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falsche Erwartungen??

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es auffliegen lassen?   •    Mutter trinkt sich tot  
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Waltraud
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2011
Beiträge: 12
Wohnort: Kuckucksnest

BeitragVerfasst am: 04.02.2011, 20:21    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Schon wieder ich...
ja, sie ist in meiner Erinnerung auch anders gespeichert. Aber nur, wenn mein Vater dabei war. Da war Ruhe im Karton. Sie konnte dann auch nicht trinken... an Wochenenden und wenn er Urlaub hatte, blieb sie nahezu clean.

Von daher dachte ich, wie naiv, dass da vielleicht mehr dahinter steckte, als Show........(?)

Ihr seht, anscheinend hänge ich entweder irgendeiner verschönten Kindheitserinnerung nach, oder aber bin ein positiv denkender Mensch, der das Gute im Menschen sucht.
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Waltraud hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben
Spedi
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 12.12.2010
Beiträge: 1089

BeitragVerfasst am: 04.02.2011, 20:48    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Servus Waltraud,

ich möchte dir nur ein paar Gedanken mit auf den Weg geben.

Wie lange ist Deine Mutter abstinent im Verhältnis zu ihrer gesamten Trinkzeit?
Ist Deine Mutter zufrieden trocken oder mit der Faust in der Tasche abstinent?
Kennst Du ihre möglicherweise vorhandenen pathologischen Einschränkungen durch den Alkoholmissbrauch und die Sucht?

All das und noch viel mehr kann die Psyche Deiner Mutter beeinflussen und damit auch ihre Verhaltensweisen Dir und Anderen gegenüber.

Viel wichtiger erscheint mir die Frage, warum Du Deinen Grad der Zufriedenheit von ihr so abhängig machst?
Ich habe z.B. die Erfahrung gemacht, dass meine Eltern mir heute nicht das geben können, was ich vielleicht als Kind gebraucht hätte. Und selbst wenn sie es mir heute geben könnten - heute brauche ich es nicht mehr, ich bin heute kein Kind mehr, ich habe keine kindlichen Erwartungen mehr, ich bin heute als erwachsener Mensch selbst dazu in der Lage, für meine Bedürfnisse so zu sorgen und diese so wahrzunehmen, dass ich mit mir zufrieden leben kann.

Ich muss das nicht mehr von meinen Eltern abhängig machen und kann sie so sich selbst überlassen. Sie leben ihr leben, ich meines.

LG
Spedi
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Spedi hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben
Waltraud
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2011
Beiträge: 12
Wohnort: Kuckucksnest

BeitragVerfasst am: 05.02.2011, 00:36    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Spedi,

danke für Deine Gedanken.
Die Abstinenzzeit wird dieses Jahr 27 Jahre. Die Trinkzeit muss wohl schätzungsweise 10 Jahre gewesen sein... vielleicht auch mehr, damals war's ja noch recht üblich zu allen Gelegenheiten Alkohol zu trinken.....

Zufrieden trocken? Gibt es bei ihr nicht. Ich weiß jedoch nicht, ob sie die Faust in der Tasche hat. Sie sei Konditioniert worden, was heißt, jeglicher Gedanke an Alkohol verursacht Übelkeit bis hin zum Erbrechen. Kann ich mir jedoch nicht vorstellen, denn (.... ich glaube, ich rieche den Braten...) ihre Lieblingspralinchen werden mit Stumpf und Stil vernichtet... und in denen ist.....

Danke Euch allen, dass ich mit den Augen einer Erwachsenen mal drüberschauen durfte.....

Deine weitere Frage bezüglich der pathologischen Einschränkungen kann ich Dir nicht beantworten. Denn der eventuelle Totalausfall ihrer Bauchspeicheldrüse kommt nicht als Spätfolge des Raubbaus mit dem Körper daher, sondern aufgrund zweier für sie angeblich traumatischer Ereignisse in unserer Familie...

