| ..und wieder ein Neuzugang • Ich lieb ihn doch... |
|
|
| Autor |
Nachricht |
|
|
n i c i sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 24.03.2010 Beiträge: 2287 Alter: 46
|
Verfasst am: 30.10.2010, 11:56 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
| Zitat: | | Also nicht aus zweiter Hand , sondern mit gesunden Egoismus. |
schön. Da will ich auch hin. Aber ich glaube von einem gesunden Egoismus bin ich noch ne Meile entfernt, aber ich nähere mich.
| Zitat: | | Ich habe es nur nicht soweit kommen lassen. Ich habe das gemacht, was ich hier auch oft propagiere. |
Tja, das hätte ich schon früher hören müssen. Aber Du hast es vielleicht nicht so weit kommen lassen, weil Du Dich bereits im Kampf befunden hast.
Das hab ich nicht. Aus vermeintlich sicherem Boden hab ich das Boot mit Leck gerudert.
Aber ich hab ja noch den Absprung geschafft bevor ich mit unter gehe,
nun heißt halt schwimmen in diesem kalten Wasser bis wieder sicheres Land in Sicht ist.
Liebe Grüße,
nici  |
|
| Nach oben |
|
| n i c i hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |
dagmar007 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 04.05.2008 Beiträge: 2896
|
Verfasst am: 30.10.2010, 13:19 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
Hilfe zur Selbsthilfe würde ich mal sagen. Wer sich helfen lassen möchte und aus Erfahrungen anderer lernen will, der kann das aus deren Schilderungen.
Wenn aber alles im selbigen Fluß ist, Situationen gleich bleiben und ich lese "ich bin nun bei mir selbst" ... aber der andere hat dieses oder jenes, dann würde ich einfach sagen hier will sich jemand mitteilen (kann er sie gerne mit gleichgesinnten) aber nicht aussteigen.
Somit bin ich der falsche Helfer, Ansprechpartner oder Schreiberling.
Hilfe zur Selbsthilfe gilt für mich auch im realen Leben. Aber auch einer trage des anderen Last, was der eine nicht kann, kann der andere vielleicht. In Absprache miteinander - ausgewogen.
Das ist für mich mitfühlen, füreinenader da sind und gesunder Egoismus
Lieben Gruß von Dagmar |
|
| Nach oben |
|
| dagmar007 hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |
Speedy53 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 17.10.2008 Beiträge: 1370 Wohnort: Hessen
|
Verfasst am: 30.10.2010, 20:26 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
Hallo Karsten,
natürlich ist helfen wollen nicht gleich Co-Abhängigkeit.
Leider haben aber eben speziell Co's die Neigung ihre Hilfe soweit auszudehnen, dass sie sich selbst dabei vergessen.
Ausserdem ist es ein sehr probates Mittel, von eigenen Problemen abzulenken... also zu sagen, mir geht's doch gar nicht sooo schlecht.
Ich kann da nur von mir schreiben... als ich dachte, mein Mann braucht meine Hilfe nicht mehr, habe ich mich um so mehr um andere gekümmert, die "vermeintlich" meine Hilfe ganz dringend brauchten.
Dabei fühlte ich mich gut und ich ich habe nicht gemerkt, dass ich von der einen Abhängigkeit in die nächste reinrutschte.
Man muss ganz genau in sich reinschauen... tut es mir gut dabei, wass ich tue oder verliere ich mich dabei aus Augen.
Ich helfe anderen immer noch sehr gerne, aber ich habe gelernt, auch mal nein zu sagen, wenn es jetzt gerade nicht passt. Das konnte ich früher überhaupt nicht.
Es gab Zeiten, da habe ich mich mit meiner Harmoniesucht und meinem Helfersyndrom richtig in Schwierigkeiten gebracht, weil ich nicht mehr alles unter einen Hut gebracht habe, aber doch keinen enttäuschen wollte.
Mir ging es damals richtig schlecht... und zwar psychisch wie auch pysisch.
Das passiert mir heute nicht mehr... allerdings war es ein langer harter Weg bis dahin.
Die Threapie die ich gemacht habe, hat mir dabei sehr geholfen, obwohl mein Therapeut am Anfang dachte, ich wäre ein hoffnungsloser Fall.
Nur mal an Rande erwähnt... diese ganzen Verhaltensmuster hatten nichts mit meinem Alkoholiker-Mann zu tun. Sie wurden schon sehr viel früher gelegt, aber während der Trinkerzeit meines Mannes konnte ich alles so richtig ausleben.
Heute geht es mir gut. Ich muss nicht jedem gefallen, muss es nicht jedem recht machen und kann viele Dinge gelassener sehen.
