| Mutter trinkt sich tot • Wut |
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 04.01.2011, 21:13 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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| Nun, ob er akut suizidal gefährdet ist, würde ich momentan mit JA beantworten. Er ist sehr labil. |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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fatima neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 14.12.2010 Beiträge: 54 Alter: 32 Wohnort: Berlin
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Verfasst am: 06.01.2011, 00:15 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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liebe katrin
ich verstehe deinen wunsch, ihn irgendwie vor sich selbst zu retten,
völlig!
ich habe ihn schon lange, was meine mutter angeht.
nach langer zeit des druckmachens, ausflippens (wir haben uns- halt
dich fest- sogar schon gerauft in einem dieser streits!!! ich habe mich
selbst nicht erkannt, da ich zb als kind nie gerauft habe und echt
mit gewalt nix anfangen kann... es war die reine hilflose wut-- warum
ist sie so...? warum will sie nichts ändern???!!!)--
bin ich dabei zu erkennen, dass man leider nur SICH ändern kann.
das mag zuerst wenig scheinen, in konkurrenz zur errettung des kranken.
aber ich begreife langsam, wie wichtig und wie schwerwiegend es sein
kann, wenn man sich und seine ansichten ändert, wenn man an sich
arbeitet (da sieht man zumindest erfolg!! im gegensatz dazu immer der
gleiche, nie zu gewinnende kampf beim alkoholiker!)...
mein selbstwertgefühl ist anders.
ich mache mir immer noch sorgen! ich bin immer noch wütend! ich
kontrolliere, wie sie am telefon klingt, ich rede ewig-und-drei-tage mit
meinem vater...
ABER: ich bin nicht mehr so aufgerieben. ein klitzekleines bischen mehr
ICH. und seh sie (meine mutter) wieder mehr als eigenständigen
menschen, nicht nur als opfer...
meine mutter hat schonmal fäden (nichtgvorhandene) auf dem boden
gesucht. mir stehen jetzt noch die haare zu berge. ich musste mich
ein wenig ausklinken. es hätte mich zu sehr reingerissen!
es tut weh, aber das leben läuft manchmal seinen eigenen, für uns
ganz unverständlichen weg...
ich wünsche dir kraft und ausdauer und schließe mich meinen vorrednern
an: bewahre distanz!
lg fatima |
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| fatima hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 15.01.2011, 13:05 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Mir liegt etwas schwer auf dem Herzen, auch wenn ihr mir den Rat gegeben habt, gewissen Abstand zu halten...
Nun liegt mein Vater schon seit 3 Wochen im KH und ich war noch nicht einmal da. Wie ja schon erwähnt, wohnen wir etwa 100km entfernt, sind selbständig (arbeiten sehr viel) und haben zwei Kleinkinder. Zunächst wollte meine Mutter nicht, dass wir vorbeikommen, dann war mein Mann eine Woche geschäftlich unterwegs und ich musste noch mehr arbeiten. Außerdem sind die Kinder seit 1,5 Wochen im Wechsel dauerkrank (erst ein Magen-Darm-Infekt und seit einer Woche haben beide hintereinander die Grippe mit hohem Fieber) Unser Großer darf erst Mitte nächster Woche in den Kindergarten... Mit meiner Mutter telefoniere ich täglich und versuche mit ihr Lösungen zu finden, wie es weitergehen soll und mache mich schlau, was es für Möglichkeiten gibt, bin also in jeder freien Minute mit diesem Thema beschäftigt. Da es letztes Wochenende mit einem Besuch durch die kranken Kinder nicht geklappt hat und ich keine Betreuung finden konnte (meine Schwiegereltern lagen auch mit der Grippe im Bett), konnte ich nicht hinfahren und wollte natürlich auch keinen Virus dort anschleppen. (Klar, wenn ich ehrlich bin, war ich auch ganz froh nicht hin zu müssen und einen triftigen Grund dafür zu haben, da ich mich nicht gerne damit konfrontieren möchte...)
Nun ist mein Mann seit ein paar Tagen wieder da und ich habe gedacht, dass er hinter mir steht, mich unterstützt und mich auch versteht... (es kommen alle alten schlechten Erinnerungen wieder hoch, die durch den Alkoholkonsum meines Vaters ausgelöst wurden)
Gestern abend habe ich ihm dann von dem letzten Telefonat mit meiner Mutter erzählt, dass er am Dienstag in eine Reha-Klinik verlegt werden soll. Wie sonst auch habe ich während des Gesprächs versucht zu helfen und die Homepage dieser Rehaklinik geöffnet. Laut Inhalt haben wir dann herausgefunden, dass diese Klinik nicht auf Suchtkrankheiten spezialisiert ist, sondern sich nur auf die Gerontologie spezialisiert hat. Das hilft meinem Vater vielleicht, wieder auf die Beine zu kommen, aber dies hat nicht mit einer Entzugsklinik zu tun. Es gibt allerdings in der Nähe einer Klinik, die beides verbindet und sich darauf spezialisiert hat. Die hat auch einen guten Ruf. Also habe ich mit meiner Mutter besprochen, dass sie am Montag den Arzt darauf anspricht und fragt, warum er denn nicht in die "bessere" Klinik überwiesen wird. Ich war absolut geplättet, als mein Mann zu mir sagte, ich hätte ja wohl kein Recht mich da einzumischen und soll meine Mutter mit meinen Ratschlägen in Ruhe lassen, denn es interessiert mich ja eh nicht, sonst wäre ich in den letzten 3 Wochen ja schon mal dagewesen... Das hat mich nun völlig umgehauen, konnte die letzte Nacht nicht schlafen und könnte nur heulen und mich verkriechen. Ich weiß so gar nicht, was ich davon halten soll. Ich bräuchte eigentlich jemanden, der versucht mich zu verstehen, mich zu unterstützen und wo ich mich anlehnen kann. Nun zeigt er mir die kalte Schulter und ist völlig überrascht und zeigt Unverständnis für meine heftige Reaktion (habe die Nacht unten auf der Couch verbracht, da mich das so sehr verletzt hat). So, musste mich mal eben ausk....en. DANKE! Wie seht ihr das? Mache ich tatsächlich alles falsch? Bin momentan völlig ratlos und fühle mich richtig schlecht.
