| ..und wieder ein Neuzugang • Ich lieb ihn doch... |
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Antilope neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 01.06.2010 Beiträge: 217 Alter: 62
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Verfasst am: 31.10.2010, 13:02 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
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Hallo co-Elfi,
mir geht es genau so. Ich nehme gerne Ratschläge an, kann sie aber erst für mich umsetzen, wenn ich davon überzeugt bzw. selbst dazu bereit bin.
Aber jeder Ratschlag, so finde ich, bewegt etwas in mir. Daher habe ich mich immer gerne hier aufgehalten und gelesen und gelesen.
Und irgendwann hat sich dann das Puzzle zusammengefügt.
Und genau wie bei den Alkoholikern war mit Druck ausüben und du musst dies und das tun bei mir nichs zu erreichen.
Auf der anderen Seite tue ich mir aber schwer, diesen Druck den ich selbst nicht mag, nicht auf meinen Partner auszuüben. Eigentlich will ich ja gar keinen Druck ausüben, sondern nur helfen. Aber die Grenzen erkennen, das finde ich unheimlich schwer.
Geholfen hat mir immer wieder der Spruch der AA: "In Liebe loslassen oder auch gehen lassen".
Daran arbeite ich im Moment, seit mein Freund aus dem Entzug zurück ist. Die Gedanken überschlagen sich da manchmal und ich muss lernen, mich zurückzuhalten mit meinen Ideen und Ratschlägen. Trotzdem möchte ich auch meine Meinung dazu äußern können ohne ihn bevormunden zu wollen.
Mir immer wieder vor Augen halten: Es ist sein Weg, seine Entscheidung, ob er eine LZT macht oder nicht. Er muss diese für sich selbst treffen können. So wie ich meinen Weg auch für mich alleine gehen wollte und letzendlich auch gegangen bin. Aber ohne die vielen Brücken, die mir hier gebaut wurden, hätte ich dies vielleicht nicht geschafft und wäre vorher in den Fluß gestürzt.
Diese Art der Kommunikation ist ein ganz schwieriger Teil meiner Selbsterfahrunhng als Co. Aber ein toller Lernprozeß für das ganze Leben.
Aber ebenso wie Du möchte ich gerne Hilfe erfahren aber auch Hilfe und meine eigenen Erfahrungen weitergeben. Nur darf ich nicht erwarten, dass meine Erfahrungen auch tatsächlich umgesetzt werden.
Ich finde, gerade hier im Forum wird meist sehr viel Hilfe angeboten, ohne Druck auszuüben. Das gefällt mir sehr gut und ich meine, diese Art der Hilfestellung bringt viel mehr. Wir müssen das nur erkennen lernen.
Eigentlich meine ich, bin ich nur Co, wenn ich mich manipulieren lasse von meinem Partner oder auch meinen Freunden. Also Hilfe anhören, ernsthaft darüber nachdenken. Aber nur das tun, was ich wirklich zu tun bereit bin. Oder wenn es genau wie beim Alkoholiker wirklich Klick gemacht hat. Dann muss ich mich nicht mehr zwingen das zu tun, was andere schon längst von mir erwarten. Damit fängt auch meine Selbstverantwortung für mich selbst an.
Nur schade, dass es manchmal so unendlich lange dauert, bis wir für uns den richtigen Weg finden können.
Oh je, je länger ich darüber nachdenke, desto schwieriger wird das Thema. Manchmal denke ich, eigentlich bin ich doch gerne Co. Dann doch wieder nicht, weil ich mich unterdrückt fühle, wo bleibt dann meine Verantwortung für mich selbst? Will ich andere mein Leben bestimmen lassen bzw. will ich, dass mein Partner mich weiter manipuliert.
Dieses Thema ist so wahnsinnig interessant. Also bleibe ich dran. |
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| Antilope hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
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Martha66 sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 02.12.2009 Beiträge: 3784
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Verfasst am: 31.10.2010, 22:47 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
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Hallo Karsten,
für mich hat helfen nichts mit CoVerhalten zu tun.
Wenn ich jemandem helfe bin ich bei mir und statte meinem Gegenüber einen Besuch in "seinem Land" ab und gehe dann wieder zurück in mein Land.
Wenn ich allerdings aus dem Land des anderen nicht mehr raus komme, mich sein Land mehr beschäftigt als meins und womöglich mein Leben beeinträchtigt, dann wird es gefährlich und hier beginnt für mich das CoVerhalten.
Ich kann das mittlerweile einigermassen einschätzen bei mir. In dem Moment, wo mich das Leben des anderen anfängt zu beinträchtigen, sitzt ich in der Falle. Ich hatte das gerade mit einer Freundin. Ich merkte, dass ich ihr mehr als helfen wollte. Ich habe hier das Wort "CoAnfall" gelesen, was ich sehr treffend für mein Verhalten fand. Seit es mir bewusst geworden ist, kann ich sie machen lassen und ich gehe meinen Weg.
Lieben Gruss Martha |
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| Martha66 hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
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Kernkraft neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.07.2008 Beiträge: 83
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Verfasst am: 01.11.2010, 10:59 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
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Hallo erst mal,
ich habe gerade in einem anderen thread etwas über die fließenden Grenzen zum CO erfahren. Gar nicht so einfach. Für mich persönlich stellte sich die Frage ab wann ein bestimmtes Verhalten CO ist.
Mein Partner ist ein alkoholkranker Mensch, ich ware vom Anbeginn dieser Beziehung die Distanz. Nachdem ich einmal einen Urlaub bei ihm verbrachte, habe ich erfahren, daß ein Zusammenleben seine Krankheit nicht verbessert, sondern eher unsere Beziehung zerstört.
Ich habe gelernt, meine Gedanken nicht um ihn kreisen zu lassen, wenn er gerade der Sucht erliegt.
Selber Schuld mag mancher zu ihm sagen, er tut es ja selbst. Okay er tut es selbst. Ich kann diese Krankheit nicht heilen, genausowenig wie ich KREBS oder AIDS heilen Kann. Bei Krebs besteht jedoch immer noch eine Heilungschance.
Wenn es nicht möglich ist, dem Partner zur Seite zu stehen im Bekämpfen seiner Krankheit, so er es denn aus eigenem Antrieb will, verlässt man ihn früher oder später. Ob es wegen Alk ist oder wegen Krebs, Aids, einer Behinderung durch einen Unfall.
Wenn meine eigene Kraft aufgesaugt wird, muß ich gehen. So sehe ich das.
Richtg??? Falsch ?? Das muß jeder für sich selbst erkennen. |
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| Kernkraft hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
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Kernkraft neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 13.07.2008 Beiträge: 83
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Verfasst am: 01.11.2010, 11:11 Titel: Re: ist helfen immer Coverhalten? |
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| Möglicherweise gibt es dabei geschlechtsspezifische Unterschiede. Frauen scheinen weitaus mehr betroffen zu sein von einer COabhängigkeit als Männer. Menschen mit einer starken weiblichen Ausprägung neigen von Natur aus eher zu einem Helfersyndrom als männlich ausgeprägte Menschen.....so mein laienhaftes denken. |
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| Kernkraft hat zum Thema: Re: ist helfen immer Coverhalten? geschrieben
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