| Leben ohne Alkohol, Anfang meiner größten Reise auf Reisen • es muss weitergehen |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Siccus neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2011 Beiträge: 5 Alter: 53
|
Verfasst am: 06.02.2011, 01:38 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
Auch ich halte es so wie @chaosimleben. Ich bin "erst" seit einem Jahr trocken, habe aber meine Krankheit sehr schnell akzeptiert. Meine Vergangenheit habe ich nicht vergessen. Deshalb sehe ich das Wissen aus der "nassen" Zeit als Hilfe wie ich zukünftig ohne Alkohol leben kann.
Verdrängen wäre sicherlich der falsche Weg aber ich gebe dem Alkohol keinen besonderen Stellenwert mehr. In dem Moment wo ich wieder Dankbar sein muß diesen Tag ohne Alkohol überstanden zu haben zeigt es mir das ich noch dagegen ankämpfe. Ich kämpfe nicht gegen eine Krankheit gegen der ich nur verlieren kann. Ich lebe mit ihr und verhalte mich dementsprechend.
Es hat mir das Leben bis jetzt sehr erleichtert.
Gruß
Siccus |
|
| Nach oben |
|
| Siccus hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |
maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 48
|
Verfasst am: 06.02.2011, 09:27 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
Hallo,
am Anfang meiner Trockenheit war ich dankbar für jede einzelne Minute, Stunde und jeden einzelnen Tag den ich ohne Alkohol überstanden habe.
Wenn ich heute ins bett gehe und mich dafür bedanke dass ich den Tag trocken erleben durfte, egal welche Probleme oder Sorgen ich an diesem Tag hatte, heiß das ja nicht das meine Gedanken sich um Alkohol gedreht haben oder ich mit ihm kämpfen musste.
| Zitat: | Wenn ich Probleme im Alltag bewältigt habe die mir schwer gefallen sind, oder wenn ich einen ganz besonders schönen Tag hatte, dann denke ich daran wie es war als ich noch gesoffen habe. Dann freue ich mich darüber das ich beides, das Gute und das Schlechte, trocken gemeistert habe und bin stolz auf mich.
|
Ist das eigentlich nicht das gleiche nur statt danke sagen, klopfe ich mir da auf die Schulter?
Ich bleib lieber bei Danke weil es mich mit innere Ruhe erfühlt, lässt mich auf dem Boden der Tatsachen bleiben und schaden tut mir ja auch nicht.
Ich stelle hier vielleicht eine Frage an die, die hier im Alkoholikerforum sind, jeden Tag oder auch jeden zweiten schreiben oder lesen manche schon seit paar Jahren.
Sind auch zum Teil auch seit Jahren trocken, sich aber ja schon automatisch dadurch dass sie hier sind mit Alkoholkrankheit beschäftigen.
Welchen stellenwert gibt ihr dem Alkohol?
Gruß
maria44 |
|
| Nach oben |
|
| maria44 hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |
Siccus neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2011 Beiträge: 5 Alter: 53
|
Verfasst am: 06.02.2011, 10:21 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
Liebe Maria, wenn es Dir bisher geholfen hat, Dich am Abend dafür zu bedanken für einen Trockenen" Tag, dann hast Du für Dich den besten Weg gewählt. Wir alle können stolz sein für jeden alkoholfreien Tag.
Mir persönlich hat es auch nicht geschadet eben einen anderen Weg zu gehen, schließlich "tickt" jeder von uns irgendwie ein bisschen anders.
Vor kurzen habe ich dieses Forum entdeckt um immer am Laufenden zu bleiben und um zu "hören" wie es anderen geht. Auch ich kann immer noch viel lernen wie andere mit dem Thema Sucht umgehen.
