehörige
Austausch im Forum.
Ich arbeite noch an folgenden Punkten:
mein Selbstwertgefühl weiter festigen,
mir mehr zutrauen,
authentischer sein,
meine Gefühle zulassen,
unabhängiger von den Meinungen anderer sein,
sagen, was ich meine und fühle.
Meinem Gefühl trauen.
Kritikfähig sein.
Weniger Romanzen- und Harmoniesucht.
Ein klares Nein ohne Schuldgefühle aussprechen.
Mich nicht beliebt machen wollen.
Helfen nur, wenn ich es selbst will.
Mich bei Bedarf abgrenzen.
Andere nicht ungefragt beraten.
Mich heraushalten und nicht bewerten.
Loslassen und so sein lassen.
Nicht alles persönlich nehmen,
mich für alles verantwortlich fühlen.
Keine Wut und keinen Hass mehr
auf den Alkoholiker, seit dem ich
seinen Zustand als Krankheit sehe,
manchmal kommen noch Restanteile
an Wut hoch, die zu mir gehören.
Konsequenter werden!
Diese Punkte waren damals noch nicht mein Ziel,
sie haben sich erst durch Beschäftigung mit meinem
Thema heraus kristallisiert.
Es gibt noch viel zu tun, ich bleibe am Ball.
Gruß Laurina  |
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| Laurina5 hat zum Thema: Re: Istzustand und Ziel geschrieben
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Laurina5 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 08.06.2005 Beiträge: 303 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 06.02.2011, 19:53 Titel: Re: Istzustand und Ziel |
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PS:
Zu meinen Schritten gehörten noch:
Trennung und eigene Wohnung mieten.
Gruß Laurina  |
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| Laurina5 hat zum Thema: Re: Istzustand und Ziel geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 06.02.2011, 21:01 Titel: Re: Istzustand und Ziel |
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Hallo Karsten,
ich denke, ich muss den Ist-Zustand immer wieder ein bisschen neu überdenken.
Ich finde die Listen meiner Vor-Schreiberinnen schon ziemlich gut.
Für mich waren wichtige Schritte:
1.) Kapitulation im Hinblick auf seine Erkrankung. AUfhören, sich um seinen Alkoholkonsum zu kümmern.
2.) Trennung
3.) mir selbst zuzugestehen, den Kontakt einzuschränken oder abzubrechen, wenn der Kontakt mir schadet
4.) mir einzugestehen, dass ich im Umgang mit meinem Ex selbst Kontrollverslust erleide, d.h. dass ich seinen Manipulationen nicht mit Willenskraft entgehen kann, sondern nur, indem ich den Kontakt selbst einschränke bzw. abbreche
5.) mir selbst richtig wichtig werden und mich um meinen eigenen Kram kümmern
6.) mir einzugestehen, dass ich nicht über anderen stehe, nicht besser für sie sorgen kann als sie selbst (Lektion Demut)
7.) Feststellen, dass bei mir selbst genug im Argen liegt. Das Zusammensein mit einem Alkoholiker, dessen Leben ein ziemliches Chaos war, hat meine Maßstäbe ganz schön ver-rückt. Daneben kam ich mir von Vorneherein schon ganz in Ordnung vor. Eigentlich hab ich ihn auch ein bisschen dafür gebraucht, um mein SElbstwertgefühl zu stützen. JEtzt muss ich lernen, mich auch mit meinen Fehlern, die vorher durch sein Chaos relativiert wurden und nicht sichtbar wurden, zu lieben und anzunehmen.
Später vielleicht mehr, die Pflichten rufen.
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: Istzustand und Ziel geschrieben
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