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Wie läuft eine Alkoholentgiftung?

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Siccus
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Alter: 59

BeitragVerfasst am: 13.02.2011, 09:57    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Karsten,

sehr aufmerksam lese ich Deine Erfahrung in der Entgiftung. Ich sehe sehr viele Gemeinsamkeiten.
Meine Entgiftung (die hoffentlich auch die Einzige sein wird) war vor gut einem Jahr. Auch ich stellte als "Neuling" fest das es die Gruppenbildung gibt. Die einen redeten viel und dachten schon an ihr bevorzugtes Getränk sobald sie wieder draussen sind während die anderen eher ruhig und nachdenklich waren. Man erkannte sehr schnell das ihnen die Abkehr vom Alk sehr wichtig war. Allerdings war man mit dieser Meinung eher der Aussenseiter, aber mich nervte es dass es soviele Unbelehrbare gab die sogar prahlten mit ihrer Anzahl von Entgiftungen.
Diese Erfahrung war bei mir sicherlich auch ein Grund "Trocken" zu werden um dieses nicht nochmal erleben zu müssen.
Ich schreibe das nicht um abzuschrecken sondern sich während der Entgiftung schnell bewusst zu werden welchen Weg man gehen will. Mich hat es stärker gemacht.

Nun lieber Karsten bin mal gespannt wie es weiter geht mit Deiner Erzählung.

Gruß, Karl (Siccus)
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Siccus hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben
Karsten
Administrator
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Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45974
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 13.02.2011, 10:17    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Fortsetzung:

Die nächsten zwei Tage machte ich mir viele Gedanken, wie es mit mir weiter gehen sollte.
Wollte ich nach dem Krankenhausaufenthalt wieder in irgendein anderes Obdachlosenheim oder mir mal zur Abwechslung eine Wohnung vom Sozialamt geben lassen, damit ich da in Ruhe trinken konnte?
Ich hatte sehr viel Angst vor der Zukunft, was auch viel eine Rolle spielte, dass ich noch nie ernsthaft versucht hatte, wirklich vom Alkohol wegzukommen. Hatte ich mal eine normale Meldeadresse, kamen gleich die Gläubiger, denen ich Geld schuldete, wo ich eh keinen Ausweg sah, da man rauszukommen.
Bisher war meine Devise, dass ich diese Gedanken durch den ersten Alkohol wegspülte und dann eh nicht mehr aufhören konnte zu trinken. Die fehlenden Zukunftsperspektiven gaben mir immer die Entschuldigung vor mir selbst, wieder anfangen zu müssen mit dem trinken. Da die Alkoholsucht dann eh ihren Lauf nahm, war mir dann auch alles immer egal. Ich brauchte nur eine Ausrede, um das erste Glas wieder trinken zu können.
Irgendwie baute ich mir schon wieder ein Lügengerüst auf, wo ich nach Gründen suchte, dass eh alles keinen Sinn macht.
Da der Zettel vom Arzt auf meinen Nachttisch lag, ich ihn immer wieder sah, schaffte ich es aber nicht, mir einzureden, dass ich eben trinken muss. Der Zettel sollte der neue Weg sein?

Ich hatte mir auch beim Sozialdienst einen Termin geben lassen, der aber erst am Montag war. Meine Gedanken waren geteilt. Irgendwie hoffte ich, dass auch der Sozialdienst mir nicht helfen konnte und ich dadurch wieder bestärkt würde, wieder trinken zu können. Auf der anderen Seite malte ich mir eine neue Wohnung aus, wo ich zufrieden leben konnte.
Das Wochenende kam. In den Tagen hatte ich viel mit den anderen Patienten gesprochen und war auch ab und an mal geneigt, wir die Gespräche der Gruppe anzuhören, die sich eh schon entscheiden hatten, ihr Leben nicht zu ändern.
Das bemerkte auch eine Stationsschwester, die mich bei einer Medikamentenausgabe ansprach. Noch bekam ich Medikamente, auch wenn es schon langsam weniger wurden. Körperlich ging es mir schon besser.
Die Stationsschwester fragte auch gleich direkt, warum ich mich zu den Patienten hingezogen fühlte, die sie schon von vielen Aufenthalten hier kannte, also auch wusste, dass sie nicht die richtige Motivation hatten.
Einen weiteren Satz von ihr, weiß ich noch heute.