Gruß
Karl |
|
| Nach oben |
|
| Siccus hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |
maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 48
|
Verfasst am: 06.02.2011, 14:08 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
Hallo Karl,
| Zitat: | Liebe Maria, wenn es Dir bisher geholfen hat, Dich am Abend dafür zu bedanken für einen Trockenen" Tag, dann hast Du für Dich den besten Weg gewählt. Wir alle können stolz sein für jeden alkoholfreien Tag.
|
Eben, deshalb verstehe ich den Beitrag vom Chaosimleben nicht so ganz der fasst für mich wie ein Appell an alle andere klingt.(vieleicht nur mein Eindruck)
Und ehrlich gesagt mag ich persönlich solche Appelle nicht.
Ich freue mich nicht über meine Probleme und Sorgen ich hätte lieber keiner (oder nur ganz kleine) aber weil ich welche habe und sie trocken bewältigen will spielt für mich keine Rolle ob ich mir auf die Schulter klopfe oder Danke sage wenn ich sie trocken bewältigen konnte kommt dabei fast das gleiche heraus.
Das erste klingt allerdings für mich persönlich einwenig nach Hochmut, so nach dem Motto ich bin ja so stark und so stolz auf mich und ich hab ja alles im Griff.
Ich bin ja krank daran ist nichts zu rütteln und ich versuche so gut es geht auf mich aufzupassen, das heißt für mich dass ich mein Leben ohne Alkohol meistere, und achte aber darauf meine Suchtkrankheit nicht aus den Augen zu verlieren oder sie zu ignorieren, auch nach Jahren nicht.
Meinen Jahres Tag vergessen werde ich nicht, das war ein Tag an dem ich mir zugestanden habe dass ich Alkoholikerin bin, ohne diesem Tag wäre ich heute nicht trocken aber jedes Jahr ihn zu feiern wüste ich eigentlich nicht wie.
Gruß
maria44 |
|
| Nach oben |
|
| maria44 hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |
Martin Moderator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.01.2007 Beiträge: 10047 Alter: 47 Wohnort: Frankfurt a. M.
|
Verfasst am: 06.02.2011, 14:39 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
Hallo Maria,
ich bin froh dass ich nicht mehr trinken muss und meine Probleme lösen kann.
Ich denke aber nicht bewusst daran dass ich wieder einen Tag länger trocken bin, das ist schon Normalität geworden.
Normalität bedeutet für mich aber nicht gleichzeitig dass ich es vergesse, dazu beschäftige ich mich zu sehr mit meiner Krankheit.
Wem es hilft trocken zu bleiben kann sich selbst loben , wer es nicht möchte und damit klar kommt kann es lassen.
LG Martin |
|
| Nach oben |
|
| Martin hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |
maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 48
|
Verfasst am: 06.02.2011, 16:00 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
Hallo Martin,
| Zitat: | | ich bin froh dass ich nicht mehr trinken muss und meine Probleme lösen kann. |
Ich auch Martin ich auch, keine Frage (obwohl ich auf meine Probleme gerne verzichten würde geht ja nicht) aber du bist ja weiterhin Suchtkrank oder nicht?
Und auch ich muss nicht mehr jeden Tag daran denken dass ich noch ein Tag ohne Alkohol überstanden habe, nicht mehr was am Anfang meiner Trockenheit anders war.
Mir geht es hier vielmehr darum
| Zitat: | Wenn ich Probleme im Alltag bewältigt habe die mir schwer gefallen sind, oder wenn ich einen ganz besonders schönen Tag hatte, dann denke ich daran wie es war als ich noch gesoffen habe. Dann freue ich mich darüber das ich beides, das Gute und das Schlechte, trocken gemeistert habe und bin stolz auf mich.
|
Ja, und ich bedanke mich meinetwegen nicht im Bett, sondern auch so.
| Zitat: | | Damit möchte ich nicht sagen, das es falsch ist, sich immer wieder mal vor Augen zu führen wo wir einmal waren. Nur finde ich eben sehr wenig Beiträge darüber, das man auch anders mit der Krankheit umgehen kann. Das sich nicht alles um den Alk und die Vergangenheit dreht. Es hört sich teilweise alles so düster an: "Passt bloß auf!! Denkt immer dran das ihr krank seid!!" |
Ich bedanke mich dafür dass ich die Probleme trocken gemeistert habe oder eben ich lobe mich dafür dass ich die Probleme trocken gemeistert habe.
