| Nach Ausland Arbeit wieder zuhause • Was geht in meinem Mann vor? |
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liju neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2010 Beiträge: 8 Alter: 35
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Verfasst am: 22.10.2010, 21:35 Titel: was denken die Kinder? |
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Vielen Dank!
Ich bin mir sehr sicher, dass er nicht trinken würde, wenn er auf die Kinder aufpasst. Er braucht ja eigentlich immer eine Gelegenheit und die hätte er dann nicht.
Es ist mir total wichtig, dass die beiden einen guten Kontakt zu ihm haben. Sie wissen gerade mal seit einer Woche, dass Papa vielleicht nicht wiederkommt.
Gerade für die "Große" ist das alles sehr kompliziert.
Aber ich musste es ihnen sagen. Die Geschichte, die ich ihnen anfangs erzählt habe, hat nur für eine gewisse Zeit gereicht. Unsere 8-jährige fing an, sich Gedanken zu machen. Ist sowieso extrem sensibel. Also dachte ich, es ist besser, ihr zu sagen, dass Mama und Papa sich im Moment einfach viel streiten und es deshalb besser ist, dass wir eine Zeit lang nicht zusammen wohnen. Und dass ich auch nicht versprechen kann, ob alles wieder wie vorher wird. Ich will ihr zumindest die Sicherheit geben, dass ich sie nicht anlüge.
Will den Kindern auch nicht sagen, dass Papa zu viel trinkt. Damit sollen sie sich nicht belasten. und sie sollen in ihm eben auch immer Papa sehen und nicht "den Schuldigen".
Habe versucht, klarzumachen, dass wir immer eine Familie sein werden, auch wenn wir nicht zusammen wohnen.
Außerdem habe ich die Kindergarten-Erzieherin bzw. die Leherin informiert. Nur, damit sie die Umstände kennen, falls die beiden etwas sagen, oder traurig sind.
Heute hat er (nach einer Odysee durch diverse Miet-Zimmer)eine ganz schöne Übergangs-Wohnung bezogen. Ganz in der Nähe.
Dort haben die Kinder und ich ihn vorhin besucht. War für die beiden glaub ich ganz gut. So wissen sie wo Papa ist und das Ganze ist nicht mehr so abstrakt für sie. Haben ganz harmonisch zusammen Abendbrot gegessen.....
Meint ihr, es ist richtig, wie ich mich den Kindern gegenüber verhalten habe? Oder habt ihr Tips, wie ich es besser machen kann?????
Ich bin dankbar über jeden Ratschlag! |
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| liju hat zum Thema: was denken die Kinder? geschrieben
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Linde66 Moderatorin

Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 08.10.2008 Beiträge: 14432 Alter: 46
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Verfasst am: 22.10.2010, 21:53 Titel: Re: brauche dringend einen Rat. |
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Hallo Liju,
sicher kannst du dir nicht sein, du wünschst dir das natürlich, kann ich verstehen.
Meine Mutter hat immer getrunken...
Schuldige gibt es tatsächlich nicht. Vielleicht kannst du sie kindgerecht informieren, daß Alkoholismus eine Suchterkrankung ist. Ich habe mir mit 8 ziemlich viel beängstigendes Zeug zusammengereimt, nachdem ich im Waschpulver die versteckten Weinflaschen gefunden habe. Und ich wollte, jemand hätte mit mir WIRKLICH darüber geredet. Das hätte es mir leichter gemacht.
Ich finde einen kindgerechten, offenen Umgang mit dem Thema Alkoholismus sehr wichtig. Die Fragen werden ja nicht weniger! Bei mir war es so, daß ich schon von klein an mit Klassenkameradinnen darüber redete. Das ist ein Thema, was ja in so vielen Familien vorkommt! Und es ist gut, wenn die Kinder wirklich einen Ansprechpartner haben. Wirklich belastend für mich als Kind war nicht der Alkoholismus der Mutter, sondern die Tatsache, daß das tabuisiert wurde und ich niemanden hatte zum Reden. Das brachte mich zum Schweigen und ich wurde dann später eine gute Co.
LG, Linde |
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| Linde66 hat zum Thema: Re: brauche dringend einen Rat. geschrieben
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Sweetnina5 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2008 Beiträge: 107 Alter: 44
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Verfasst am: 22.10.2010, 22:34 Titel: Re: brauche dringend einen Rat. |
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Hallo liju,
ich kann mich Linde nur voll und ganz anschließen. Für mich war es in meiner Kindheit am schlimmsten, mit den täglichen Auswirkungen des Alkoholismus konfrontiert zu sein, diese aber nicht richtig einordnen zu können und deshalb zum Schweigen verdammt zu sein. Ich entwickelte schnell seismographische Antennen für die kleinsten Stimmungsänderungen und auch ich wurde durch diese Vorgeschichte eine vorbildliche Co.