Geht es ihnen schon wieder zu gut, dass sie alles vergessen haben?

Obwohl ich sonst mit dieser Schwester nichts zu tun hatte, hatte sie mich wohl durchschaut und meine veränderten Gedanken bemerkt. Hatte sie mich beobachtet oder warum sprach sie gerade mich an?

Ertappt aber auch nachdenklich, sah ich sie an und suchte nach hochtrabenden Wörtern, die sie überzeugen sollten, dass es mir gut geht und ich auf den richtigen Weg bin.

Die Wochenendtage versuchte ich mich von allen abzukapseln. Es war eh nur ein Bereitschaftsarzt da, die Schwestern und sonst überließ man die Patienten am Wochenende sich selbst. Da ich immer noch nicht die Station verlassen durfte, also auch nicht mit den Anderen spazieren gehen durfte, verbrachte ich viel Zeit auf dem Zimmer, alleine.

Wieder wanderten meine Gedanken von der einen Möglichkeit zur anderen Möglichkeit.
Ich versuchte mir fest einzureden, dass ich die Chance am Montag beim Sozialdienst ernsthaft ergreifen würde, aber wenn die mir auch nicht helfen können, wieder trinken würde.

Das Frühstück am Montag morgen schmeckte nicht, denn ich war bei meinen Gedanken woanders.
Heute sollte die Entscheidung fallen, die ich mir selbst auferlegte, um wieder einen Grund zum trinken zu haben.
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Karsten hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben
Karsten
Administrator
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Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45974
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 17.02.2011, 10:53    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Weiter gehts:

Zu allem Übel war heute auch der erste Tag, an dem ich keine Medikamente mehr bekommen habe, was meine Stimmung auch nicht verbesserte. Kaum was gegessen, ging ich mit der Kaffeetasse in den Garten, um dort noch einmal über alles nachzudenken.

Was wollte ich in meinem Leben erreichen?

Grundsätzlich malte ich mir eine eigene Wohnung aus, eine schöne Arbeit, wo ich ausreichend Geld verdienen würde. Hilfe bei der Schuldenregulierung.
Kurz gesagt, ich erhoffte mir von dem Gespräch beim Sozialdienst alles, was ich selbst die ganzen Jahre nicht auf die Reihe bekommen hatte. Meine Ansprüche waren sehr hoch.

Aus heutiger Sicht denke ich, dass ich so eine hohe Anspruchshaltung hatte lag da drin, dass ich im Geheimen hoffte, dass es eh nicht zu realisieren ist und ich dann mein Leben weiter führen konnte, wie bisher, also auch wieder trinken konnte.

Mit gemischten Gefühlen begab ich mich zu dem Haus, dass innerhalb des Krankenhauses lag. Natürlich durfte ich nicht alleine dort hin gehen, auch wenn ich heute schon eine Woche im Krankenhaus war. Deshalb begleitete mich ein Pfleger, der dann aber draußen wartete.

Ich klopfte an die Zimmertür und trat in ein großes Büro ein, wo eine Frau, etwa in meinem Alter, hinter einem Schreibtisch saß. Sie bat mir einen Stuhl an und fragte auch gleich, was sie für mich tun könne.
In Gedanken hatte ich meine Forderungen ( ja ich wollte damals etwas ) schon formuliert, aber als ich so direkt gefragt wurde, fing ich einfach an, meine derzeitige Situation zu erzählen.
Zusammengefasst, so weit ich mich erinnere, gab es einen Unterschied. Ich sagte nicht, was ich mir für meine Zukunft wünschte, sondern wie es im Moment aussah und dass es so nicht weiter gehen kann.
Sie machte sich Notizen und stellte auch ein paar Fragen, die aber komischerweise in die Richtung gingen, dass ich erzählen sollte, was ich mir wünschte. Sicherlich wollte sie mich provozieren, aber ich ging nicht drauf ein, obwohl es doch ursprünglich mein Ziel war.
Sie hätte mir eh nicht alle Probleme beseitigen können, also hätte ich wieder einen Grund zum trinken.