In beiden Fällen denke ich doch daran dass ich gesoffen habe und jetzt bewältige ich meine Probleme trocken, nur weil ich mich bedanke heißt das ja nicht dass ich mich nicht freue.
Was ist daran so anders? Und was hört sich eigentlich so düster an? dass ich krank bin was die Tatsache ist oder dass ich trotzdem weiterhin auf mich aufpassen muss, weil wir hier mit einer Suchtkrankheit zu tun haben die nicht nur zur Rückfällen führen kann sondern auch zum Tod?
Das sind ja doch die Tatsachen oder nicht?
Ich kann mich freuen, ich kann mich loben, oder/und eben im Bett bedanken deshalb habe ich den Beitrag nicht so ganz verstanden. Jeder doch wie er/sie kann und will und dazu brauch ich keinen Appell.
Gruß
maria44 |
|
| Nach oben |
|
| maria44 hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |
chaosimleben neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.10.2007 Beiträge: 223 Alter: 50
|
Verfasst am: 06.02.2011, 20:26 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
@ Maria, nichts ist falsch daran nicht zu vergessen wie krank wir sind. Im Gegenteil. Das meinte ich auch nicht. Und natürlich gibt es hier sehr viele "neue Trockene" Schreiber. Sie brauchen Zuspruch und Tipps so wie ich es in meiner Anfangszeit auch brauchte, ganz klar.
Ich bin eben nur der Meinung das viel mehr positives aus unserer Trockenheit geschrieben werden sollte. Klar kann ich schreiben wie beschi***n es mir in meiner Saufzeit gegangen ist und wie nah ich am Selbstmord stand sowohl durch den Suff als auch durch eigenes Nachdenken über einen Suizid mit z. B. Schlaftabletten oder einem Hochhaus.
Ich hatte einige "Langzeittrockene" in meiner Anfangsphase die mir gezeigt haben um wie viel schöner das Leben ohne Alk ist, auch wenn das Leben uns immer wieder Steine in den Weg legt. Es gab auch für mich Situationen in den ich fast verzweifelt wäre weil mich Ärzte oder Psychologen rein auf meinen Alkoholismus reduziert haben. Aber ich habe immer wieder etwas positives herausgezogen. Mich gefreut wenn ich sie "lügen strafen" konnte mit ihrem Denken und Reden.
Erzählt doch den "Neuen" wie es ohne Alk ist. Denn das ist doch in Vergessenheit geraten.
Ich bin mir vollkommen darüber im Klaren das wir alle chronisch krank sind und das wir eben niemals gesund werden können. Aber wir können super toll damit leben. Denn es bringt uns nicht um
Vielleicht macht es dem ein oder anderen Neuen ja Mut zu sehen das sich irgendwann nicht mehr alles um Alk und um eine trocken überstandene Stunde geht, sondern das die Zeit kommt und die Krankheit zu uns gehört wie das tägliche Aufstehen oder sonst was. Das wir, der eine früher der andere später, ein "ganz normales Leben leben".
Das war es was ich mit meinem Beitrag meinte.
LG Chaosimleben |
|
| Nach oben |
|
| chaosimleben hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |
Karsten Administrator

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2004 Beiträge: 32810 Alter: 49 Wohnort: Eberswalde
|
Verfasst am: 06.02.2011, 20:35 Titel: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin |
|
|
Hallo Chaosimleben,
warum fängst du nicht an, zu erzählen, wie schön dein nüchternes Leben ist?
Gruß
Karsten |
|
| Nach oben |
|
| Karsten hat zum Thema: Re: Ich muss mir nicht jeden Tag sagen das ich Alkoholikerin bin geschrieben
|
|
 |