| Umgang mit dem Sterben • Alkohol und Trennung |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 38
|
Verfasst am: 03.12.2010, 16:37 Titel: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
Hallo,
ein bisschen interessieren mich doch ein paar Dinge die gerade in den letzten Tagen mir in einigen anderen Threads aufgefallen sind.
Ich möchte vorab betonen, daß ich keine Grundsatzdiskussion vom Zaun treten möchte, was richtig oder was falsch ist, was richtig oder falsch sein soll, sondern einfach nur an anderen Sichtweisen, eben euren Sichtweisen interessiert bin.
So ist es für mich so, daß ich aufgehört habe zu Trinken um ein glückliches, erfülltes Leben führen zu können wofür meine Trockenheit die Grundlage ist, jedoch meine Trockenheit als elementares Element zwar nie zu vernachlässigen, jedoch für mich nicht das zentrale Element, nicht mein Lebensinhalt ist, da ich dann meine Sucht zum Zentrum meines Lebens machen würde, so wie ich es getan habe, als ich noch gesoffen habe.
So hat Hartmut bspw. in einem Thread geschrieben:
(bezogen auf die Trockenheit)
| Zitat: | | Steht sie an erster Stelle dann muss sich alles andere unterordnen. |
Das würde im Umkehrschluss aber bedeuten, Trockenheit und damit meine Krankheit zum Lebensinhalt zu machen. Für mich genau das Gegenteil von dem warum Trockenheit für mich überhaupt eine Bedeutung haben kann.
Wenn ich absolut alles meiner Trockenheit unterordne, wo bleibe ich selbst dann? Ich bleibe trocken. Gut. Und dann?
Damit ich dann eben trocken weiter machen kann wie bisher?
Freundschaften, Partnerschaften, Familie zum Beispiel sind Dinge für mich, die elementar an Bedeutung gewinnen, seit ich trocken bin. Nicht um das zu kompensieren, sondern weil ich dort überhaupt erst Dinge erleben kann, die ich im Suff doch alle versäumt habe. Und selbst wenn da Alkohol konsumiert wird, ist mir aufgefallen, daß es in meinem Freundes und Familienkreis doch sehr wenig um das Konsumieren von Alkohol ging oder geht. Das war vor allem mein Problem.
Hoppegarten schrieb dazu etwas, was mir auffiel:
| Zitat: |
- entweder hat mein Partner kein Verständnis für meine Krankheit, was für mich persönlich aber zu einer Partnerschaft gehört, geradezu der Mindestanspruch ist. |
Für mich sind das sehr typische Verhaltensmuster eines Suchtkranken. Die Verantwortung für die eigene Problematik auf den Anderen auslagern, Rücksichtnahme erwarten. Ähnlich wie es der nasse Alkoholiker tut indem er sagt "Hab Dich nicht so, da war ich doch besoffen und kann da nichts für"
Wieder soll der Partner die Verantwortung übernehmen. Doch es ist meine Verantwortung für mich selbst. Hat der Partner tatsächlich ein Alkoholproblem, stellt sich die Frage wohl kaum, denn dann wird es tatsächlich problematisch. Hat er das allerdings nicht ist es die Sache des Partners ob er Rücksicht nehmen möchte oder nicht und es steht mir absolut nicht zu diese Rücksichtnahme zu erwarten oder einzufordern. So sehe ich das.
Ich hab es erlebt, daß seit ich vollkommen offen mit meinem Alkoholismus umgehe und die Verantwortung dafür im vollen Umfang trage und keinerlei Rücksichtnahme von anderen erwarte, diese meißt tatsächlich von allein und ohne mein Zutun von meinem Umfeld erfolgt.
Ich für meinen Teil möchte meiner Sucht nicht so viel Raum in meinem Leben geben, daß sie über mein Leben und das Leben meiner Mitmenschen bestimmen kann. Das habe ich getan als ich noch getrunken habe, ich habe aufgehört zu trinken um genau das nicht mehr tun zu müssen.
Mich würden andere Sichtweisen dazu interessieren. Bitte keine Grundsatzdiskussion was richtig oder falsch sein soll, es geht mir nur um einen gedankenaustauch.
