Tom neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 17.04.2006 Beiträge: 1
|
Verfasst am: 17.04.2006, 21:44 Titel: Suchtgefährdet |
|
|
Weiss gar nicht, wie ich anfangen soll. Probiers einfach mal. Fürchte wird länger.
Ende September habe ich meine Verlobte verloren. Riesenproblem für mich, ich habe sie in der gemeinsamen Wohnung tot in der Badewanne aufgefunden - Unfall.
In der Folgezeit konnte ich nicht mehr schlafen bzw. sobald ich es versucht habe, immer wieder das Bild im Kopf, bin konzentrationsschwach, habe Heulkrämpfe etc.
Auf Anraten! meines Hausarztes sollte ich abends zwei Weißbier trinken, mit dem Effekt, dass ich danach tatsächlich etwas besser schlafen konnte. Gleichzeitig Verweis auf Psychiater. Leider hatte Psychiater erst 3 Wochen später Zeit, so dass ich bis dahin die Zeit zu überbrücken hatte.
Nachdem nach ca. 1 Woche die zwei Bier zum Schlafen nicht mehr gelangt haben, nochmal zum Hausarzt - Psychopharmaka, mit Hinweis ohne Alkohol. Soweit so gut. War kein Problem.
Da das eingesetzte Medikament aber selbst abhängig macht, wurde mir dann bei Besuch Psychiater anderes Antidepressivum verordnet, welches dämpfend wirkt.
Hat mich aber so aus der Bahn geworfen, dass ich möglichst schnell auf ein anderes Medikament umsteigen wollte, um Konzentrationsfähigkeit wieder zu erlangen, um möglichst schnell auch wieder zu arbeiten.
Das passierte dann auch, mit der Folge, wieder schlechterer Schlaf bzw. keiner mehr. Immer noch nicht wahnsinnig Probleme.
Nachdem mich dann meine vermeintlichen Schwiegereltern von der Beerdigung ausgeladen haben (die Zeitspanne rührt daher: Obduktion, Verhöre - man prüft auch immer Fremdtötung; sehr hilfreich zur Trauerarbeit -, und Überführung - meine Verlobte war nicht gebürtige Deutsche), ging dann gar nichts mehr. Bin gefrustet in die Kneipe gegangen, hab 2-3 Bier getrunken, nach Haus, ins Bett, halbwegs geschlafen, morgens um 9 raus, ca. 18 Uhr Kneipe, 2-3 Bier, nach Haus etc.
Das ging ca. von Nov.-Jan.. Danach "normal", lediglich am WE zum Fußball am Samstag mal 3-4 Bier (kann auch mal ein 5tes beigewesen sein), in der Woche gar nichts. Früher hab ich regelmäßig unregelmäßig, so alle 2-3 Wochen am Samstag mit Freunden zum Fußball die gleiche Menge getrunken, ansonsten nichts, manchmal aber auch zu diesen Treffen nur Kaffee und Kuchen. Hab auch nie Alkohol im Haus, auch noch nie gehabt.
Trotz alledem waren jetzt (vor 5 Wochen), die Leberwerte (welche weiß ich nicht einmal) leicht erhöht und meine Ärztin sprach zumindest von "suchtgefährdet".
Hab mir dabei nicht viel gedacht und das sonst unregelmäßige samstägliche Trinken fortgeführt. Letzte Woche dann die Ernüchterung (am Dienstag), die Leberwerte seien deutlich zu hoch und würden auf einen längeren Mißbrauch hindeuten. Dennoch weiterhin nur als suchtgefährdet und ich solle jetzt auf Null reduzieren.
Ist auch kein Problem für mich, seit Dienstag no Alk - trotz Fußball-schauen -, aber verwundert hat mich das schon.
Meine Psychologin - habe seit Donnerstag wegen der noch anhaltenden Trauersymptomatik - sagt mir, ich solle mir keine Gedanken machen, das Trauma der Nichtteilnahme an der Beerdigung, sei zunächst für mich das vordringliche Problem.
Mache wegen der eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit, aber auch weil mich alles in der Wohnung (bin sogar umgezogen, aber es gibt zu viel Gemeinsames) an sie erinnert und ich am liebsten schreiend rauslaufen würde, eine Wiedereingliederung.
Was bedeutet im Zusammenhang die Aussage der Psychaterin "suchtgefährdet" und die unterschiedlichen Leberwerte (waren früher übrigens immer in Ordnung, also nie ein Thema, deswegen kenn ich mich damit auch nicht aus) innerhalb der doch relativ kurzen Zeit?
Gruß
Tom |
|
Blueeye neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 14.12.2005 Beiträge: 52
|
Verfasst am: 20.04.2006, 20:33 Titel: Re: Suchtgefährdet |
|
|
H Tom!
Ich eigentlich melde ich mich in diesem Forum hier nur selten zu Wort.
Was einem die Ärtzte so alles mal eben verschreiben O_o
Du solltest deinen Hausartzt vielleicht mal wechseln.
Was war denn jetzt deine Frage ? Ob du suchtgefährdet bist ?
Wahrscheinlich nur wenn du denkst Alkohol würde deine Trauer um deine Verlobte verringern (Was er nicht tut).
Nicht jeder Körper verträgt es sich jeden Abend zu besaufen, kann gut möglich sein, das du mehr getrunken hast als du denkst, oder das dein Körper nicht so viel von dem Gift verträgt wie andere Leute und das du daher solche auffälligen Leberwerte hast. |
|
chrissyta sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 23.03.2005 Beiträge: 1053 Wohnort: BW
|
Verfasst am: 21.04.2006, 15:15 Titel: Re: Suchtgefährdet |
|
|
hallo tom,
dein problem ist glaube ich nicht der alkohol direkt, dein problem ist der tod deiner verlobten sowie die umstände mit denen du nicht fertig wirst. dieses solltest du versuchen zu verarbeiten und zwar in einer verhaltenstherapie, diese muss nicht bei einem psychater sein, hierzu gibt es ausgebildete therapeuten.
was der arzt dir riet, zwei bier am abend, dieses ist mir unverständlich, denn alkohol ist kein probelmlöser auch nicht zum schlafen.
ein beruhigungsmittel darf man schon mal einsetzen, wenn man es nicht über längere zeit nimmt macht es auch nicht abhängig. auch hier scheint dein arzt sich nicht auszukennen.
das du umgezogen bist war sehr richtig. ich würde dir raten einmal einen anderen arzt aufzusuchen und mit ihm über die möglichkeit einer VT zu sprechen. du kannst einige therapeuten ausprobieren, um den therapeuten deines vertrauens zu finden. hier solltest du bei deiner verarbeitung erstmal ansetzen, denn ich glaube nicht, dass du schon abhängig bist. setzt du aber den alkohol weiterhin ein, um evtl. vergessen oder schlaf zu finden, dann läufst du gefahr irgendwann ein problem zu bekommen.
die leberwerte würde ich jetzt mal nicht so hoch bewerten, es sind sicher die GT-werte und diese sagen noch nicht aus ob jemand abhängig , gefährdet usw. ist. sicher hast du in deinem momentanen zustand auch wenig gegessen und dann bier getrunken und schon ist der GT-wert nicht mehr im normalen bereich, er geht schnell hoch und auch wieder schnell runter.
lg
chrissyta |
|