| schon alkoholsüchtig? • machtlos |
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Snoozel neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.11.2010 Beiträge: 3 Alter: 30
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Verfasst am: 07.11.2010, 19:24 Titel: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. |
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Wie erzähle ich euch jetzt die Geschichte kurz und knapp ohne das ihr gelangweilt seit Also es geht in diesem Fall um meinen Onkel der schon lange ein Alkoholproblem hatte. Es hat niemand erkannt oder wie ich es immer sage nicht wahr haben wollte. Nach dem er von seiner Frau wegen eines jüngeren Mannes verlassen der größte Teil meiner Familie sich von ihm abgewendet hat und er immer mehr dem Alkohol verfallen ist fing das Unglück an.
Ich muss dazu erwähnen das uns schon voher so etwa 1 Jahr vor dem Unfall aufgefallen ist das er im Vollrausch (Geburtstagsfeiern und andere Gelegenheiten) starke motorische Ausfälle hatte. Er viel ohne irgenwelche Abwehrreagtionen um, tanzte zu Liedern völlig ohne Rhytmus und nahm im allgemeinen seine Umgebung gar nicht mehr war. Viele viele Gespräche und Ermahnungen folgten seitens der Familie. Der Führerschein wurde ihm im abgenommen und der Chef der Firma bei die er 10 Jahre zuverlässig gearbeitet hatte gab ihm eine letzte Chance. Entziehungskur oder Job weg. Mein Onkel hatte sich zu dem Zeitpunkt schon aufgegeben und entschied sich für den Alkohol.
Das traurige Ende von der Geschichte ist das meine Mutter mich eines Nachts angerufen hat um mir mitzuteilen das mein Onkel nach einem Sturz mit Hirnbluten im Krankenhaus läge und keiner weiss ob er das überlebe. Er hat es überlebt allerdings mit fatalen Schädigungen seines Verstandes.
Der Arzt erklärte uns das er den Unfall nur Überleben konnte weil sein Hirn durch den Alkohol schon so geschrumpft sei.(3 Tage hat es gedauert bis meine Mutter ihn erreicht hat) Welche Schäden er durch die Blutung davongetragen hatte konnten wir dort noch nicht ahnen. Mein Onkel wurde wach und wusste nichts mehr . Weder wer er, wer wir, was passiert oder wo er ist. Einfach alles weg.
Nach ein paar Tagen, Wochen, Monaten sind nach und nach Bruchstücke seiner Erinnerung wiedergekommen. Alleine leben konnte er von dem Zeitpunkt an nicht mehr. Denn alltägliche Dinge wie Uhr lesen, Datum oder Wochentag bestimmen, kochen, einkaufen waren unmöglich.
Endstation Altenheim aktuelle Situiation und Fragen meinerseits: Mein Onkel lebt seid etwa 2 Jahren in einem Altenheim mit 47
Seine Erinnerung von früher ist größtenteils noch vorhanden. Das Problem ist aber es wird immer immer schlimmer. Er weigert sich Medikamente zu nehmen. Isst kaum noch etwas (Joghurt Cola und Chips in kleinen Mengen) reichen ihm sagt er immer. Die gesammte Körperpflege verweigert er. Schlimm daran ist das seine Zähne und sein Hautleiden (Schuppenpflechte) ganz schlimm aussehen. Er wiederholt nur noch die selben Geschichten. Meine Mutter ruft er mindestens 3-10 mal am Tag/Nacht an um ihr zu erzählen das er 2 Führerscheine besitzt oder die Cola bei [b]edit - bitte keine Firmennamen, danke - eidt[/b] sooo billig ist und 39 Cent kostet.
Sie ist im überingen die einzigste die einen engen Kontakt zu ihm hält auch nur sie alleine kann ihn dazu bringen zu duschen oder zu essen. Ab und zu holt sie ihn zu sich übers Wochenende nach Hause aber nach 48 Stunden NON- STOP immer und immer wieder die selben 2-3 Geschichten ist ende.
Was jetzt meine Fragen an euch sind.
Meine Mutter berichtet mir alle 2-3 monate von einer Verschlechterung seines Zustandes. Er vergisst immer mehr. Erkennen kann er mittlerweile nur noch meine Mutter und Ihr Mann. Seine Tochter von der er ein Bild im Zimmer stehen hat kennt er nicht mehr. Wenn er gefragt wird sagt er das ist doch die ähhhhhhh deine Schwester. Dann sagt meine Mutter nein Gabi ist unsere Schwester das ist deine Tochter. Ach das ist meine Tochter!!! Ach ja die mit den 2 Kindern. 5 Minuten später weiss er das nicht mehr.
Es war aber am Anfang nicht so das weiss ich genau, denn auch ich halte wenn auch nicht so häufig Kontakt zu ihm. Sie kämpft seid über 1 Jahr um einen Platz in einer betreuten WG für Menschen mit geistige Behinderungen mit Hoffnung auf Besserung. Bis heute morgen war sie fest der Überzeugung das es an der mangelden Fürsorge der Pfleger liegt . Aber sie sagte so lapidar ich glaube dein Onkel hat Alzheimer. Es wird immer schlimmer ich habe ihm Vorgestern die Fingernägel geschnitten und 10 Minuten später behauptet er steif und fest er hätte sich die gestern abgefeilt. Nu ja ich bin des Internets mächtig 2 Minuten gegoogelt und Korsakow-Syndrom .
Kann es sein das mein Onkel betroffen ist? Zu welchem Arzt müssen wir gehen? Was bedeutet das in der Zukunft? Und vor allem wie erkennen wir das ? Ach so er ist teilweise verbal sehr aggressiv seine Lieblingssätze Die können mich am A.... lecken. Und Verp.... die du dumme Sa...