Als ich fertig war und sie auch keine Fragen mehr hatte, holte sie eine Akte aus dem Regal. Ich konnte nicht lesen, was da drauf oder drin stand, aber plötzlich fragte sie mich, ob ich mich denn in der Lage sehen würde, alleine zu wohnen und nüchtern zu bleiben. Sollte ich doch eine eigene Wohnung bekommen?

Natürlich nicht, wie sich dann zeigte. Sie gab mir eine Broschüre, auf der auf der Titelseite drei Menschen zu sehen waren, die lachten. Hier habe ich etwas für sie, sagte sie dann. Ich möchte mir das durch den Kopf gehen lassen und sie morgen wieder aufsuchen.
Unschlüssig saß ich weiter vor ihr, aber sie sagte nichts mehr und so verabschiedete ich mich und verließ das Büro.
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Karsten hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben
pueblo
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Beiträge: 124
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BeitragVerfasst am: 17.02.2011, 12:35    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

und ich möchte wissen,
ob es für dich sehr schwerr ist,
das alles aufzuschreiben(nochmal zu durchleben)
ich machte das ganze einmal handschriftlich,
in einer psychatrie(mein leben aufgeschrieben)
dauerte eine ganze nacht,vor allem die schicksalsschläge niederzuschreiben.
waren was ,weiss ich wie viele dina4 seiten,
geschrieben mit vielen trännen
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pueblo hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben
Karsten
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Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45974
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 17.02.2011, 12:38    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo pueblo,

schwer?
Nein nicht wirklich.
Auf der einen Seite bin ich natürlich nachdenklich, dass ich so viele Anläufe gebraucht habe, aber auf der anderen Seite bin ich dankbar, dass mich meine Alkoholsucht bis zur Obdachlosigkeit gebracht hat.

Dankbar deshalb, weil ich es hinter mir habe ud heute meine Nüchternheit zu schätzen weiß.

Gruß
Karsten
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Karsten hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben
Paulina
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 27.01.2011
Beiträge: 256
Alter: 57
Wohnort: Austria

BeitragVerfasst am: 17.02.2011, 15:56    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Bin schon gespannt was das für eine Bröschüre war.
Und wie Du Dein Leben in den Griff bekommen hast!
Bitte weiter erzählen!! Lachen

LG Paula
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Paulina hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben
heliopolis
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 20.01.2011
Beiträge: 20
Alter: 46

BeitragVerfasst am: 19.02.2011, 00:38    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Karsten,

auf die Fortsetzung brenne ich auch schon...

Grüße

Tom
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heliopolis hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben
Karsten
Administrator
Administrator


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.11.2004
Beiträge: 45974
Alter: 55

BeitragVerfasst am: 22.02.2011, 07:28    Titel: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Vor dem Haus sah ich mir das Deckblatt noch einmal an und erkannte nun, dass es sich um eine Broschüre der Diakonie handelte, die über das Leben von trockenen Alkoholikern in einer Wohngemeinschaft berichtete.
Etwas enttäuscht schob ich das Heftchen in die Tasche. Ich hatte mir ja selbst ein Ultimatum gestellt, nach dem Motto, wenn die mir kein ordentlichen Leben bescheren können, trinke ich wieder.
Was sollte ich in einer Wohngemeinschaft. Irgendwie verglich das mit dem Obdachlosenheim, wo ich ja herkam. Es wäre keine eigene Wohnung, von Arbeit ganz zu schweigen und vor allem, ich müsste mich wieder anderen Menschen unterordnen.

Auf der einen Seite war ich zwar enttäuscht, aber auf der anderen Seite hatte ich erkannt, dass es für mich eben kein anderes Leben geben wird, als weiter zu trinken.
Mit diesen Gedanken, die Entgiftung hier noch abzusetzen, denn immerhin war es warm und es gab genug zu essen, machte ich mich wieder auf den Weg zur Entgiftungsstation.

