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Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ...

 
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Skywalker73
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 23.12.2010
Beiträge: 5
Alter: 38
Wohnort: Neu-Ulm

BeitragVerfasst am: 23.12.2010, 13:42    Titel: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo liebe Forengemeinde,

mein Bruder ist 47 Jahre alt. Er hat seit Jahren den Alkohol für sich als "Verdrängung" entdeckt. Die Zeitabstände in denen er in den Alkoholismus kommt werden immer kürzer und heftiger.

Aber mal von vorne ....

Seit nunmehr 5 oder 6 Jahren ist mein Bruder Alkoholkrank. Immer und Immer wieder verdrängt er persönliche Probleme mit Arbeit und Familie und stürzt sich in einen Alkoholrausch.
Psychisch und Physisch ist er absolut nicht mehr belastbar. Jede kleine "Unebenheit" wirft ihn aus der Bahn.
Nach mehreren Entzügen und 2 Therapien gerät er immer wieder in den Kreis des Alkoholes.

Aktuell ist es so das er bei meinem Vater "haust". Dieser ist selbst Alkoholkrank, trinkt aber nur noch ausserhalb des Hauses als "Gelegenheitstrinker". Sein Körper hat den Jahrelangen und ständigen Alkoholkonsum nicht verkraftet. Leberzyrose ist vorhanden. Er ist aber aktuell nicht unser "Problem" Zumindest nicht das wichtigste.

Mein Bruder liegt zu Hause und trinkt seit circa einer Woche Vodka. Er hält sich in einem ständigen Zustand von Betrunkenheit. Da ich 300km von ihnen entfernt wohne kann ich aktuell nichts tun ausser zu telefonieren. Erst vorgestern hat er um meine Hilfe gebeten. Ich habe in einer Suchtklinik angerufen in der er schon einmal zum Entzug war. Sie hätten ihn aufnehmen können. Der Hausarzt hat wiedereinmal zugestimmt und ihn eingewiesen. Kurz bevor der Rettungswagen kam lief er in den nächsten Laden und kaufte sich erneut 2 Flaschen Vodka. Mein Vater konnte ihn natürlich nicht aufhalten. Vielleicht wollte er es auch gar nicht.
Er kam dann wieder Heim, und während ich mit ihm telefonierte, übergab er sich in sein Zimmer. Als die Sanitäter wieder kamen streikte er und wollte nicht mit. Sie mussten ihn als "liegen" lassen. Klar, ein Entzug geht nur wenn er freiwillig möchte.

Am Telefon äußert er mir gegenüber das er nicht mer möchte. Ich weiss aber auch das er nicht den Mumm hat sich selbst etwas anzutun.

Zu gerne würde ich ihn Zwangseinweisen lassen aber es geht einfach nicht.

Seit Jahren geht dieses Spiel nun so.

Was kann ich noch tun ???

Vielleicht alles gerade etwas "wirr" geschrieben aber ich glaube der Rest ergibt sich im Gespräch.

Danke
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Skywalker73 hat zum Thema: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... geschrieben
Welia
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 30.04.2010
Beiträge: 541
Alter: 61

BeitragVerfasst am: 23.12.2010, 13:55    Titel: Re: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Skywalker73 hat Folgendes geschrieben:
Hallo liebe Forengemeinde,

mein Bruder ist 47 Jahre alt. Er hat seit Jahren den Alkohol für sich als "Verdrängung" entdeckt. Die Zeitabstände in denen er in den Alkoholismus kommt werden immer kürzer und heftiger.

Aber mal von vorne ....

Seit nunmehr 5 oder 6 Jahren ist mein Bruder Alkoholkrank. Immer und Immer wieder verdrängt er persönliche Probleme mit Arbeit und Familie und stürzt sich in einen Alkoholrausch.
Psychisch und Physisch ist er absolut nicht mehr belastbar. Jede kleine "Unebenheit" wirft ihn aus der Bahn.
Nach mehreren Entzügen und 2 Therapien gerät er immer wieder in den Kreis des Alkoholes.

