Hilfe bei Alkohol : Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum : Das Alkoholikerforum

Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte. - Alkohol: Herzlich Willkommen im Alkoholikerforum.
Du suchst einen Erfahrungsaustausch, der Dir bei Deiner Alkoholabhängigkeit hilft? Das Alkoholiker Forum bietet Dir Hilfe durch die Selbsthilfe in der Alkoholkrankheit, Alkoholismus und Alkoholsucht. Natürlich auch für Angehörige von Alkoholikern.




Alkoholiker

Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte.

 
   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern -> Seite 6
Schlechtes Gewissen   •    Weihnachtszeit und Kontaktabbruch...  
Autor Nachricht
Sam
neuer Teilnehmer



Anmeldungsdatum: 08.12.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 29.12.2010, 10:28    Titel: Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo,

ich bin Sam 23 Jahre alt und neu hier im Forum.
Ich habe mich hier angemeldet weil mein Vater Alkoholiker ist und meine Familie und ich nicht mehr wissen was wir machen können um ihn dazu zu bringen etwas zu ändern.
Ich erzähle euch erst einmal ein bisschen, bevor ich euch meine Fragen stelle.

Es sehr schwierig zu sagen seit wann mein Vater schon Alkoholiker ist, aber meiner Familie und mir (außer meinem Vater) ist bewusst, dass er ein Problem mit dem Alkohol hat. Unterhalb der Woche trinkt er für uns beurteilbar, nur abends Wein, aber wenn er frei hat kann er den Konsum nicht kontrollieren, indem er vielleicht nur abends ein (paar) Gläser trinkt, sondern den ganzen Tag über Bier oder Wein trinkt. Wir haben schon öfters mit ihm, im familiären Kreis, darüber geredet und auch zusammen Alkoholpausen von ca. 1-2 Monaten gemacht. In diesen Pausen, habe wir jedoch 'bemerkt', dass er trotzdem manchmal Alkohol getrunken hat.Also gibt es Zeiten, in denen er nichts oder wenig trinkt. Trotzdem überwiegt die Zeit in der er zu viel trinkt und den Konsum nicht kontrollieren kann.

Wir haben schon oft mit ihm geredet und ihn gebeten seinen Konsum zu reduzieren, da wir zunehmend ungern mit ihm zusammen sind und es einfach nicht mehr schön ist zu hause zu sein. Meine Schwester und ich sind nun schon ausgezogen. Seitdem wir bzw. ich zu Besuch sind, wird mir immer bewusster das mein Vater ein Alkoholproblem hat. Zum Beispiel, wenn ich ihn darauf anspreche, dass ich bemerkt habe, dass er wieder heimlich getrunken hat, streitet er dies ab und behauptet das er das nicht nötig hat. Sein Verhalten deutet einfach immer mehr drauf, dass er es nicht kontrollieren kann und versucht vor uns geheim zu halten. Aber das sein dauer Fahne und sein Zustand ihn verraten merkt er nicht.
Da wir jetzt schon sehr oft mit ihm darüber geredet haben und ihm beim letzten Mal auch gesagt haben, das er unser Meinung nach ein beginnendes Alkoholproblem hat (jetzt meiner Meinung nach ein aktuelles Problem damit hat), zweifel ich daran, dass weitere Gespräche etwas helfen. Unser Familienverhältnis ist im Thema Alkohol schon sehr angespannt (vor allem zwischen meinen Eltern). Papa hat das Gefühl alleine zu stehen, dass wir gegen ihn sind. Deswegen ist meine größte Angst, dass die Spannung immer größer wird und es nicht mehr möglich sein wird mit ihm darüber zu sprechen, ohne dass er das Gefühl hat, dass wir drei ihn ausgrenzen. Ich weiß das ein Entzug und das Lernen mit dem Alkohol nur möglich ist, wenn er selber versteht, dass er ein Problem hat.
Mein größter Wunsch ist ihn dazu zu bringen das er einsieht das er ein Alkohol Problem hat und dies ändert, dass er einsieht, dass dies damit die Beziehung zu seinen Kindern und seiner Frau kaputt macht. Aber ich weiß auch, dass das sehr schwierig ist und ohne eine wirkliches Begreifen vielleicht gar nicht funktioniert.

Deswegen sind mein Fragen:

Gibt es irgendetwas was und als Familie hilft ihn zur Einsicht zu bringen?
Wie kann ich/wir mit ihm umgehen damit es nicht noch schlimmer wird, damit wir noch Fähig sind über das Thema Alkohol zu reden und durch die entstehende Spannung keine Kluft entwickeln, die wir nicht mehr überwinden können?
Wie können wir die schon etwas vorhandene Kluft überwinden und ihm verständlich machen, dass wir hinter ihm stehen, aber so nicht mehr können?

Liebe Grüße Sam
Nach oben
Sam hat zum Thema: Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte. geschrieben
Fleur
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 07.11.2010
Beiträge: 1290

BeitragVerfasst am: 29.12.2010, 14:15    Titel: Re: Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sam,

willkommen im Forum Sehr glücklich .

Zitat:
Gibt es irgendetwas was und als Familie hilft ihn zur Einsicht zu bringen?


