| Mutter trinkt sich tot • Wut |
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 03.01.2011, 12:31 Titel: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Hallo! Ich bin Tochter eines Alkoholikers solange ich denken kann. Er hat mir vor allem als Jugendliche das Leben sehr schwer gemacht mit seinen Psychospielchen. Meine Mutter ist die liebste Person, die ich kenne, welche aber das Alkoholproblem meines Vaters nach außen hin überspielt und eine heile Welt vorgaukelt. Vor uns Kindern hat sie nie darüber wirklich gesprochen, und wenn wir sie darauf angesprochen haben, hat sie immer alles relativiert und auf ein anderes Thema gelenkt. Mein Vater hat seine Abhängigkeit noch nie zugegeben, versinkt nur in Selbstmitleid, hat keine Hobbys, keine Freunde - nur seinen Alkohol, seine Zigaretten, seine Couch und seinen Fernseher. Wenn er von der Arbeit kommt, ist dies sein Lebensinhalt, seitdem ich denken kann. Ansonsten jammert er immer nur, wie schwer er es doch hat.
Ganz aktuell beschäftigt mich das Thema, da mein Vater vor einer Woche mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus gekommen ist. Seit Dienstag geht es ihm richtig schlecht und steckt seitdem voll im (unfreiwilligen) Entzug. Es geht ihm immer schlechter, ist orientierungslos, brabbelt unverständlich vor sich hin, hat inzwischen Windeln um, ihm tut alles weh, muss inzwischen gefüttert werden. Er ist vor drei Nächten, als er noch laufen konnte, nachts über die Nottreppe abgehauen und ist im Schlafanzug bei den Müllcontainern wieder eingefangen worden. Danach hat meine Mutter abwechselnd mit meinem Bruder die nächsten Nächte im Krankenhaus verbracht, um aufzupassen, dass er nicht wieder Blödsinn macht. Er war immer uneinsichtig, alle anderen sind böse und wollen ihm nichts Gutes. Er wird schnell aggressiv und meine Mutter, mein Bruder und ich haben Angst, dass er sich was antut, wenn wir ihn unter Druck setzen.
Vielleicht finde ich hier im Forum Tipps, was wir machen können, bzw. Erfahrungswerte, wie lange so ein Entzug dauert. Ich finde es nämlich ziemlich heftig, wie es bei ihm abgeht... Wir sind der Meinung, wenn jetzt nichts passiert, ändert sich gar nichts mehr und er geht am Alkohol zugrunde.
Vielen Dank schonmal, Katrin |
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| katrin78 hat zum Thema: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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Mikesch neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.04.2010 Beiträge: 90 Alter: 44
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Verfasst am: 03.01.2011, 13:17 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Hallo Katrin,
die wissen dort aber schon, was mit ihm los ist, oder?? |
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| Mikesch hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 03.01.2011, 13:36 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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| Ja, die Ärzte und Krankenschwestern wissen Bescheid. Allerdings nicht von meiner Mutter, sondern sie haben es an seinen Symptomen und an seinen Blutwerten etc. gesehen und haben erst dann meine Mutter drauf angesprochen. Meine Mutter mag nicht einmal mit mir darüber reden (bis gestern). |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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Demence neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.01.2011 Beiträge: 4 Alter: 31 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 04.01.2011, 15:30 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Hallo Katrin,
wie ich das so lese, steht ihr leider erst ganz am Anfang in vielerlei Hinsicht.
Leider habe ich meine Mutter schon sehr oft in dem Zustand gesehen, in welchem sich Dein Vater grad befindet.
Das was er macht ist eine Entgiftung und da kann es in der Tat "ganz schön abgehen" mit Halluzinationen u.s.w.
Eine Entgiftung dauert i.d.R. bis zu 10 Tagen, aber damit ist es auf keinen Fall getan. Denn es wurde ja nur etwas gegen den akuten körperlichen Notstand deines Vaters getan, an der Sucht selbst ändert das gar nichts.
Das Deine Mutter versucht die Problematik zu überspielen macht es nach meiner Ansicht nicht besser. Mein Vater hat den Alkoholismus meiner Mutter auch jahrelang vor sich selbst und der Welt verleugnet.
Auch wenn das hart ist: Allzu viel kannst du für Deinen Vater nicht tun - was er jetzt bräuchte, ist gant dringend eine Therapie! Du kannst ihn fragen, ob er einen Termin mit einem Therapeuten haben möchte und ihm vielleicht Literatur und Broschüren besorgen.
Will er das nicht, bist du eigentlich machtlos.
Bitte versuch dir bewusst zu machen, dass Dein Vater sich nur selbst helfen kann. Ich weiß, dass tut weh...