Grad der Zufriedenheit: Ja, ich bin drauf reingefallen!! Ich dachte, es wäre schön, würde wohl auch mein Gewissen beruhigen, wenn ich nun ENDLICH mal die Waltonsfamilie für ein paar Stunden hätte genießen dürfen. Egal, ob sie nun nass oder trocken ist, ich werde es nicht bekommen. Das habe ich nun von verschiedener Seite lesen dürfen. Für meine jetzige Familie fehlte einfach noch eine Oma... und da wollte ich wohl mit dem Kopf durch die Wand. Es ging mir nicht um das, was ich nicht bekommen habe, sondern um das, was ich im Heute mit Eltern hätte bekommen dürfen.

Zusammengefasst: Ich will's nicht kapieren, dass sie so ist, wie sie ist.

Fazit: Da sollte wohl das, was ich schon lange weiß endlich mal in den Bauch rutschen, damit es nicht so verdammt schmerzt!!

Meine Gedanken... und ich geh jetzt erstmal eine rauchen...mit Schmusedecke, denn es ist hier verdammt kalt auf dem Balkon Winken

Danke... und liebe Grüße

Waltraud
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Waltraud hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben
Mikesch
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.04.2010
Beiträge: 90
Alter: 44

BeitragVerfasst am: 05.02.2011, 07:16    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Waltraud,

oft gibt es ein sowohl - als auch.
Sie war früher 'strukturiert', wenn dein Vater dabei war (wahr) und anders, wenn er nicht da war (auch wahr).

Du hast Sehnsucht nach damals wie ein Kind (wahr) und bist zugleich auch die erwachsene Mutter (auch wahr).

Gerade bei Traumafolgen (die wir haben, vielleicht auch deine Mutter) sind solche unterschiedlichen Persönlichkeitsanteile ausgeprägt vorhanden.

Ich lerne, mit mir selber gnädiger zu sein (mit allem, was da ist) - bei meinen Eltern kann ich das immer noch nicht Geschockt
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Mikesch hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben
Waltraud
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2011
Beiträge: 12
Wohnort: Kuckucksnest

BeitragVerfasst am: 05.02.2011, 22:14    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Mikesch, hallo Ihr alle,

dieses "Sowohl als Auch" zieht sich in meiner Familie durch alle Strukturen. Ich versuche die "schönen Anteile" mit zu bewahren, nicht zu verherrlichen. Sonst könnte ich mich wohl einsalzen lassen. Lange Zeit brauchte ich um so halbwegs zu akzeptieren, dass die, bei der ich dachte, sie würde mich beschützen wohl eher in die absolute Täterecke gehört. Diese EKA-"Kriterien" wie ich sie an schon manchem Ort hier gelesen habe, kann ich für mich nicht gänzlich unterstreichen. Zu viele andere Faktoren spielen da in meiner Familiengeschichte eine Rolle. Sicher ist auch, dass nicht alles wie in eine Apothekerkommode absortiert werden kann. Lange Zeit in diversen Hilfsangeboten habe ich gebraucht um zu akzeptieren, dass diese Menschen, die für meine Entstehung verantwortlich waren, auch ihre guten Anteile hatten. So lässt sich dieses "Schuldgefühl" viel besser be- und verarbeiten.