Danke euch
Fröhliche Vorweihnachtszeit
Kaleu |
|
| Nach oben |
|
| Kaleu hat zum Thema: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |
silberkralle sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.12.2009 Beiträge: 4502 Alter: 60 Wohnort: Wilkau-Haßlau
|
Verfasst am: 03.12.2010, 17:02 Titel: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
glück auf kaleu
| Kaleu hat Folgendes geschrieben: | So hat Hartmut bspw. in einem Thread geschrieben:
(bezogen auf die Trockenheit)
| Zitat: | | Steht sie an erster Stelle dann muss sich alles andere unterordnen. |
| da habsch mit hartmut 100% übereinstimmung - ich hab hier schon mehrfach mein motto >> abstinez is nich alles - aber ohne abstinez is alles nischt << geschrieben - is für mich n dogma
auch für dich is die trockenheit grundlage für glück zufriedenheit + erfüllung < also ordnest auch du alles andere unter - was willste ohne grundlage?
matthias |
|
| Nach oben |
|
| silberkralle hat zum Thema: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |
hoppegarten neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 11.07.2009 Beiträge: 221 Alter: 30
|
Verfasst am: 03.12.2010, 17:02 Titel: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
| Kaleu hat Folgendes geschrieben: | ein bisschen interessieren mich doch ein paar Dinge die gerade in den letzten Tagen mir in einigen anderen Threads aufgefallen sind.
Hoppegarten schrieb dazu etwas, was mir auffiel:
| Zitat: |
- entweder hat mein Partner kein Verständnis für meine Krankheit, was für mich persönlich aber zu einer Partnerschaft gehört, geradezu der Mindestanspruch ist. |
Für mich sind das sehr typische Verhaltensmuster eines Suchtkranken. Die Verantwortung für die eigene Problematik auf den Anderen auslagern, Rücksichtnahme erwarten.
Wieder soll der Partner die Verantwortung übernehmen. Doch es ist meine Verantwortung für mich selbst.
Danke euch
|
Meine Sichtweise habe ich ja bereits dargestellt.
Dennoch muss ich deine Deutung meiner Aussagen relativieren. Auch schleicht sich immer mehr das Gefühl in meinen Kopf ein, je öfter ich deine Beiträge lese, dass du dir gerne andere Aussagen so zurecht zimmerst, wie es dir passt, um in der heilen Welt deiner Überzeugung nicht gestört zu werden. Ich kann mich aber auch täuschen.
Ich bin mir vollkommen im Klaren darüber, dass ich alkoholkrank bin und dass kein anderer Mensch auch nur die geringste Schuld bzw. Verantwortung dafür zugesprochen werden kann.
Wenn ich trocken werden und auch bleiben möchte, dann bin ich der Verantwortliche und nur ich kann meine Zukunft selbst lenken, hin in ein trockenes Leben oder zurück in ein nasses Leben.
Dennoch setzte ich ein gewisses Einfühlungsvermögen und Akzeptanz meiner Krankheit in einer Partnerschaft voraus. Das ist nicht mal im Entferntesten ein Abschieben der Verantwortung auf meine Partnerin oder einen anderen Menschen.
Würde meine Partnerin erkranken, würde mir nicht in den Sinn kommen, das auslösende Mittel vor den Augen meiner Partnerin zu konsumieren, welches meine Partnerin krank gemacht hat und ohne Weiteres wieder schädigen könnte.
Ich würde auch niemals das Gefühl entwickeln, dass meine süchtige Partnerin etwas auf mich abschiebt, sondern viel mehr der inneren Überzeugung sein, dass ich vor meiner Partnerin nicht trinken möchte, weil ich meine Partnerin liebe und das Wohl meiner Partnerin ein wichtiger Aspekt meines eigenen Lebens ist.
Würde ich aber fühlen, dass ich mir ein Leben ohne den feierabendlichen Alkohol nicht mehr vorstellen kann, dies auch nicht einschränken kann, obwohl aufgrund meiner süchtigen Partnerin kein Suchtmittel im Haus sein sollte, dann würde ich mir eingestehen müssen, dass auch ich ein Alkoholproblem habe.
Wie gesagt, ein jeder ist für sich selbst verantwortlich und das Abschieben der Schuld auf andere Menschen ist absolut falsch und in der Tat nasses Denken.
