| Schöne Weihnachten und ein gutes, trockenes, neues Jahr • @Felicitas |
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kossi neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.01.2010 Beiträge: 325 Alter: 48 Wohnort: südlich von münchen
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Verfasst am: 12.12.2010, 22:40 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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Hallo Purzelbaum,
es ist egal was andere über Dich Denken. Du mußt mit Dir selbst klar kommen. Es wird keiner von sich sagen können, ich baue nie einen Rückfall.
Du mußt Dich bestimmt nicht schämen für einen Rückfall, sondern lerne daraus warum er passiert ist. So kannst Du den nächsten verhindern.
Ich bin jetzt 3 Jahre trocken und möchte es am liebsten bis zu meinen Tod bleiben. Ich weis aber nicht ob nicht doch irgendwann einer kommt.
So wird es den meisten ergehen, also schäme Dich nicht.
Liebe Grüße,
Wolfgang |
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| kossi hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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chaosimleben neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.10.2007 Beiträge: 223 Alter: 50
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Verfasst am: 12.12.2010, 23:16 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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Hallo Pruzelbaum,
die Anderen vor mir haben es ja schon geschrieben. Das Schamgefühl ist in den Anfängen immer ziemlich schlimm. Aber du kannst nichts mehr an der Vergangenheit ändern. Mach dir das immer bewußt. Ich frage mich auch heute nach fast 3 Jahren Abstinenz, was ich so alles getan oder gesagt habe in meinem Suff. Aber ich sage mir dann immer wieder, du kannst es nicht mehr rückgängig machen, du kannst nur daran arbeiten das dir das nie wieder passiert. (So Gott und ich wollen )
Aber ich will dir mal erzählen was mir gestern passiert ist. Natürlich habe ich mir als Frau auch immer gesagt das es für uns viel schwerer ist uns zu outen als für die Männer. Eine Frau tut ja so was nicht. Zumindest nicht in unserer Gesellschaft. Dieses Klischee habe ich mittlerweile abgelegt.
Also, ich habe vor ein paar Wochen einen sehr netten Mann kennen gelernt. Wir werden sicher kein Paar werden, aber das tut ja auch nichts zur Sache. Im Laufe des Abends meinte er dann das ich eine ganz Nette sei und hat mich ein bischen umschmeichelt. Darauf meinte ich, wie kannst du das sagen, du kennst mich doch gar nicht. Er darauf: Warst du im Knast oder vertreibst du Drogen? Sicher nicht, oder? Und ich dann wie aus der Pistole geschossen, nein das nicht aber ich bin Alkoholikerin und seit fast drei Jahren trocken.
Er schaute mich nur an und sagte: Ja das kenn ich, ich hatte auch mal ein Problem damit, wäre fast gestorben, die Bauchspeicheldrüse hat nicht mehr mitgemacht. Aber das ist schon 13 Jahre her. Seitdem trinke ich keinen Tropfen mehr.
Ich schreibe dir das weil du mit der Zeit immer mehr trockene Alkoholiker kennen lernen wirst. Ich hab immer das Gefühl, wir ziehen uns irgendwie magisch an, haben wir erst einmal unsere Krankheit akzeptiert. Ich gehe nicht damit hausieren, aber gestern habe ich intuitiv darüber geredet. Und wenn ein neuer Mensch in mein Leben kommt und ich das Gefühl habe er sollte es wissen, dann sage ich es ganz offen. Schließlich wird niemand für eine andere Krankheit wie Krebs oder Diabetes verurteilt. Du wirst sehen, es gibt mehr Menschen die für dich Verständnis aufbringen als du denkst.
Ich wünsch dir noch einen schönen Restsonntag.
LG Chaosimleben |
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| chaosimleben hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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Spes neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2009 Beiträge: 100 Alter: 57 Wohnort: Bayern, trocken seit dem 2.12.2009
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Verfasst am: 13.12.2010, 01:04 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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Also bei mir ist es so, dass ich die Scham nur mir selbst gegenüber wirklich empfinde, bzw empfunden habe. Bin es, glaube ich, jetzt los.
Mir ist in dem ganzen Jahr mit anderen Menschen nichts und niemand begegnet, was mich dazu gebracht hätte, mich über Vergangenes zu schämen.