Ein wenig muss ich Dir widersprechen. Ich sehne mich nicht nach früher, an die goldenen Zeiten, die auch vorhanden waren. Ich wünsche mir für HEUTE eine Mutterperson, der ich auch so begegnen kann. Mit der man sprechen kann, ohne misstrauisch sein zu müssen. Eine Großmutterperson, die sich an ihrem Enkelkind erfreuen kann, wenn sie hin und wieder besucht wird, wäre auch nicht schlecht. Die Vergangenheit kann ich doch nicht verändern, die ist passiert. Ich möchte daran auch nichts rütteln... Der Versuch einer Aussprache fand bereits statt und wurde mit größtmöglichem Aufwand von Lügenkonstrukten, später mit Aggressionen verhindert. Ihre schädlichen Anteile am Ganzen wollten nicht gesehen werden, sind herabgesetzt worden und mit fadenscheinigsten Schuldzuweisungen an die Umwelt abgeschmettert worden. Ich habe dadurch gelernt, dass eine Aussprache nicht möglich ist, selbst 27 Jahre danach. Sie möchte weiterhin die Heldin bleiben und das verwirklicht sie um jeden Preis.
Ich hatte lange Zeit immense Probleme damit, kann es aber jetzt so stehen lassen. Sie ist so wie sie ist.
Was mich bei all dem dennoch beschäftigt - für jemanden mit starker Grübelneigung auch nicht verwunderlich - ist das WARUM.
Warum bleibt nach so langer Trockenheit von der Person, die ich mal glaubte zu kennen, tatsächlich nur der "Säuferanteil" zurück? Kann man sich seine Persönlichkeit "wegsaufen"? Oder war sie tatsächlich schon immer so, wie Du das als Gedanken aufgeworfen hattest?

Mit dieser Sammlung an Fakten, Gedanken und Rückschlüssen bleibt dann kopfmäßig betrachtet nur der völlige Kontaktabbruch. Fast drei Jahre lang ist mir das auch gelungen. Jetzt zwei Telefonate später (Sie verliefen sehr vorsichtig und für mich leider auch hoffnungsvoll), rief sie heute tatsächlich an um sich zu erkundigen, wie meine OP am Freitag verlaufen sei. Das erste Mal... da soll man dann "hart" bleiben...
Momentan erwische ich mich dabei, Wünsche zu erwägen. Sie in diese eine Richtung zu personalisieren. Ich weiß, dass das absolut nicht möglich ist, der berühmte Tritt in den Hintern, der so richtig bis ins Herz raufzieht, ist damit vorprogrammiert.
Heute ist es sehr schwer für mich, herzmäßig klare Entscheidungen zu treffen. Der Kopf denkt wohl richtig, es fühlt sich eben nicht richtig an... Alte Strukturen??

Wie händelt Ihr das, wenn Ihr genau wisst, was falsch läuft, es "im Bauch" noch nicht angekommen ist und Ihr Gefahr lauft, GENAU DEN GLEICHEN MIST, der Euch schadet wieder macht??
Oh man, ich glaub, ich bin am Eingangsthema komplett vorbei... habe aber dazu noch nichts hier gefunden...

Besser ist heute ausloggen und auf die Couch gehen Smilie
Schönen Abend Euch

Gruß
Waltraud
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Waltraud hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben
klarerkopf
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 31.12.2007
Beiträge: 122
Alter: 47
Wohnort: Österreich

BeitragVerfasst am: 06.02.2011, 09:39    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Guten Morgen, Waltraud,

auch ich "knapperte" lange an diesem Thema in meiner "Herkunftsfamilie". Die Verhaltensweisen und der Umgang miteinander sind sicherlich auch mit ein Grund für meinen Alkoholismus, den ich 2005 gestoppt habe.

Ich will hier nicht näher drauf eingehen, ich könnte einiges unterstreichen, das du auch schreibst.

Jedenfalls begab ich mich damals, 2005, in professionelle Hände, heißt, stationäre Therapie, Nachbetreuung, etc.

Im Zuge dieses Prozesses konnte ich meine Vergangenheit (besser gesagt, ich wollte es) aufarbeiten, mit vielen Therapeutenstunden, Teilnahme an Familienaufstellungen, etc.

Dabei bin ich eben mit der Zeit draufgekommen, daß ich auch drauf und dran war, damals, in meiner Trinkerzeit, mich gleich zu verhalten, wie meine Vorgänger in der Familie, sprich, es hätte sich weiter wie ein roter Faden in der Familie weitergezogen.

Ich konnte dies, nicht nur durch das Nichttrinken, stoppen, dafür bin ich auch nicht zuletzt meiner Krankheit "Alkoholismus" dankbar.

