| Keine Möglichkeit mich und meine Geschwister zu schützen?! • Fühle mich so unsicher |
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Tim1988 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 7
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Verfasst am: 01.05.2006, 15:34 Titel: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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Hallo!
Ich weiß einfach nicht mehr weiter, meine Mutter hat nach einem erneutem Streit mit meinem Vater wieder extrem angefangen zu trinken.
Aktuell liegt sie auf dem Sofa und schläft.
Das schlimme ist, es ist nicht das erste mal. Das letzte mal war es zu Weihnachten bis Sylvester. Der Arzt meint sie sei eine sogenannte "Quartalsäuferin" was ich nicht so richtig glauben kann da meine Mutter nur trinkt wenn mein Vater ihr wenn er mal wieder besoffen ist sämtliche Dinge an den Kopf knallt. Meine Mutter hört auch nicht wieder von alleine auf zu trinken. Es hat bis jetzt immer entweder im Krankenhaus oder in der Psychatrie geendet entweder per Zwangseinweisung oder nach schweren Krampfanfällen da sie auch nichts mehr isst. Reden bringt überhaupt nix dann sagt sie dir eiskalt ins Gesicht hol mir lieber noch n paar Bier! Ich bin total fertig, am liebsten würde ich abhauen. Aber ich bin immer wieder Zuversichtlich das es wieder in Ordnung kommt wenn wir sie wieder ins Krankenhaus gebracht haben und sie wieder vernünftig ist.
Mein Vater ist selber Alkoholiker nur klingt das für ihn absurd da er ja auf Arbeit geht und Zuhause auch seine Arbeiten erledigt. Nur diese elende Sauferei kotzt mich so dermaßen an. Ich und meine Mutti haben ihm schon so oft gesagt er soll damit aufhören und er sagt ja mach ich und das hällt mal 1 Woche bis er dann wieder Bier mit Nachhause bringt. Irgendwann steigt der Frust in meiner Mutter so hoch das sie dann auch wieder damit anfängt, sprich, saufen --> schlafen --> nach Bier betteln und das den ganzen Tag lang. Das gebettle nach Bier nervt so sehr das mir meistens keine andere Wahl bleibt als welches zu besorgen damit sie endlich aufhört zu betteln. Ein Problem ist noch, das meine Großeltern mit im Haus leben. Die können damit überhaupt nicht umgehen und sind die ganze Zeit am heulen und schimpfen.
Morgen müsste meine Mutti wieder auf Arbeit gehen was sie ja auch vor hat nur leider kann ich das nicht glauben. Sie wird morgen früh losfahren und sich wieder vollaufen lassen und das wieder die ganze Woche lang bis ich wieder eine Zwangseinlieferung veranlasse. Dann ist sie wieder 1-2 Wochen in der Psychatrie und kommt anschließend wieder Heim und trinkt dann auch NICHTS mehr bis zum nächsten mal.
Könnt ihr mir einen Rat geben? Ich möchte allen helfen ohne jemandem Weh zu tun.
MfG Tim |
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| Tim1988 hat zum Thema: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 01.05.2006, 15:48 Titel: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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Hallo Tim,
das ist eine sehr schlechte Situation für Dich.
Deine Mutter trinkt und nimmt dann immer die Streitereien mit Deinem Vater als Grund für eine erneute Trinkphase.
Das Dein Vater aber trinkt und mit Deiner Mutter trinkt, ist aber kein Grund und auch ist Dein Vater nicht Schuld, vielleicht der Auslöser, aber jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich. Keiner zwingt Deine Mutter, dass sie sich mit Bier betrinkt.
Da Du von Zwangseinweisung sprichst, gehe ich mal davon aus, dass Deine Mutter auch nicht wirklich auf den Alkohol verzichten möchte, sonst würde sie jetzt ins Krankenhaus gehen, sich einer Alkoholentgiftung unterziehen und danach an ihrer Nüchternheit arbeiten.
Nach einer Entgiftung, auch unter Zwang, sein Leben einfach so weiter zu führen, eben nur nichts zu trinken, reicht nicht für eine dauerhafte Nüchternheit. Dazu muß man sein Leben und seine Lebensgewohnheiten verändern.