Aus diesem Grund spreche ich mit meiner Tochter (4) mittlerweile altersgerecht und ohne Schuldzuweisungen über das Alkoholproblem ihres Vaters, wann immer der Bedarf bei ihr da ist. Unser gesamtes Umfeld ist ebenfalls informiert, so dass sie jederzeit offen damit umgehen kann, auch wenn ihr Vater immer noch behauptet, er hätte kein Problem und könne jederzeit aufhören.
Es gibt übrigens auch einige wenige Bücher, die dieses Thema kindgerecht behandeln.
Lieben Gruß
Nina |
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| Sweetnina5 hat zum Thema: Re: brauche dringend einen Rat. geschrieben
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liju neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2010 Beiträge: 8 Alter: 35
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Verfasst am: 22.10.2010, 22:34 Titel: co-Abhängigkeit |
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Übrigens - Papi - ich habe mich nach Deinem Tip mal eingehender mit dem Thema Co-Abhängigkeit befaßt.
Vorher hätte ich jederzeit gesagt, dass trifft auf mich nicht zu.
Wenn ich mir das alles aber genau durchlese, kann ich nicht anders als zu erkennen - Du hast recht.
Ja, ich glaube, ich bin tatsächlich co-abhängig.
Aber es gibt einen Punkt, auf den ich schon ganz stolz bin. Ich vertusche nicht mehr! Früher habe ich immer alle für ihn angelogen. Die Kinder, meine Eltern, unsere Freunde, unsere (um das Ganze auch noch komplizierter zu machen) gemeinsamen Kollegen, unseren Chef usw.
Und das tue ich nicht mehr. ER muss sich dem Mist stellen, den er anrichtet und ER muss ihn auch ausbügeln.
Meine große Hürde ist leider nur immer noch die Tatsache, dass er ja nicht täglich trinkt. Wenn er sich zusammenreißt schafft er auch ein paar Wochen komplett ohne. Und zu hause trinkt er eigentlich so gut wie nie.
Und genau diese Tatsache ist in Sachen Entschlossenheit noch mein Stolperstein. |
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| liju hat zum Thema: co-Abhängigkeit geschrieben
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liju neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 21.10.2010 Beiträge: 8 Alter: 35
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Verfasst am: 22.10.2010, 22:41 Titel: Re: brauche dringend einen Rat. |
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Hallo Nina,
vielen Dank. Fragt Deine 4 jährige gezielt danach?
Ich habe das Gefühl, dass unsere Kleine (auch 4) das Ganze überhaupt noch nicht versteht.
Für sie ist es normal, dass Papa öfter mal schnarchend und stinkend auf dem Sofa liegt. (wie traurig ist das?)
Ich habe sogar das Gefühl, sie bemerkt das gar nicht groß. (Dazu muss man sagen, er schläft schon seit geraumer Zeit auf dem Sofa.....noch so'n Thema).
Natürlich habe ich als gute Co-Abhängige, als die ich mich inzwischen durchaus einstufe, auch immer gesehen, dass ich mit den Kindern an solchen Tagen möglichst lange das Haus verlasse, damit sie eben nichts mitbekommen. |
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| liju hat zum Thema: Re: brauche dringend einen Rat. geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 22.10.2010, 22:57 Titel: Re: brauche dringend einen Rat. |
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Hallo Liju,
meine Kinder sind 3 und 4 Jahre alt. Und es war so, dass mein Mann durch einen Alkoholrückfall sich wirklich sehr extrem verhalten hat, nicht mehr arbeiten ging, nur noch rumschrie usw. Die Kinder waren damals 1 und 3.
Jedenfalls gab es dann Phasen, wo sie den Vater sehen konnten, weil er nichts trank, und dann plötzlich ging es wieder los und plötzlich war nix mehr mit Papa-Treffen.
Da hab ich das dem älteren (dann inzwischen 4) zu erklären versucht, weil ich auch nicht wollte, dass er irgendwelche komischen Phantasien entwickelt, dass er seinem Vater nicht mehr wichtig ist oder so. Ich kam einfach irgendwann an den Punkt, wo ich dachte: Er muss sich doch seinen Teil dazu denken, also muss ich es ihm erklären.
Also hab ich ihm gesagt, dass sein Vater sehr krank ist und nicht mehr aufhören kann, Bier zu trinken. Dass er genau weiß, dass er davon krank wird, er aber einfach nicht damit aufhören kann. Und dass er eben dann ganz viel rumbrüllt und deshalb die Kinder ihn nicht treffen können.
So ungefähr.
ERstmal war es für mich ein bisschen komisch, dass er dann allerdings auch vor anderen Leuten manchmal erzählt hat: Mein Papa trinkt zu viel Bier.
Aber das war nur die erste Zeit, jetzt redet er darüber nicht mehr.
Nun muss man allerdings dazu sagen, dass die beiden ihren Papa nicht so extrem vermissen, weil die Trennung zu einer Zeit war, an die sie sich nicht bewusst erinnern.