Aktuell ist es so das er bei meinem Vater "haust". Dieser ist selbst Alkoholkrank, trinkt aber nur noch ausserhalb des Hauses als "Gelegenheitstrinker". Sein Körper hat den Jahrelangen und ständigen Alkoholkonsum nicht verkraftet. Leberzyrose ist vorhanden. Er ist aber aktuell nicht unser "Problem" Zumindest nicht das wichtigste.

Mein Bruder liegt zu Hause und trinkt seit circa einer Woche Vodka. Er hält sich in einem ständigen Zustand von Betrunkenheit. Da ich 300km von ihnen entfernt wohne kann ich aktuell nichts tun ausser zu telefonieren. Erst vorgestern hat er um meine Hilfe gebeten. Ich habe in einer Suchtklinik angerufen in der er schon einmal zum Entzug war. Sie hätten ihn aufnehmen können. Der Hausarzt hat wiedereinmal zugestimmt und ihn eingewiesen. Kurz bevor der Rettungswagen kam lief er in den nächsten Laden und kaufte sich erneut 2 Flaschen Vodka. Mein Vater konnte ihn natürlich nicht aufhalten. Vielleicht wollte er es auch gar nicht.
Er kam dann wieder Heim, und während ich mit ihm telefonierte, übergab er sich in sein Zimmer. Als die Sanitäter wieder kamen streikte er und wollte nicht mit. Sie mussten ihn als "liegen" lassen. Klar, ein Entzug geht nur wenn er freiwillig möchte.

Am Telefon äußert er mir gegenüber das er nicht mer möchte. Ich weiss aber auch das er nicht den Mumm hat sich selbst etwas anzutun.

Zu gerne würde ich ihn Zwangseinweisen lassen aber es geht einfach nicht.

Seit Jahren geht dieses Spiel nun so.

Was kann ich noch tun ???

Vielleicht alles gerade etwas "wirr" geschrieben aber ich glaube der Rest ergibt sich im Gespräch.

Danke


Hallo Skywalker73,

dein Bruder ist alkoholsüchtig und du kannst ihm nicht helfen, das merkst du ja selber, auch wenn du näher wohnen würdest, könntest du ihm nicht helfen, denn nur er kann sich helfen und das muss er zuerst mal wollen...oder wollen können.... da geht kein Weg daran vorbei!
Was du aber machen kannst, ist dich selber helfen.... indem du loslässt... er ist dein Bruder aber die Verantwortung kannst du nur für dich selber übernehmen.
So wie du es beschreibst, bist du mit dem Problem "Bruder" total beschäftigt, hast du auch daran gedacht, dass DU ein Problem haben könntest?
Co-abhängigkeit ist auch eine Sucht... lies dich durch in diesem Forum und du wirst überall auf die gleiche Antwort kommen: du bist nur für dich verantwortlich und befähigt was zu bewirken, alles was du tust, auch für deinem Bruder, muss mit dir anfangen.
Ich weiss, es klingt hart, aber es ist leider so....
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Welia hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... geschrieben
Skywalker73
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 23.12.2010
Beiträge: 5
Alter: 38
Wohnort: Neu-Ulm

BeitragVerfasst am: 23.12.2010, 14:04    Titel: Re: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Erstmal Danke für Dein Kommentar. Ich habe gelernt damit umzugehen. Meine Mutter ist während ich 15 war an Brustkrebs erkrank. Heute sitzt sie nach einem Selbstmordversuch im Rollstuhl und ist aktuell in einem Pflegeheim weil sich mein Vater nicht mehr zu 100% um sie kümmern kann.

Darum geht es auch nicht. Ich weiss das er es erst wollen muss. Das ist mir durchaus bewusst.

Er liegt zu Hause bei meinem Vater. In einem Zimmer hat er dort eine Matratze. Unter Alkohol uriniert er unkontrolliert los. Er raucht in dem Zimmer. Etliche Brandlöcher sind schon vorhanden.
Mein Vater ist machtlos. Meine Schwester die selbst eine Familie hat mit ihrem eigenen Bruder abgeschlossen. Sie kümmert sich nicht mehr darum. Das kann ich verstehen. Sie hat genug mit der Pflege meiner Mutter und meines Vaters zu tun.
Wir sind eine Patchworkfamilie. Mein Bruder ist nur mein Halbbruder.