Im Aufenthaltsraum angekommen, begab ich mich diesmal zu drei Patienten, die diese Entgiftung hier auch nicht ernst nahmen, denn mein Entschluss stand fest, hier würde ich mich nur wieder für die nächste Runde fitt machen. Diese drei Patienten unterhielten sich gerade über ihre Saufeskapaden, die sie so erlebt hatten.
Als ich mich zu ihnen setzen wollte, verstummte das Gespräch und sie schauten mich misstrauisch an. Ich nahm ihnen das nicht übel, hatte ich mich doch die vergangene Woche eher distanzierend ihnen gegenüber verhalten und vor allem, hatte ich bisher ganz andere Ziele als sie.
Sie fragten mich, aber wo ich gewesen war und darauf hin nahm ich die Broschüre aus der Tasche und zeigte sie ihnen. Ich wollte eine Bestätigung, dass diese Wohngemeinschaft Mist war und von wen hätte ich diese Bestätigung besser bekommen können, als von diesen Patienten, die eh nicht mit dem trinken aufhören wollten.
Ich brauchte auch nicht lange warten und sie fingen an, sich über den Inhalt der Broschüre lustig zu machen. Ich hörte ihnen zu, aber meine Gedanken waren irgendwie anders, als die Ihrigen. Um so mehr sie über die darin enthaltenen Informationen herzogen, umso unsicher wurde mein Entschluss, nach der Entgiftung wieder dort hin zu gehen, wo ich her kam, in ein normales Obdachlosenheim.
Was sie als negativ ansehen, wie zum Beispiel der geregelte Tagesablauf, der in dem Heft beschrieben wurde, war eigentlich genau das, wonach ich mich sehnte. Auch das Lachen der Männer auf dem Deckblatt sah ich positiv, im Gegensatz zu den anderen.

Bei der bald darauf folgenden Gruppenstunde setzte ich mich in den Kreis der Gruppe, wo die drei Patienten von eben integriert waren. Ich wollte allen, vor allem dem Arzt damit zeigen, dass ich mich entschieden habe und der Sozialdienst mir nicht geholfen hatte, jedenfalls nicht so, wie ich es gewünscht hatte.
Als der Arzt den Raum dann betrat, sah ich mich an, merkte wo ich saß schaute dann in die ganze Runde. Immer wieder richtete er sein Blick auf mich, aber ich hielt seinem Blick stand, denn in meinen Augen hatte er mich enttäuscht. Mir war klar, niemand konnte oder wollte mir helfen und der Arzt machte eh nur seinen Job.
Das heutige Thema war für mich uninteressant, denn es ging um die Unterstützung der Familie, wenn das nüchterne Leben nach der Entgiftung begann.
Zum einen hatte ich keine Familie und zum anderen stand für mich fest, es wird kein nüchternes Leben für mich geben.
Nach ca. einer halben Stunde wechselte das Thema und es wurde über den Zeitfaktor gesprochen. Im Grunde ging es darum, dass niemand erwarten sollte, dass nach dem Krankenhausaufenthalt alles so weiter gehen würde, wie bisher, nur das man eben nicht mehr trinken würde.
Ich hörte Worte, wie Geduld, Lebensaufbau, Lebensumstellung und Vertrauen.
Im Grunde genommen alles Dinge, die ich nicht wirklich kannte und in meinem bisherigen Leben auch nicht vorkamen. Bisher lebte ich in den Tag hinein, Planung gab es nicht und vertraut habe ich eh niemanden. Ich wurde ja grad erst wieder enttäuscht, denn anstatt Wohnung und Arbeit bekam ich eine Broschüre, wo ich wieder in ein Obdachlosenheim sollte. Das Wort Lebensumstellung war für mich wie ein Hohn in diesem Zusammenhang.

Die Gruppenstunde war dann zu ende und ich konnte danach zum ersten mal mit anderen Patienten zusammen in den Krankenhauspark spazieren gehen. Ich hielt mich etwas fern und hing meinen Gedanken nach. Nach zwei Stunden kamen wir wieder auf der Station an.
Ich machte mir einen Kaffee, als ich plötzlich wieder den Arzt bemerkte. Er schaute zu mir rüber, sagte aber nichts und machte auch sonst keine Anstalten, dass ich eventuell zu ihm kommen sollte.

Dann ging mir ein Satz aus der ersten Gruppenstunde durch den Kopf, in dem es darum ging, sich selbst zu helfen und nicht darauf zu warten, dass andere Menschen etwas für einen machen.

War das Schweigen des Arztes darauf gemünzt, dass ich ihn ansprechen sollte, weil ich ja etwas wollte?
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Karsten hat zum Thema: Re: Wie läuft eine Alkoholentgiftung? geschrieben

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