| Vaters Leben in die Hand nehmen? • Tochter eines Alkoholikers und ihre eigene Abhängigkeit |
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bloesch Gast
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Verfasst am: 20.04.2006, 15:10 Titel: meine mutter & die sucht |
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hallöchen, ich bin der neue und brauche gleich mal eure hilfe.
meine mutter (56) ist alkohlikerin und ich möchte sie deswegen motivieren, sich in eine stationäre behandlung zu begeben.
vermutlich trinkt sie schon 10 jahren, rausgekommen ist aber erst richtig vor ~ 2 jahren als sie mit 2,4promille angehalten wurde.
daraufhin hatte sie kaum probleme, zu den A.A. zu gehen und auch zur eheberatung. leider fühlte sie sich sehr unwohl bei den A.A., weil man ihr unterstellte, nur die mpu zu bestehen wollen..was letztendlich auch so war. nach einem jahr war der führerschein wieder da und sie ging nicht mehr hin.
ich denke der grund warum sie trinkt sind hauptsächliche private probleme in der ehe (mein vater will nicht mehr zur eheberatung), meine wenigkeit (28; zu hause wohnend; kein job) und aber auch dinge wie umbauarbeiten am haus und am geschäft meines vaters.
dadurch hat mein vater auch z.Z. extrem wenig zeit und auch tlw "keinen kopf" sich auch noch um die probleme seiner frau kümmern (klingt härter als es ist).
auch ich habe eingige probleme, weswegen es mir in letzter zeit schwerfiel, den "babysitter" für meine mutter zu spielen. aber trotzdem haben wir es eigentlich das letzte jahr gut hinbekommen, meine mutter trocken zu halten.
lange rede kurzer sinn: nun ist es endgültig wieder soweit. wir finden immer wieder in verstecken massenweise leere weinflaschen.
wann sie die trinkt ist mir ein rätsel, denn ich bin fast den ganzen tag zu hause. bin ich mal ne halbe stunde weg, ist sie blau wenn ich wiederkomme. aber auch wenn ich zu hause bleibe... dann trinkt sie halt mal eben um 9uhr ne flasche wein (oder2) und pennt dann 2 tage am stück.
zusätzlich sind wohl auch noch tabletten im spiel (vater apotheker, mutter pharmazeutische angestellte).
mein vater und ich wissen echt nicht weiter, eines tages wird sie sich noch ernsthaft im suff verletzen. zugegebenermassen möchten wir auch wieder "leben"... selbst einfach essen-gehen ist mit ihr nicht mehr möglich, da sie sich nicht den wein verkneifen kann.
freunde lass ich auch schon nicht mehr rein; wer weiss in welchem zustand meine mutter gerade ist.
*danke fürs durchlesen *
wie bekomme ich sie dazu, in die therapie zu gehen?
wenn sie nüchtern ist, ist sie "angeblich" einsichtig. aber sich nach einer klinik umzugucken, tut sie auch nicht.
muss man vorher zum hausarzt, um eine kostenbeteiligung der KK zu bekommen? das würde meine mutter im leben nie machen.
danke für jeden kommentar & hilfe für unsere weitere vorgehensweise. |
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| bloesch hat zum Thema: meine mutter & die sucht geschrieben
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maria44 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.03.2006 Beiträge: 2106 Alter: 48
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Verfasst am: 20.04.2006, 16:02 Titel: Re: meine mutter & die sucht |
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Hallo bloesch,
und Herzlich Willkommen,
eigentlich hast Du Dir schon irgendwie selber geantwortet, Deine Mutter würde das nie im Leben machen. Vieles was Du beschreibst entspricht auch meinem Verhalten, Flaschen verstecken, Tricks wann und wie ich dann getrunken habe damit das keiner sieht kenne ich massenweise.
Wie man das macht mit der Therapie weiß ich nicht aber so lange Deine Mutter es nicht alleine sieht dass sie Hilfe braucht wird auch nichts passieren, ihr könnt mit ihr sprechen und es versuchen ihr klar zu machen dass sie Alkoholikerin ist mehr kann man da glaube ich nicht tun.
Aber lese Dich hier einwenig durch dann kannst Du bestimmt für Dich einiges rausfiltern.
Und Du bekommst noch bestimmt viele Antworten.
Liebe Grüsse
Maria
_______
Achte auf Deine Gedanken! Sie sind der Anfang Deiner Taten.