Die meisten näheren Freunde oder Verwandte sagten ( was ich nicht für ganz ehrlich halte, weil man es mir durch Röte und Aufgedunsenheit definitiv angesehen hat ) : O je, wusste nicht, dass es schon so schlimm war. Aber toll, wie Du jetzt damit umgehst. Auch mein Optiker, Akustiker, die ja viel mit dem Gehirn zu tun haben, alle Ärzte ( vor denen ich immer so viel Angst hatte ) : Nur Anerkennung und Mut Machen.
In Ergänzung zu dem, was Chaosimleben schreibt : viele Menschen sagten zu mir : "Boahh, super, Respekt. Ich trink eigentlich (!!) auch viel zu viel, hab nur nie den Schneid gehabt, es anzugehen. wie hast du das geschafft ?????"
Auch wenn man früher Mist gelabert hat ( oder Schlimmeres ) : gar nicht so wenige Menschen sehen Gott sei Dank, das, was Du heute bist oder tust.
Mein Fazit :
Selbstbewusstsein und Stolz ( nicht Überheblichkeit! ) sind angebracht. Jetzt kommt bestimmt jemand und sagt : Demut - ist auch richtig !
Gute Nacht
Bettina
P.S. Mir ist es übrigens nicht egal, was andere Menschen sagen, finde es sogar sehr interessant, denn es sagt sehr viel über diese selbst aus. |
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| Spes hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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Preha neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 12.08.2010 Beiträge: 189 Alter: 59 Wohnort: Spanien
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Verfasst am: 13.12.2010, 09:58 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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Si, das mit der Demut kommt jetzt von mir
Sollten wir nicht ALLE, wem auch immer dankbar sein? Hätten wir es denn ohne diese Hilfe geschafft?
Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr euch darüber auch einmal ein paar Gedanken macht..
Nein, soll jetzt kein religiöser Thread werden..Es ist halt mein Denken !
Euch noch einen schönen, trockenen Tag!
Eure
Preha |
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| Preha hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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Spes neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2009 Beiträge: 100 Alter: 57 Wohnort: Bayern, trocken seit dem 2.12.2009
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Verfasst am: 13.12.2010, 10:07 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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Gten Morgen Preha,
Stolz und Selbstbewusstsein bezieht sich auf die Haltung gegenüber (näherem und weiterem ) menschlichen Umfeld, Demut und Dankbarkeit gegenüber "wem auch immer", im weitesten Sinne dem Leben selbst und seiner Kraft und Stärke empfinde ich auch.
Bettina |
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| Spes hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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Penta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2010 Beiträge: 3106 Alter: 41
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Verfasst am: 13.12.2010, 11:23 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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Hallo allerseits,
ich wundere mich hier ziemlich oft über allgemeine Thesen, die immer wieder mal so in den Raum geworfen und als gegeben hingestellt werden, obwohl sie wohl jeder Grundlage entbehren.
| hoppegarten hat Folgendes geschrieben: | | Ob andere Menschen deine Krankheit verstehen, was Nicht-Alkoholiker auch niemals können, kann dir doch am Ar... vorbeigehen, oder? |
Sicher ist es sinnvoll, seine Sache zu machen, ohne jemandem etwas recht machen zu wollen.
Nur, wer sagt, dass Nichtalkoholiker die Alk-Krankheit niemals verstehen können?
Da könnte ich dann ja mal pauschal behaupten, dass Alkoholiker sie verstehen.
Dem steht dann schon der folgende Satz konträr gegenüber:
| hoppegarten hat Folgendes geschrieben: | Auch schämen solltest du dich nicht, sondern stolz sein, dass du deine Krankheit, im Gegensatz zu vielen anderen nassen Alkis, erkannt hast und diese bekämpfen möchtest.
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Diesen Kampf hab ich jahrelang geführt und immer wieder verloren. Solange ich diesen Kampf für mich als Lösung meines Suchtproblems sah, hatte ich noch gar nichts von meiner Alkoholkrankheit verstanden.
Erst als ich hier so langsam kapierte, was Kapitulation bedeutet, ergaben sich für mich Wege aus der Abhängigkeit, die mein Leben lebenswert machen können. Natürlich nur, wenn ich mich reflektiere und bei mir bleibe. Da bin ich noch ziemlich am Anfang.
Daraus ergibt sich für mich dann, dass Schamgefühl zwar da, meine Aufgabe heute aber eine ganz andere ist, als die, in der Vergangenheit zu wühlen und Dinge zu wichtig zu nehmen, die ich heute nicht mehr ändern kann.
