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Was uns verbindet ...

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Autor Nachricht
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.12.2009
Beiträge: 1477
Alter: 54
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 15.12.2010, 18:36    Titel: Was uns verbindet ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Was uns verbindet …

Hallo zusammen,
seit heute bin nun genau 1 Jahr Teil dieses Forums.

Ich bin seit fast 22 Jahren trocken und habe nach einer Pause von ca. 15 Jahren ohne Shg mich nun 1 Jahr lang so intensiv wie noch nie (nahezu täglich) mit mir und meiner Sucht auseinandergesetzt (seit ca. 3 Monaten im geschützten Bereich).

Ich habe im Laufe dieses Jahres (auch schon vorher) die Sucht und die Süchtigen aus allen möglichen Perspektiven kennen gelernt. Mich an Diskussionen beteiligt, nur gelesen und zugehört, Einiges von mir geschrieben.

Nach meiner bisherigen Erfahrung und Einschätzung gibt es bei allen Alkoholikern, Co-Abhängigen und EKA`s etc. ein verbindendes Element, und auch suchtübergreifend (Alkoholsucht, Beziehungssucht bzw. -abhängigkeit, Arbeitssucht, Kaufsucht, Esssucht, etc.):

Das Unvermögen sich selbst ausreichend wertzuschätzen,
sich selbst zu mögen,
gut und ausgewogen für sich sorgen können,
seine Bedürfnisse gut wahrnehmen und erfüllen können.


So lese ich es häufig aus den Beiträgen heraus.

Das Schöne ist, dass ich in den vielen, vielen Beiträgen auch schon jede Menge Anregungen und Ideen bekommen habe, wie ich mit dem o.g Unvermögen umgehen kann, wie ich in eine Veränderung kommen kann.

Ich fühle mich daher mit Allen, die hier schreiben verbunden. Mal für einen Moment, mal für etwas länger.

Ich bin auf dem Weg mein Unvermögen jeden Tag ein wenig mehr in ein Vermögen zu verwandeln Winken

Wie seht Ihr das mit dem verbindendem Element?

Liebe Grüße
Manfred
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Manfred hat zum Thema: Was uns verbindet ... geschrieben
Rose2
Gast






BeitragVerfasst am: 15.12.2010, 21:17    Titel: Was uns verbindet Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

Zitat:
Das Unvermögen sich selbst ausreichend wertzuschätzen,
sich selbst zu mögen,
gut und ausgewogen für sich sorgen können,
seine Bedürfnisse gut wahrnehmen und erfüllen können.


Hm,....das stimmt mich nun sehr traurig und nachdenklich,...nach 22 Jahren Trockenheit ?

Ich kann das so von mir nicht behaupten......

Das gerade macht mich HEUTE wieder aus,....mich selbst wieder ausreichend wertschätzen zu können, mich selbst wieder zu mögen trotz aller Macken u. Unzulänglichkeiten, gut u. ausgewogen für mich sorgen zu können,...mal mehr, mal weniger, .....je nach Situation u. Lebenslage, aber immer achtsam im Umgang mit mir.
Meine Bedürfnisse gut zu hinterfragen und sie meinem Leben angemessen "anzupassen" u. umzusetzen, ist mir heute sehr viel wichtiger als die Erwartungen "anderer" zu erfüllen.

Mir ist meine Trockenheit sehr, sehr wichtig, sie setzt aber für mich auch eine große Portion Zufriedenheit voraus, an der ich immer wieder arbeite. Meine Werte haben sich verschoben im Laufe meiner trockenen Zeit, ich bin demütiger u. dankbarer gegenüber todbringender Krankheiten geworden, ohne gläubig zu sein.
Ich schätze u. achte heute viel mehr das was ich an menschlichen Kontakten innerhalb meiner Familie, Patenkind, Freunden -u. Bekannten habe. Nichts ist mehr einfach nur selbstverständlich, zu schnell kann morgen schon alles vorbei sein.
Diese Erkenntnis hilft mir besonnen zu sein und mich nicht mit Selbstzweifeln zu plagen und zu zermürben.
Jeder trockene Tag gibt mir erneut die Möglichkeit mein Leben zu verändern,....so ich denn will !

Planen und reden alleine bringt mich nicht vorwärts,....es ist wie beim Alkohol,......Taten müssen folgen.

Gruß, Rose
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Rose2 hat zum Thema: Was uns verbindet geschrieben
Manfred
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 15.12.2009
Beiträge: 1477
Alter: 54
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 16.12.2010, 00:47    Titel: Re: Was uns verbindet ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Rose,

danke für Deine Antwort.