Nur er selbst kann erkennen, das da was falsch läuft, ihr seid da machtlos, solange er nicht sehen WILL.
Das tut sehr sehr weh. Das einzige, was du tun kannst, ist für DICH zu sorgen, dass es dir besser geht. Du bist für dein Leben verantwortlich und zwar nur für deins. Und dein Vater für seines.

Zitat:
Wie kann ich/wir mit ihm umgehen damit es nicht noch schlimmer wird, damit wir noch Fähig sind über das Thema Alkohol zu reden und durch die entstehende Spannung keine Kluft entwickeln, die wir nicht mehr überwinden können?


Es liegt nicht an euch, ob es schlimmer wird oder nicht. Das hat nichts mit dir oder euch zu tun. Es ist eine Krankheit, die voranschreitet. Und ihr könnt diese Krankheit nicht stoppen. Das kann nur er allein. Das einzige, was ihr tun könnt, ist ihm zur Seite stehen, wenn er einen Entzug machen WILL. Aber vorher hilft alles gute Zureden gar nichts.
Zum Thema Reden: Wenn er etwas getrunken hat, macht es keinen Sinn zu reden. Schon gar nicht über das Thema Alkohol. Im Endeffekt nützt alles reden nichts.
Das musste ich auch schon sehr leidvoll erfahren. Ich habe zuerst geredet, einfühlsam. Dann habe ich argumentiert, Alkpausen von ihm verlangt und zuletzt hab ich geschrieen. Alles umsonst.
Jetzt gucke ich, dass es mir gut geht und das gelingt mir noch nicht all zu gut. Aber es wird besser. Mehr liegt (leider) nicht in meiner Macht.

Ich denke, die dritte Frage erübrigt sich dadurch.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg. Tausch dich hier im Forum aus, das hilft!

Liebe Grüße
Fleur
Nach oben
Fleur hat zum Thema: Re: Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte. geschrieben
Skye
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 293
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 29.12.2010, 22:30    Titel: Re: Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Sam,

willkommen im Forum.

Zitat:
Gibt es irgendetwas was und als Familie hilft ihn zur Einsicht zu bringen?


Nein, es gibt nichts. Solange er nicht aufhören will, wird er trinken. Da könnt ihr bitten, betteln, drohen, ihm mögliche gesundheitliche, gesellschaftliche und arbeitstechnische Folgen aufzeigen usw., es wird alles nichts bringen. Ihr habt einen Gegner der immer stärker sein wird als ihr, Alkohol!

Zitat:
Wie kann ich/wir mit ihm umgehen damit es nicht noch schlimmer wird, damit wir noch Fähig sind über das Thema Alkohol zu reden und durch die entstehende Spannung keine Kluft entwickeln, die wir nicht mehr überwinden können?


Wenn ich Deinen Post richtig lese, will Dein Vater nicht über seinen Konsum reden. Ihr wollt ihm also ein Gespräch über etwas aufzwängen über das er nicht reden will. Solange ihr darüber redet, wird die Kluft also automatisch größer. Ebenso wird sie größer wenn er weiter trinkt, denn Sucht beeinträchtigt die Kommunikation und die soziale Kompetenz. Auch hier könnt ihr nichts tun. Er will trinken, ihr wollt nicht das er trinkt. Da werdet ihr wohl keine Einigung erreichen bei derart unterschiedlichen Standpunkten.

Zitat:
Wie können wir die schon etwas vorhandene Kluft überwinden und ihm verständlich machen, dass wir hinter ihm stehen, aber so nicht mehr können?


Ihr könnt versuchen ihn trinken zu lassen, dass könnte helfen das Vergrößern der Kluft zu verzögern. Wie Euch das bekommt, lasse ich mal dahin gestellt. Ihr könnt ihm einfach sagen, dass ihr nicht mehr könnt. Ob das jedoch etwas ändert wage ich zu bezweifeln.

Zitat:
Ich weiß das ein Entzug und das Lernen mit dem Alkohol nur möglich ist, wenn er selber versteht, dass er ein Problem hat.


Richtig, wenn er selbst versteht, dass er ein Problem hat. Diesem Verständnis könnt ihr jedoch keinen Vorschub leisten. Erst wenn er selbst einsieht Hilfe zu brauchen, besteht eine Chance, dass ihm geholfen werden kann.

Ich kenne diese Hilflosigkeit nur zu gut. Einem geliebten Menschen helfen zu wollen und es nicht zu können. Bei dem Versuch immer wieder vor die Wand zu rennen und sich eine blutige Nase zu holen. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, die Wand gewinnt immer und für die Gesundheit der eigenen Nase bleibt einem nur die Rolle als Zuschauer.

Gruß
Skye
Nach oben
Skye hat zum Thema: Re: Erste Fragen die ich euch gerne stellen möchte. geschrieben

   Selbsthilfe-Alkoholiker-Forum Foren-Übersicht -> Erwachsene Kinder von Alkoholikern Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1


Ähnliche Beiträge
Thema Forum

Informative Bücher für Alkoholiker und Angehörige bei amazon.de:
.
Alkohol
Alkohol
Frei von Angst
Frei von Angst
Behandlung
Behandlung
Suchtgeschichten
Suchtgeschichten
Rückfallprävention
Rückfallprävention


Werben im Alkoholikerforum - Spenden





Impressum : Sitemap
1 2 3 4 5 6 7 8 9 Weihnachtsgeschenke

Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
Deutsche Übersetzung von phpBB.de