| schuldfrage... • trinkender Sohn |
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Mama52 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2010 Beiträge: 11
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Verfasst am: 04.11.2010, 21:48 Titel: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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Ich werde mich bemühen, so zu schreiben, dass meine Tochter oder ich über diesen Beitrag nicht erkannt werden können. Wahrscheinlich werde ich auch in den geschlossenen Forenbereich gehen - aber erst mal versuche ich es so.
Meine Tochter ist Alkoholkrank und hat starke Depressionen. Nun weiß ich seit ein paar Wochen 100%ig, dass meine Tochter Alkoholikerin ist - sie es selbst zugegeben. „Ich bin Alkoholikerin!“ hat sie gesagt. Ihr Problem sei der permanente Geldmangel und ihre Einsamkeit gewesen. Aber es kommt noch mehr dazu - sie hat einen schweren Schicksalsschlag nicht verkraftet. Ich verstehe alles - nur das mit der Einsamkeit nicht. Wir hatten viel Kontakt zueinander und ich hatte zu ihr ein sehr gutes Verhältnis… meine ich zumindest. Und Freunde hat sie auch…
Ich habe sie einmal betrunken gesehen in einer Nacht, in der was schlimmes vorgefallen war. Ich habe auch anschließend nachgefragt, ob sie das öfter macht. „Aber nein, natürlich nicht - das war jetzt nur eine Ausnahme!“ Und auch später habe ich nie die Wahrheit gewusst, wie es in Wirklichkeit um sie steht... ich hatte zwar immer wieder eine Ahnung oder eine Befürchtung, aber sie hat es geschickt verstanden, mich immer wieder zu beruhigen. Ich habe sie seit dieser Nacht nie mehr Alkohol trinken sehen und sie auch nie mehr betrunken gesehen. Ich habe auch keinen Alkohol bei ihr gefunden… als ich mal heimlich ihre Schränke durchsucht hatte. (Sie lebt in einer eigenen Wohnung) Ich hatte noch niemals in meinem Leben mit einem Alkoholiker zu tun. Ich habe deshalb sicher auch die Symptome nicht gesehen, die ein „Erfahrener“ bestimmt richtig erkannt hätte, sondern hauptsächlich nur ihre Depressionen gesehen.
Momentan ist sie im Krankenhaus zur Entgiftung - ich hoffe, sie hat es wirklich freiwillig gemacht und nicht nur mir zuliebe. In ein paar Wochen soll sie in dieselbe Klinik zur Therapie - was sie aber im Moment noch ablehnt aus Angst, ihren Job zu verlieren. Ich habe richtig panische Angst! Angst, dass sie irgendwann zugrunde geht. Denn ich weiß ja, dass ein Alkoholentzug und ein Klinikaufenthalt über mehrere Wochen nicht alles ist, um wirklich gesund zu werden. Sie muss auch danach hart an sich arbeiten, damit sie nicht wieder rückfällig wird. Ich denke, das ist ein ganz, ganz schwerer Weg - den ich aber mit ihr gehen würde.
Meine Gefühle sind derzeit ein Gemisch aus Hoffnung, dass sie eine Therapie um ihrer selbst willen macht und es schafft, gesund zu werden; aus Angst, sie zu verlieren; aus Wut darüber, dass sie es hat so weit kommen lassen und dass sie überhaupt mit Saufen angefangen hat und auch Wut auf mich, weil ich auch noch offene Rechnungen für sie beglichen habe; (Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich es nämlich nicht getan) und aus Schuldgefühlen, weil ich die Wahrheit nicht früher erkannt habe und dass ich mich von ihr an der Nase habe herumführen lassen.
Schlimm für mich ist auch, dass ich gar nicht weiß, wie ich mich ihr gegenüber richtig verhalten soll. Ich habe jetzt schon ein paar mal gelesen und auch gehört, dass man nicht auf „Streichelkurs“ gehen soll, sondern klipp und klare Ansagen machen soll, dass man sich zurückzieht und keine Hilfe mehr leisten soll, wenn sich der Alkoholkranke nicht ernsthaft helfen lässt. Es ist aber unheimlich schwer, als Mutter so zu reagieren. Wie seht ihr das? Ist das wirklich so? Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ich erst mal diesbezüglich eine Hilfestellung von euch bekommen würde.