Lieben Gruss
Speedy |
|
| Nach oben |
|
| Speedy53 hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |
Frozen Tears neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 30.11.2006 Beiträge: 465
|
Verfasst am: 30.10.2010, 23:52 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
Ich denke, dass Coverhalten sich dadurch definiert, dass die Hilfe, die man leistet oder leisten möchte krankhaft ist und Suchtcharakter hat. Darum kann ich dem nicht zustimmen, dass Hilfeleistung hier im Forum Coabhängigkeit ausdrückt. Obwohl die angemeldeten ja in der Tat überwiegend süchtig sind. Aber diese Hilfe hier im Forum sucht man ja für sich selbst. Lernen und Weiterkommen kann man ja auch beispielsweise auch dadurch, dass man hier einfach nur viel liest und seine AHA-Erlebnisse hat. Das Forum lebt natürlich auch von Beiträgen anderer.
Aber ich hatte bisher noch nie den Eindruck, dass jemand hier einfach nur durch Beiträge für andere sich auf dessen Sucht in krankhafter Weise konzentriert, so wie Coabhängige es bei ihren Partner machen.
Cobahängiges Denken lese ich eher aus den meist ersten Beiträgen: Mein Mann ist abhängig, was kann ICH für IHN tun (sinngemäß).
Schwierig finde ich es allerdings, dass anders als bei den Einträgen von Alkoholikern im Bereich der coabhängikeit viele beiträge kommen von Coabhängien, die noch in ihrer abhängigkeit stecken. Auch nach einer Trennung sind die Personen dann ja immer noch Coabhängig, wenn man sich da nicht intensiv mit auseienadergesetzt hat. Ich beobachte, dass Alkoholiker den Ernst ihrer Sucht mehr erkennen, mehr daran arbeiten, mehr danach streben ein alkoholfreies trockenes Leben zu erhalten und auch mehr Einsicht zeigen, dass sie süchtig sind. Vielleicht klingen daher einige Einträge nach coabhängigem Denken? |
|
| Nach oben |
|
| Frozen Tears hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |
kaltblut sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 20.06.2006 Beiträge: 4741 Alter: 53 Wohnort: beiM
|
Verfasst am: 31.10.2010, 01:36 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
Hallo,
wenn ich gut damit leben kann, warum soll helfen coabhängig sein?
Coabhängigkeit=die Unfähigkeit mein Leben selbständig zu leben.
Ich fand es damals treffend und gut, endlich eine Bezeichnung für mich zu haben, hatte ich doch endlich etwas Handfestes zum Festhalten, zum Rechtfertigen und Aufschub, um nichts zu ändern, um mir meine Unfähigkeit nicht einzugestehen.
LG Kaltblutl |
|
| Nach oben |
|
| kaltblut hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |
Antilope neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2010 Beiträge: 217 Alter: 62
|
Verfasst am: 31.10.2010, 01:48 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
Hallo,
wirklich ein ganz interessantes Thema.
Ich denke, mit dem Co-Verhalten das ist nicht so einfach.
Mit unserem Helfersyndrom neigen wir gerne dazu, jedem helfen zu wollen und vor allen Dingen unserem Partner.
Irgendwann begreifen wir, dass wir uns erst einmal selbst helfen müssen.
Dieser Weg ist äußerst schwierig mit vielen Stolpersteinen, das wisen wir ja alle.
So versuchen wir, wenigstens unsere Gedanken und Ideen auf andere zu übertragen. Vielleicht auch unbewusst, weil wir selbst hoffen, uns damit aus dem Sumpf zu ziehen.
Mir ist schon sehr oft hier aufgefallen, dass Co's gute Ratschläge geben, um eine bestimmte Situation zu meistern. Die Ratschläge, wie schau auf Dich, bleib bei Dir, hören sich immer ganz toll an. Schaue ich dann ihre eigenen Beiträge an, begreife ich, dass sie es leider oft selbst nicht schaffen, das alles umzusetzen, was sie anderen auf den Weg zur Unabhängigkeit mitgeben.
Ich habe mich auch schon oft ertappt, dass ich eine Antwort ganz spontan geben wollte, nur um zu helfen. Und plötzlich wurde mir bewusst, dass ich mit der Auflösung genau dieses Problems ja selbst noch zu kämpfen habe.
Also habe ich mich wieder zurückgenommen und nichts geschrieben.
Damit habe ich mich aber auch selbst unter Druck gesetzt, das zu tun, was ich eigentlich jemanden raten wollte. Also habe ich dann versucht, erst einmal bei mir zu schauen, ob ich die Baustelle abschließen kann.
Oft habe ich meine Beiträge wieder gelöscht oder umgeschrieben, weil ich auf einmal merkte hoppla, du musst erst einmal bei Dir selbst anfangen, bevor Du das schreibst. Ja, man lässt sich ganz schnell dazu hinreißen, immer und jedem helfen zu wollen. Das beziehe ich nicht nur auf den Partner.
Nun kommt meine Erziehung mit ins Spiel. Mein Vater hat mich so erzogen, dass ich nicht lügen soll. Seine Worte: " Du kannst mir alles sagen, alles tun, aber lüge mich nicht an" habe ich nie vergessen.