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 15.01.2011, 13:13 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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| mit "ihm" meine ich übrigens meinen Ehemann. Das kommt in dem Text für Außenstehende nicht so ganz rüber. |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 20.01.2011, 22:13 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Hallo alle miteinander. es ist nicht kurz vor 12, es ist zu spät! wir haben heute erfahren, dass er an Leberzirrhose im Endstadium hat. Er ist seit zwei Tagen in einer Geriatrie untergebracht und nun versucht man ihn dort wieder etwas mobiler zu bekommen, dass zu Hause sterben kann. Die Ärzte sagen, er hat noch 2 Monate bis 2 Jahre, aber eher doch 2 Monate... Meine Mutter ist völlig fertig und wir haben mit soetwas im Leben noch nicht gerechnet. Somit hat sich nun auch die Entzugsklinik erledigt.  |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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summerdream Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 05.02.2007 Beiträge: 6713
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Verfasst am: 21.01.2011, 18:03 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Hallo Katrin,
keine guten Neuigkeiten
So wirklich weiß ich nicht was ich schreiben soll, ich war noch nicht in der Situation, worüber ich auch, wie du dir bestimmt gut vorstellen kannst, froh bin.
Möchtest du denn dein Vater besuchen fahren?
Hoff mal das du und dein Mann euch noch habt aussprechen können, bevor das Chaos "perfekt" wurde.
lg Dani |
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| summerdream hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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shirley005 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.03.2009 Beiträge: 83 Alter: 33
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Verfasst am: 21.01.2011, 23:10 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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hi katrin, dass tut mir leid!!
wünsche euch alles erdenklich gute damit ihr die zeit gut übersteht. |
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| shirley005 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 25.01.2011, 10:19 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Ich war meinen Vater doch noch einmal im KH besuchen. Das war am vorletzten Sonntag. Er war a total durcheinander, konnte nichts aus eigener Kraft, hat gesprochen, als wenn er eine Kartoffel im Mund hätte und hat gebockt und geheult wie ein kleines Kind, weil er unbedingt in dem Auto eine Runde mitfahren wollte, mit dem ich zum KH gekommen war. Es war sehr heftig, aber da dachten wir ja noch, es ist nicht zu spät. Vorgestern haben mein Mann und ich ihn in der Geriatrie besucht. Da er aus dem KH den Noro-Virus mit rüber genommen hat, mussten wir uns "vermummen", um überhaupt zu ih zu dürfen. Da war er wesentlich besser zurecht als die Woche zuvor. Man konnte sich "relativ" normal mit ihm unterhalten. Ich bin schon am Samstag ohne Mann und Kinder zu meiner Mutter gefahren, haben sehr viel geredet, überlegt, wie es weitergehen soll, was mit ihm bis zum Schluss passieren soll... und ich habe gemerkt, wenn man stark sein muss, geht das auch. Ich habe so gut wie möglich versucht, meine Mutter aufzufangen und ihr das Gefühl von Unterstützung und Halt zu geben, denn sie fühlt sich jetzt schon so alleine und völlig überfordert von der Situation. Sie wollte von mir auch immer wieder hören, dass sie keine Schuld an der Situation trägt. Wir sollen ihr keine Vorwürfe machen, dass sie es nicht geschafft hat, ihn vom Alkohol fern zu halten. Nu haben wir gestern erfahren, dass mein Vater am 4. Februar in der Geriatrie entlassen wird. Jetzt müssen wir überlegen, was mit ihm geschehen soll. Meine Mutter bringt es nicht übers Herz, ihn mit seinen 54 Jahren ins Altersheim. Sie möchte erst versuchen, ihn zu Hause zu pflegen. Ich sehe das allerdings als großes Problem, denn mein Vater ist schwer. Und solange er nicht alleine auf die Toilette kann bzw. sich mehr oder weniger alleine in den Rollstuhl setzen kann, sehe ich da ein riesen Problem. Meine Mutter arbeitet ja auch noch täglich mindestens 4 Stunden. Ich bin zu weit weg. Ich kann nicht spontan helfen, wenn er auf dem Boden liegt und sie ihn nicht hoch bekommt. Ich habe ihr gesagt, dass ich sie gut verstehen kann, aber dass sie unbedingt noch mehr Hilfe vor Ort suchen muss. In der Nachbarschaft, wo sie auch spontan mal anrufen kann und ein Pflegedienst, der ein- bis zweimal täglich vorbei kommen sollte... Gibt es sonst noch Möglichkeiten oder Tipps, die ich meiner Mama vorschlagen kann? Hat jemand von euch Erfahrungswerte mit dem Wasser in Beine und Bauch? Wenn es nicht gestoppt werden kann, wie geht es da weiter? Was kann passieren? Wie schnell könnte es dann schon vorbei sein?
Viele Grüße, Katrin |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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