Das Geld für den Alkohol ist bald zu Ende. Dann geht er in den Laden und wird sich den Alkohol klauen. Soll ich das zulassen? Kann man das zulassen? Soll es mir egal sein was für "Stress" mein Vater zu Hause hat?

Es geht bei Leibe nicht um mich. Klar beschäftigt es mich aber ich stehe voll im Leben. Mir passiert in dieser Richtung nichts.
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Skywalker73 hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... geschrieben
Skye
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 16.05.2009
Beiträge: 293
Alter: 42

BeitragVerfasst am: 23.12.2010, 21:19    Titel: Re: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Skywalker,

willkommen im Forum.

Zitat:
Nach mehreren Entzügen und 2 Therapien gerät er immer wieder in den Kreis des Alkoholes.


Dein Bruder weiß also wo und wie er Hilfe bekommen kann. Wer möchte und wer annimmt kann in einer Therapie erlernen wie ein Leben ohne Alkohol möglich sein kann, was man tun kann um dauerhaft ohne Alkohol zu leben. Dein Bruder trinkt, also nimmt er nicht an und möchte nicht lernen. Für mich heißt das, er will trinken und das tu er. Wenn er es nicht wollen würde, dann hätte er die Hilfe angenommen die ihm dort geboten wurde.

Zitat:
Ich habe in einer Suchtklinik angerufen in der er schon einmal zum Entzug war. Sie hätten ihn aufnehmen können. Der Hausarzt hat wiedereinmal zugestimmt und ihn eingewiesen. Kurz bevor der Rettungswagen kam lief er in den nächsten Laden und kaufte sich erneut 2 Flaschen Vodka.


Er hätte erneut die Möglichkeit gehabt Hilfe zu bekommen. Er hat sich für den Alkohol entschieden. Für mich heißt das er will trinken. Jemand der trocken werden und ohne Alkohol leben will reagiert anders, als bei „drohendem“ Entzug des Alkohols erstmal Nachschub zu holen.

Zitat:
Was kann ich noch tun ???


Nichts!!! Auch wenn Du das vielleicht nicht lesen möchtest, aber Du kannst nichts tun. Der einzige Mensch, der etwas tun kann ist Dein Bruder. Da er angebotene Hilfe nicht annimmt, will er trinken. Du kannst ihn nicht davon abhalten. Und mal ganz davon ab, eine Zwangseinweisung würde ihn auch nicht zwingend trocken legen. Ein Alkoholiker der trinken will, findet immer einen Weg.


Zitat:
Das Geld für den Alkohol ist bald zu Ende. Dann geht er in den Laden und wird sich den Alkohol klauen.


Auch das ist seine Entscheidung und die Konsequenzen hat er zu tragen. Er hätte in die Klinik gehen können, ist er aber nicht.

Zitat:
Soll es mir egal sein was für "Stress" mein Vater zu Hause hat?


Das ist Sache Deines Vaters, wenn ihm der Stress zuviel wird, dann ist es an ihm, ihn zu minimieren.

Dein Bruder, wie auch Dein Vater sind erwachsene Menschen, fähig und in der Lage sich um sich selbst zu kümmern, sofern sie denn wollen.

Ich kann Dich verstehen, aber einen Alkoholiker ständig vor den Folgen seiner Sucht, seines daraus resultierenden Verhaltens und den zwangsläufigen Folgen zu bewahren hilft ihm nicht. Es erleichtert ihm nur das saufen, es hält ihn nicht davon ab.

Zitat:
Mir passiert in dieser Richtung nichts.


Dir passiert schon etwas, Dein Leben wird beeinträchtigt, während er weiter macht ohne jede Konsequenz. Du läufst Gefahr selbst dabei unter die Räder zu kommen. Das ist alles was Du erreichen wirst, aber nicht, dass Dein Bruder trocken wird solange er nicht will.


Gruß
Skye
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Skye hat zum Thema: Re: Ich brauche Ratschläge und Hilfe für meinen Bruder ... geschrieben

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