| EKA, Depressionen, ADS ... • Bleibt mein Leben jetzt so? |
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anima neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 15.03.2011 Beiträge: 140 Alter: 25
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Verfasst am: 17.03.2011, 22:18 Titel: Re: Geht ihr mit der Sucht offen um? |
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Zuerst habe ich mir selbst nicht eingestanden, dass mein Vater süchtig ist...aber inzwischen spreche ich mit sehr guten Freunden darüber. Alllerdings bin ich sehr vorsichtig mit der Auswahl der Geschichten und dem Zeitpunkt wann ich sie erzähle. Irgendwie scheint man damit die meisten Leute erstmal abzuschrecken.
An für sich finde ich es aber für mich selbst wichtig, darüber sprechen zu können. Es hilft mir bei meinem "Heilungsprozess", den ich mir gerade selbst verschrieben habe. Deshalb denke ich, dass es auch für viele andere ein Fortschritt und wohltuend sein kann, darüber zu sprechen.
In meiner Familie ist das Thema schwierig - ich traue mich kaum, meinen Vater darauf anzusprechen. Ich habe es 3 mal getan, und er war danach extrem traurig. Was er getan hat ums zu "verarbeiten" kann man sich ja denken.
Mit meiner Mutter kann ich ganz gut darüber sprechen, solange es mich und meine Gefühle im Bezug auf die Sucht geht. Wenn es sie selbst betrifft wirds schon schwieriger. |
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| anima hat zum Thema: Re: Geht ihr mit der Sucht offen um? geschrieben
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Nasenbär Gast
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Verfasst am: 16.06.2011, 15:39 Titel: Re: Geht ihr mit der Sucht offen um? |
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Hallo.
Als ich noch ein Grundschulkind war, hatte meine Mutter auch ein immer größer werdendes Alkoholproblem. Darüber gesprochen wurde nicht - zumindest nicht mir gegenüber oder in meinem Beisein und ich glaube bis heute, es wurde auch unter den Erwachsenen unter sich nie darüber geredet. Bis es so eskaliert ist, dass meine Mutter stockbetrunken im Dorf mit dem Fahrrad hingefallen ist und mein Vater daraufhin regelrecht ausgerastet ist und ihr gegenüber gewalttätig wurde.
Da war dann nichts mehr zu verstecken - die Verwandtschaft hat sich eingeschaltet und meine Mutter kam zum Entzug in eine Suchtklinik. Ich kann mich an diese Zeit kaum erinnern. Auch da wurde mit mir kein Wort über das Problem geredet und was jetzt gerade passiert.
Danach habe ich bruchstückhaft mitbekommen, dass sie noch diverse Therapien und Entspannungskurse mitgemacht hat. Auch darüber hat nie jemand mit mir geredet.
Danach war meine Mutter zwar trocken, aber ich entwickelte im Laufe meiner Kindheit und Jugend jede Menge psychische Störungen (Ängste, Atemnot, Panikattacken, soziale Probleme ...). Darüber habe ICH wiederrum mit niemandem geredet, weil ich nie gelernt habe, dass man über Probleme redet, sondern, dass man so macht, als wäre alles gut.
Heute bin ich in der traurigen Situation, dass meine ohnehin schon gesundheitlich ziemlich angeschlagene Mutter im Alter von über 70 Jahren wieder mit dem Trinken angefangen hat. Sie leugnet es natürlich und sieht nicht ein, dass sie ein Problem hat und sich damit immer kaputter macht (es geht rasant, dank ihrer Vorerkrankungen).
Allerdings mache ich es jetzt anders als in meinem bisherigen Leben - ich habe SIE als erstes mal darauf angesprochen, irgendwann habe ich dann meinen Lebensgefährten eingeweiht und ihm alles erzählt. Auch meine Erfahrungen aus der Kindheit. Dann habe ich dem Hausarzt meiner Mutter bescheidgesagt - gegen ihren Willen - allerdings mit dem Ergebnis, dass er das ganze ziemlich heruntergespielt hat. Und meine engsten Freunde sind jetzt auch eingeweiht.
Und ich kann nur eines sagen: ES TUT SO GUT! Ich kann endlich über diese ganzen Dinge reden und bin bis jetzt ausnahmslos auf Verständnis und offene Ohren gestoßen.
Allerdings würde ich auch nicht jedem von diesen Alkoholproblemen erzählen. Schon gar nicht den Leuten, von denen ich weiß, wie sie mit Problemen umgehen und von denen ich zu 99 % sicher zu hören bekäme, ich müsse mich dann halt mehr um meine Mutter kümmern oder sie zu einer Therapie bringen oder ähnlichen Kram. Eben diese halbherzigen bis offenen Vorwürfe nach dem Motto "es liegt an dir als Tochter, dass es deiner Mutter bessergeht". |
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| Nasenbär hat zum Thema: Re: Geht ihr mit der Sucht offen um? geschrieben
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Lihannon neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.09.2008 Beiträge: 3
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Verfasst am: 18.06.2011, 22:28 Titel: Re: Geht ihr mit der Sucht offen um? |
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Mittlerweile bin ich da eher offen. Menschen, die mir wichtig sind, wissen dass mein Vater Alkoholiker ist, der Rest ist mir eher egal. Im Moment stellt sich für mich allerdings die Frage, ob meine zukünftigen Schwiegereltern informiert werden sollten oder nicht. Meine Hochzeit steht im September an und mein Vater soll nicht dabei sein (aber das ist ein Thema für sich )
Meine Familie, außer Mutter und Bruder wissen offiziell nichts, aber sie müssten schon blind und taub sein, um nichts zu ahnen. |
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| Lihannon hat zum Thema: Re: Geht ihr mit der Sucht offen um? geschrieben
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