Was ich dabei aber auch gelernt habe, und dies war ein langer Prozess, nämlich, dass ich heute die Verhaltensweisen meiner "Vorgänger" in der Familie in einem anderen Licht sehe, nicht akzeptiere, aber ich kann leichter damit umgehen.

Dies war eine Folge daraus, daß ich mich für deren Vergangenheit interessierte, denn auch mir ließ es nicht in Ruhe, "warum sind meine Eltern so,..." Schließlich, das kann ich ja auch inzwischen mit Sicherheit sagen, kommt keiner mit derartigem Verhalten auf die Welt, vielmehr (so war es bei meinen "Vorgängern") prägt einen das Leben, vor allem die Anfangsjahre.

Lange Rede, kurzer Sinn dieser Antwort an dich, ich für meinen Teil habe gelernt, ihr Verhalten zu akzeptieren, indem ich mich inzwischen gut abgrenzen kann, indem ich etwas in der deren Vergangenheit kramste, und die wirkungsvollste Beschäftigung, wenns gar nicht mehr anders geht, sich einige Stunden mit einem Psychotherapeuten zu "gönnen" Smilie

Denn, auch eine Distanz von so und so vielen km hilft meiner Meinung nach nicht wirklich, man ist innerlich immer in gewisser Weise mit den Eltern - der Mutter, dem Vater - verbunden.

Ich wünsch dir einen schönen Sonntag

klarerkopf
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klarerkopf hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben
Waltraud
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 04.02.2011
Beiträge: 12
Wohnort: Kuckucksnest

BeitragVerfasst am: 11.02.2011, 22:50    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo klarer Kopf,

sorry, dass ich erst jetzt antworte, hier hat die Hexe einen Schuss da gelassen und der musste erstmal auskuriert werden Winken

Ja, die gute alte Therapie... ein viertel Jahr Traumathera, danach 4 Jahre Einzel... es hat sich in so weit geändert, dass ich die relative Distanz wahren kann. Die tatsächliche Entfernung hilft mir persönlich dennoch. Der Abstand ist einfach da und je weiter man weg ist, desto schwieriger wird es, den "Sog" aufrecht zu erhalten. Ich brauche eben jene emotionale Distanz, die mich alles "von Außen" betrachten lässt. Deshalb auch meine Eingangsfrage und die anderen Fragen. Ich bemerke, dass sich momentan alles was dieses Thema betrifft, wie im Kreis dreht und ich selbst nicht wirklich auf einen Nenner komme. Mein Kopf ist in dieser Hinsicht irgendwie klar. Theoreitsch weiß ich, was zu tun ist, es fühlt sich aber sehr besch... an.

Eine Familienaufstellung habe ich auch bereits hinter mir... es hilft emotional trotzdem nicht weiter. Das Thema Rollenumkehr ist auch klar... es geht an die Umsetzung... das Integrieren erdachter Verhaltensweisen... ja, klingt hochgestochen und irgendwie planlos. So geht's hier aber im Moment.
Dass ich sie nicht besuchen werde, ist klar. Zu gefährlich für meine Familie und mich. Telefonieren? Wenn sie anruft, werde ich höflich sein, wenn sie nicht anruft, ist das auch ok. Wenn sie ihre Spielchen treibt, dann gibt's ne neue Nummer... im Zeitalter des ISDN, kein Problem. Naja, ich muss mir keine Gedanken machen, dass sie Telefonterror betreibt, es ist nicht ihre Art, sie will ja hofiert werden.

Vollständige Ignoranz Deiner Person, Liebesentzug, emotionaler Missbrauch und all das... wie konntest Du diese "Symptome" in einem anderen Licht sehen?

Habt Ihr sonst noch irgendwelche Ideen, Erfahrungen, was das "Abnabeln" anbelangt?

Schönes Wochenende

Iris
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Waltraud hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben
Skye
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 293
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 12.02.2011, 12:20    Titel: Re: falsche Erwartungen?? Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Waltraud,

jeder Mensch hat seine Geschichte die ihn u. a. zu dem Menschen macht, der er ist. So wird auch Deine Mutter ihre Geschichte haben. Nicht jeder Mensch kann oder will sich allen Facetten seines Wesens stellen, nicht jeder kann oder will den Finger auf wunde Punkte legen.