Enschuldigt für den langen Beitrag aber wie soll ich sowas kürzer beschreiben . An alle die sich die Mühe gemacht haben : ich bin dankbar für jede Antwort und jeden Tipp.
MfG Snoozel |
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| Snoozel hat zum Thema: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. geschrieben
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dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
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Verfasst am: 07.11.2010, 19:30 Titel: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. |
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Aus meiner Erfahrung heraus im Pflegeheim würde ich befürchten "ja, Korsakow" und Neurologe, aber Heilung neeee. Wäre es "nur" Alzheimer, so kann mit Medis entgegengewirkt werden, beim Alk ist ja schon durch den Alk das Hirnkastl geschrumpft.
Auch wenn es noch so hart klingt, den früheren Menschen, den ihr kanntet, denn wird es höchstens minutenlang geben.....
Die Vernachlässigungen ect. werden sich auch kaum bessern (so meine Erfahrungen) was früher schon nicht gelang, wie soll das nun funktionieren.
So leid es mir tut, ich hätte Dir gerne anderes gesagt, aber ich würde Dich einfach nur bitten auf Dich zu achten und darauf, dass Dein Umfeld nicht als hilfloser Helfer selber unter die Räder kommt.
Lieben Gruß von Dagmar |
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| dagmar007 hat zum Thema: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. geschrieben
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n i c i sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2010 Beiträge: 2287 Alter: 46
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Verfasst am: 08.11.2010, 08:53 Titel: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. |
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Liebe Snoozel,
wie Dagmar schon sagte, den Menschen, den Ihr mal kanntet wird es wahrscheinlich nicht mehr geben.
Wichtig war für mich zu sagen, dass Ihr Euch eine Distanz aufbaut, wenn Du so willst: ein dickes Fell.
Weil sonst kann man ( ganz besonders Deine Mutter ) daran kaputt gehen.
Ich kenn leider das aus eigener Erfahrung. Ein sich immer wieder Hoffnung machen, und dann zu sehen, eigentlich kann man nur am Verfall teilhaben.
Meine SchwiVater hat eine alkoholbedingte ca. 30 jährige Heimgeschichte hin sich.
Wir hatten die Gesundheitsfürsorge und mussten leider feststellen, dass trotz dem richtl. Beschluss kaum Einfluss nehmen konnten.
Unabhängig von der Diagnose, wir sind hier keine Ärzte, haben wir feststellen müssen, dass es für z.B. eine Heimplatzsuche kaum eine Rolle spielt, welche Art von psych. Erkrankung vorliegt.
In unserem Fall suchten wir eine geronto-psy. Abteilung, und unter vorgehaltener Hand wurde uns gesagt, dass so viel Auswahl besteht, dass sich die Heime die "angenehmeren" Heimbewohner aussuchen können.
In unserem Fall, war zwar nicht agrressiv, aber halt laut.
Wichtig ist, sich in diesem Fall nicht zu einer Heimplatzkündigung drängen zu lassen (wurde gern gemacht) bevor ein Ersatzplatz gefunden wurde.
Liebe Snoozel, leg bitte Deiner Mutter nah, sich da ein wenig raus zu nehmen, sich vielleicht selber Hilfe zu suchen, um mit einem gesunden Abstand die kommenden Jahre gut zu überstehn.
Liebe Grüße und viel Stärke für Dich und Deine Familie,
nici |
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| n i c i hat zum Thema: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. geschrieben
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Snoozel neuer Teilnehmer
Anmeldungsdatum: 07.11.2010 Beiträge: 3 Alter: 30
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Verfasst am: 11.11.2010, 23:41 Titel: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. |
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So als erstes ganz ganz lieben Dank für eure Beitrage. Auch von meiner Mutter die gespannt eure Antworten gelesen hat. Selbst hat sie nicht die Möglichkeit sich in solchen Foren anzumelden da ihr der ganze Anmeldeprozess, E-mail Aktivierung, Beitragserstellung usw ein graus wäre. Deshalb bin ich jetzt mal ihr Sprachrohr . Sie hat direkt einen Tag nach euren Antworten im Krankenhaus angerufen, meinen Onkel abgeholt, ihm bei unserem Hausarzt vorgestellt und sich eine Einweisung für die Neurologie ausstellen lassen. Denn auch die Schwestern im Krankenhaus in dem er damals operiert wurde, meinten das sein Verhalten sehr auffällig und beunruhigend sei und das es so schnell wie möglich abgeklärt werden muss. Warscheinlich wird nächste Woche schon ein Bett auf der Station frei so das wir ihn dann untersuchen lassen können. Nochmals vielen Dank ich werde mich wieder melden sobald ich mehr weiss.
LG Snoozel |
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| Snoozel hat zum Thema: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. geschrieben
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n i c i sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2010 Beiträge: 2287 Alter: 46
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Verfasst am: 11.11.2010, 23:52 Titel: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. |
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Liebe Snoozel und Mama,
ich hoffe das Er nach klärender Diagnose den richtigen Platz findet.
Gut Unterstützung mit ins Boot zu holen.
Sehr wichtig, nicht alles auf die eigene Schulter zu tragen.
Wie bereits gesagt, ganz wichtig, sich da auch ein bisschen rausnehmen können, um selber Kräfte zu sammeln.
Sonst ist iwann mal keinem geholfen.
Gute Zeit,
nici |
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| n i c i hat zum Thema: Re: Traurige Folgeschäden und hilflosigkeit der Angehörigen. geschrieben
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