Das Gleiche trifft auf Deinen Vater zu. Beide sollten sich, wenn sie den Willen zur Nüchternheit haben, Gesprächsgruppen, einem Forum oder anderen Hilfsorganisationen, wie Therapie oder Gesellschaftstreffen anschließen. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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Tim1988 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 7
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Verfasst am: 01.05.2006, 16:05 Titel: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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Hallo Karsten danke für deine Antwort.
Du hast recht, meine Mutter will nicht auf Alkohol verzichten, ABER nur wenn sie bereits betrunken ist. Wenn sie nüchtern ist kann sie Alkohol nicht ausstehen und würde auch nie trinken. Es ist immer so schwer sie nüchtern zu kriegen um Vernünftig mit ihr reden zu können. Wir hatten sie auch schonmal soweit das sie freiwillig in die Psychatrie wollte.
Nur leider ist sie von da abgehauen und hat sich wieder besoffen.
Meine Eltern wollen sich nun trennen was ich auch gut finde da mein Vater anscheinend nicht auf sein "Bierchen" verzichten kann und somit auf Dauer meine Mutti immer wieder mit hereinzieht.
Ich hoffe das ich wenn sie wieder in der Psychatrie ist mit meinem Vater reden kann und ihm erklären kann das es das beste ist wenn die beiden sich trennen da es so wie es jetzt ist unzumutbar für alle Beteiligten ist.
Ich bin immer derjenige der die Schei*e ausbaden darf.
Du hast auch Recht wenn du sagst keiner Zwingt sie dazu usw.
Nur wenn ich nichts dagegen unternehme habe ich Angst das sie daran stirbt da sie wie gesagt nichts mehr isst und nur noch pausenlos trinkt.
Wir haben auch schon versucht sie einfach mal links liegen zu lassen damit sie zur Vernunft kommt. Fehlanzeige, es wurde noch Schlimmer.
Sie bekam epileptische Anfälle und wäre fast gestorben.
Ich will endlich in Frieden MIT meiner Mutter NÜCHTERN zusammenleben können notfalls ohne meinen Vater. |
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| Tim1988 hat zum Thema: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 01.05.2006, 16:14 Titel: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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Hallo Tim,
wenn zwei alkoholabhängige Menschen zusammen leben, kann einer nicht auf Dauer von der Alkoholsucht loskommen.
Da für den trockenen Alkoholiker einige Verhaltensregeln erforderlich sind, wie ein alkoholfreies Zuhause, kann es nicht funktionieren, wenn der andere Partner weiter trinkt. Hinzu kommt, dass es keine gemeinsammen Interessen gibt, sofern sie überhaupt noch vorhanden sind.
Eine Trnnung, wenn vielleicht auch erst zeitlich begrenzt, ist ein sehr guter Lösungsansatz.
Vielleicht kommt dadurch Dein Vater sogar auch zur Einsicht, wenn er dann alleine ist und niemanden mehr hat. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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Tim1988 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 7
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Verfasst am: 01.05.2006, 16:18 Titel: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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Das hoffe ich auch Karsten.
Ich denke meine Mutter ist kein richtiger Alkoholiker da sie praktisch mehr oder weniger dazu getrieben wird und von alleine nicht mehr davon wegkommt. Ich hoffe nur das sie die Trennung ohne Alkohol verkraftet. |
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| Tim1988 hat zum Thema: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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Tim1988 neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 01.05.2006 Beiträge: 7
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Verfasst am: 01.05.2006, 20:09 Titel: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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| Ich bin am verzweifeln, ich halte das gebettel nicht mehr aus. Was soll ich dagegen machen? |
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| Tim1988 hat zum Thema: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
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Verfasst am: 01.05.2006, 20:31 Titel: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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Hallo Tim,
wenn sie alleine nicht aufhören kann, ist wohl alkoholabhängig, sonst braüchte sie ja nur nichts mehr trinken und hätte auch nicht den erbitterten Wunsch, weiter zu trinken.