Auf eure Postings antworten kann ich leider erst am Dienstag, weil ich ab morgen bis Montag Abend nicht zu Hause bin. Aber vielleicht heute abend noch lesen…
Liebe Grüße Lena |
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| Mama52 hat zum Thema: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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Spanijoggel Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.02.2008 Beiträge: 8589 Alter: 70 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 05.11.2010, 10:07 Titel: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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Liebe Lena!
Willkommen im Forum! Gut,dass Du es gefunden hast.
Ja,und im geschlossenen Bereich wirst Du dann auch offenener schreiben können.
Grundsätzlich kann ich nur sagen: Der Alkoholiker muss selber und für sich selber trocken werden. Du siehst es richtig wenn Du sagst,dass das eine strenge Zeit sein wird trocken zu bleiben
Ich als Alkoholikerin habe das jetzt klar begriffen.
Es ist eine lebenslange Arbeit.Es fordert eine totale Wahrheit und Ehrlichkeit mir selber gegenüber.
Wie Du ihr helfen kannst? Ich denke,wenn Du Distanz zu ihr hälst.Wenn Du,so wie Du es geschildert hast,ihr finanziell nicht unter die Arme greifst.
Helfen kannst Du ihr nicht,sie muss es selber fertig bringen.
Das ist recht schwer für Dich.Gut dass sie jetzt in der Klinik ist,so kannst Du Dich besser orientieren und erfahren wie Du mit Deiner Tochter umgehen sollst.
Das sind so meine Gedanken zu dem was Du geschrieben hast
Herzliche Grüsse
Yvonne |
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| Spanijoggel hat zum Thema: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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dorothea Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 26.08.2006 Beiträge: 7472 Alter: 48 Wohnort: Salzgitter
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Verfasst am: 05.11.2010, 13:04 Titel: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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hallo lena
wenn deine tochter ernsthaft aus der sucht raus will dann solltest du schon für sie da sein. nicht in der form ihre schulden zu bezahlen, das muß sie selbst in den griff kriegen, evtl ein darlehen geben um schlimmeres abzuwenden aber nichts schenken. wichtig ist auch das sie ihre einsamkeit in den griff bekommt. man kann sich auch einsam fühlen wenn man von vielen menschen umgeben ist, wenn zb ein partner fehlt. da kommen meist sehr viele dinge zusammen die man als unüberwindbaren berg empfindet. mit therapeutischer hilfe kann man das aber überwinden, wenn sie anfängt diesen berg abzutragen dann besteht hoffnung, ansonsten kannst du nichts tun. wenn sie wieder trinkt sind dir die hände gebunden.
doro |
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| dorothea hat zum Thema: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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Dodo neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.11.2010 Beiträge: 21 Alter: 56 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 08.11.2010, 13:32 Titel: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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Hallo Lena,
schön, dass Du den Weg hierher gefunden hast
Deine Tochter hat einen Anfang gemacht, egal aus welcher Motivation heraus. Das ist doch schon mal positiv. Und vielleicht schaffen es die Ärzte, sie zu einer Therapie zu bewegen.
Was ich ganz wichtig finde ist, dass Du dafür sorgst, dass es Dir gut geht.
Auch wenn der Weg schwer wird, der vor Euch liegt.
Mir geht es schlecht, weil es Dir schlecht geht. Diese Signale erzeugen beim Alkoholiker ein schlechtes Gewissen, dass ihn wieder zurückwerfen kann oder Trotz hervoruft.
Das sind meine Erfahrungen im Umgang mit Alkoholikern.
Für mich hat mein Wohlbefinden oberste Priorität. Erst dann kann ich ein Begleiter sein. Aber das habe ich alles erst mühsam lernen müssen.
Ich wünsche Dir ganz viel Kraft, auch die Kraft loszulasen, wenn es notwendig ist.
Liebe Grüße, Doris |
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| Dodo hat zum Thema: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14432 Alter: 46
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Verfasst am: 08.11.2010, 20:00 Titel: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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Hallo Lena,
wie geht es dir denn inzwischen?
Lieber Gruß, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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Mama52 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2010 Beiträge: 11
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Verfasst am: 08.11.2010, 21:23 Titel: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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Hallo ihr Lieben,
ich war jetzt vier Tage weg und habe erst jetzt eure Antworten gelesen. Ich danke euch vielmals dafür! Ich bin überzeugt, dass ich von euch die richtige Hilfestellung bekomme und freue mich sehr, dieses Forum gefunden zu haben.