Also, das mit der Sucht hat der Kleine schon kapiert. Das hat ihn auch fasziniert. Ich hab auch gesagt (damit er keine Angst bekommt, wenn er Leute mit einem Glas Bier sieht), dass es viele Leute gibt, die etwas Bier trinken (Opa usw.), aber eben nur eins oder zwei und dann wieder aufhören. Dass das bei Papa aber eben anders ist, dass der nicht eins trinken und dann aufhören kann, sondern dann immer mehr haben will.
Er hat neulich den Vergleich gezogen, als er nicht mit dem Fernsehen aufhören wollte. Er meinte, ich kann auch einfach nicht aufhören. (Okay, der Vergleich hinkt, aber so im Ansatz ist es ja ähnlich.)
Bei uns war nun mal der Alkohol der einzige Trennungsgrund und ist auch der einzige Grund, weshalb er sich nicht um die Kinder kümmert.
Ich zeig den Kindern auch Fotos von der Zeit, als wir noch alle zusammen waren. Gut, an dem Punkt idealisiere ich ein bisschen, denn da gab es natürlich auch schon Dinge, die schief gelaufen sind. Aber ich will eben auch, dass sie ihren Vater grundsätzlich als positiven Menschen sehen, der aber durch die Krankheit zu dem geworden ist, was er ist.
Allerdings gibt es Situationen, da kann ich einfach nicht mehr positiv reden. Da bin ich einfach nur so wütend auf ihn, wenn er z.B. gerade angerufen hat und mich auf die Palme gebracht hat. Ich versuche dann den Kindern gegenüber das wieder zu relativieren, indem ich ihnen erkläre, warum genau ich jetzt gerade wütend bin.
Ob das alles so richtig ist, weiß ich natürlich auch nicht. Wird sich erst später zeigen.
Aber soll ich ihnen erzählen, Mama und Papa verstehen sich nicht mehr?
Stimmt ja nicht.
Aber es muss natürlich zu dem konkreten Fall passen, wie man das erklärt. Bei euch ist die Situation ja wieder anders.
Ich will den Kindern eben auch signalisieren, dass sie das Thema "Papa" anschneiden können, wenn sie darüber reden wollen. Ich red jetzt nicht ständig drüber, aber ich schweig es auch nicht tot. Wenn ich nichts gesagt hätte, hätten sie sich vielleicht gar nicht mehr getraut, darüber überhaupt zu sprechen.
Einen schönen Restabend,
Doro |
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| Doro hat zum Thema: Re: brauche dringend einen Rat. geschrieben
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Doro sehr aktiver Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 25.01.2009 Beiträge: 2525 Alter: 41 Wohnort: Niedersachsen
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Verfasst am: 22.10.2010, 22:59 Titel: Re: brauche dringend einen Rat. |
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Noch zur Erklärung: Also, nach dem Rückfall kam es schnell zur Trennung.
Erst ein halbes Jahr später war diese Trinkpause mit den Kinder-Treffen und erst danach, als das abbrach, hab ich es dem Älteren erklärt. |
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| Doro hat zum Thema: Re: brauche dringend einen Rat. geschrieben
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Sweetnina5 neuer Teilnehmer
Geschlecht:  Anmeldungsdatum: 27.12.2008 Beiträge: 107 Alter: 44
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Verfasst am: 22.10.2010, 23:14 Titel: Re: brauche dringend einen Rat. |
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Klar fragt sie nach, wenn Papa ihr abends verspricht, am nächsten Tag dies und jenes zu unternehmen und sich anschließend zwei Tage lang nicht meldet. Und sie fragt nach, warum Papa sie nicht mehr zum KiGa fährt (nachdem ich kürzlich gerade noch verhindern konnte, dass er sie alkoholisiert abholt). Sie fragt, warum Papa noch schläft und sich nicht wecken lässt, obwohl draußen schon fast die Sonne wieder untergeht. Und sie fragt, warum Papa die Nacht angezogen und stinkend unter ihrem Hochbett verbracht hat.
Ausserdem hat sie sehr feine Antennen dafür, dass ich (auch wenn wir vor ihr diese Ausfälle nicht ansprechen) ihm völlig anders begegne als anderen Menschen.
Du siehst, mit Vertuschen oder Ausweichen ist es in meinem Fall nicht getan. Am Anfang hatte ein "Mama und Papa streiten oft, aber haben dich beide ganz doll lieb" noch gereicht, sobald sie mit unmittelbaren Auswirkungen konfrontiert war, half nur noch ein offener Umgang damit. So hart es klingt, aber sie wird ohnehin mit diesem Thema aufwachsen müssen, weil ihr Vater nicht die Absicht hat, das Trinken aufzugeben, und die Alkoholspirale wird sich leider nicht rückwärts drehen und in Luft auflösen. Dann doch lieber mit Ehrlichkeit und Offenheit und der Möglichkeit, jederzeit darüber sprechen zu können.
Nina |
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| Sweetnina5 hat zum Thema: Re: brauche dringend einen Rat. geschrieben
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