Eine Situation, wo ich ihn belogen hatte und seine Enttäuschung darüber, habe ich bis heute nicht vergessen. Daher hasse ich Lügen so sehr. Und genauso geht es mir nach mit meinem alkoholkranken Partner. Seine ewigen Lügen haben mich letzendlich soweit gebracht, dass ich in der Lage war, auch eine Trennung zu in Kauf zu nehmen. So wollte und konnte ich nicht mehr weiterleben.
Nur leider kriege ich das auch nicht immer auf die Reihe und neige sicher auch dazu, Ratschläge zu geben, deren Ausführung ich erst einmal bei mir vollenden sollte. Nur kann ich das als Co-Abhängige nicht, oder noch nciht.
Was ich mich frage, werden wir stärker für uns in unserer Entscheidungsfähigkeit, können wir eher den Absprung schaffen aus dem Co-Dasein, wenn wir unsere eigenen unfähigen Gedanken auf andere projezieren, weil wir selbst noch zu schwach sind? Also können wir uns damit auch selbst helfen und nicht nur den anderen, denen wir die tollsten Lösungsvorschläge produzieren.
Können wir uns selbst helfen, indem wir anderen helfen ?
Dann hätte diese "Co-Abhängigkeit" doch einen ganz positiven Charakter.
Auch wenn sie Suchtcharakter hat. Wäre das denn so schlimm? |
|
| Nach oben |
|
| Antilope hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |
Melinak sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 10.12.2008 Beiträge: 5012 Alter: 40
|
Verfasst am: 31.10.2010, 11:00 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
Hallo zusammen,
Nein helfen ist nicht gleich Co-Verhalten.Es entwickelt sich zu einem Teil des Co-Verhalten in dem Moment, wo ich selbst nicht in der Lage bin zu erkennen, das ich hier nichts erreiche.Wenn ich dann vor lauter helfen wollen mich selbst vergesse und damit den Kreis schliesse, der dann in dieser Abhängigkeit endet.
Ich helfe nach wie vor gerne Menschen, die meine Hilfe brauchen. Dabei gebe ich aber wesendlich mehr acht auf mich und wenn ich nicht weiter helfen kann, es mir nicht gut tut, oder meine Grenzen überschreitet werde ich dem anderen gegenüber Hinweise geben, wohin er sich wenden kann um sich dann qualifizierter helfen lassen zu können. Ich weiss ich kann eben nicht alles und habe meine Grenzen.Besser so und darüber bin ich froh das geschafft zu haben.
Ich weiss genau ds es eben im Bereich Sucht keinerlei Möglichkeit gibt Einfluss zu nehmen.Der Süchtige muss schliesslich selbst auf die Idee kommen sich Hilfe zu suchen. Da ich immernoch Co bin werde ich daran nichts ändern können und inzwischen jedem der da ein Problem hat, sich an mich wendet darauf hinweisen, das es sehr erfahrenen Leute gibt, Einrichtungen usw die wesendlich besser Hilfe geben können als ich. Das ist denk ich schon Hilfe genug.Damit schütze ich mich.
LG Melanie |
|
| Nach oben |
|
| Melinak hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |
co-Elfi sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 22.10.2010 Beiträge: 1206
|
Verfasst am: 31.10.2010, 12:11 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
|
|
Hallo,
ich finde diesen Thread sehr interessant.
Es fällt mir schwer die Grenze zu finden zwischen: hier ist es legitim zu helfen und da ist es zuviel. Manchmal merke ich erst am Feedback, wenn sich jemand bevormundet fühlt.
Besonders gut hat mir das Bild: Erst eine Baustelle abschließen bevor man zu diesem Thema anderen einen Rat gibt. Ich dachte immer - gerade wenn ich mich gut mit einem Problem auskenne, kann ich anderen einen Rat dazu geben.
Ich war schon mal in einer SHG, kenne das mit dem Erfahrungen austauschen. Allerdings habe ich dort auch erlebt, dass da öfter Druck ausgeübt wurde: "du MUSST jetzt unbedingt das und das machen" das wurde einmal so massiv dass ich die SHG zu verlassen habe.
Ideal scheint es also zu sein, einfach nur Erfahrungen zu schildern und Fragen wirken dann bevormundend. Es ist nur so - hier im offenen Bereich will ich nicht so sehr ins Detail gehen mit meinen Erfahrungen und den geschlossenen Bereich kann ich mir aus finanziellen Gründen nicht leisten. Ich werde mich also ein wenig zurückhalten in Zukunft.
Meine Einstellung ist: wenn ich von einer Gruppe Hilfe will, will ich auch helfen, als Gegenleistung. Ist das co-Abhängiges Verhalten? |
|
| Nach oben |
|
| co-Elfi hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
|
|
 |