Das Unvermögen sich selbst ausreichend wertzuschätzen,
sich selbst zu mögen,
gut und ausgewogen für sich sorgen können,
seine Bedürfnisse gut wahrnehmen und erfüllen können.


Warum mir das all die Jahre nicht so gut gelungen ist, dass habe ich ja schon in dem einen oder anderen Thread von mir geschrieben.

Im Wesentlichen hängt das mit lange zurück liegenden Traumata zusammen, die ich lange verdrängt und verdeckt habe. Überwiegend mit Arbeiten und der Suche nach Wertschätzung im Außen. Da ich seit einiger Zeit ohne Erwerbsarbeit bin, tauchen die Themen jetzt spürbarer auf. Jetzt nähere ich mich und arbeite mit diesen Themen im Rahmen einer Traumatherapie.

Unabhängig davon gab es in den vergangenen Jahren immer wieder starke Wellenbewegungen, mit demütigen und dankbaren Phasen, mit Lachen und Zufriedenheit, aber auch immer wieder mit depressiven und traurigen Phasen. Ich habe das als mein Leben angenommen. Und bin trocken geblieben.
Jetzt widme ich mich den tieferen Schichten.

Mein Anliegen mit diesem Thread ist aber, Eure Einschätzung zu erfahren, ob hinter der Sucht im Wesentlichen das o.g. Unvermögen steht. Und was Ihr von der These haltet, dass uns dieses Unvermögen suchtübergreifend verbindet.

Liebe Grüße
Manfred
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Manfred hat zum Thema: Re: Was uns verbindet ... geschrieben
silberkralle
sehr aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.12.2009
Beiträge: 4502
Alter: 60
Wohnort: Wilkau-Haßlau

BeitragVerfasst am: 16.12.2010, 07:49    Titel: Re: Was uns verbindet ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

glück auf manfred

zunächst mal: gratulation zum 1. forengeburtstag

Manfred hat Folgendes geschrieben:
Und was Ihr von der These haltet, dass uns dieses Unvermögen suchtübergreifend verbindet.
ich denk das könnte für die nasse zeit - besonders für den "einstieg" zutreffen
allerdings isses mir ganz schnell nachm trokenwerde gelungen mit diesen "anlagen" abzurechnen - ich hatte ja auch andere lebensumstände als du
ich freu mich das dir der erwiterte bereich so viel bringt + drück dir weiter n daumen

Sehr glücklich
matthias
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silberkralle hat zum Thema: Re: Was uns verbindet ... geschrieben
Rose2
Gast






BeitragVerfasst am: 16.12.2010, 10:12    Titel: Re: Was uns verbindet .. Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

in meiner "nassen" Zeit hatte ich dieses Unvermögen auch,.....Selbstabwertung pur.

Zitat:
Jetzt widme ich mich den tieferen Schichten.


Tut Dir das gut ?.....und was erhoffst du dir davon ?

Ich kann meine Kindheit, Vergangenheit etc., nicht mehr ändern, ich bin aber heute kein Kind mehr, auch kein "erwachsenes", das aus seiner Schutzbedürfnis-"Rolle" nicht mehr rausfindet.
Irgendwann heißt es auch erwachsen- und eigenverantwortich zu handeln,.....Und nicht immer die Verantwortung für mein heutiges Leben auf die ach so schlimme Kindheit abzuschieben.

Zitat:
Und was Ihr von der These haltet, dass uns dieses Unvermögen suchtübergreifend verbindet.


Was meinst du mit suchtübergreifend ?

Vielleicht verstehe ich auch einfach dein Thema nicht....

Gruß, Rose
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Rose2 hat zum Thema: Re: Was uns verbindet .. geschrieben
HansHa
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 04.06.2009
Beiträge: 476
Alter: 50
Wohnort: Berlin - Trocken seit 2005

BeitragVerfasst am: 16.12.2010, 12:50    Titel: Re: Was uns verbindet ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

ich glaube, dass sich der Verlauf der Sucht in allen Fällen in den meisten Punkten gleicht. Daher gehören für mich Deine genannten Gründe auch in diese Kategorie, also sind für mich das Ergebnis des Suchtverlauf, weil eine "normale" Entwicklung nicht statt finden kann.
Daran, übergreifende Ursachen für die Sucht zu finden, haben sich schon ganz andere Leute die Zähne ausgebissen.
Bei den einzelnen Süchtigen ist das für mich anders. Bei einigen können Ursachen ausgemacht werden. Aber wiederum sind andere Leute, bei denen diese Gründe vorliegen, nicht süchtig geworden.
Für mich habe ich diese Suche abgeschlossen. Auch während meiner Therapie gab es keine plausible Erklärung, immer nur Ansätze, die aber nicht wirklich weiter geführt haben. Für mich ist wichtig, dasss ich weiß, dass ich süchtig bin und damit trocken lebe.