Liebe Grüße und viel Kraft Demence |
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| Demence hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 04.01.2011, 19:45 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Es stimmt schon, dass ich befürchte, dass er sich gegen eine Therapie sträuben würde, was sehr wahrscheinlich ist. Mir ist auch bewusst, dass er seeehr viel aufzuarbeiten hat und ohne eine Psychotherapie die Sucht niemals in den Griff bekommen kann, selbst wenn er es wollte. Es ist sehr viel vorgefallen in unserer Familie (z.B. mehrere Suizidfälle in der Familie, einer davon in unserer Garage vor etwa 16 Jahren). Ihm ist auch immer sein "besserer" Bruder vorgehalten worden. Nach dem Tod meiner Oma vor 3 Jahren gab es dann auch noch einen bitterbösen Erbstreit usw.
Meine Mutter, mein Bruder und ich haben einfach die Angst, sobald er zu Hause ist, dass er sich das Leben nimmt. Meine Mutter arbeitet halbtags und kann nicht immer hinter ihm stehen und aufpassen, dass er sich nichts antut, das Haus abfackelt oder sonstiges. Er ist unberechenbar. Deshalb möchte meine Mutter ihn in Sicherheit wissen und ihm die Möglichkeit geben, wenn auch erst einmal gegen seinen Willen, alles aufzuarbeiten und aus dem Kopf zu kriegen, dass Depressionen mit anschließendem Suizid nicht unbedingt erblich ist (denn das bildet er sich ein). Also, wie ihr lest, ist meine Mutter inzwischen immer mehr bereit, etwas zu tun. Was sie nur niemals machen wird, meinen Vater unter Druck zu setzen, denn dann ist die Angst einfach zu groß, dass etwas passiert. Deswegen ja auch die Idee mit der "Betreuung".
LG, Katrin |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 04.01.2011, 19:57 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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| Da ich etwa 100 km vom Elternhaus entfernt wohne, zwei Kleinkinder habe und auch noch mit meinem Mann selbständig bin, habe ich bis jetzt nu alles übers Telefon mitbekommen. Ich war selber noch nicht da, werde aber in den nächsten Tagen hinfahren, wenn ich die Kinder irgendwo unterbringen kann. Mein Mann ist natürlich auf Geschäftsreise. Ist für mich also momentan ziemlich schwierig für mich, da vernünftig zu agieren. Problematisch ist ja auch das Verhältnis zwischen meinem Vater und mir. Er würde mir wahrscheinlich irgendwas nicht ganz so Nettes an den Kopf werfen und mir die Schuld an allem geben. Außerdem bin ich für ihn immer noch das unmündige Kind, welches ihm nichts zu sagen hat, denn nur er hat recht. |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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Demence neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 03.01.2011 Beiträge: 4 Alter: 31 Wohnort: Dortmund
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Verfasst am: 04.01.2011, 20:36 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Liebe Katrin,
es gibt meistens viele persönliche Gründe, warum jemand alkohol krank wird - genau deshalb ist ja eine Therapie so notwendig...
Aber...und das hast du hier sicher schon in vielen Beiträgen gelesen: Du kannst niemanden zwingen, auch nicht am Anfang und nicht mal ein bißchen etwas aufzuarbeiten, wenn er das nicht will.
Und natürlich hört man es auch bei Dir: Die unterschwelligen Selbstvorwürfe und den unerschüttlichen Glauben dem anderen helfen zu können und zu müssen, ihm notfalls zu seinem Glück zu zwingen!!!
Also: es ist nicht Deine Schuld und Du hast auch überhaupt keine Pflicht ihm zu helfen... so wie du das schilderst ist es sogar höchst unwahrscheinlich, dass er Deine Hilfe überhaupt akzeptiert.
So hart das auch klingt: ich kann dir nur raten, die Distanz die du jetzt dazu hast, soweit wie möglich zu wahren, denn das ist ein echter Vorteil für Dich!
Vielleicht könnte ja Deine Mutter mal eine Suchtberatung aufsuchen und sich dort Hilfe holen?!
Das mit der Betreuung wird wahrscheinlich nicht umzusetzen sein, denn auch wenn die Probleme Deines Vaters enorm sind is er ein freier mensch, solang er nicht dement oder AKUT suizidal gefährdet ist
So, lauter Dinge die man nicht hören möchte - ich weiß!
Liebe Grüße Demence |
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| Demence hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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katrin78 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.01.2011 Beiträge: 27
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Verfasst am: 04.01.2011, 21:08 Titel: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 |
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Es ist gut so, dass du mir die "Wahrheit" schreibst. Klar höre ich die Realität nicht gerne, aber tief in meinem Inneren weiß ich es selber, dass ich nichts ausrichten kann. Meine Mutter hat heute nachmittag nach einem langen Telefonat mit mir mit dem Arzt gesprochen und ihm alles erzählt. ENDLICH! Aber auch der Arzt sagte ihr das gleiche, was du mir geschrieben hast. Wenn er nicht will, haben wir eh verloren. Und er würde eine "Betreuung" nicht empfehlen. Nun hält dieser Zustand schon eine Woche an.
Vielen Dank! |
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| katrin78 hat zum Thema: Re: Mein Vater und der Alkohol - es ist kurz vor 12 geschrieben
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