LG Penta |
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| Penta hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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hoppegarten neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 221 Alter: 30
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Verfasst am: 13.12.2010, 11:47 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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| Penta hat Folgendes geschrieben: |
ich wundere mich hier ziemlich oft über allgemeine Thesen, die immer wieder mal so in den Raum geworfen und als gegeben hingestellt werden, obwohl sie wohl jeder Grundlage entbehren.
Sicher ist es sinnvoll, seine Sache zu machen, ohne jemandem etwas recht machen zu wollen.
Nur, wer sagt, dass Nichtalkoholiker die Alk-Krankheit niemals verstehen können?
Da könnte ich dann ja mal pauschal behaupten, dass Alkoholiker sie verstehen.
Erst als ich hier so langsam kapierte, was Kapitulation bedeutet, ergaben sich für mich Wege aus der Abhängigkeit, die mein Leben lebenswert machen können. |
Sei gegrüßt,
ich bin der Meinung, dass nicht süchtige Menschen die Gefühle und Gedanken eines süchtigen Menschen nicht verstehen können, ganz richtig.
Es ist meiner Meinung nach nicht möglich, einem Menschen, der nicht alkoholkrank ist, zu erklären, was Saufdruck ist, was Alkohol-induzierte Despressionen sind und wie schwer es sein kann, einfach nicht mehr zu trinken.
Es ist vergleichbar mit der Situation, einem von Geburt an blinden Menschen zu erklären, wie sehende Menschen Farben sehen.
Daraus resultierend entstehen ja immer wieder die Aussagen von Nicht-Alkoholikern wie: "Stell dich mal nicht so an, trink einfach weniger", oder "Jetzt übertreibst du ja, mit einem normalen Kater kommt doch jeder klar", oder "Dann trink doch Bier und keinen Schnaps mehr."
Die andere Kritik von deiner Seite verweist auf das Wort "Kampf" bzw. "Bekämpfen" und ist wieder eine reine Frage der Formulierung.
Du liegst damit richtig, dass ein permanentes Kämpfen kontraproduktiv ist, das Annehmen der Krankheit und eine damit einhergehende Kapitulation sind für ein dauerhaftes Trockensein unbedingt nötig.
Für einige trockene Alkoholiker, auch für mich, ist eine gewisse Kampfdefinition aber zusätzlich hilfreich, ein Kampf dahingegehnd zu verstehen, sich immer wieder erneut zu motivieren und am Ball zu bleiben, sozusagen ein lebenlanger Kampf, eine lebenslange Herausforderung.
Daher sollte deine Kritik an meinen angeblichen Pauschalaussagen, die deiner Meinung nach jeglicher Grundlage entbehren, wohl etwas anders aufgefasst werden.
Meiner Meinung nach sind andere Aussagen von ganz speziellen Usern dieses Forums sehr viel gefährlicher, die Alkohol im Haus als problemlos darstellen, Alkohol weiterhin kaufen, Alkohol verschenken, auf dem Weihnachtsmarkt ihren Kakao neben alkoholisierten Glühwein-Genießern zu sich nehmen und die Sucht als nebensächliches Problemchen darstellen, das mal so schnell nebenbei geregelt werden kann.
Gruß |
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| hoppegarten hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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Penta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2010 Beiträge: 3106 Alter: 41
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Verfasst am: 13.12.2010, 12:10 Titel: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? |
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Hallo hoppegarten,
meine Meinung ist vollkommen unwichtig, wenn es um deine Sucht geht.
Genauso ist deine Meinung unwichtig, wenn es um meine Kapitulation geht.
Wie wir hier etwas hindrehen, ist für mich vollkommen unerheblich.
Fakt ist, dass ich diese Kampfdefinition nicht brauche und auch nicht will. Das ist mir zu anstrengend.
Wenn ich mich für etwas schäme, will ich es im Nachhinein ändern, was ja nicht geht. Loslassen ist für mich eine Form der Kapitulation.
Mir ist es wurscht, ob andere Posts hier "gefährlicher" sind. Hier ging es mir jetzt um dieses Thema: Schamgefühl.
LG Penta |
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| Penta hat zum Thema: Re: Wie geht ihr mit dem Schamgefühl um?? geschrieben
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