Dies hat aber nichts mit dem Trinken von Alk in einer Beziehung zu tun, wenn der Partner Alkoholiker ist.
Wer darüber auch nur ernsthaft nachdenkt bzw. diese grundsätzliche Rücksichtsnahme hinterfragt (obwohl es nicht mal Rücksicht ist, denn dann wäre es ja Verzicht und ein Mensch, der Alkohol nicht braucht, verzichtet ja nicht bei Weglassen des Alkohols), so wie du Kaleu, ist eventuell unsicherer in seiner Überzeugung als er die gesamte Zeit zu vermitteln versucht.
Besten Gruß |
|
| Nach oben |
|
| hoppegarten hat zum Thema: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |
Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 38
|
Verfasst am: 03.12.2010, 17:05 Titel: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
| hoppegarten hat Folgendes geschrieben: |
Wer darüber auch nur ernsthaft nachdenkt bzw. diese grundsätzliche Rücksichtsnahme hinterfragt (obwohl es nicht mal Rücksicht ist, denn dann wäre es ja Verzicht und ein Mensch, der Alkohol nicht braucht, verzichtet ja nicht bei Weglassen des Alkohols), so wie du Kaleu, ist eventuell unsicherer in seiner Überzeugung als er die gesamte Zeit zu vermitteln versucht. |
Das darfst Du gerne von mir denken  |
|
| Nach oben |
|
| Kaleu hat zum Thema: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |
Penta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2010 Beiträge: 3106 Alter: 41
|
Verfasst am: 03.12.2010, 17:10 Titel: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
Hallo Kaleu,
für mich ist meine Trockenheit das zentrale Element für ein zufriedenes Leben.
Ich muss mir keine Theorien zusammen basteln, wie es mir vielleicht früher hätte gehen können oder wie es Menschen geht, die kein Suchtproblem haben.
Ich bin süchtig nach dem Stoff Alkohol. Gebe ich meiner Sucht nach, ist meine Zuifriedenheit lediglich eine kurzfristige Fassade und bald wieder komplett weg.
Sicher ist nicht jeder trockene Alkoholiker zufrieden und bestimmt auch nicht jeder, der nicht süchtig ist.
Jedoch wenn ich von mir ausgehe, kann ich sagen, dass die nasse Penta alles andere als zufrieden war. Und das würde ich gern ganz mutig für andere nasse Alkoholiker verallgemeinern: Nasse Alkoholiker sind schon mal gar nicht zufrieden.
Also ist für mich die Trockenheit sehr wohl die Voraussetzung für meine Zufriedenheit, aber umgekehrt meine Zufriedenheit ein sehr starkes Element für die Erhaltung meiner Trockenheit oder besser: Abstinenz.
Beides bedingt sich gegenseitig.
LG Penta |
|
| Nach oben |
|
| Penta hat zum Thema: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |
Kaleu sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.02.2010 Beiträge: 1024 Alter: 38
|
Verfasst am: 03.12.2010, 17:16 Titel: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
Hallo Penta,
| Penta hat Folgendes geschrieben: |
für mich ist meine Trockenheit das zentrale Element für ein zufriedenes Leben. |
Eine kurze Rückfrage hab ich, tatsächlich das oder ein zentrales Element?
Für Dich selbst natürlich.
Danke & liebe Grüße
Kaleu |
|
| Nach oben |
|
| Kaleu hat zum Thema: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |
Penta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2010 Beiträge: 3106 Alter: 41
|
Verfasst am: 03.12.2010, 17:18 Titel: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
Moin Kaleu,
ausdrücklich DAS.
Ohne Trockenheit
- keine Zufriedenheit,
- keine Gesundheit,
- keine Partnerschaft, die funktionieren kann,
- kein Kontakt zu meinen Kindern, der auf gegenseitigem Respekt und Achtung beruht,
- früher oder später kein Job mehr
- usw.
Lieben Gruß
Penta |
|
| Nach oben |
|
| Penta hat zum Thema: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |
Penta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 19.06.2010 Beiträge: 3106 Alter: 41
|
Verfasst am: 03.12.2010, 17:19 Titel: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft |
|
|
... das alles natürlich nur für mich.
LG Penta |
|
| Nach oben |
|
| Penta hat zum Thema: Re: Alkoholismus, Leben, Partnerschaft geschrieben
|
|
 |