Chinesische Weisheit |
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| maria44 hat zum Thema: Re: meine mutter & die sucht geschrieben
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schorni67 Gast
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Verfasst am: 20.04.2006, 16:58 Titel: Re: meine mutter & die sucht |
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hallo bloesch,
für angehörige ist es sehr schwierig mit ansehen zu müssen, wie sich der kranke selbst schadet.
leider ist es wirklich so, deine mutter muß von alleine wollen, sonst könnt ihr nichts tun.
redet mit ihr ohne vorwürfe wenn sie nüchtern ist, versucht ihr klar zumachen, wie sehr ihr unter ihrer sucht leidet. sie kann zu einer alkoholberatungsstelle gehen, erst wenn sie sich entschlossen hat etwas gegen ihre sucht zu tun könnt ihr helfen. aber sie muß wollen.
trauriges thema, ist aber leider so.
lg
schorni |
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| schorni67 hat zum Thema: Re: meine mutter & die sucht geschrieben
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schwarzerEngel neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 10.04.2006 Beiträge: 20
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Verfasst am: 20.04.2006, 19:33 Titel: Re: meine mutter & die sucht |
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Hi Bloesch,
ich weiß wie es ist, eine alkoholkranke Mutter zu haben.
Ich bin froh, dass ich am Sonntag wieder weg fahre...dahin wo ich studiere.
Ich halte das hier zu Hause auch nicht mehr aus.
Wir haben sie überredet, am Donnerstag zu einem Arzt zu gehen, ob es was bringt, weiß ich nicht.
Ich merke jedoch immer mehr, wie mein Leben immer weniger lebenswert wird. Dabei bin ich gerade mal 20.
Ich weiß nicht, woher ich die Kraft zum studieren nehmen soll und ich mache mir immer so einen Kopf über das, was hier zu Hause passiert.
Ich kann einfach nicht abschalten und mich auf mein Leben konzentrieren.
Es dreht sich immer nur um meine Mutter, das kotzt mich auch an.
Bei dir scheint es ja nicht anders zu sein, wenn du schon babysitter spielst.
Da kann ich dir gleich sagen, lass es sein.
Sie findet IMMER einen Weg zum Trinken.
Und so gibst du dein Leben erst recht auf, wenn du schon genau weißt, dass du jetzt zu ihr gehst, um sie zu kontrollieren.
Wünsche dir Kraft. |
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| schwarzerEngel hat zum Thema: Re: meine mutter & die sucht geschrieben
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rose1412 Gast
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Verfasst am: 20.04.2006, 19:53 Titel: Re. meine mutter und...... |
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Hallo bloesch,
ich kann Deine Sorge um Deine Mutter "heute" gut nachvollziehen.
Erging es doch meiner Tochter, damals 18 Jahre alt und meinem damaligen Mann genauso. - Sie wollten mir so gerne helfen, haben mich in nüchternen darauf angesprochen und diskutiert. Mein Ex ist damals gemeinsam mit mir zu den AA gegangen. .
Meiner Tochter ging es damals genauso wie Dir, ich war ihr so peinlich, daß sie auch niemanden mehr mit nachhause brachte.-
Flaschen, leere, volle habe ich dutzendweise versteckt im Schlafzimmerschrank, in Abseiten, unter Handtüchern, und immer eine offene, für das schnelle "nachtanken" zwischendurch.
Irgendwann, für meine Familie viel zu spät, war der Leidensdruck bei mir so groß, daß ich für mich selbst beschloß, bis hierhin und nicht weiter. Das war dann aber schon so schlimm, daß ich nichts mehr auf die Reihe bekam.
Was ich damit nur sagen möchte, solange Deine Mutter nicht selbst ihren persönl. Tiefpunkt erreicht und erkannt hat, könnt ihr nichts für sie tun.
Alle gut gemeinten Ratschläge, Hilfsangebote, Unterstützung, was auch immer, wird fehl schlagen, solange sie es nicht selbst will!
Deine Mutter ist 56 Jahre alt und erwachsen. Sie ist selbst für ihr Leben verantwortlich.
Verliere Du, bei den Sorgen um Deine Mutter, nicht Dein eigenes Leben aus dem Auge.
Ich wünsche Dir viel Kraft.
Liebe Grüße, rose1412 |
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| rose1412 hat zum Thema: Re. meine mutter und...... geschrieben
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bloesch Gast
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Verfasst am: 20.04.2006, 20:03 Titel: Re: meine mutter & die sucht |
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danke euch.
ja, ist alles nicht einfach. hoffentlich bekommen mein vater und ich sie die tage soweit. heute habe ich ja schon mit ihr geredet, hoffentlich macht mein vater es auch nochmal in ruhe.
am wichtigsten ist mir eigentlich, dass sie lernt mit ihren "täglichen problemen" umzugehen lernt und nicht immer gleich zur flasche greift.
sowas wird doch hoffentlich auch in einer therapie "bearbeitet", oder?