Schönen Tag

H.
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HansHa hat zum Thema: Re: Was uns verbindet ... geschrieben
Pierre64
aktiver Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Männlich
Anmeldungsdatum: 29.10.2010
Beiträge: 995
Alter: 47
Wohnort: BaWü

BeitragVerfasst am: 16.12.2010, 19:22    Titel: Re: Was uns verbindet ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Hallo Manfred,

ich denke auch das es diese Verbindungen gibt,gebe aber auch HansHa recht,das man dies nicht verallgemeinern kann.Zumindest auf mich trifft einiges von deinen Punkten zu.

Rose schreibt ,das man ab einem gewissen Alter eigenverantwortlich handeln und nicht alles auf seine schlechte Kindheit schieben sollte.Natürlich ist das soweit richtig,nur gibt es Verhaltensmuster,Gefühle,Situationen und eben Schwächen die man nicht so bewußt steuern kann wie man gern möchte.Die ihre Begründung in der Kindheit,durch zum Beispiel Gewalt und Mißbrauch, haben. Gerade solche Menschen verbindet oftmals das Problem von Suchterkrankungen.
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Pierre64 hat zum Thema: Re: Was uns verbindet ... geschrieben
Paddy
neuer Teilnehmer


Geschlecht: Geschlecht:Weiblich
Anmeldungsdatum: 19.12.2006
Beiträge: 391

BeitragVerfasst am: 16.12.2010, 20:21    Titel: Re: Was uns verbindet ... Antworten mit Zitat Beitrag dem Moderator/Admin melden

Ich schließe mich der Meinung von Pierre an, was die Aufarbeitung der Kindheit angeht. wenn da arge probleme waren kann man die ein Leben lang mit sich rumschleppen, auch unbewußt und gerät immer wieder auf falsche Wege.
aber ursachen müssen nicht unbedingt in der Kindheit liegen.

Ich bin auch der Meinung, dass ursächlich der süchtige zu wenig Selbstachtung hat und nicht nach seinen Bedürfnissen lebt. Wer sich maßlos Gift in den Körper kippt, ohne Ende ißt, bleibt wo er leidet, der spürt einfach nicht mehr was gut für einen ist, kennt seine Grenzen nicht mehr und verspürt eine gewisse gleichgültige Haltung darüber. Mir kommt es manchmal sogar so vor, als sei ein gewisser Selbsterhaltungstrieb verloren gegangen. Denn all das was der Süchtige tut ist selbstzerstörerisch. jeder auf seine Weise. So ein Selbsterhaltungstrieb ( nenn ich mal so jetzt) beinhaltet eine gewisse Motivation, Energie, und auch was automatisches für mich. Und irgendwie ist es mindestens zeitweilig verlorengegangen, ausgebremst, auf Eis gelegt.
meienr Meinung nach könnten neben ursachen in der kindheit aber auch falsches denken sein. Ich glaube, dass man sich sozusagen selber falsch "programmieren " kann.
Als Coabhängige ist man aus irgendwelchen gründen ( Erziehung? / Gesellschaft?) der meinung, dass man jemanden Liebe zeigt , indem man sich für ihn aufopfert. Das kann so tief in einem stecken, dass man das einfach tun muß. Man denkt, dass man sosnt kein guter Partner ist, dass man sonst nich tliebt usw. Das ist ja ein Bild, ein Muster, ein programm, was man im Kopf hat. Das hat sich eingeprägt, so dass man danach handelt. Ein gesunder hat andere muster in seinem denken. Ein gesunder mensch setzt sich und sein Wohlbefinden tatsächlich an erste stelle. Er weiß, wann Schulß ist mit Trinken, er hilft anderen, aber nur bis zu einem Punkt, der einem noch gut tut. ich glaube, dass es tatsächlich mit einer anderen Selbstwertgefühl zu tun hat und auch mit einem anderen bewußtsein und Selbstwahrnehmung der eigenen bedürfnisse. Das müssen wir alles erst wieder lernen oder irgendwie normalisieren.
Das Loslösen von dem Suchtmittel ist das eine - das Aufarbeiten der falschen Muster ist das andere. Vielelicht reicht dem einen trocken zu sein. Wer aber nicht Gefahr laufen will auch trocken zu bleiben ohne wieder in diese alten gewohnheiten zu fallen sollte sich schon damit auseinader setzen.
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Paddy hat zum Thema: Re: Was uns verbindet ... geschrieben

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