Wenn Du ihr jetzt in dieser Situation helfen möchtest, rufe den Notarzt. |
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| Karsten hat zum Thema: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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Victory Gast
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Verfasst am: 03.05.2006, 14:06 Titel: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) |
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Hallo Tim,
ich las Deinen "Hilferuf", und obwohl ich schon viel älter bin als Du, kann ich gut nachempfinden, was in Dir vorgeht. Ich hatte ein alkoholkranke Mutter und einen Vater, der sie ablehnte, wegen des Trinkens verachtete und runtermachte (obwohl ich glaube, dass er mit für ihr Trinken verantwortlich war) und mich, als ich ungefähr in Deinem Alter war, mit ihr alleine ließ. So hatte ich damals die ganze Verantwortung für sie in einer Zeit, wo ich eigentlich anfangen wollte, mein Leben zu leben, Spaß zu haben, einen guten Schulabschluss zu machen und meinen Weg zu finden. Ich empfand in ihren schlimmsten Phasen Ekel, Hass und hatte dann große Schuldgefühle. Natürlich liebte ich meine Mutter und konnte solch negativen Gefühle ihr gegenüber nicht verkraften. Wenn sie wegen des Trinkens nicht zur Arbeit konnte, log ich, damit es nicht auffiel. Die Nachbarn, Freunde und Verwandte kamen nicht mehr zu Besuch, ich lud keine Freundinnen mehr nach Hause ein, denn man wusste ja nie, was man vorfand. Ich schämte mich und hatte gleichzeitig das Gefühl, total zu versagen. Ich lebte damals im Abseits und fühlte mich verlassen und überfordert. Ich ging dann zu einer Co-Abhängigen Therapie bei der Caritas und hatte das Glück, eine sehr nette Therapeutin zu finden, die mir sehr half. Sie machte mir klar, dass ich nicht für meine Eltern die Verantwortung trage und nichts für sie tun kann. Mein Vater zog auf Drägen der gesamten Verwandtschaft wieder zu uns, nachdem meine Mutter einen Selbstmordversuch unternommen hatte, den sie aber überlebte. (Ich hatte sie nicht davor bewahren können, denn es war ihre Entscheidung!) Daraufhin zog sofort aus, zog sogar ins Ausland, um nichts mehr von dem Ganzen mitzubekommen. Es half nur bedingt, aber immerhin fand ich ein wenig Abstand. Inzwischen sind 20 Jahre vergangen, meine Eltern sind beide tot, aber diese schlimmen Jahre aus meiner Kindheit und Jugend, dieses Gefühl, mich auf niemanden verlassen zu können, ihnen nicht wirklich wichtig zu sein, nicht genug geliebt zu werden und bei meiner Mutter "versagt" zu haben, verbunden mit großen Schuldgefühlen verfolgen mich teilweise heute (50jährig) noch. Das heißt, das Leben ist nie so unbeschwert, wie sein könnte, man trägt an den "Narben" möglicherweise sein Leben lang.
Also, egal, was Du tust, Du wirst Deine Mutter nicht gesund machen können. Ob Du ihr Bier gibst oder nicht, Du wirst es nicht schaffen, sie vom Trinken abzuhalten. Trinken ist selbstzerstörerisch - eine Art Selbstmord auf Raten. Das heißt, Deine Mutter zerstört sich langsam selbst. Das tut sie natürlich nicht bewusst, aber sie trifft dennoch - unbewusst - diese Entscheidung. Da bei Euch die Rollen vertauscht sind, nicht sie kümmert sich um Dich, was normal wäre, sondern Du musst Dich um sie kümmern, wirst Du möglicherweise, da Du es nicht schaffst, sie vom Trinken abzuhalten, Dein Leben lang mit Schuldgefühlen leben. Du musst nicht Deiner Mutter helfen, sondern Dir selbst. Du bist nur für Dich selbst verantwortlich. Deine Mutter ist für sich u n d für Dich verantwortlich. So ist das! Da sie sich aber nur um sich (und ihr Trinken kümmert), musst Du selbst für Dich sorgen.
Mein Rat an Dich: Suche Dir unbedingt fachliche Hilfe, damit Du rechtzeitig! Deinen Weg gehst, und verlasse, sobald es irgend möglich ist, Dein Elternhaus. Aber tu' es nur mit einer therapeutischen Unterstützung, damit Du Dich nie alleine fühlst mit Deiner Last. Dir muss klar werden, dass Du Deine Eltern nicht retten kannst, sie nicht vom Trinken abhalten kannst, und: Du hast keinerlei Schuld. Deine Eltern sind die Erwachsenen, sie können und müssen selbst für sich sorgen. Sorge Du nur für Dich und versuche, Dein Leben gut für Dich zu gestalten, damit Du nicht Dein ganzes Leben lang dadurch belastet wirst. |
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| Victory hat zum Thema: Re: Mutter trinkt wieder (ich weiß nicht mehr weiter) geschrieben
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