Also nun sieht es so aus: Wir sind heute Abend von einem viertägigen Wochenendurlaub zurück gekommen. Das erste was ich erfahren habe, war, dass meine Tochter schon am Samstag aus dieser Klinik entlassen wurde. Da dachte ich doch schon gleich, dass da etwas nicht stimmt. Ich habe sie daraufhin angerufen und sie war sehr komisch am Telefon - irgendwie neben der Kappe und total wortkarg. Ich hatte den Eindruck, sie hat wieder getrunken und ich fragte sie auch danach und sie sagte nein. Ich fragte sie, warum sie schon am Samstag entlassen wurde und sie antwortete: "Die dachten, es geht mir gut, aber mir geht es nicht gut." Ich sagte: "Du warst doch auf Alkoholentzug - da kann man dich doch nicht mittendrin entlassen!" Sie sagte: "Ich war nicht auf Alkoholentzug, den habe ich doch schon vorher gemacht!" So - sie hat mich angelogen... schlichtweg angelogen!! Sie war nur im Krankenhaus, weil es ihr psychisch so schlecht ging - aber nicht, um eine Entgiftung zu machen.
Im Moment weiß ich nicht, wie es weiter geht. Ich konnte mit ihr am Telefon nicht richtig reden - sie war wie abwesend und gar nicht richtig da. Da habe ich gesagt: "Wenn du morgen klarer im Kopf bist, dann kannst du mich ja noch mal anrufen und wir können reden."
Es ist schrecklich - wirklich schrecklich! Ich habe das Gefühl, es kommt eine ganz schlimme Zeit auf mich zu. Während unserem Kurzurlaub habe ich versucht, ein bisschen Abstand zu gewinnen - was mir auch teilweise gelungen ist. Trotzdem hatte ich immer wieder meine Tochter im Kopf - wie es nun weiter geht, ob alles wieder gut wird oder ob das alles im Chaos endet. Und vor allem frage ich mich immer wieder, was ich tun kann um ihr zu helfen. Im Grunde weiß ich aber... oder ich ahne es eher, dass ich nichts tun kann, dass es ihre Entscheidung ist, was sie aus ihrem Leben macht. Aber es ist so schlimm, da zugucken zu müssen - sie ist doch mein Kind! Nun bin ich am weinen...
Liebe Grüße Lena |
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| Mama52 hat zum Thema: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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Dodo neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.11.2010 Beiträge: 21 Alter: 56 Wohnort: Hessen
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Verfasst am: 08.11.2010, 22:28 Titel: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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Hallo Lena,
fühl Dich mal gedrückt. Ich kann Deine Gefühle sehr gut verstehen.
Ich mußte jahrelang mit ansehen, wie meine Tochter sich zugrunde richtet.
Jeder Versuch der Einmischung hat nur weitere Entfremdung zur Folge gehabt, und sie hat sich gezwungen gesehen zu lügen.
Ich bin jetzt zu müde um noch mehr zu schreiben, werde ins Bett gehen und den Alltag mit einem guten Buch ausblenden.
Alles Liebe, Doris |
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| Dodo hat zum Thema: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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Mama52 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.11.2010 Beiträge: 11
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Verfasst am: 10.11.2010, 21:42 Titel: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin |
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Hallo Doris,
danke für deine virtuelle Umarmung! Ich kann mir gut vorstellen, wie schlimm es für dich ist, dass sich deine Tochter von dir so entfremdet hat. Vor allem dann, wenn man immer eine herzliche Beziehung zueinander gehabt hat. Lass`dich auch mal feste drücken! Wie geht es deiner Tochter heute? Hast du wieder mit ihr Kontakt?
Ich habe heute mit meiner Tochter telefoniert. Sie ist jetzt für ein paar Wochen krank geschrieben. Sie sagte mir heute, ich bräuchte mir keine Sorgen machen, sie ginge Mitte Dezember in diese Klinik - sie hätte es selbst erkannt, dass es so nicht mehr weiter geht. Ich hoffe, sie meint es ehrlich... Für mich wäre es das allerschönste Weihnachtsgeschenk, das sie mir machen könnte!
Liebe Grüße Lena |
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| Mama52 hat zum Thema: Re: Meine Tochter ist Alkoholikerin geschrieben
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