@schwarzerEngel
wohne (leider? glücklicherweise?) noch zu hause. einerseits will ich am liebsten weg (geht aber ohne arbeit eh nicht), andererseits bin ich irgendwie auch froh, dass ich alles einigermassen im auge habe...
nunja. wir werden sehen, was die tage bringen. ich halte euch auf dem laufenden.
vielen dank erstmal für die worte... darüber reden bzw schreiben können hilft ja schon ein kleinwenig... freunden/bekannten mag ich das ja ungern erzählen, dass muss meine mutter selber tun... vermutlich wissen es aber schon mehr als man denkt.
danke |
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| bloesch hat zum Thema: Re: meine mutter & die sucht geschrieben
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Lily neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 19.03.2006 Beiträge: 31
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Verfasst am: 20.04.2006, 21:53 Titel: Re: meine mutter & die sucht |
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Hallo Bloesch!
Ich habe mir gerade deinen Beitrag durchgelesen und die Antworten darauf. Seit zwei Wochen lese ich fast täglich in dem Forum und irgendwie hilft es mir, dass es noch andere gibt die in derselben Situation stecken wie ich. Meine Mutter ist auch alkoholkrank, war auch vor 6 Jahren schon mal in Therapie, trinkt aber wieder seit ca. 2 Jahren.
Vielleicht hast du ja auch meinen Beitrag ‚Verantwortung für meine Mutter’ gelesen.
Das allerschlimmste für mich ist diese Hilflosigkeit und dass man immer das Gefühl hat, man müsste irgendwie was machen oder dass man halt irgendwas falsch macht. Manchmal überkommen mich diese ‚Schuldgefühle’ obwohl ich weiß, dass sie nicht angebracht sind.
Ich habe von meinem Vater ein 2Familien-Haus geerbt, in das ich in ein paar Monaten mit meinem Freund einziehen werde (ich bin 31). Meine Mutter hat sich das so vorgestellt, dass sie dann auch da wohnt (meine Eltern sind geschieden). Es würde mich kaputt machen. Ich brauche Distanz zu ihr. Ich kann schon ein bisschen verstehen, dass du noch zu Hause wohnst, aber ich denke es würde dir gut tun ein wenig Distanz zu deiner Mutter zu bekommen.
@ Schwarzer Engel: Ich habe deinen Beitrag im Forum verfolgt. Bitte such dir auf jeden Fall Hilfe für dich. Du bist noch jung. Du musst lernen eine Distanz zu deiner Mutter aufzubauen. Ich weiß wie schwierig das ist und es gelingt mir auch nicht immer, aber es wurde besser mit der Zeit. Meine Mutter war damals alleine, ich studierte auch in einer anderen Stadt und kämpfte immer mit meinem schlechten Gewissen. Aber du hast noch dein Leben vor dir, und die Studienzeit ist eine sehr schöne Zeit. Bitte glaub an dich und versuche mal nur an dich und deine Bedürfnisse zu denken.
@rose1412
Was hat dich damals bewegt aufzuhören? Falls die Frage zu intim ist möchte ich mich entschuldigen und erwarte auch keine Antwort. Ich frage mich nur, wie viel meine Mutter noch leiden muss, bzw. was passieren muss, damit sie mal nachdenkt.
Sorry Bloesch dass ich jetzt so viel hier in dein Thema geschrieben habe, aber ich fand die Antworten und die Thematik so interessant.
Liebe Grüße, Lily |
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| Lily hat zum Thema: Re: meine mutter & die sucht geschrieben
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bloesch Gast
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Verfasst am: 20.04.2006, 23:09 Titel: Re: meine mutter & die sucht |
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@ lily schreib nur soviel rein wie du willst; ich freue mich über jeden gedankengang
@rose den persönlichen tiefpunkt hat meine mutter meiner meinung nach längst erreicht.
ist mein vater wie z.B. letztes jahr im urlaub, kennt sie keine grenzen mehr. es ist alles *** *sorry*. ich weiss nicht, ob sie sich nicht mehr an die abende erinnern kann, wo ich sie auf dem boden liegend, nackt, von oben bis unten bepinkelt ins bett gebracht habe, oder ob sie sich nicht erinnern will... was soll noch passieren? irgendwann wird sie *meiner meinung nach* wieder in diesem zustand autofahren... das kann ich nicht zulassen.
zudem sind wir alle so eingeschränkt - sicherlich gehts hier hauptsächlich um die gesundheit meiner mutter - aber leben kann man so auch nicht vernünftig.
man kann nicht mehr in den urlaub, weder allein noch mit der mutter; man kann nicht mehr essen gehen; man kann sich nicht mehr ausreichend um "alltagsdinge" kümmern, und bei uns steht zur zeit eine menge an. quasi steht finanziell alles auf der schale, was mein vater die letzten 35 jahre erarbeitet an.
klingt vielleicht immer wieder so, als ginge es um mein wohlbefinden, aber dem ist nicht so. mir gehts besser, wenn es meiner mutter besser geht.
auch wenn respekt, ansehen und verständnis mehr und mehr abnehmen, leider. |
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| bloesch hat zum Thema: Re: meine mutter & die sucht geschrieben
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