Nicht jede Frau hat den Wunsch Mutter zu werden. Manche werden es trotzdem, sei es aufgrund eines „Unfalls“, gesellschaftlichen Drucks oder warum auch immer. Auch nicht jede Frau die ein Kind bekommt, tut es aus, sagen wir mal, selbstlosen Gründen. Für manche ist ein Kind irgendein Mittel zum Zweck, sie bekommen es weil es irgendetwas ändern soll. Manche wünschen sich Kinder und kommen dann mit der Tatsache das es da ist nicht klar. Das ist alles nicht immer etwas, das therapierbar ist.
Am Ende kommt dann eben nicht die Mutter heraus, die sich liebevoll und aufopfernd um ihre Kinder kümmert. Das ist es aber, was von einer Mutter automatisch erwartet wird. Das wird als vollkommen natürlich angesehen, als selbstverständlich. Das ist die Regel, aber wie überall in der Natur gibt es Ausnahmen. Manchmal kommt am Ende eine Mutter heraus die sich gefangen fühlt und auch so reagiert. Da wird aber gern nach dem Motto, es kann nicht sein, was nicht sein darf, drüber hinweg gesehen. Sicherlich auch weil jeder der Kinder hat, der sie liebt und sie umsorgt und behütet, sich absolut nicht vorstellen kann, dass das jemand bei seinen Kindern nicht kann.

Ich will nicht sagen, dass es bei Deiner Mutter so ist. Das sind nur mal meine allgemeinen Gedanken zu dem Thema Mutter-Kind. Ich habe sie aber insofern hier gelassen, als das ich einfach mal in den Raum werfen will: Was ist wenn das Wesen, dass jetzt bei Deiner Mutter sichtbar ist, ihr wirkliches Wesen ist? Was ist, wenn sie den Alkohol gebraucht hat um eine Maske zu tragen, von der sie geglaubt hat, ihre Umwelt wollte sie sehen?

Zitat:
Vollständige Ignoranz Deiner Person, Liebesentzug, emotionaler Missbrauch und all das... wie konntest Du diese "Symptome" in einem anderen Licht sehen?


Ich habe meine Mutter als ganz normale Frau gesehen. So wie ich nicht nur Tochter bin, war meine Mutter nicht nur Mutter. Meine Mutter war ein ganz normaler Mensch wie jeder andere auch, mit Stärken und mit Schwächen, mit guten und schlechten Seiten. Sie hatte ihre Probleme, wie jeder andere auch. Wieso sollte sie nur weil sie meine Mutter war ein Übermensch sein, der da drüber stehen konnte?
Geholfen hat mir sicherlich auch, dass ich mich immer und zu jeder Zeit, egal was sie gesagt oder getan hat, geliebt gefühlt habe. Egal wie sehr ich enttäuscht war, wie sehr sie mich verletzt hat, tief in mir war immer dieses unverrückbare Wissen, dass sie mich geliebt hat. Dieses Wissen war nicht an Bedingungen oder Handlungen geknüpft, es war einfach da.

Was mit lange im Weg gestanden hat, war das gesellschaftlich geschaffene Bild wie eine Mutter zu sein hat. Ich wollte auch so was. Ich wollte eine Mutter die sich kümmert, die immer da ist, die mir zuhört, die mich egal was war auffängt, die mich umsorgt, hegt und pflegt. Ich wollte einen Übermenschen, keine Mutter kann das ständig und immer leisten. Als ich anfing sie als ganz normalen, fehlbaren Menschen zu sehen, sah ich auch, dass ich eine Menge von dem hatte, was ich mir wünschte. Nicht so wie es angepriesen wird, sondern in einem normalen Maß.
Meine Mutter war ganz einfach nur ein Mensch, einzigartig wie jeder Mensch, fehlbar wie jeder Mensch.

Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: falsche Erwartungen?? geschrieben

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